Die 25 dicksten, aber besten Fußballer aller Zeiten


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Die Kult-Dicken von Platz 25 – Platz 21: Vom Boss in Querstreifen bis zum „Hygge-Dicken”

25. Helmut Rahn (1929 – 2003) – Der „Boss“ war beim Bundesliga-Start dick im Geschäft

Helmut Rahn Grab
Helmut „Boss“ Rahn in der ersten Bundesliga-Saison 1963/64 mit dem Meidericher SV. Im Bild schlägt er am 14. Dezember 1963 gegen den 1. FC Kaiserslautern und Roland Kiefaber (l.) eine Flanke aufs Tor. Foto: Imago Images / Ferdi Hartung.

Anfang der 1960er-ist es still geworden um Helmut Rahn. Das „Wunder von Bern“, das der Essener Stürmer mit seinem legendären Tor zum 3:2 im Finale gegen Ungarn am 4. Juli 1954 überhaupt erst möglich gemacht hat, ist Schnee von gestern.

Der „Boss“, wie sie Rahn in Essen und auch in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nennen, hat das „dritte Tor“ zig-fach erzählt. Am Billardtisch, in zahllosen Bierkneipen. Dazu natürlich immer ein Pils. Oder auch 10.

1958 hat er noch einmal einen Peak in seiner Karriere erlebt. WM-Vierter mit Deutschland als Titelverteidiger und Platz 2 in der Wahl zum „Fußballer Europas“ im gleichen Jahr. 1959 zieht es Rahn zum damals besten deutschen Fußballverein. Er wechselt zum 1. FC Köln.

Bei der rheinischen Ausgabe des „weißen Balletts“, analog zu Real Madrid in diesen Jahren, hält es den Außenstürmer aus dem Ruhrpott nur eine Saison. Dann wechselt er in die nahen Niederlande, zum SC Enschede. Dass der „Boss“ nicht mehr in Topform ist, zeigen die wenigen Fotos aus dieser Zeit. Unter dem weißen Trikot der Niederländer wölbt sich ein Wohlstandsbauch, irgendwie passend zum Wirtschaftswunder. Frei nach Wolfgang Neuss: Der deutsche Bauch erholt sich auch und ist jetzt sehr viel runder.

 

„Boss“ Rahn: WM-Held gerät in Konflikt mit dem Gesetz

Rahns Gewichtszunahme könnte aber auch durch den allzu häufigen Biergenuss zustande gekommen sein.

Dieser Verdacht erhärtet sich, als er 1961 wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen und zu einer Bewährungsstrafe von 4 Wochen verurteilt wird. 1957 ist Rahn schon mal aktenkundig geworden, als er seinen Wagen betrunken in eine Baugrube gesetzt und die anrückenden Polizeibeamten anschließend mit Tritten und Schlägen traktiert hat.

Wer fasst diesen gefallenen WM-Helden jetzt noch mit der Kneifzange an? Nur ein Trainer, der verrückt genug ist, 1961 als Fußball-Pionier nach Tunesien zu gehen und dem in seiner wilden Karriere keine Station exotisch genug zu sein scheint: Rudi Gutendorf († 2019).

 

„Der passt nicht zu uns, der säuft“

„Riegel-Rudi“, der Defensiv-Taktiker aus Koblenz, holt Rahn 1963 zur Bundesliga-Gründung zurück nach Deutschland. Entgegen dem Rat aller Experten.

„Nein, der passt nicht zu uns, der säuft“, lehnen die MSV-Bosse ab. „Egal, ob der säuft, der bringt 5.000, 6.000 Zuschauer aus Essen mit herüber“, entgegnet Gutendorf. Die 90.000 Gulden, die Enschede als Ablöse haben will, bettelt der MSV-Coach irgendwie zusammen. „Im Ruhrgebiet“, lässt der „Boss“ seine grundlegende Bereitschaft erkennen, „würde ich wieder spielen.“

Gutendorf schafft es, den Altstar zum Start der neuen deutschen Fußball-Eliteliga zum Meidericher SV zu lotsen. Im Team ist der Weltmeister praktisch der einzige Star.

 

Rahn in der Bundesliga: Füllig, aber immer noch genial

„Wenn er am Ball war, wenn er abzog, hat man gesehen: Der war nicht umsonst Weltmeister“, erinnert sich MSV-Flügelspieler Horst Gecks in der DFL-Dokumentation Vizemeister Meiderich, „er war eine Lichtgestalt und er war so beliebt, weil er so natürlich war.“

Von gesunder Ernährung und Warm-up hält Rahn immer noch nichts. Im Training spielt er mit Torhüter Manfred Manglitz („Man muss auch mal verlieren können“) um Mettbrötchen. Es gilt, den Ball aus 50 Metern ins Tor zu dreschen, ohne dass er einmal aufspringt – vor dem Aufwärmen, versteht sich…

Inzwischen 34 – das quer-gestreifte Trikot der „Zebras“ ist rein optisch gesehen nichts für den Dicken – zeigt es Rahn noch einmal allen Kritikern. In 18 Spielen erzielt er 8 Tore in der Bundesliga und wird mit dem MSV Vizemeister. Knapp hinter seinem Weltmeister-Kollegen Hans „De Knoll“ Schäfer und dem 1. FC Köln.

24. Kevin Pannewitz – Selbst für Liga 3 zu schwer

Kevin Pannewitz Comeback
Ex-Profi Kevin Pannewitz (m., blauer Dress) als Hobby-Kicker bei Altglienicke. Foto: Imago Images

Kevin Pannewitz hat mit 18 alles, was du als junger Fußballer brauchst. Talent und einen bis 2013 datierten Profivertrag. Nur eben keine Disziplin.

Beim FC Hansa Rostock gibt er 2 Wochen nach seinem 18. Geburtstag sein Profi-Debüt in der 2. Fußball-Bundesliga. Sein unprofessionelles Verhalten und sein hoher Alkoholkonsum sorgen aber schon zu diesem frühen Zeitpunkt in Rostock für eine Strafversetzung in die 2. Mannschaft.

Nach dem Abstieg von Hansa Rostock in die 3. Liga fällt Pannewitz 2012 Wolfsburgs Trainer, Manager, Sportdirektor und Schach-Großmeister Felix Magath („Qualität kommt von Qual“), bei einem Probetraining auf. „Hier musste Pannewitz gleich richtig schwitzen“, hat das VfL-Portal Wolfs-Blog.de genau hingeschaut. Felix Magath erinnert Pannewitz eher an seinen rundlichen Hamburger Weggefährten Johann „Buffy“ Ettmayer denn an einen drahtigen Jungprofi. „Pannewitz ist Panne“, wird der Disziplinfanatiker später zitiert, als er ihn aufgegeben hat.

Pannewitz erhält zwar einen Vertrag bei den Wolfsburgern, allerdings kommt er nur in der 2. Mannschaft der Niedersachsen zum Einsatz – und da auch nur 2-mal. 2013 wird sein Vertrag nach nur einem Jahr vorzeitig aufgelöst.

 

Profi-Comeback nach 2.099 Tagen!

Der Defensiv-Allrounder fällt in die Untiefen des Amateurfußballs – bis in die 6. Liga. Goslarer SC, Altglienicke und Oranienburger FC Eintracht sind seine weiteren Stationen. Er hat inzwischen das Profil und auch die Figur eines Thekenfußballers. 125 Kilo bei 1,85 m, das ist stramm. Er arbeitet als Hausmeister und Kühlschrank-Schlepper. Dass er 2.099 Tage nach seinem Abschied aus Rostock noch einmal in den Profibereich zurückkehren würde, hätte Pannewitz wahrscheinlich nicht einmal zu träumen gewagt.

Doch im Januar 2018 kommt er – inzwischen 27 – tatsächlich zurück. Der Drittligist FC Carl Zeiss Jena nimmt ihn unter Vertrag. Fast 30 Kilo hat Pannewitz abgespeckt. „Für mich war es gefühlt die zehnte zweite Chance“, erklärt der Berliner anschließend, „aber es war sehr schön.“

Leider hält es Pannewitz auch in Jena nicht mit der professionellen Lebensweise. Im Januar 2019 kehrt er mit 100 Kilo aus dem Weihnachtsurlaub zurück – das ist selbst für die 3. Liga zu viel – und wird gekündigt. Das dicke Ende. Seit Herbst 2019 kickt Pannewitz nach 8 Monaten in der Vereinslosigkeit beim Schöneberger Kreisliga-Klub FC Amed.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

23. Diego Armando Maradona – Verdammtes Pork-Out-Syndrom

Einer von diesen beiden hat keine Wettkampffigur mehr: Die Weltmeister Paulo Sergio (Brasilien, li.) und Argentinien-Idol Diego Armando Maradona (r.) am 26. Mai 2000 beim Abschiedsspiel von Lothar Matthäus in München.
Einer von diesen beiden hat keine Wettkampffigur mehr: Die Weltmeister Paulo Sergio (Brasilien, li.) und Argentinien-Idol Diego Armando Maradona (r.) am 26. Mai 2000 beim Abschiedsspiel von Lothar Matthäus in München. Foto: Imago Images / Sven Simon

Ist er der beste Fußballer aller Zeiten? Oder doch Pelé? Oder am Ende vielleicht doch Lionel Messi? Egal, skandalfrei ist er nie – und schon in seiner aktiven Karriere kämpfte er mit den Pfunden.

Diego Armando Maradona – Argentiniens Fußball-Idol, die „Hand Gottes“, Weltmeister, Dribbelkünstler – wird im Laufe der Jahre zum „Bauch Gottes.“

2005 muss er sich den Magen verkleinern lassen. Kokain, Tabletten, üppige Kost – zur WM fliegt er traditionell seinen Vater als Grillmeister ins Teamhotel der Argentinier ein – haben den Fußballstar fett werden lassen. Stolze 124 Kilo bringt er auf dem Tiefpunkt Anfang der 2000er-Jahre auf die Waage. Er kuriert sich in einer Suchtklinik Cartagena in Kolumbien. Als er halbwegs wieder genesen ist, tritt er mit schwacher Stimme vor die Presse. „Es geht mir gut, aber ich bin noch lange nicht geheilt, es ist ein ständiger Kampf“, sagt „El Diego“ zum Start einer Europa-Tournee im Juli 2005 in Spanien, „ich esse sehr wenig und habe einen Magen wie ein Baby.“

Dieser Eingriff rettet ihm möglicherweise das Leben. 2005 kehrt er deutlich verschlankt ins Fernsehen und in die Arenen zurück. Beim Abschiedsspiel seines ehemaligen Mitspielers Ciro Ferrara im Juni 2005 in Neapel feiert in San Paolo noch einmal so stürmisch wie einst zwischen 1984 und 1991 auf dem Rasen, als Diego den No-Name-Klub aus Süditalien in ungeahnte Höhen gezaubert hat.

 

Maradona quälte sich nur für die Kamerateams

Mal ist er dünn, dann wieder dick, mal zwischendrin. Das hat viel mit Lebenswandel, den Drogen und der Veranlagung zu tun. Maradona hält sich nämlich nur dann mit sportphysiognomischen Details auf, wenn er mal wieder eine Doping-Sperre absitzt, deutlich auseinandergegangen ist und verzweifelt um Wettkampfform ringt. Dann ist auch die Kamera immer dabei. Alle sollen sehen, wie Diego fürs Comeback schuftet. Das ist schon vor der WM 1990 in seiner Wahl-Heimat Italien so.

Später sieht man ihn allein in der Pampa trainieren oder gemeinsam mit Leichtathletik-Dopingpapst Ben Johnson, der ihn „fit machen“ soll für das x-te Comeback.

Geschadet hat all das seinem legendären Ruf nie. Der beste (manchmal) dicke Fußballer aller Zeiten ist Maradona in jedem Fall. Und ein Beispiel für das „Jojo Pork out“-Syndrom. „Pork out“-Syndrom steht eigentlich für die amerikanischen Ehemänner, die nach Eheschließung im Schnitt jedes Jahr um ein Kilogramm zunehmen. Wie viele Kilos es bei Maradona genau waren, wissen wir nicht. Was wir aber wissen ist, dass er vom 26. März 1991 bis zum 30. Juni 1992 und noch einmal vom 1. Juli 1994 (Doping-Skandal während der WM in den USA) bis 30. September 1995 mehr als 900 Tage gesperrt ist. 2-mal schafft Diego, dieser nur 1,67 m große Irrwirsch, das Comeback. Einmal beim FC Sevilla und einmal bei seinem Herzensklub Boca Juniors.

 

Mit dem Abstieg als Fußballer begann das Drama

Als Maradona im Oktober 1995 noch einmal im Stadion „La Bombonera“ einläuft, zeigt er sich den jubelnden Fan-Massen wie gewohnt in Siegerpose „und verdrängt“, so Filmemacher Jean-Christophe Rosé in seinem nicht von Diego autorisierten Film Maradona – Der Goldjunge, „dass Leistungssport nichts mehr für ihn ist.“

Der Versuch, seine Statur von Barock zurück zur Gotik zurück zu transformieren, hält beim Weltmeister von 1986 nicht lange vor. Als er 1997 in Buenos Aires seine Karriere beendet, beginnt das Kalorien-Drama. Macht Maradona gewichtsmäßig einen Schritt nach vorn, folgen meist 2 Schritte zurück. Das ist ein Teil der Tragik um einen der Größten, den dieser Sport hervorgebracht hat.

22. Steve McNulty – Profi-Fußballer, Niemals! Oder doch?

Steve McNulty Tranmere
Doch, auch der Herr rechts ist Profi-Fußballer: Steve McNulty von Luton Town gegen Christian Benteke von Aston Villa. Foto: Imago Images / Sportimage

Wenn man Steve McNulty auf einem Fußballfeld sieht, denkt man eigentlich an nichts Böses. Eher an sowas wie die Kreisliga in Mittelfranken, sonntags um 11.00 Uhr oder Stadtpark-Liga in Hamburg, wo die vielen, vom HSV und FC St. Pauli nicht beachteten Talente zwischen Spaziergängern und Grillparteien kicken und wenigstens die Trikots der Großen tragen.

Steve McNulty ist auch durchgefallen. Bei der Academy des großen FC Liverpool schafft er es nach seiner Ausbildung 2003/2004 nicht, einen Profivertrag zu erhalten.

Er hat schon zu diesem vergleichsweise frühen Zeitpunkt, mit 20, nicht die Statur eines Profifußballers. Sein Geld verdient der 1,86 m große Abwehrspieler als Möbelpacker. Passt irgendwie.

McNulty spielt in 16 Profi-Jahren nur für 2 Klubs, die auch im englischen Fußball weniger beschlagene Fans kennen bzw. kennen sollten: Luton Town und Tranmere Rovers.

 

Trotz Pint-Diät: 6 Aufsteiger für McNulty

Mit diesen beiden Vereinen, aber auch mit Fleetwood Town – 2011/2012 spielt dort auch ein gewisser Jamie Vardy – und Barrow gelingen McNulty insgesamt 6 Aufstiege.

Er selbst wird „Luton’s Player of the Year“ in der Aufstiegssaison 2013/2014 und wird für 600.000 britische Pfund an den FC Brentford verkauft. Dazu schafft er es ins PFA League Two Team of the Year.

Fazit: So long Sumo! Aus McNulty hätte auch ein richtig Großer werden können. Stattdessen klingt die Karriere nun bei den Tranmere Rovers in der 5. englischen Liga aus. Aber für jemanden, der 1983 geboren ist und dessen Diät wohl doch eher aus Pints und Pies bestanden hat, ist das nicht schlecht.

21. Jan Mølby – Der geniale „Hygge-Dicke” aus Dänemark

Jan Mølby FC Liverpool dick
Jan Mølby im etwas zu engen Trikot des FC Liverpool. Foto: Imago Images / VI Images

Dass der FC Liverpool in Dänemark eine riesige Fan-Gemeinde hat, liegt auch an ihm: Jan Mølby.

Der dänische Mittelfeldspieler läuft 33-mal für die Nationalelf auf und ist das Hirn in Liverpools Zentrale in den späten 1980er- und frühen 1990er Jahren.

Er nimmt mit „Danish Dynamite“ an der Europameisterschaft 1984 und der Weltmeisterschaft 1986 teil, wo er mit Dänemark Deutschland im 3. Gruppenspiel (2:0) die Grenzen aufzeigt.

Jan Mølby ist ein Cousin von Johnny Mølby, der 1992 Europameister wird und macht in seiner Heimatstadt Kolding seine ersten Karriereschritte. Dort wird er bereits im Alter von 19 Jahren zum Mannschaftskapitän ernannt. Schnell empfiehlt er sich, wie jeder talentierte Jungprofi, außerhalb Dänemarks und wechselt 1982 zu Ajax Amsterdam, wo er 2 Jahre lang spielt.

 

„Er nahm während eines Spiels zu“

1984 wechselt er auf die Insel, zum FC Liverpool. Kult an der Anfield Road wird Mølby wegen seiner Statur und seiner Lebenseinstellung. „Er ist der einzige Spieler, den ich kenne, der während eines Spiels zunahm“, wundert sich sein ehemaliger Trainer in Liverpool, Graeme Souness. Er habe einen „Wendekreis wie bei der HMS Belfast (Museums-Kriegsschiff auf der Themse, d. Red.)“, unken sie bei der Zeitung The Guardian.

Dennoch nehmen die Fans auf dem Kop seine Rundlichkeit gern in Kauf. Denn wenn der dicke Däne abzieht, klingelt es meist im Kasten. Mølby ist gefürchtet für seine Distanzschüsse und netzt in 218 Auftritten im Liverpool-Trikot insgesamt 44-mal ein. Nach einer längeren Verletzung nach schwerem Foul im Spiel gegen Manchester United 1992 legt Mølby richtig zu. Ab 1995 folgen nur noch Leihgeschäfte mit dem FC Barnsley und Norwich City.

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