Der 120-Millionen-Mann bembelt Frankfurt (nicht) weg


Joao Felix wechselt von Benfica Lissabon zu Atlético Madrid.
Joao Felix wechselt von Benfica Lissabon zu Atlético Madrid. (Photo by Octavio Passos/Getty Images)

Eintracht Frankfurt hat im Europa-League-Viertelfinale noch alle Chancen! Das 2:4 (1:2) bei Benfica Lissabon am Donnerstagabend lässt den Hessen im Rückspiel den Traum vom Finale in Baku. 

Trotzdem: Es braucht ein Fußball-Wunder mittlerer Stärke auf der Eintracht-Skala, vergleichbar mit dem legendären 5:1 gegen Lautern 1999 oder dem Pokalsieg 2018 gegen den FC Bayern. ,,Ich bin sehr, sehr zuversichtlich fürs Rückspiel”, sagt Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic (47) im RTL-Stadiontalk nach dem Spiel, ,,sie haben sich reingehauen und sind immer wieder zurückgekommen. Ich habe keine Mannschaft gesehen, die nicht wollte.”

Dass die Eintracht noch drin ist, liegt am eingewechselten Portugiesen Goncalo Paciencia (72.), der Frankfurt mit einem Kopfballtor  weiter bembeln lässt, und an einer couragierten kämpferischen Leistung. ,,Bei diesem Gegenpressing der Frankfurter bleibt einem die Spucke weg”, staunt Europameister Steffen Freund. Er sieht jedoch auch eine 70-minütige Unterzahl der SGE nach Rot für Evan N’ Dicka (20.). Der Franzose fliegt nach Notbremse vom Platz und es tritt der Mann in Erscheinung, der diesem Spiel den Stempel aufdrückt. Joao Felix (19).

Der Jungstar aus der Benfica-Akademie lässt Kevin Trapp beim Elfmeter zum 1:0 keine Chance und zeigt in der Folgezeit, warum halb Fußball-Europa hinter ihm her ist und warum er wahrscheinlich noch mehr ,,Player to watch” ist als der noch Benfica gehörende Eintracht-Stürmer Luka Jovic (21).

Joao Felix (3. v. l.) erzielt vom Elfmeterpunkt das 1:0 für Benfica Lissabon gegen Eintracht Frankfurt. (Photo by Octavio Passos/Getty Images)

Joao Felix sticht Luka Jovic aus

Luka Jovic lässt Eintracht Frankfurt mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 bei Benfica Lissabon noch hoffen... (Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Luka Jovic, der am Donnerstag ein überraschendes Bekenntnis zur Frankfurter Eintracht geliefert hat (Ligalive.net berichtete), kann zunächst für die Eintracht ausgleichen, macht aber beim Stand von 1:4 nach 60 Minuten Platz für Jonathan de Guzman.

Zu diesen Zeitpunkt der Partie hat Joao Felix schon einen Rekord sicher. Der Portugiese wird zum jüngsten Dreier-Packer der Europacup-Geschichte, ist an allen 4 Treffern seiner Mannschaft beteiligt.

,,Joao ist ein super Techniker und ein Spieler, der einen sehr guten letzten Ball spielen kann”, sagt der Schweizer Haris Seferovic, der 2016 mit seinem entscheidenden 1:0 im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Nürnberg diese tolle Entwicklung bei Eintracht Frankfurt erst mit einleitete, in der Baseler Zeitung über ihn.

Seine Bilanz in der Europa League ist beeindrucken: 3 Tore in 4 Spielen. Dazu kommen 15 Tor-Beteiligungen (10 Treffer) in 20 Partien in der portugiesischen Liga NOS. ,,Das Toptalent glänzt meist im Rücken von Seferovic mit Schnelligkeit, intelligentem Passspiel und Laufwegen zwischen den Linien”, schreibt das Kicker-Sportmagazin am Montag über die beiden Benfica-Asse.

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Teuerster Abgang von Benfica ist immer noch... Axel Witsel

Axel Witsel spielte auch für Benfica Lissabon. Photo: Getty Images.

Das Preisschild für Joao Felix, den jüngsten Sproß aus der berühmten Benfica-Jugendakademie, die RTL-Kommentator Marco Hagemann während der Partie als ,,Edel-Boutique” anpreist, wird nach dem Donnerstag nicht günstiger werden…

Felix hat eine Ausstiegsklausel über 120 Millionen Euro in seinem bis zum 30. Juni 2023 datierten Vertrag beim 2-fachen Europacupsieger der Landesmeister. Wer ihn holen will, muss also tief in die Tasche greifen. Will sagen: Joao Felix würde in jedem Fall zum teuersten Abgang der Benfica-Klubgeschichte avancieren. Manchester City und die Portugiesen-Kolonie Wolverhampton Wanderers sollen an ihm dran sein.

Bislang hält der brasilianische Torhüter Ederson, dessen Dienste sich Manchester City 2017/2018 für 40 Mio. Euro gesichert hat, diese Bestmarke – gemeinsam mit dem jetzt für Borussia Dortmund spielenden Axel Witsel. Der Belgier wechselt 2012 für die gleiche Summe zu Zenit St. Peterburg.

,,Felix hat ein überragendes Spiel gemacht, besser kann es für den Jungen gar nicht laufen”, so Weltmeister Roman Weidenfeller nach dem Spiel über den Benfica-Jungstar.

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