EINTRACHT FRANKFURT – PROFIL UND TEAMSTATISTIKEN



VEREINSPROFIL

Eintracht Frankfurt – früher auch Sportgemeinde Eintracht oder kurz SGE – ist einer der großen Traditionsvereine im deutschen Fußball.

Die Vereinsfarben sind Rot-Schwarz-Weiß. Das Vereinswappen trägt den Frankfurter Adler (in Rot-Weiß). Steinadler ,,Attila“ gehört zu den lebenden Maskottchen der Fußball-Bundesliga. Der Greifvogel ist bei jedem Heimspiel mit Falkner Norbert Lawitschka live im Stadion mit dabei.

Die Spielkleidung des hessischen Bundesligisten Eintracht Frankfurt ist traditionell schwarz-rot oder schwarz-weiß. Die Heimspiele der Fußballprofis werden in der Commerzbank-Arena ausgetragen, die früher Waldstadion hieß und in Sachsenhausen-Süd liegt. Sie bietet 51.500 Zuschauern Platz und war 1980 Schauplatz des Final-Rückspiels im UEFA-Pokal zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach (1:0). Tickets für Eintracht Frankfurt in der Commerzbank Arena sind sehr begehrt. Sehenswert und prägend im Frankfurter Stadtbild sind die ,,12 Säulen der Eintracht“ mit Legenden von Eintracht Frankfurt in der U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz.

Eintracht Frankfurt hat mehr als 75.00 Mitglieder (Stand: Mai 2019) und ist damit auf Platz 9 der mitgliederstärksten Sportvereine Deutschlands. Seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrtausends hatte die Eintracht immer wieder um ihre sportliche und wirtschaftliche Existenz zu kämpfen. Seit ca. 10 Jahren gilt der Verein als wirtschaftlich gesund und sportlich stabil, ungeachtet der 4 Abstiege aus der Bundesliga (1996, 2001, 2004, 2011). Im Mai 2018 gewann die Eintracht den DFB-Pokal – der erste Titel nach 30 Jahren. Dieser Erfolg löste einen neuen Boom um den Verein aus der Bankenmetropole aus.

GOOD TO KNOW

Schöner Fußball - kein Titel. Eintracht Frankfurt mit Trainer Toppmöller.
Schöner Fußball - kein Titel. Eintracht Frankfurt mit Trainer Toppmöller. Photo by Beate Mueller/Bongarts/Getty Images)

Eintracht Frankfurt vereint wie kaum ein anderer Klub in der Fußball-Bundesliga Triumph und Tragik. Die ,,launische Diva“ verstand es in ihrer turbulenten Liga-Historie immer wieder, sicher geglaubte Erfolge zu verspielen – und bot ihren Hatern damit allerbesten Stoff. Umgekehrt konnte sich der Verein immer wieder aus scheinbar aussichtslosen sportlichen Situationen herauswinden. Das lieben die Fans.

Für die Frankfurt-Hater…

  1. Es gibt kein Rostock und es gab nie ein Rostock. Den 16. Mai 1992 hat man bei Eintracht Frankfurt aus der Vereinschronik gestrichen. Weg, einfach weg! Im Eintracht-Museum in der Commerzbank Arena ist ein leerer Kasten Platzhalter, bei der Statistikseite eintracht-archiv.de verdeckt ein schwarzer Balken das, was beim 1:2 bei Hansa Rostock passierte. Die Eintracht verspielte am 38. Spieltag der Saison 1991/92 die sicher geglaubte Deutsche Meisterschaft. Gegen die tapfer kämpfenden Ostsee-Kicker half auch ein Bittgang von Co-Trainer Charly Körbel zur Hansa-Bank während der Partie nichts. Am Ende waren Spieler, Verantwortliche und Tausende von mitgereisten Fans sowie die Anhänger beim Public Viewing in der Frankfurter Innenstadt untröstlich.
  2. Peinlich, peinlicher, Heynckes. ,,Wenn ich hier in Frankfurt anfange, werden die Uhren anders gehen“, kündigte ein gewisser Jupp Heynckes bei seinem Amtsantritt als Frankfurter Trainer im Juli 1994 an. Am Ende stand die Eintracht vor einem Scherbenhaufen. Der ehemalige Bayern-Coach, der Stürmerstar Anthony Yeboah in einer Live-Schalte mit RAN ,,Schwierigkeiten, sich zu artikulieren“ unterstellte, warf sowohl den ghanaischen Top-Torjäger als auch Mittelfeldspieler Maurizio Gaudino nach einem verpassten Training raus. Die ,,Rebellen“ wechselten zu Leeds United und Manchester City in die Premier League. Am 31. März 1995 wurde ,,Don Jupp“ nach nur 2 Siegen aus den vorangegangenen 10 Bundesliga-Spielen gefeuert. Ein Jahr später stieg Frankfurt ab.
  3. Die erste Frankfurter Abstiegs-Saison 1995/96 brachte mit 32 Punkten die bis dahin schlechteste Ausbeute der SGE-Ligageschichte mit sich. Mit nur 7 Siegen, darunter ein 4:1 gegen den FC Bayern, wurde der Negativ-Rekord aus der Saison 1985/86 eingestellt.
  4. Schlechter geht nicht? Eben doch! Die Abstiegs-Saison 2003/2004 stellte aus Frankfurter Sicht einige Negativ-Rekorde auf bzw. ein. Nie verlor die Eintracht häufiger (20-mal) und nur 2000/2001 stand sie auf Platz 17 so schlecht wie in der Aufstiegs-Spielzeit unter Coach Willi Reimann. Ab dem 25. Spieltag (0:2 bei Borussia Dortmund) setzte es 8 Niederlagen aus den letzten 10 Spielen. Dass die ,,Adler“ mit Superstar Andy Möller in seiner letzten Profi-Saison überhaupt am letzten Spieltag (1:2 in Hamburg) noch eine Chance auf den Liga-Erhalt hatten, mutete im Rückblick bizarr an. Während der gesamten Saison stand Frankfurt nie besser als Platz 13.
  5. Die Tor-Allergiker: Wenn ein Abwehrspieler unter den Top-3-Torjägern steht, kann etwas nicht stimmen. So geschehen in der Saison 1988/89. Eintracht-Legende Karl-Heinz ,,Charly“ Körbel rettete die Eintracht mit einem seiner 3 Treffer beim 1:1 in Hannover in die Relegation. 30 Saison-Treffer insgesamt waren die schlechteste SGE-Bilanz in der Bundesliga und ein Armutszeugnis für den amtierenden DFB-Pokalsieger…

Für die Eintracht-Fans…

  1. Keine Panik auf der Titanic: Daniel Stolpe führte die Partie Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern (5:1) am 29. Mai 1999 in seinem Nachschlagewerk 50 Jahre Bundesliga. Die Geschichte. Die Legenden. Die Bilder (2013) unter der Rubrik: ,,Das besondere Spiel“ – und das ist leicht untertrieben. Die Eintracht lieferte bei hochsommerlichem Wetter einen epischen Kampf – und rettete sich aus schier aussichtsloser Lage noch vor dem Abstieg. Im Fernduell mit dem 1. FC Nürnberg (1:2 gegen den SC Freiburg) brauchte man einen Sieg mit 4 Toren Unterschied. Das 3:1 von Marco Gebhardt fiel erst in der 80. Minute. Bernd Schneider (82.) und Jan-Aage Fjörtoft per Übersteiger (89.) machten die Sensation perfekt. Der coole Stürmer aus Norwegen pries anschließend Retter-Coach Jörg Berger: ,,Er hätte auch die Titanic gerettet.“ Alles zur sensationellen Eintracht-Rettung von 1999 gibt es hier.
  2. ,,Fußball 2000″: ,,Die Eintracht verkörpert einen ganz bestimmten Spiel-Stil. Und der heißt: Schöner Fußball“, hat SGE-Klubidol Jürgen Grabowski einmal gesagt. ,,Grabi“ hatte natürlich Recht und nie kam die Eintracht diesem Ideal näher als 1991/92. In der Mammut-Saison nach der sportlichen Wiedervereinigung (38 Spieltage) spielte die Mannschaft von Trainer Dragoslav ,,Stepi“ Stepanovic nicht Fußball, sondern zelebrierte ihn! ,,Fußball 2000″, so tauften die Medien diesen Offensiv-Stil. Anthony Yeboah (15 Saisontreffer), Lothar Sippel (14 Treffer), Andreas Möller (traf 12-mal) und Co. bildeten mit 76 Treffern die beste Offensive der Liga. Wäre die Saison regulär nach 34 Spielen zu Ende gegangen, hätte Frankfurt den ersten Meistertitel in der Bundesliga sicher gehabt…
  3. Oko-Cha-Cha-Cha: Es gibt nur wenige Eintracht-Treffer, die häufiger im TV wiederholt werden, als das unwiderstehliche Dribbel-Tor des nigerianischen Fußball-Zauberers Augustine ,,Jay-Jay“ Okocha vom 1. September 1993 beim 3:1 gegen den Karlsruher SC und Torhüter Oliver Kahn. Okocha tanzt im KSC-Strafraum 5 Gegenspieler aus – und zieht erst dann ab. Während SAT-1-Reporter Jörg Dahlmann am Mikro ausflippt (,,Die Zeit für meinen Bericht ist zwar abgelaufen, aber egal, sollen sie mich rausschmeißen, ich zeige Ihnen die Szene jetzt nochmal“), bleibt Okocha erfrischend sachlich: ,,Ich habe gewartet, bis ich ein Loch finde, dann habe ich das Tor geschossen.“
  4. Die Euro-Adler: Das hatte es in einer Gruppenphase der Champions League oder der Europa League mit deutscher Beteiligung noch nie gegeben. In der Saison 2018/2019 blieb Eintracht Frankfurt in der Europa-League-Gruppe H mit Olympique Marseille (2:1 / 4:0), Lazio Rom (4:1, 2:1) und Apollon Limassol (2:0, 3:2) ohne Punktverlust. Beflügelt von diesem Rekord, flogen die ,,Euro-Adler“ mit Luka Jovic und Co. bis ins EL-Halbfinale…
  5. Der Relegations-Meister: Kein anderer Klub bewies in den Relegationsspielen zur Bundesliga so eine große Nervenstärke wie die Frankfurter Eintracht. 3-mal (Rekord) traten die Hessen in der Relegation an (1984, 1989 und 2016) – wie auch der 1. FC Saarbrücken und der 1. FC Nürnberg. Allerdings gelang es nur Frankfurt, alle 3 Duelle für sich zu entscheiden und jeweils in der Bundesliga zu bleiben.

GRÖßTE ERFOLGE, GRÖßTE PEINLICHKEITEN

Verloren mt 3:7 ggen Real Madrid im Europacup der Landesmeister Finale 1960.
Verloren mt 3:7 ggen Real Madrid im Europacup der Landesmeister Finale 1960. (Photo by Keystone/Hulton Archive/Getty Images)

Der größte Erfolg von Eintracht Frankfurt ist der Gewinn des UEFA-Pokals in der Saison 1979/80.

Im bis heute einzigen deutsch-deutschen Finale in diesem Wettbewerb bezwangen die Hessen Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach (2:3 / 1:0).

National stellten 5 Erfolge im DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988, 2018) und vor allem der Gewinn der Deutschen Fußball-Meisterschaft 1959 die größten Triumphe der Vereinshistorie dar. Auch die Deutsche Meisterschaft, am 28. Juni 1959 in Berlin mit einem 5:3 nach Verlängerung gegen Kickers Offenbach herausgeschossen, hatte etwas Besonderes. Es war das einzige Main-Derby in der Geschichte der deutschen Meisterschafts-Endspiele. Ein Jahr später erreichte Eintracht Frankfurt als erste deutsche Mannschaft ein Europapokalfinale. In Glasgow unterlagen Weltmeister Alfred Pfaff, Friedel Lutz und Co. allerdings dem ,,weißen Ballett“ von Real Madrid klar mit 3:7. Es war das bis heute torreichste Europacupfinale aller Zeiten – vor der Rekordkulisse von 127.621 Zuschauern im Hampden Park.

Die größten fußballerische Peinlichkeit neben den bis heute gültigen 0:7-Rekord-Niederlagen beim 1. FC Köln (1983/84) und zu Hause gegen den KSC (1964/65) war das 0:6 am 13. April 1991 gegen den Hamburger SV. Im Anschluss wurde Trainer Jörg Berger unmittelbar nach der Pressekonferenz gefeuert. Auch kam heraus, dass die Mannschaft von Manager Klaus Gerster (,,Der weiße Abt“) darüber informiert war, dass der Trainer im Falle einer Pleite gehen muss – und somit wohl demonstrativ eine Nicht-Leistung ablieferte. Auf internationaler Ebene bedeutete das 0:5 beim dänischen Außenseiter Bröndby IF im UEFA-Cup in der gleichen Saison, 1990/91,  einen sportlichen Tiefpunkt. 1996 und 2000 ging Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal in der 1. bzw. 2. Runde mit 1:6 bei der 2. Mannschaft des VfB Stuttgart und beim damaligen Zweitligisten SV Meppen unter. Als Titelverteidiger scheiterte man 2018 am Südwest Regionalligisten SSV Ulm 1846 (1:3), ebenfalls in Runde 1.

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OMG

Maurizio Gaudino wurde in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt erst suspendiert, dann verhaftet.
Maurizio Gaudino wurde in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt erst suspendiert, dann verhaftet. (Photo by Bongarts/Getty Images)

Die Eintracht – Das ist manchmal ,,Zwietracht Zankfurt“, oft aber auch ein echter Frankfurt-Krimi. Mal mit, mal ohne ,,Schattenmann“, wie 1995 bei Dieter Wedels gleichnamigem Frankfurt-Mehrteiler. In den Hauptrollen: Ein mutmaßlicher Autoschieber, ein Vizepräsident, der die eigenen Spieler betrog, ein ungarischer Rekord-Transfer, der nur geliehen war, und ein Präsident aus dem Rotlicht-Milieu. Hier ist die Eintracht-Akte…

  1. Der ,,Party-Präsident“: Matthias Ohms  1988 steigt der ,,5-Milliarden-Dollar-Mann“, wie der Börsenbroker vom Frankfurter Boulevard genannt wird, zunächst als Vizepräsident von von Joseph Wolf ein. Dieser wurde auf der vielleicht legendärsten Mitgliederversammlung der SGE am 14. November 1988, bei der am Rednerpult die Fäuste flogen, inthornisiert. Der bei den Fans extrem unbeliebte Autowaschanlagen-Besitzer, dessen Wahl ein gewisser Moritz Hunzinger mit einer Wortmeldung am Mikrofon noch verhindern wollte, hielt sich ganze 9 Tage im Amt. Ohms dagegen verantwortete bis zu seinem Rücktritt nach Bundesliga-Abstieg 1996 und Misstrauensvotum das ebenso erfolgreichste wie traurigste Kapitel der Eintracht-Historie. Großmannssucht, Rotlicht-Milieu und zweifelhafte Personalentscheidungen hatten unter Ohms Hochkonjunktur. In Spitzenzeiten beschäftigte das ,,Finanz-Genie“ Ohms in seinen Büroräumen in der Schillerstraße bis zu 100 Devisenhändler. Seine Tagesumsätze lagen bei kolportierten 5 Milliarden Dollar. 1983 tat sich Ohms erstmals als ,,Gönner“ hervor und gewährte der klammen SGE ein ,,zinsloses Darlehen“ über 1,1 Mio. Mark. Nobel, nobel. Dass er nach Übernahme des Präsidentenamtes 1988 „Rückkehr zur Ruhe“ anmahnte, war blanker Hohn. 13 Tage später wurde Trainer Pal Csernai (,,Wir müssen einfach wieder besser Fußball spielen“) entlassen. Die späteren Trainer-Entscheidungen mit Jörg Berger, Dragoslav Stepanovic und Klaus Toppmöller bescherten der Eintracht unter Ohms die erfolgreichsten Jahre ihrer Bundesliga-Historie. ,,Unter der Führung von Ohms ging „Frankfurts Geldadel mit dem Nachtadel eine fatale Kumpanei ein“, schrieb DER SPIEGEL. 1994 hatte Ohms‘ beruflicher Abstieg längst begonnen. Die Frankfurter Großbanken entzogen ihm nach und nach die Aufträge, Ohms musste seine Firma verkaufen. Unfassbar: In seinem Haus stiegen auch während seiner Abwesenheit Parties mit Personen aus der Rotlicht-Szene – und wertvolle Eintracht-Unterlagen wurden zeitgleich aus Ohms‘ Safe gestohlen. Der Eintracht-Boss kassierte 2010 eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Ohms hatte falsche eidesstattliche Erklärungen abgegeben. Nur einer seiner zahllosen Skandale. Dazu kommen – wir halten uns knapp – noch zinslose Kredite an Spieler, Verhandlungen mit nicht lizenzierten Spielerberatern, dubiose Quittungen über Schmiergeldzahlungen, Provisionszahlungen an „Unbekannt“. Das volle Programm.
  2. ,,Gottschalk Late Night“ mit Gaudino: Nein, die Zeit von Maurizio Gaudino bei der Eintracht war wahrlich keine Erfolgsstory, sondern eher eine Crime Story made in Bembeltown! 1992 vom VfB Stuttgart geholt, wurde der Nationalspieler im Dezember 1994 unmittelbar nach der RTL-Talkshow Gottschalk Late Night verhaftet. Die Begründung: Verdacht auf Versicherungsbetrug mit als gestohlen gemeldeten Autos aus den Jahren 1992/93. Moderator Thomas Gottschalk reagierte wie gewohnt spontan: ,,Der übliche Weg ist es ja, erst verhaftet zu werden und dann in eine Talk-Show zu gehen. Dass das jetzt andersherum abläuft, ist mir auch neu.“ Auch für Gaudino-Berater Wolfgang Fahrian galt die Unschuldsvermutung: ,,Ich kenne Maurizio schon lange, Autoschiebereien traue ich ihm nicht zu.“ Das Amtsgericht Mannheim schon. Gaudino erhielt 1996 eine  Freiheitsstrafe von umgerechnet 90.000 Euro.
  3. Gekündigt: Doch der ,,Scheppe“ macht nicht auf! Hoch verschuldet trotz des Verkaufs von Superstar Lajos Detari, der die Hessen nach nur einer Saison (33 BL-Spiele / 11 Tore) wieder verließ – siehe dazu auch Punkt 4 – für damals astronomisch anmutende 10 Mio. Mark, flog am 13. September 1988 erst Trainer Karl-Heinz Feldkamp. Er hatte sich geweigert, einen Spieler zu verpflichten, den er vorher nicht gesichtet hatte. 5 Tages später leistete sich Eintracht Frankfurt eine Peinlichkeit auf Schildbürger-Niveau. Man entließ Manager Wolfgang „Scheppe“ Kraus. Zuvor hatte Kraus den umstrittenen Eintracht-Präsidenten Dr. Klaus Gramlich in einem streng vertraulichen und dann doch an die Öffentlichkeit gelangten Brief regelrecht an die Wand genagelt: ,,Er hat von Fußball sowieso keine Ahnung, ist ein Selbstdarsteller, lebt über seine Verhältnisse und rechnet private Posten über die Eintracht ab.“ Die Entlassung folgte auf bis heute einzigartige Weise. Da Kraus seine Haustüre nicht öffnete, wurde ihm die fristlose Kündigung von Vizepräsident Klaus Mank nach mehreren vergeblichen Versuchen durch das Toilettenfenster zugestellt! Kraus dazu 1999 in der HR3-Dokumentation ,,Eine Diva wird 100″: ,,Die fristlose Kündigung ist am richtigen Ort gelandet: In meiner Gäste-Toilette.“
  4. Die Detari-Millionen oder ,,Es ist alles nur geliehen“: Der Ungar Lajos Detari hatte Eintracht Frankfurt 1988 per Freistoßtor gegen den VfL Bochum zum DFB-Pokalsieger gemacht. Mitte Juli 1988 erklärte der Spielmacher seinen Abschied – und wechselte 10 Tage vor Saisonstart für umgerechnet 8 Mio. Euro zu Olympiakos Piräus! Schon im Januar 1988 berichtete BILD am SONNTAG, dass die Transferrechte für Detari gar nicht bei der Eintracht, sondern beim ungarischen Fußballverband lägen. Das bestätigte Detari Jahre später. ,,Ich war nicht von Frankfurt gekauft worden, sondern nur vom Verband ausgeliehen“, sagte der Mittelfeldspieler zu 11 FREUNDE. Das galt auch für die 16 Mio Mark, die aus Piräus kamen. Diese landeten natürlich nicht in Frankfurt. ,,Das war ein super Geschäft für den ungarischen Verband und den Sportminister, der sagte: Wir wollen, dass du in Griechenland spielst“, bekannte Detari…
  5. Cha: Vom eigenen Vize-Präsidenten betrogen. Eintracht-Vizepräsident Wolfgang Zenker hatte in seiner Zeit als Repräsentant einer großen Immobilien-Gruppe (,,Südfinanz“) mehr als 80 Fußballprofis in riskante Investments mit so genannten ,,Bauherrenmodellen“ gelockt. Er löste am Ende der schwachen Saison 1982/83 (Platz 10) einen Finanzskandal aus. Eine Affäre, die, wie Eintracht-Kultautor Ulrich Matheja in Schlappekicker und Himmelsstürmer (Verlag: DIE WERKSTATT, 2017) schrieb, ,,den Verein bis in die Grundfesten erschütterte.“ Auslöser war ein Pfändungsbeschluss in Höhe von umgerechnet 100.000 Euro gegen Frankfurts koreanischen Stürmerstar Bum-kun Cha. ,,Cha-Bumm“ hatte sich von Zenker 2 Häuser aufschwatzen lassen – und sich finanziell übernommen. Zenkers Motto: ,,Habe gekauft Grabowski, habe gekauft Pezzey, ist auch gut für Cha.“ War aber nicht gut für Cha! Nun standen urplötzlich eine Pfändung seines Spielergehalts von 18.000 Euro und Zinsen in Höhe von 23.000 Euro auf dem Deckel. Da Cha bislang gar nichts gezahlt hatte, wurde das von einer Lübecker Bank für den Immobilien-Deal gegebene Darlehen über gut 100.000 Euro sofort fällig. Der unbedarfte Koreaner war vom eigenen Vize-Präsidenten betrogen worden – und stellte ein Ultimatum. Zenker und SGE-Präsident Axel Schander traten umgehend zurück und stürzten den Verein in eine Führungskrise. Mehr zu Cha und den Pleite-Profis des Fußballgeschäfts gibt es hier.

Dragoslav Stepanovic: ,,Es tut mir leid für die Hansa, es tut mir leid für die uns."

Fun Facts

BERLIN, DEUTSCHLAND - MAI 19: David Abraham und Alexander Meier aus Frankfurt holten die Trophäe, nachdem sie am 19. Mai 2018 im Berliner Olympiastadion das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt gewonnen hatten. (Foto von Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Die Fußball-Ikone als Lehrer – Die Eintracht betreibt seit 2002 eine Fußballschule, die von der Eintracht-Ikone Karl-Heinz „Charly“ Körbel geleitet wird.

Ein richtiger Adler – Seit 2005 hat der Verein ein lebendiges Maskottchen, den Steinadler Attila aus dem Hanauer Wildpark.

Pech mit dem Partner – Als Partner des Vereins lackierte Aero Flight 2005 einen Airbus A 320 in den Farben von Eintracht Frankfurt. Der „stählerne Adler“ wurde nach der Insolvenz von Aero Flight von der Leasingfirma zurückgeholt und anderweitig verleast. Schriftzug und Adler wurden im Dezember 2005 entfernt.

Das Stadion als Museum – Seit 2007 existiert im Inneren der Haupttribüne des Stadions ein Museum, in dem Eintracht-Ikonen die Vereinsgeschichte erklären.

Die Deutsche Bahn – Als sogenannter Premium-Partner gestaltete die DB Ende August 2012 eine Elektrolokomotive der DB-Baureihe 101 im Eintracht-Frankfurt-Design.

Mitglied auf Lebenszeit – Seit 2012 kann man für einen Beitrag von 1899 Euro (das Gründungsjahr der Eintracht) eine lebenslange Mitgliedschaft im Verein abschließen. Erstes lebenslanges Mitglied der Eintracht wurde Sebastian Vettel. Der musste allerdings nichts zahlen.

Die Säulen der Eintracht – Seit Januar 2013 werden im U-Bahnhof Willy-Brandt-Platz mit den „Säulen der Eintracht“ elf „legendäre“ Spieler und ein Trainer besonders gewürdigt. Diese wurden per Abstimmung im Internet ausgewählt. Zu sehen sind in der U-Bahn-Station die Bilder von Oka Nikolov, Uwe Bindewald, Bruno Pezzey, Karl-Heinz Körbel, Jürgen Grabowski, Uwe Bein, Jay-Jay Okocha, Alexander Schur, Bernd Hölzenbein, Bum-Kun Cha, Anthony Yeboah sowie als Trainer der „Legenden-Elf“ Jörg Berger.

Die Trainer – In bisher 19 Bundesligaspielzeiten wechselte die Eintracht während der Saison mindestens ein Mal den Trainer. In 3 Spielzeiten versuchten sich mindesten 3 Trainer. In der Saiosn 1998/99 waren es sogar 4 Trainer – die Herren Ehrmantraut, Lippert, Fanz und Berger.

TEAM-STATS, INFOGRAFIKEN, EXTERNE QUELLEN

TEAM-STATISTIKEN

Infos umfassen: Alter der Spieler, Einsätze, Gespielte Minuten, Gegentore, Zu Null gespielt, Einwechselungen, Auswechselungen, Gelbe Karten, Rote Karten, Ampelkarten. 

EXTERNE QUELLEN

Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern im Jahr 1987.
Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern im Jahr 1987. Foto: Imago

Offizielle Website von Eintracht Frankfurt

https://www.eintracht.de/

 

Wikipedia-Eintrag von Eintracht Frankfurt

https://de.wikipedia.org/wiki/Eintracht_Frankfurt

 

Facebook-Seite von Eintracht Frankfurt

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AKTUELLES (INKL. SPIELE, STATS ZU TORSCHÜTZEN, FORMÜBERSICHT, HANDICAP, ÜBER/UNTER)

Diese Rettungsaktion von David Luiz vom FC Chelsea vor der Torlinie kostete Eintracht Frankfurt das Europa-League-Finale. (
Diese Rettungsaktion von David Luiz vom FC Chelsea vor der Torlinie kostete Eintracht Frankfurt das Europa-League-Finale. (Photo by Clive Mason/Getty Images)