Eintracht Braunschweig 1984/85: Ein Team auf dem Arbeitsamt



Eintracht Braunschweig 1984/85: Ein Team auf dem Arbeitsamt

Paul Breitner (r.) spielte nur 1977/78 für Eintracht Braunschweig – und das sicher nicht für Taschengeld. In 30 BL-Spielen gelangen dem Weltmeister von 1974 zehn Tore.
Paul Breitner (r.) spielte nur 1977/78 für Eintracht Braunschweig – und das sicher nicht für Taschengeld. In 30 BL-Spielen gelangen dem Weltmeister von 1974 zehn Tore. Foto: Imago Images / WEREK
Das Kicker-Sportmagazin würdigt das 50-jährige Jubiläum der sensationellen Deutschen Meisterschaft von 1967 im Mai 2017 in einem Special. Darin kommt auch der lange Abstieg des Vereins, der auch 1973 mit der Einführung der Trikotwerbung Geschichte schrieb, nicht zu kurz.

Es passt zu den Widersprüchen in der Vereinsgeschichte, dass der als Retter gefeierte Sponsor später auch als Totengräber wahrgenommen wurde, heißt es dazu im Beitrag „Der falsche Weg“ von Sebastian Wolff.

Der milliardenschwere Unternehmer Mast hat sich 1983 zum Präsidenten wählen lassen, um die nach der Einführung der Trikotwerbung – Braunschweig spielt ab 1973 mit dem Hirsch-Logo eines bekannten Kräuterlikörs auf der Brust – den nächsten Marketing-Coup durchzuziehen.

Es geht um die Umbenennung des Vereins in „BTSV Jägermeister“ – und um die Befreiung der Eintracht von sämtlichen Schuldenlasten. Der DFB spielt dabei nicht mit – und die bis 1986 andauernde juristische Schlammschlacht führt schließlich zu Masts Ausstieg in Braunschweig.

Zuvor hat er 1984/85, in der für lange Zeit letzten Erstliga-Saison der Braunschweiger, noch einmal in die Trickkiste gegriffen. „Mast war ein cleverer Geschäftsmann“, erinnert sich Sturmlegende Ronald Worm in Die Meister-Helden, „1984 hat er den Spielern mit auslaufenden Verträgen um 49 Prozent gekürzte neue Angebote gemacht.

Bei 50 Prozent wären sie ablösefrei gewesen. Dennoch sind in diesem Sommer viele Leistungsträger gegangen.“ Ronnie Worm bleibt – mit einem unguten Gefühl. „Eigentlich musste mir damals klar sein, dass das nicht gut gehen könnte“, sagt er. Geht es auch nicht. Am Saisonende verabschiedet sich Eintracht Braunschweig als Tabellenletzter und bis einschließlich 2013 aus der Bundesliga. Zwischenzeitlich spielt der Verein sogar in der 3. Liga.

Die Spieler aus der Abstiegssaison 1984/85 – am letzten Spieltag im Stadion an der Hamburger Straße nur noch Statisten bei Bayern Münchens Meisterehrung – müssen sich jedoch nicht nur mit dem Makel des „ewigen Absteigers“ abfinden. Die meisten von ihnen landen nach der Karriere in der Rubrik „schwer vermittelbar.“

Wie die VdV ermittelt hat, lebt gut die Hälfte des damaligen Braunschweiger Bundesliga-Kaders zeitweise von der Sozialhilfe. Die Details ersparen wir uns, der große Fußballzirkus findet längst ohne Vize-Weltmeister Bernd Franke, Jörg Hoßbach, Peter Lux oder Christian Sackewitz statt.

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