Europa League: FC Arsenal – Der Verein, der keine Finals kann


  • FC Arsenal verliert Europa-League-Finale gegen FC Chelsea mit 1:4 (0:0)
  • Bizarre Kulisse in Baku
  • Trauriger Abschied für Torhüter-Idol Petr Cech
  • Neue Enttäuschung für Mesut Özil

Willkommen im Absurdistan der UEFA!

Und wieder marschieren die Spieler des FC Arsenal geschlagen an einer Europapokal-Trophäe vorbei... (Photo by Alex Grimm/Getty Images)
Und wieder marschieren die Spieler des FC Arsenal geschlagen an einer Europapokal-Trophäe vorbei... (Photo by Alex Grimm/Getty Images)
Der erste Verlierer steht beim FC Arsenal schon eine Woche vor dem Finale in Baku fest. Es ist Mittelfeldspieler und Ex-BVB-Profi Henrikh Mkhitaryan (30).

Der Armenier muss die Partie aus politischen Gründen absagen. Sein Heimatland und Aserbaidschan pflegen keinerlei diplomatische Beziehungen, sondern stehen seit 1994 in einem politischen Konflikt. Da die UEFA die Sicherheit des Kapitäns der armenischen Fußball-Nationalmannschaft nicht garantieren kann, entschließt sich Arsenal schweren Herzens, ,,Micki“ nicht für Baku zu nominieren.

Es ist nicht der einzige Tiefschlag bei diesem Finale für die ,,Gunners“. Ein Kartenkontingent von gerade mal 6.000 Tickets für die beiden Londoner Vereine, ein Anreiseweg von fast 4.000 Kilometer einfache Strecke und astronomische Preise für Flüge – da schreckt selbst der tapferste Londoner Kanonier zurück. ,,Emirates, die Fluglinie, für die Arsenal wirbt, zeigt das Spiel im Moment auf allen Flügen auf und nach London“, klärt RTL-Reporter Marco Hagemann in der Anfangsphase. ,,Schöne Idee“, ergänzt Experte Steffen Freund. Jetzt, wo man das weiß, kann man direkt besser schlafen.

Denn die erste Halbzeit in diesem London-Derby bietet gepflegte Langeweile und man möchte jeden Fan, der diese Reisestrapazen auf sich genommen hat, um in einem futuristisch anmutenden Stadion mit Laufbahn dabei sein zu können, sein tief empfundenes Mitleid aussprechen. Willkommen in Absurdistan!

FC Arsenal: 3. Final-Niederlage seit 2000

PARIS - MAY 17: Arsene Wenger (L) the Arsenal manager gives advice to Manuel Almunia (R) before he takes over from Jens Lehmann in goal during the UEFA Champions League Final between Arsenal and Barcelona at the Stade de France on May 17, 2006 in Paris, France. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)
Arsene Wenger, hier mit den Torhütern Jens Lehmann (r.) und Manuel Almunia während des Champions-League-Finales 2006 in Paris, machte beim FC Arsenal eine unglaubliche Trainer-Karriere. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)
Sportlich erweist sich der Trip nach Baku für den FC Arsenal als Albtraum.

Ohne Mkhitaryan und auch ohne den deutschen Torhüter Bernd Leno – Coach Unai Emery gibt Oldie Petr Cech den Vorzug – brechen die ,,Gunners“ nach der Pause brutal ein.

Weltmeister Olivier Giroud bricht mit einem Flugkopfballtor gegen seinen Ex-Klub den Bann – und mag doch nicht jubeln. Auch das passt zu diesem Fußballabend zum Vergessen. Pedro und Eden Hazard per Elfmeter lassen Chelsea auf 3:0 davon ziehen. Nach dem 3:1 von Alex Iwobi stellt der überragende Hazard in seinem vermutlich letzten Spiel für die ,,Blues“ den 3-Tore-Abstand wieder her – 4:1. ,,Ein super Gefühl, wenn du so ein Spiel gewinnst. Wir sind zufrieden, unsere Leute auch, die ganze Chelsea-Familie. Es ist eine tolle Nacht für alle“, sagt Eden Hazard anschließend.

Für alle jetzt vielleicht nicht – denn es ist Arsenals 3. Final-Niederlage seit dem Jahr 2000 und die 2. in einem UEFA-Cup- oder Europa-League-Endspiel. Im Mai 2000 verlieren die Londoner im Elfmeter-Krimi von Kopenhagen gegen Galatasaray Istanbul. Ausschreitungen zwischen englischen und türkischen Fans überschatten die Partie in der dänischen Hauptstadt nicht minder als die peinlichen UEFA-Vorkommnisse es in Baku tun. 2006 ist der deutsche WM-Torhüter Jens Lehmann der Pechvogel bei den ,,Gunners“. Er sieht nach einer ,,Notbremse“ im Champions-League-Finale in Paris gegen den FC Barcelona Rot. In Unterzahl verliert Arsenal gegen ,,Barca“ trotz 1:0-Pausenführung mit 1:2. Näher wird man mit Trainerlegende Arsene Wenger nie wieder an den Henkelpott herankommen.

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,,Absolut Null": Steffen Freund kritisiert Arsenals Mesut Özil

Die deutschen Arsenal-Profis Sead Kolasinac und Mesut Özil (r.) sind nach dem 1:4 gegen den FC Chelsea im Europa-League-Finale konsterniert. (Photo by Michael Regan/Getty Images)
Die deutschen Arsenal-Profis Sead Kolasinac und Mesut Özil (r.) sind nach dem 1:4 gegen den FC Chelsea im Europa-League-Finale konsterniert. (Photo by Michael Regan/Getty Images)

Der FC Arsenal und seine deutschen Profis sind in Baku die Enttäuschten. 

Weltmeister Shkodran Mustafi und Keeper Bernd Leno bleibt auf der Bank. Sead Kolasinac müht sich redlich. Mesut Özil geht nach enttäuschender Leistung nach 77 Minuten für den erst 19-jährigen Joe Willock vom Platz.

,,Ein Spieler seiner Qualität braucht Tor-Beteiligung, Chancen-Beteiligung“, rügt ihn Europameister Steffen Freund bei RTL, ,,das war absolut Null, keine Offensiv-Aktion in der 10er-Rolle in einer freien Position“.

Die Enttäuschung bei dem Klub aus dem Londoner Norden, der seit dem Gewinn des Pokalsieger-Pokals 1994, ebenfalls in Kopenhagen mit einem 1:0 gegen den AC Parma, auf einen internationalen Titel wartet, ist greifbar. ,,Wenn du das letzte Spiel deiner Karriere in so einem Finale spielst, ist sehr viel Druck dabei. Ich habe alles getan, damit ich nichts bedauern muss. Am Ende hast du nichts in den Händen. Das hat das Team nicht verdient“, sagt Arsenal-Keeper Petr Cech, der seine Karriere beenden wird. Nicht verdient haben beide Mannschaften aber auch diesen bizarren Final-Ort nicht…

Ligalive-Infografik: Action Zones im Europa-League-Finale 2019, FC Chelsea gegen FC Arsenal (4:1)

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