FC Bayern: Niko Kovac wird schon wieder angezählt…


Niko Kovac stellte bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Piräus einiges klar...
Niko Kovac stellte bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Piräus einiges klar... Foto: Imago Images.

Es ist beruhigend, dass am Dienstag im Stadion Georgios-Karaiskakis in Piräus wieder Fußball gespielt wird!

Der FC Bayern München verteidigt bei Olympiakos Piräus in Gruppe B der Champions League seine Serie von 10 ungeschlagenen Auswärtsspielen in der ,,Königsklasse“. Zudem peilt man gegen die Griechen im 5. Aufeinandertreffen den 5. Sieg an.

Schöne Zahlen, die allerdings zur Fußnote werden können. Denn ein harmonisches Bild gibt der deutsche Rekordmeister vor dem Duell mit dem griechischen Amtskollegen (44 Titel) nicht ab.

Es knistert beim FC Bayern und fast schon muss man Niko Kovac (48) bewundern, wie gefasst und professionell er mit der Saison umgeht. Das zeigt sich auch am späten Montagabend in der Pressekonferenz in Athen.

Niko Kovac und Martin Schmidt (r.) nach dem packenden 2:2 zwischen dem FC Augsburg und dem FC Bayern München am 19. Oktober 2019.
Niko Kovac und Martin Schmidt (r.) nach dem packenden 2:2 zwischen dem FC Augsburg und dem FC Bayern München am 19. Oktober 2019. Foto: Imago Images

Wird Thomas Müller zum Verhängnis für Niko Kovac beim FC Bayern?

Bayern-Problembär Thomas Müller (l., mit Niko Kovac) kam erst in der 80. Minute für Philippe Coutinho ins Spiel. Foto: Imago Images
Das Dauer-Thema ,,Thomas Müller“ beschäftigt Kovac auch vor dem CL-Duell mit Olympiakos Piräus.

Seit 6 Spielen hat der Weltmeister von 2014 keinen Startelf-Einsatz mehr verzeichnen können, es spricht vieles dafür, dass am Dienstagabend das 7. Spiel in Folge dazukommt. Kovac über Müller: ,,Thomas ist auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Wie jeder andere Spieler auch.“

Einen Einsatz des 30-jährigen Mittelfeldspielers will Kovac jedoch nicht bestätigen: ,,Das wird die Zukunft zeigen, ich weiß aber um Thomas‘ Wertigkeit.“ Gleichzeitig weist Kovac eine Einflussnahme der Bayern-Verantwortlichen zurück: ,,Ich stelle die Mannschaft auf und dass ich Javi Martinez in Augsburg auf der zentralen Mittelposition eingesetzt habe, ist allein meine Entscheidung und die meines Trainerteams gewesen.“ Bayern-Präsident Uli Hoeneß hätte ,,Martinez lieber als Sechser gesehen“, wie er bekundet.

Ob man beim FC Bayern per se um die Wertigkeit von Kovac weiß, ist noch nicht final geklärt. Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge (64) und Uli Hoeneß (67) schweigen sich nach dem 2:2 in Augsburg pikiert aus. Sie vermeiden nach wie vor eine wie auch immer geartete Aussage über die Zukunft des Double-Trainers von 2019. Stattdessen scheint der Boulevard gegen Kovac Front zu machen.

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Der Boulevard hat Kovac schon längst angezählt...

Er ist wieder da: Stefan Effenberg wird neuer Manager beim Drittligisten KFC Uerdingen.
Er ist wieder da: Stefan Effenberg wird neuer Manager beim Drittligisten KFC Uerdingen. Der Ex-Bayernprofi bricht eine Lanze für Niko Kovac. Foto: Imago Images.

,Double schützt nicht vor Rauswurf“, kommentiert der geschätzte Kollege Matthias Brügelmann am Montag in BILD. 

Er bemüht die Beispiele Otto Rehhagel (1996) und Jürgen Klinsmann (2008/2009), die beide beim FC Bayern als Trainer keine komplette Saison überstanden haben. Das kann Kovac zwar nicht mehr passieren, doch von BILD entgegen geschmetterte Sätze wie der von Friedhelm Funkel (65, ,,In den letzten 2 Jahren stimmt es definitiv nicht mehr beim FC Bayern“) sind sicher nicht hilfreich, um den Berliner im Sattel zu halten.

Nein. Kovac hat und hatte keine Lobby, weil er bei Bayern immer als ,,Trainer 2. Wahl“ gilt, nachdem die Wunschkandidaten Thomas Tuchel (PSG) und Julian Nagelsmann (jetzt RB Leipzig) nicht zu haben waren und Trainer-Oldie Jupp Heynckes (74) nicht zum Weitermachen zu bewegen war.

,,Magath und van Gaal sollten Kovac eine Warnung sein“, mahnt BILD-Kommentator Matthias Brügelmann am Montag, ,,sie gewannen das Double und mussten trotzdem gehen.“ Ungeachtet der hohen Erwartungen in München ist das zwar bis heute kaum nachvollziehbar, aber die Probleme, die der sture Niederländer van Gaal mit der Mannschaft und erst recht mit Hoeneß hatte, wie sie der medienscheue Otto Rehhagel mit dem Münchner Boulevard ausgefochten hat und die Mentalität des Reformers Klinsmann, die in München nicht ankam, lassen sich nicht 1:1 auf die Situation von Kovac übertragen. Er wirkt allein gelassen und wie ein Trainer auf Zeit, bis der nächste Hochkaräter frei ist. Erik ten Hag von Ajax Amsterdam und Mark van Bommel, so hört man immer wieder, sollen gehandelt werden. Immerhin: Eine Bayern-Legende stimmt nicht in den allgemeinen Tenor ein. Stefan Effenberg (51), CL-Sieger von 2001, hält am Sonntag im SPORT 1-Doppelpass dagegen: ,,Ich bleibe dabei: Niko Kovac ist der richtige Trainer für den FC Bayern.“

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