Football Leaks: So kam Pep Guardiola vom FC Bayern zu Manchester City


Die Football Leaks erschüttern die Fußballwelt. Unzählige Dokumente, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt zu sein schienen, decken Missstände, Machenschaften und Hinterzimmer-Deals im internationalen Fußball auf.

Vor dem Manchester-Derby zwischen City und United am Sonntag steht auch der frühere Trainer des FC Bayern München, Pep Guardiola (47) ungewollt im Mittelpunkt dieser nicht immer delikaten Enthüllungen.

Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL lässt dieser Tage die Welle rollen. Die Football Leaks, die angeblich geheimen und nicht zur Veröffentlichung gedachten Dokumente aus der Welt des internationalen Fußballbusiness, kommen ans Licht.

Eine ARD-Dokumentation mit Schauspieler und Schalke-Fan Peter Lohmeyer und verschiedene Veröffentlichungen im Magazin und online lassen den SPIEGEL in die Offensive gehen.

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Der Architekt: Manchester Citys Trainer Pep Guardiola. (Photo by Richard Heathcote/Getty Images)

In dieser Woche trifft es einen, der beim FC Bayern München ebenso seine Meilensteine gesetzt hat wie beim FC Barcelona oder nun bei Manchester City in der englischen Premier League: Pep Guardiola. Die Ankunft des Spaniers im englischen Nordwesten löst bei Manchester City die Blockade, doch es gibt dabei offenbar auch ein mediales Desaster – und einen Angriff auf die Pressefreiheit. Armer Pep!

Guardiola „leaked“: Bayern-Coach viel früher einig mit Man. City

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Berlin, 21. Mai 2016: Mit dem Gewinn des DFB-Pokals und dem Double verabschiedet sich Pep Guardiola vom FC Bayern München. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)
Der 47-Jährige hat laut der Enthüllungskampagne des SPIEGEL seinen Wunsch, den FC Bayern München nach 3-jähriger Tätigkeit (2013 bis 2016) zu verlassen, schon viel früher geäußert, als bisher bekannt.

Glaubt man dem Blatt, so hat Guardiola seine Absicht, die Bayern zu verlassen, schon im Herbst 2015 klar formuliert.

Aus den Datensätzen, die dem Magazin und dem Recherchenetzwerk European Investigative Collaborations (EIC) mit Journalisten aus verschiedensten Ländern vorliegen, geht offenbar hervor, dass das Arbeitspapier des spanischen Trainers das Datum des 10. Oktober 2015 trägt – knapp vier Monate, bevor der Deal offiziell verkündet wird.

Zwischen den Parteien wird dem Vernehmen nach Stillschweigen vereinbart. Einige Wochen danach sollen die Verantwortlichen von ManCity Meldungen des britischen Sunday Mirror, nach denen sich Sportdirektor Txiki Begiristain und Guardiola in Barcelona verabredet hatten und ein Deal womöglich bevorstehe, energisch zurückgewiesen haben. „Ich rufe da an und sage ihm, dass wir die Story entfernt haben wollen“, soll Pressesprecher Simon Heggie intern kommuniziert haben. Zu jenem Zeitpunkt ist die Guardiola-Verpflichtung offenbar längst in trockenen Tüchern.

Guardiola: Manchester City im Kommunikations-Chaos

Der aus Sicht von Man. City heikle Bericht im Sunday Mirror wird dem Vernehmen nach wieder entfernt. „Ich schicke eine Nachricht an andere Medien herum und sage ihnen, dass sie das ignorieren sollen“, wird Heggie weiter zitiert.

Pikant sind vor allem die kolportierten Vertragsdetails rund um Guardiolas Jahressalär. In seiner Premieren-Spielzeit 2016/2017 in der englischen Fußball-Eliteliga verdient der Spanier demnach 13,5 Millionen Pfund (umgerechnet rund 15,5 Mio. Euro), im Folgejahr sind es kolportierte 16,75 Mio. Pfund (19,2 Mio. Euro).

Der FC Bayern München vermeldet am 20. Dezember 2015 offiziell, das Guardiola am Saisonende gehen wird und dass der italienische Coach Carlo Ancelotti sein Nachfolger wird. „Ich will in England in der Premier League trainieren, das ist der einzige Grund, warum ich nicht verlängere“, begründet Guardiola seine Entscheidung.

Erst am darauffolgenden 1. Februar 2016 gibt Manchester City den Deal bekannt. Wenig später trifft sich Guardiola in Amsterdam inkognito mit BVB-Star Ilkay Gündogan und verpflichtet den deutschen Nationalspieler für seinen neuen Klub. Mit Man. City wird Guardiola 2017/2018 englischer Meister und stellt mit 100 Punkten einen neuen Liga-Rekord auf.

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