FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp zittern um die Champions League


Der FC Liverpool hat es am Mittwochabend verpasst, sich vorzeitig für das Achtelfinale der Champions League zu qualifizieren. Das 1:2 im direkten Duell bei Paris St. Germain beschert den Reds ein Endspiel, das keiner braucht.

Das Duell der beiden deutschen Trainer Thomas Tuchel (45) von PSG und Jürgen Klopp (51) vom FC Liverpool ist auch am Donnerstag das große Thema in den englischen Medien.

„Neymar erhöht den Druck auf Klopps Mannschaft“, schreibt der noble Guardian. „Liverpool muss nun etwas tun, was ganz selbstverständlich ist: Sie müssen ein bescheidenes Heimspiel gewinnen“, so der Daily Mail.

Klopp selbst ist nach dem 1:2 – nur James Milner trifft für den Vorjahresfinalisten vom Elfmeterpunkt – nicht gerade „amused“. 6 seiner Spieler sehen die gelbe Karte von Schiedsrichter Szymon Marchiniak aus Polen. „Zwei Mal haben wir in England den Fairplay-Preis erhalten und heute Abend hat man uns wie Metzger aussehen lassen“, ärgert sich Klopp bei der anschließenden Pressekonferenz.

Was plant Liverpools Coach Jürgen Klopp (l.) in Sachen Winter-Transfers? (Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Jürgen Klopp geißelt „unsportliches Verhalten“ von Neymar

Neymar - Ein Künstler im Fallen? (Photo by Clive Rose/Getty Images)

Der deutsche Liverpool-Coach rügt nach dem Spiel aber auch die „Fallsucht“ von PSG-Superstar Neymar (26): „Das ist unsportliches Verhalten! Ich weiß nicht, wie man auf Deutsch dazu sagt, aber das ist eine klare gelbe Karte.“

Klopp ist bedient – und Liverpool bekommt nach 3 Niederlagen aus 5 CL-Spielen das Endspiel, das keiner braucht.

So stark war das für 190 Millionen Euro verstärkte Star-Ensemble von der Anfield Road in die „Königsklasse“ gestartet: 3:2 gegen Paris St.-Germain am ersten Spieltag und eigentlich ein Big Point im vermeintlichen „Endspiel“ um den Gruppensieg.

Dass Liverpool aber auch im dritten kompletten Spieljahr unter Klopp anfällig ist, zeigt sich am 2. Spieltag in Neapel: 0:1 nach der bis dahin schlechtesten Saisonleistung. Mit dem 4:0 gegen Roter Stern Belgrad scheint für die Reds alles im Lot zu sein.

„Jetzt brauchen wir Anfield“

Dumm nur, dass sie das Rückspiel in der serbischen Hauptstadt nach einer Nicht-Leistung mit 0:2 verlieren und plötzlich vor dem Spiel in Paris unter Zugzwang stehen!

Neymar und der beim FC Bayern so gescholtene Juan Bernat wenden für Paris mit ihren Toren „eine Katastrophe“, wie Weltmeister Kylian Mbappé es formuliert, ab. Bei einer Niederlage wäre der Scheich-Klub ausgeschieden. „Es war ein Spiel wie ein Finale“, sagt Neymar anschließend vor Journalisten, „aber wir sind erleichtert. Wir werden das feiern, nachdem Spiel haben wir geschrien, so glücklich waren wir.“ Kylian Mbappé (19) am Mittwochabend in Paris: „Uns erwartet ein schweres Spiel in Belgrad, aber wir werden auch dort gewinnen. Wir haben das, was es braucht.“

Liverpool hat das, was es nicht braucht: Ein „Finale“ am letzten Gruppenspieltag. Eine vergleichbare Situation erlebt der 5-fache Europacupsieger und Champions-League-Sieger auch 2004. Auf dem Weg zum Triumph von Istanbul müssen die Reds im letzten Gruppenmatch Olympiakos Piräus mit mindestens 2 Toren schlagen. Das gelingt trotz 0:1-Rückstand und dank eines Hammers von Liverpool-Kapitän Steven Gerrard, 4 Minuten vor dem Ende.

Ein Sieg, idealerweise mit 2 Toren, muss auch gegen Neapel am 11. Dezember her. Die von Ex-Bayerntrainer Carlo Ancelotti (59) betreuten Neapolitaner liegen 3 Punkte vor Liverpool. „Jetzt brauchen wir Anfield einmal mehr“, appelliert Jürgen Klopp an die heißblütigen Fans, „wir rufen Anfield und dann sehen wir, was passiert, wir brauchen eine spezielle Atmosphäre, um eine besondere Nacht zu erleben.“

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