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Die Vita der 27 Top-Torjäger der neueren Fußball-Geschichte

DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Vergessene Helden und Ikonen des modernen Fußballs

Der Top-Torjäger der Fußball-Geschichte schoss 805 Tore und spielte für Hertha. Stimmt wirklich. Weder CR7 noch Lionel Messi sind unter den Top 3, auch wenn sie es beide in den Eliteklub der Spieler geschafft haben, die mehr als 500 Tore in offiziellen Matches geschossen haben. Viele der besten Top-Scorer der Fußball-Geschichte sind weniger bekannt, weil ihre Karrieren schon einige Jahrzehnte zurückliegen. Andere kennt jeder. Doch egal, ob jung oder alt, aktueller Scorer oder Torjäger aus vergangenen Zeiten, ihre Geschichten sind interessant und wert erzählt zu werden. Diskriminiert, benachteiligt, verehrt oder geliebt. Das ist die Vita der 27 Top-Torjäger der neueren Fußball-Geschichte

Diskriminiert, benachteiligt, verehrt oder geliebt

Technischer Direktor Kurt Krolop (re.) und Trainer Franz -Bimbo- Binder (beide TSV 1860 München). Foto: Imago
Technischer Direktor Kurt Krolop (re.) und Trainer Franz -Bimbo- Binder (beide TSV 1860 München). Foto: Imago

Einige Lebensgeschichten endeten mehr als tragisch, einige Spieler starben viel zu früh. Andere wurden Helden und blieben im kollektiven Fußballgedächtnis der Massen.

Gleich mehrere Deutsche und Österreicher haben es in den Eliteklub der Spieler mit mehr als 500 erzielten offiziellen Toren geschafft.

Wir erzählen die Geschichten der Reihe nach in Form von kurzen Videos und in Form von etwas längeren Texten und historischen Bildern. Wir fangen auf Platz 27 an und arbeiten uns bis zu den Top 3 vor.

Am Ende lösen wir das Rätsel des besten Scorers der Fußballgeschichte auf, der auch mal für Hertha spielte. Sein Torquotient ist unerreicht, seine Leistung auch.

Unterschiedliche Zählweisen, unterschiedliche Ergebnisse

Eusebio ist einer der 30 besten Torjäger aller Zeiten. Foto: Imago
Eusebio ist einer der 30 besten Torjäger aller Zeiten. Foto: Imago
Weil es unterschiedliche Zählweisen gibt, zeigen wir nach dem Ranking die Tabelle mit den Spielern aus dem Eliteklub der +500.

Und wir veröffentlichen die Links zu den Statistiken, damit sich diejenigen, die am Thema weiterführendes Interesse haben, die unterschiedlichen Rankings bei unterschiedlichen Zählweisen der beiden Statistik-Gralshüter des internationalen Fußballs anschauen können.

Denn je nachdem, welche Spiele man mitzählt und welche nicht, kommen unterschiedliche Ergebnisse heraus und dann sind andere Spieler ganz vorne. Der diskriminierte Brasilianer oder polnische Deutsche in den Wirren des 2. Weltkriegs zum Beispiel.

Und da sich auch aktive Spieler im Ranking befinden, stimmen die Tabellenplätze dieser Spieler nicht ganz mit den jeweils aktuellen Werten überein. Unser Ranking basiert auf den Zahlen vom 30.09.2018.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Platz 27 – Platz 22: Vom unglaublichen Ungarn bis zum Super-Ösi

27. Ferenc Bene – 508 Tore

Ferenc Bene (Ungarn) und Franz Beckenbauer (BR Deutschland), dahinter FIFA Schiedsrichter Schaut (Belgien) und seine Linienrichter. Foto: Imago
Ferenc Bene (Ungarn) und Franz Beckenbauer (BR Deutschland), dahinter FIFA Schiedsrichter Schaut (Belgien) und seine Linienrichter. Foto: Imago

Ferenc Bene (* 17. Dezember 1944 in Balatonújlak; † 27. Februar 2006 in Budapest) war ein ungarischer Fußballnationalspieler. Seine beste Zeit hatte er in den späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Seine Karriere begann er mit 17 Jahren beim Újpest Dózsa in Budapest. Für den Verein spielte er 17 Jahre lang. Zwischen 1961 und 1978 erzielte er in 417 Ligaspielen für den Klub 303 Treffer. In dieser Zeit gewann er mit dem Verein 8 Mal die ungarische Meisterschaft – von 1969 bis 1974/75 7 Mal  in Folge  sowie 3 Mal – 1969, 1970, 1974/75 – den ungarischen Pokal.

In der Spielzeit 1968/69 stand er mit Újpest nach Erfolgen gegen Aris Saloniki, Legia Warschau, Leeds United und Göztepe Izmir im Halbfinale im Finale des Messepokals (Vorläufer des UEFA CUps, Vorläufer der Euro-League), welches das Team mit 2:3 gegen Newcastle United verlor. Die Teammates Antal Dunai (10 Tore) und Bene ( 9 Tore) führten die Torschützenliste im Messepokal an.

Újpest gewann alle Meisterschaften von 1969 bis 1975, schoss in den sieben Meisterschaften exakt 500 Tore und erreichte fast jedes Jahr das Viertelfinale im Europapokal der Landesmeister. In der Saison 1973/74 erreichte die Mannschaft sogar das Halbfinale, wo erst der spätere Sieger Bayern München dem Siegeszug der Erben von Nandor Hidegkuti und Ferenc Puskás, stoppte. Nationaler Torschützenkönig wurde Bene in den Jahren 1962/63 (23), 1971/72 (29), 1972/73 (23) und 1974/75 mit 20 Toren. Die Angriffsformation Fazekas – Göröcs – Bene – Dunai II – Zámbó war berühmt und faszinierte die Fans über Ungarn hinaus.

26. Jimmy Greaves – 511 Tore

Jimmy Greaves war Stammspieler und nicht Geoff Hurst.
Jimmy Greaves war Stammspieler und nicht Geoff Hurst. Foto: Imago

James Peter „Jimmy“ Greaves (* 20. Februar 1940 in East Ham) ist einer der bekanntesten englischen Fußballer der späten 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Greaves traf fast immer in seinem ersten Spiel. So erzielte er in seinem ersten Spiel im Jahr 1957 für den FC Chelsea einen Treffer. Er beendete die Jahre 1959 und 1961 als bester Torschütze in der Premier League. Seine 41 Tore in der Spielzeit 1960/61 sind weiterhin Chelsea-Vereinsrekord. Greaves war im Jahr 1960 der jüngste Spieler aller Zeiten, der 100 Tore im Alter von 20 Jahren und 290 Tagen erzielt hatte. Er schloss sich 1961  AC Mailand an und erzielte in 12 Spielen 9 Tore. Eingewöhnungsschwierigkeiten außerhalb des Platzes führten zu einem schnellen Ende in Mailand, woraufhin ihn Bill Nicholson für Tottenham Hotspur für 99.999 britische Pfund verpflichtete. Greaves sollte der Druck des ersten „100.000 Pfund-Spielers“ genommen werden sollte, deshalb blieb es 1 Pfund unter der damals magischen Marke.

Greaves spielte für die Spurs zwischen 1961 und 1970 und erzielte in 379 Spielen 266 Tore (darunter 220 in der ersten Division) – Vereinsrekord. Er schloss die Spielzeiten 1963, 1964, 1965 und 1969 als bester Torschütze der Liga ab. Toptorschütze der Liga in 6 Spielzeiten ist bis heute englischer Rekord.

Greaves gewann mit den Spurs im Jahr 1962 den FA Cup. Außerdem gewann er im Jahr 1963 den Europapokal der Pokalsieger, erzielte bei dem 5:1-Sieg gegen Atlético Madrid zwei Tore und sicherte den Spurs als erstem britischen Verein einen europäischen Titel.

Er traf wieder im ersten Spiel

Jimmy Greaves kostete 99.999 GBP Ablöse. Foto: Imago
Jimmy Greaves kostete 99.999 GBP Ablöse.

Im Jahr 1970 wechselte Greaves zu West Ham United. Wieder traf er im ersten Spiel, wie für jedes andere Team, bei dem er debütierte (einschließlich der Nationalmannschaft und der U23-Nachwuchsmannschaft), und erzielte gegen Manchester City am 21. März 1970 2 Treffer.

Zwei Monate später belegte er in der London-to-Mexico World Cup Rally mit seinem Beifahrer Tony Fall den sechsten Platz. Er zog sich im Alter von 31 Jahren nach 516 Ligaspielen und 357 Toren vom Fußballsport zurück. Greaves startete mit 38 Jahren ein Comeback, als er in der Southern League für den FC Barnet als Mittelfeldspieler 25 Tore erzielte und dort zum Spieler der Saison gewählt wurde.

Greaves spielte im Jahr 1959 erstmals für die englische Fußballnationalmannschaft und kam in der Folgezeit auf insgesamt 57 Länderspiele, in denen er 44 Tore schoss. Dabei erzielte er nur 5 Treffer weniger als Bobby Charlton, seine Torquote war deutlich höher als die von Charlton. Er ist hinter Wayne Rooney, Charlton und Gary Lineker der viertbeste Torschütze Englands.

Am 23. November 1960 erzielte er beim 5:1 gegen Wales in der 2. Minute das 1000. Länderspieltor für England. Greaves war auch während der WM 1966 Stammspieler, bevor er sich im Spiel gegen Frankreich am Bein verletzte und für das kommende Spiel ausgetauscht werden musste. Geoff Hurst, der Ersatzmann von Greaves, erzielte im Viertelfinale gegen Argentinien den entscheidenden Treffer und behielt seinen Platz bis zum Finale. Dort erzielte er 3 Tore und wurde – samt Wembleytor – zum englischen Volkshelden.

25. Roberto Dinamite – 512 Tore

Fagner, Roberto Dinamite - Präsentation des Neuzugangs bei Vasco da Gama in Rio de Janeiro/Brasilien.
Fagner, Roberto Dinamite - Präsentation des Neuzugangs bei Vasco da Gama in Rio de Janeiro/Brasilien. Foto: Imago
Roberto Dinamite heißt eigentlich Carlos Roberto de Oliveira (* 13. April 1954 in Duque de Caxias, Rio de Janeiro) und ist ein brasilianischer Politiker und ehemaliger Fußballnationalspieler.

Als Fußballer war er einer der herausragenden Spieler von Vasco da Gama und der erfolgreichste Torschütze des Klubs.

Insgesamt erzielte er in 1022 Spielen 744 Tore, davon 698 für Vasco. Seit 1995 hat er einen Sitz im Parlament des Bundesstaates Rio de Janeiro. 2008 wurde er zum Präsidenten von Vasco da Gama gewählt.

Seinen Spitznamen „Dinamite“ erhielt er im November 1971, als der damals 17-jährige Stürmer bei einem Spiel im Maracanã-Stadion ein sagenhaftes Tor erzielte. In der offiziellen Zählung, die wir zur Grundlage des Rankings machen, kommt er auf 512 Tore, inoffiziell sollen es deutlich mehr Tore sein.

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24. Gunnar Nordahl – 513 Tore

Gunnar Nordahl wurde zur Ikone des italienischen Fußballs. Foto: Imago
Gunnar Nordahl wurde zur Ikone des italienischen Fußballs. Foto: Imago

Gunnar Nordahl (* 19. Oktober 1921 in Hörnefors; † 15. September 1995 in Alghero, Sardinien) war ein schwedischer Fußballspieler und später ein erfolgreicher Trainer.

Sein Karriererekord liegt bei 513 Toren. Nordahl liegt mit 225 Treffern auch auf Rang drei der ewigen Torschützenliste der Serie A und ist Rekordtorschütze des AC Milan.

Mit dem Klub gewann er in den 1950er Jahren 2 Mal die Meisterschaft und wurde 5 Mal Torschützenkönig der höchsten italienischen Spielklasse.

1948 gewann er mit der schwedischen Nationalmannschaft Olympisches Gold, als Gold bei Olympischen Spielen im Fußball noch mehr zählte als heute.

22. Hans Krankl – 514 Tore

Das erste jahr bei Barca machte Krankl unsterblich.
Das erste Jahr bei Barca machte Krankl unsterblich. Foto: Getty Images

Nach der Aufstellung der Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation gehört auch Hans Krankl in den Elite-Klub der +500er. 

Hans Krankl absolvierte von 1973 bis 1985 69 Länderspiele für Österreich und erzielte dabei 34 Tore. Sein Torrekord konnte erst von Toni Polster gebrochen werden. Er nahm mit Österreich an den WM-Endrunden 1978 und 1982 teil. Bei der WM in Argentinien war er mit 2 Toren maßgeblich am legendären 3:2-Sieg Österreichs über Deutschland beteiligt. Nach der WM 1982 beendete er zunächst seine Teamkarriere, später kehrte er noch zweimal (1983 und 1985) zurück.

Im Klubfußball feierte Hans Krankl zahlreiche internationale Erfolge. Seine Karriere startete er beim KSV Straßenbahn Wien. 1970 war er eine halbe Saison beim SK Rapid Wien, bei dem er kaum zum Einsatz kam. Nach einem Wechsel zum Wiener AC, bei dem er mit 27 Toren in 26 Spielen als Torjäger auf sich aufmerksam machte, kehrte er 1972 zu Rapid zurück.

Mit dem SK Rapid gewann er 1976 den österreichischen Pokal und wurde 3 Mal Ligatorschützenkönig. 1978 gewann er mit 41 Saisontreffern den Goldenen Schuh als bester Torschütze Europas. Nach der WM 1978 verpflichtete ihn der FC Barcelona.

29 Tore schoss er in einer Saison für Barca

Hans Krankl (li.) und Johan Neeskens (beide FC Barcelona).
Hans Krankl (li.) und Johan Neeskens (beide FC Barcelona). Foto: Imago

In seiner ersten Saison für die Katalanen wurde Krankl mit 29 Meisterschaftstoren spanischer Torschützenkönig. In derselben Saison konnte er mit Barça auch den Europapokal der Pokalsieger im Endspiel gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen.

Dabei schoss er 1 Tor beim 4:3-Sieg. Die Barca-Fans nannten ihn  „Goleador“. Krankl spielte bis 1981 für Barcalona und wechselte nach einem heftigen Streit mit Trainer Joaquim Rifé zurück zu Rapid Wien.

In den folgenden Jahren konnte er mit Rapid die meisten seiner nationalen Erfolge feiern: 1982 und 1983 mit Rapid die Österreichische Meisterschaft, 1983 bis 1985 dreimal in Folge Cupsieger und 1985 mit den Grün-Weißen sensationeller Einzug ins Finale des Europapokals der Pokalsieger, in dem die Wiener trotz eines Tores von Krankl dem FC Everton mit 1:3 unterlagen.

Zuletzt spielte Krankl noch zwei Jahre lang für den Wiener Sport-Club sowie 1988 für kurze Zeit beim Kremser SC, bevor er in der Saison 1988/1989 eine Fußballerkarriere beim SV Austria Salzburg ausklingen ließ.

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