Ex-England-Star Tony Woodcock adelt BVB-Youngster Sancho


Borussia Dortmund fliegt mit dem letzten Aufgebot zu Tottenham Hotspur. Im Achtelfinal-Spiel der Champions League am Mittwoch in Wembley werden u. a. Paco Alcácer, Marco Reus, Lukasz Piszczek und Julian Weigl fehlen. Nun kommt es auf einen ganz Jungen an, wie der frühere Superstar des 1. FC Köln, Tony Woodcock, glaubt.

Keine Frage: Tony Woodcock weiß, wie man die Champions League gewinnt. Mit dem englischen Meister Nottingham Forest hat der Stürmer den Henkelpott 1979 in München gegen Malmö FF (1:0) gewonnen.

Im Oktober 1979 wechselt Woodcock dann für die damalige Bundesliga-Rekordsumme von umgerechnet 540.000 Euro von Nottingham Forest zum 1. FC Köln, eben dem Gegner, den die „Tricky Trees“ ein Jahr zuvor im Europacup-Halbfinale ausgeschaltet hatten.

Für das bevorstehende deutsch-englische Champions-League-Duell zwischen Tottenham Hotspur und dem BVB hat Tony Woodcock eine klare Meinung.

Oh my God! Jadon Sancho von Borussia Dortmund nach dem 3:3 gegen 1899 Hoffenheim...(Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Woodcock: „Sancho ist ein Paradebeispiel für den Weg englischer Talente“

Tony Woodcock (l.) spielte nach seinem Weggang vom 1. FC Köln 1983 für den FC Arsenal. (Photo Mandatory Credit: Adrian Murrell/Allsport
„Dieses Spiel wird sehr interessant. Vor allem, weil Jadon Sancho für den BVB spielt, auf den alle Augen gerichtet sein werden. Die englischen Medien beobachten ihn genau.“

Das sagt der inzwischen 63-Jährige im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag-Ausgaben). Der 18-jährige Sancho ist für Woodcock das Paradebeispiel für den Trend, dass vielversprechende Nachwuchsspieler England verlassen.

„Wir müssen in der Premier League vorsichtig sein, damit wir nicht zu viele unserer Talente verlieren. Sonst spielen sie alle im Ausland“, mahnt Woodcock. Und er spielt auf ein Problem an, dass auch Arsenal-Legende Tony Adams immer wieder anmahnt: „Die jungen Spieler bekommen in England in den Vereinen keine Chance, aufzulaufen und sich weiterzuentwickeln. Trotzdem sind sie vor einigen Jahren noch auf der Insel geblieben.“

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Sancho: Keine Chance bei Pep Guardiola

Auch Jungstar Jadon Sancho profitiert bei Borussia Dortmund vom Zusammenspiel mit Axel Witsel. (Photo by Ronny Hartmann/Bongarts/Getty Images)

Dass Sancho nun für Borussia Dortmund zaubert, ist vor allem dieser Entwicklung zu verdanken.

Als er am 31. August 2017 unmittelbar vor Transferschluss für 8 Mio. Euro Ablöse zum BVB wechselt, sieht er zuvor im Luxus-Kader von Trainer Pep Guardiola bei Manchester City keine Perspektive.

Gemeinsam mit Spielern wie Callum Hudson-Odoi (18) vom FC Chelsea steht Jadon Sancho für eine neue, hoffnungsvolle Spielergeneration in England. Sancho und Hudson-Odoi, der vom FC Bayern umworben wird, werden 2017 U17-Weltmeister.

Dass Sancho bei seinem Wechsel nach Dortmund auch Abstriche beim Gehalt machen muss, ist für Tony Woodcock ein wichtiger Punkt. „Das ist nicht leicht. Aber Jadon Sancho beweist beim BVB gerade, dass sich dieser Schritt lohnen kann. Weil er so stark spielt, dass sich das auch finanziell auszahlen wird.“ Sportlich wäre es ganz gut, wenn es sich am Mittwoch in London auszahlen würde…

Ligalive-Infografik: Action Zones im Spiel Borussia Dortmund gegen 1899 Hoffenheim (3:3), Bundesliga-Saison 2018/2019

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