FC Bayern und Niko Kovac: Wie lange noch?


Alarmstufe Rot beim FC Bayern München: Nach dem blamablen 3:3 gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf am Samstag in der Fußball-Bundesliga rücken die Bosse von Coach Niko Kovac (47) ab. Der erst im Sommer neu geholte Trainer soll aber gegen Benfica Lissabon auf der Bank sitzen.

22 Jahre ist es her, seit Fortuna Düsseldorf das letzte Mal in der Bundesliga beim FC Bayern München gepunktet hat. In der Saison 1995/96 gibt es – damals noch im Olympiastadion – ein bedeutungsloses 2:2. Die Fortuna hat den Klassen-Verbleib bereits gesichert, die Bayern haben den UEFA-Cup gewonnen. Sie haben sich zuvor von Trainer Otto Rehhagel getrennt. Borussia Dortmund steht als Meister fest.

Ein ähnliches Szenario kann es auch in dieser Saison geben. Mit dem 3:3 (2:1) gegen den Aufsteiger ist der Rückstand des Serien-Meisters auf Tabellenführer Borussia Dortmund am 12. Spieltag bereits auf 9 Punkte angestiegen.

Dodi Lukebakio schockt mit seinem Tor zum 3:3 in der Nachspielzeit den Rekordmeister – und bei den Bayern brennt der Baum.

Niko Kovac ist beim FC Bayern in die Kritik geraten. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)
Die Bayern-Bosse um Präsident Uli Hoeneß (66) rücken nach dem Spiel gegen die Rheinländer erstmals öffentlich von Trainer Niko Kovac (47) ab.

Uli Hoeneß: „Am Dienstag heißt der Trainer Kovac“

München am Samstag: Was hecken die Bayern-Bosse aus? (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)
Für Niko Kovac gibt es in München keine Job-Garantie mehr. Der ehemalige Bayern-Profi, u. a. Weltpokal-Sieger 2001 und Double-Sieger 2003, steht beim Branchen-Riesen der Liga mit dem Rücken zur Wand.

„Wir spielen am Dienstag gegen Benfica Lissabon, und da wird unser Trainer sicherlich Niko Kovac sein“, sagt ein sichtlich angefasster Uli Hoeneß am Samstagabend vor Journalisten in der Allianz Arena, „im Moment ist es kein Thema“, sagte der 66-Jährige zur Trainerfrage, „weil wir uns jetzt vorgenommen haben, in aller Ruhe darüber zu schlafen und am Dienstag das schwere Spiel vor uns haben. Und dann müssen wir eine Analyse machen, wo wir eigentlich stehen. Für uns ist jetzt wichtig, dass wir Ruhe bewahren. Das fällt schwer, das gebe ich absolut zu.“

Entscheidend sei nach dem neuerlichen Rückschlag, so der Bayern-Macher, dass man „alle Kräfte mobilisiert“ um am Dienstag in der Champions League die Qualifikation für das Achtelfinale zu schaffen. Die Münchner haben das Hinspiel in Lissabon mit 2:0 gewonnen. Anzeichen für eine sportliche Krise hat es zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison nicht gegeben.

Hoeneß mahnt aber: „Dann müssen wir uns schon nochmal zusammensetzen, wie es weitergehen soll. Denn das, was heute passiert ist, ist absolut nicht akzeptabel.“

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Thomas Müller: „Haben genügend Expertenrunden“…

Nach dem Remis gegen Fortuna Düsseldorf gibt es bei den Bayern auch Klartext von Weltmeister Thomas Müller. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Fakt ist: Die Bayern haben trotz aller Nehmer-Qualitäten noch nie einen Rückstand von 7 Punkten oder mehr im Meisterkampf jemals aufgeholt. Seit diesem Wochenende sind es bereits 9 Zähler Rückstand auf Borussia Dortmund. Der BVB gewann am Samstag beim 1. FSV Mainz 05 mit 2:1. Den Bayern droht gar der Verlust eines Champions-League-Platzes.

„Tatsache ist, dass wir natürlich eine schwierige Ausgangsposition für den Rest der Saison sehen und wir müssen uns erstmal über das Wochenende alle Gedanken machen, wie wir aus dieser Situation das Beste machen“, scheint Uli Hoeneß die Meisterschaft fast schon abgeschrieben zu haben. „Jetzt aktuell noch von der Meisterschaft zu sprechen, wäre doch etwas überheblich“, glaubt der Bayern-Präsident, „von diesem Schock muss ich mich erst einmal erholen.“

Bei den Spielern des FC Bayern sitzt die Enttäuschung nach dem Remis gegen den krassen Außenseiter aus Düsseldorf tief. „Da fehlen einem fast die Worte. Das darf uns nicht passieren. Wir sind bitter enttäuscht von uns selbst“, so Torhüter Manuel Neuer am Samstag nach dem Spiel beim Pay-TV-Sender Sky, „damit müssen wir jetzt leben, das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir müssen uns immer hinterfragen, der Trainer hinterfragt natürlich auch alles. Er gibt auch sein Bestes.“

Den Münchner reicht gegen die Fortuna eine 2:0 bzw. 3:1-Führung nicht zum Sieg. „Wir stecken scheinbar in einer Phase, in der dann auch alles bestraft wird. Man muss die Gründe aufarbeiten, aber ich kann nicht direkt nach dem Spiel messerscharfe Analysen abgeben“, so der 2-fache Torschütze und Weltmeister Thomas Müller nach der Partie bei Sky, „wir haben genügend Expertenrunden in Deutschland, die werden das dann schon auf den Punkt bringen.“

Schöner Gruß an die Kritiker…

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