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Diese 25 deutschen Fußballer wurden im Ausland zu Ikonen – oder auch nicht


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Auswanderer 5 - 1: Bundesliga-Legenden und Stars, die im Ausland floppten

5. Stefan Effenberg: Der „Tiger“ am Tiefpunkt

Erfolglos in Florenz - Stefan Effenberg.
Erfolglos in Florenz - Stefan Effenberg. Foto: Imago

Nein, ein pflegeleichter Profi war Stefan Effenberg nie. Weder in Gladbach, noch ab 1990 beim FC Bayern. Nach der mit Platz zehn wahrscheinlich noch in vielen Jahren als schlechteste Bayern-Saison zu wertenden Spielzeit 1991/92 hatte „Effe“ erst mal genug vom Bundesliga-Zirkus. Mit seiner mondänen Ehefrau Martina zieht er weiter nach Italien.

3,75 Mio. Euro zahlt der AC Florenz im Sommer für den Vize-Europameister an den FC Bayern. Stefan Effenberg. In einer Mannschaft mit Stars wie dem dänischen Europameister Brian Laudrup oder dem argentinischen Knipser Gabriel Batistuta scheint unseren Effenbergs auch in Italien der Erfolg garantiert. Effenberg erzielt sein erstes von fünf Serie-A-Toren gleich beim Debüt gegen den FC Genua 1893 (1:1) – das war es dann aber auch schon.

Am Saisonende 1992/93 stieg die Fiorentina als Tabellensechzehnter ab – eine Blamage für den Europapokalsieger von 1961. „Effenberg floh 1992 nach Florenz, wollte in Italien Ruhm ernten“, schrieb DIE WELT später, „tatsächlich ging er als Kapitän jener Florentina-Mannschaft in die Geschichte ein, die nach 54 Jahren Erstklassigkeit in die Serie B abstieg.“

Die Fans sind so wütend, dass er bei Nacht und Nebel sein Haus verlassen und bei einem Mitspieler übernachten muss. Wütend war auch sein Präsident, Filmproduzent Vittorio Cecchi Gori, der ihm einen Wechsel verweigerte: „Erst wenn wir wieder aufgestiegen sind, darfst du weg.“ Gesagt, getan, nach dem direkten Wiederaufstieg 1993/94 und sieben Effenberg-Toren in 26 Serie-B-Einsätzen geht es zurück ins lieb gewonnene Gladbach. Nie wieder Florenz.

4: Nuri Sahin: Der Lockruf des Geldes…

Real Madrid war eine Nummer zu groß für Nuri Sahin.
Real Madrid war eine Nummer zu groß für Nuri Sahin. Foto: Imago

2011 „nagelt der Kindergarten“ von Borussia Dortmund durch die Liga, wie es Coach Jürgen Klopp gewohnt lässig formuliert – und wird sensationell Deutscher Meister. Der Taktgeber im defensiven Mittelfeld heißt Nuri Sahin, ist 22 und wird von Klopp glücklicherweise nach Leihgeschäft von Feyenoord Rotterdam zurückgeholt.

Am 26. November 2005 wird Nuri Sahin im Alter von 17 Jahren und 82 Tagen jüngster Torschütze der Bundesliga-Geschichte. 27-mal steht Sahin in Dortmunds Meistersaison 2010/2011 in der Startelf, die Spielergewerkschaft VDV kürt ihn zum „Spieler der Saison.“

Erfolge, die Begehrlichkeiten weckten – und Real Madrid auf den Plan riefen. Als erster Spieler aus dem Dortmunder Bubi-Ensemble erliegt Nuri Sahin den Verlockungen der ganz großen Fußballwelt. Er unterschreibt einen Sechs-Jahres-Vertrag (!) bei den Königlichen und spült Dortmund rund 10 Mio. Euro Ablöse in die Kassen.

Das Spanien-Abenteuer wird für Sahin zum Albtraum. Verletzungsbedingt kommt er erst am 12. Spieltag beim 7:1 gegen Osasuna zum Debüt in La Liga. Bis man ihn dort wiedersieht, dauert es bis zum 30. Spieltag! Ganze vier Liga-Spiele macht Sahin für Real – und darf sich Spanischer Meister schimpfen. Am 25. August 2012 ist Schluss mit der Quälerei. Sahin wechselt auf Leihbasis zum FC Liverpool. In Anfield macht er nur sieben Premier-League-Spiele, diese allerdings zwischen Ende September und 11. November 2012 allesamt in der Startelf. Abendfüllend ist das jedoch nicht. Im Januar 2013 geht es zurück nach Madrid – und direkt per Leihe wieder nach Dortmund. Als Nuri Sahin am 1. Juli 2014 vom BVB zurückgekauft wird, macht der Verein bei sieben Millionen Euro Ablöse sogar noch drei Millionen gut.

3. Marko Marin: Ab in den Urlaub…

Im Ausland klappt es selten für Marko Marin.
Im Ausland klappt es selten für Marko Marin. Foto: Imago
Spätsommer 2018. Ein Foto aus Kindertagen in Frankfurt an der Seite des serbischen Trainer-Unikums Dragoslav Stepanovic (70) erinnert Marko Marin an bessere Zeiten. Nach dem „Aus“ bei Olympiakos Piräus hat der Ex-Nationalspieler Marko Marin einen neuen Verein gefunden. Roter Stern Belgrad verpflichtet den inzwischen schwer vermittelbaren Wunderknaben der frühen Löw-Ära.

„Ihr werdet den Verein verlassen und alle in Urlaub gehen“, mit dieser Ankündigung zieht Evangelos Marinakis, der mächtige Präsident von Marins bisherigem Arbeitgeber Olympiakos Piräus Anfang April 2018 die Notbremse. Nach einer unbefriedigenden Saison mit verpasster griechischer Meisterschaft und CL-Qualifikation wirft der korpulente Reeder eine Reihe von Spielern aus dem Kader – darunter auch Marko Marin. Dass Marin 2017 mit der griechischen Meisterschaft seinen erstmals in seiner Karriere Landesmeister wird, gerät zur Fußnote.

Olympiakos Piräus war für den gebürtigen Bosnier die 6. Station als Fußballprofi seit seinem Weggang von Werder Bremen im Sommer 2012. Nun holte der serbische Rekordmeister Roter Stern Belgrad den Europa-Touristen, der in sechs Jahren für acht Klubs aus sieben verschiedenen Ländern spielte.

Wie serbische Medien berichten, soll Marin für einen Wechsel zum Europapokalsieger von 1991 bereit gewesen sein, Abstriche beim Gehalt zu machen. Von 600.000 bis 800.000 Euro soll Roter Stern Belgrad geboten haben. Wie weit ihnen Marin bei einer Verpflichtung entgegenkommt, ist nicht bekannt. Zuvor steht Marin auch beim FC Chelsea, wo er einst auch Stefan Effenberg krachend scheiterte, beim FC Sevilla, dem AC Florenz, RSC Anderlecht und Trabzonspor im Mittelpunkt von Leih-Geschäften und mehr oder weniger erfolglos unter Vertrag. Der Rauswurf in Piräus war – nach Trabzon – der zweite wegen „unzureichender Leistung.“ Armer Marko.

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2. Jens Lehmann: „Ich halte das nicht mehr aus“

Jens Lehmann und der AC Milan passten nicht zusammen.
Jens Lehmann und der AC Milan passten nicht zusammen. Foto: Imago

Diese Szenen waren hässlich. Im Revierderby gegen den BVB am 5. Mai 1999 machen die Schalker Fans im Gelsenkirchener Parkstadion deutlich, was sie von Jens Lehmann halten: Gar nichts mehr! Mit Plakaten wie „Judas“, einer Galgenpuppe im Lehmann-Trikot und dem Spruchband „Wir grüßen den Ersatztorwart des AC Mailand.“

Dass der Keeper nach seinem mehr als unglücklichen Intermezzo beim AC Mailand am 24. Dezember 1998 beim Erzrivalen Borussia Dortmund unterschrieben hat, können und wollen die Anhänger von Königsblau Lehmann nicht verzeihen. Da nützt es auch nichts, dass er ihnen ausgerechnet im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion mit dem UEFA-Pokal-Sieg gegen Inter im Elferkrimi den größten Erfolg der Vereinsgeschichte beschert hat.

Mailand wird trotz dieses Jahrhundert-Coups der Schalker nie das Wohnzimmer des Jens Lehmann. 4,3 Mio. Euro zahlen die Italiener im Juli 1998 für den Torhüter. Nur fünf Mal wird Lehmann in der Serie A für den AC Mailand zwischen den Pfosten stehen.

Im Prinzip ist für Lehmann schon am fünften Spieltag Schluss. In der 27. Minute der Partie bei Cagliari Calcio (0:1) verletzt er sich – und wird von seinem Rivalen Sebastiano Rossi ersetzt. Rossi, den die einflussreichen Milan-Ultras stets als „uno di noi“, als einen von ihnen bezeichnen, hält zu Lehmanns Unglück auch noch einen Elfmeter. Nach überstandener Verletzung kann Lehmann den verlorenen Stammplatz nicht mehr zurückerobern. Ein Wechsel zum BVB macht schon Ende Oktober 1998 die Runde – und für Lehmann ist die Rückkehr ins Revier schließlich wie eine Erlösung. „Ich halte es nicht mehr aus“, resigniert er, „ich bin nicht bereit, ein Dasein als Ersatzmann von Rossi zu fristen.“

1. Matthias Sammer: Die Kohle stimmt, die Konstellation nicht…

Matthias Sammer kam bei Inter Mailand nicht zurecht.
Matthias Sammer kam bei Inter Mailand nicht zurecht. Foto: Imago
Es gibt Dinge oder, um sein Lieblingswort „Konstellationen“ zu benutzen, auf die darfst Du Matthias Sammer auch in heiteren Momenten nicht ansprechen. Sein Gastspiel bei Inter Mailand gehört sicherlich dazu.

Bei Inter stimmt die Konstellation von Anfang an nicht. Sammer kommt 1992 vom Deutschen Meister VfB Stuttgart zu Inter Mailand. „Die Kohle war entscheidend“, gibt der neue Inter-Profi hinterher zu. Das ist wenigstens ehrlich. Bei den Nerazzurri macht der geborene Führungsspieler Sammer einen entscheidenden Fehler. Es ist eine Konstellation, bleiben wir bei Sammers Lieblingswort, die er zuvor und danach in seiner Karriere in Stuttgart und bei Borussia Dortmund nicht erlebt hat. Beim VfB mit Christoph Daum und später in Dortmund mit Ottmar Hitzfeld galt Sammer stets als „verlängerter Arm“ des Trainers auf dem Spielfeld.

Aber bei Inter ticken die Uhren anders. Der Mailänder Trainer Osvaldo Bagnioli braucht Sammers Ratschläge nicht. Bilder aus Italien, die Sammer wild gestikulierend und mit bösem Blick am Spielfeldrand neben Bagnioli zeigen, lassen nichts Gutes erahnen. Schon am 4. Oktober 1992 streicht der Coach Sammer beim 1:0-Heimerfolg gegen Bergamo aus dem Kader. Sammer kommt auf ganze elf Spiele in der Serie A. Vier Tore können trotzdem nicht verleugnen, dass sich der Feuerkopf in Mailand unglücklich fühlt.

Das Angebot von Borussia Dortmund im Winter kommt für Sammer zur richtigen Zeit. Zwar muss er beim Sturmlauf des BVB ins UEFA-Cup-Finale zuschauen, aber das ist für den Moment egal. Matthias Sammer kehrt mit einem Hammer und dem Siegtreffer zum 1:0 über den VfL Bochum in die Bundesliga zurück. In Dortmund stimmt die Konstellation.

Honorable Mention - Addendum: Günter Netzer - Er passt in keine Kategorie

Günter Netzer bei Real Madrid.
Günter Netzer bei Real Madrid. Foto: Imago
Günter Theodor Netzer  spielte 10 Jahre für Borussia Mönchengladbach und ab 1973 für 3 Jahre für Real Madrid. Mit der deutschen Fußballnationalmannschaft wurde er 1972 Europameister und 1974 bei der Endrunde im eigenen Land Weltmeister. Seine Karriere ließ er in der Schweiz ausklingen.

Günter Netzer war Kopf der “Fohlenelf”, die zusammen mit Bayern München in der ersten Hälfte der 70er jahre des 20. Jahrhunderts die Bundesliga dominierte.  Wichtige Spieler der Fohlenelf waren: Berti Vogts, Herbert Laumen, Jupp Heynckes , Rainer Bonhof und Wolfgang Kleff . Netzer führte Mönchengladbach 1970 zur ersten Meisterschaft. 1971 gelang dem Team als erstem Verein in der Geschichte der Bundesliga die Titelverteidigung.

Mit seinen langen Haaren und seiner Vorliebe für schnelle Autos und attraktiven Frauen hob er sich schon früh von den anderen Spielern seiner Zeit ab. Sein Motto:

Am Samstag stehen elf Geschäftsleute auf dem Platz, von denen jeder seine eigenen Interessen vertritt. Sie suchen zusammen den Erfolg.

Ende der Saison 1972/73 gab Netzer seinen Wechsel zu Real Madrid bekannt. Sein letztes Spiel für die Gladbacher war das DFB-Pokalfinale 1973 gegen den Lokalrivalen 1. FC Köln. Der Wechsel zu Real Madrid war der bis dahin spektakulärste Transfer eines Bundesligaspielers ins Ausland.  Für Netzers Vertragsauflösung bei Borussia Mönchengladbach erhielt der Verein eine Summe von 720.000 DM, zuzüglich der Deckung eines Kredits von 80.000 DM, den Netzer bei Borussia aufgenommen hatte. In Madrid erhielt Netzer ein Jahresgehalt von knapp 300.000 DM. Sehr viel Geld für die damalige Zeit.

Bei Real Madrid war Netzer der erste deutsche Spieler überhaupt. Netzer sich nach Anlaufschwierigkeiten durch, gewann mit Real 1974 den nationalen Pokal, 1975 das „Double“ aus Meisterschaft und Pokal sowie 1976 die spanische Meisterschaft. Danach wechselte er in die Schweiz zu Grasshoppers Zürich, wo er seine aktive Karriere beendete.

Der Transfer von Günter Netzer ins Ausland war die Initialzündung für alle weiteren Transfers, die folgten. Vorbild für alle, die im Ausland Ruhm, Ehre und Geld suchten. Nicht alle waren so erfolgreich wie der Gladbacher. Deshalb stellen wir ihn außerhalb der von uns vorgenommenen Kategorisierung dar. Als Honorable Mention und Addendum.

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