Folgt Arsene Wenger als Trainer des FC Bayern auf Kovac?


Eine Job-Garantie für Trainer Niko Kovac (47) seitens des FC Bayern München sieht anders aus. „Wir spielen am Dienstag gegen Benfica Lissabon, und da wird unser Trainer sicherlich Niko Kovac sein“, sagt ein sichtlich angefasster Uli Hoeneß am Samstagabend vor Journalisten in der Allianz Arena – und rückt damit öffentlich vom kriselnden Coach ab.

Will heißen: Patzt Kovac nicht gegen Lissabon, sondern am kommenden Wochenende in Bremen in der Liga, wird es eng für den Berliner.

Wie die BILD-Zeitung am Montag in ihrer Ausgabe berichtet hat, steht im Falle einer Kovac-Beurlaubung ein weiterer Grandseigneur des Fußballs in den Startlöchern.

Es ist der 69-jährige Franzose Arsene Wenger, der sich im Sommer 2018 nach 22 erfolgreichen Jahren vom FC Arsenal verabschiedet hat. Eine konkrete Quelle für ein mögliches Engagement des Trainer-Oldies nennt das Blatt nicht.

FC Bayern Wenger
Arsene Wenger in der Münchner Allianz Arena. (Photo by Marc Mueller/Bongarts/Getty Images)
Damit würde man beim FC Bayern jedoch – wie im Vorjahr – mit Jupp Heynckes (73) die „Erfahrungs-Karte“ spielen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll sich die Vereinsführung schon „vorsichtig im Umfeld der Mannschaft umgehört haben“. Laut BILD hätten sich „Viele Spieler gegen Kovac ausgesprochen, als dieser nicht im Raum war.“

Die Bayern sind im Werben um Wenger schon mehrfach abgeblitzt

Niko Kovac am Montag während der Pressekonferenz zum Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon in München. Wird es seine letzte Partie als Bayern-Coach in der Königsklasse? (Photo by Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)
Arsene Wenger in München – eigentlich kein schlechtes Planspiel. Allerdings spricht nur ein einziges Indiz dafür.

„Es sieht danach aus, dass ich wieder einsteige“, hat Arsene Wenger in einem Interview mit SPORT BILD zum Abschied seines ehemaligen Arsenal-Abwehrchefs Per Mertesacker im Oktober 2018 gesagt, „ich glaube, am 1. Januar geht es wieder los.“ Wohin die Reise geht, hat sich der Elsässer allerdings bei seinem Gastspiel auf der Bank zu Mertesackers Abschiedsspiel in Hannover nicht entlocken lassen.

Die Bayern haben bereits 3-mal vergeblich bei Wenger angefragt. Schon 1994, als er noch nicht an ein Engagement beim Arsenal denkt, stehen die damals wie heute amtierenden Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß bei ihm in Monaco auf der Matte.

„Sie haben nicht aufgegeben“, erinnert sich Wenger, „aber ich war sehr loyal zu Arsenal, habe ganz Europa abgesagt. Real Madrid, Juventus Turin, Bayern. Weil ich meine Pläne bei Arsenal realisieren wollte.“

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Beim FC Bayern hätte Wenger nicht die Kompetenzen, die er bei Arsenal hatte

PARIS - MAY 17: Arsene Wenger (L) the Arsenal manager gives advice to Manuel Almunia (R) before he takes over from Jens Lehmann in goal during the UEFA Champions League Final between Arsenal and Barcelona at the Stade de France on May 17, 2006 in Paris, France. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)
Arsene Wenger, hier mit den Torhütern Jens Lehmann (r.) und Manuel Almunia während des Champions-League-Finales 2006 in Paris, machte beim FC Arsenal eine unglaubliche Trainer-Karriere. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Wenger glaubt bereits im Oktober, zu Beginn der Bayern-Krise: „Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge müssen an Niko Kovac festhalten.“

Der Coach, der mit den Gunners 3-mal die englische Meisterschaft in der Premier League geholt hat und 7-mal Pokalsieger geworden ist, hat bei den Nord-Londonern auch die sportliche Leitung bestimmt.

Das wäre bei den Bayern wohl nicht der Fall, vieles hängt beim Deutschen Rekordmeister noch an Präsident Uli Hoeneß (66) und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (63). Sportdirektor Hasan Salihamidzic (41) wirkt eher wie ein Statthalter.

„Ich das Glück gehabt, den Verein zu führen“, erklärt Wenger in Hannover, „die Entscheidungen selbst zu fällen. Ich habe über 300 Transfers gemacht, alle Verträge selbst ausgehandelt. Kein Trainer in England macht heutzutage einen Transfer.“

Wenger holt u. a. die deutschen Weltmeister Per Mertesacker, Shkodran Mustafi, Lukas Poldolski und Mesut Özil zu Arsenal. Auch die französische Weltmeister-Fraktion von 1998 mit Thierry Henry, Robert Pires oder Patrick Vieira folgt Wengers Ruf nach London.

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