FORTUNA DÜSSELDORF: VEREINSPROFIL UND TEAMSTATISTIKEN



VEREINSPROFIL - FORTUNA DÜSSELDORF

Fortuna Düsseldorf, vollständiger Name: Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 e. V., ist ein deutscher Sportverein aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.

Gängige Kurzbezeichnungen sind ,,Fortuna“ bzw. ,,Die Fortunen“ oder – in Anspielung auf das Vereinslogo – ,,F95″. Nach der Herkunft aus dem früheren Düsseldorfer Arbeiterviertel Flingern wird gelegentlich die Bezeichnung die ,,Flingeraner“ benutzt.

Seit 2018 gehört die Fortuna – nach zuvor 5 Jahren in der Zweitklassigkeit – wieder der Fußball-Bundesliga an. In der ewigen Tabelle der deutschen Fußball-Eliteliga liegt Fortuna Düsseldorf auf Rang 18. Im August 2019 hat der Klub 27.000 Mitglieder und ist damit einer der 20 größten deutschen Sportvereine und der fünftgrößte in Nordrhein-Westfalen.

Das Stadion von Fortuna Düsseldorf ist die 2004 erbaute Multifunktions-Spielstätte Merkur-Spiel-Arena. Sie bietet 54.600 Zuschauern Platz. Tickets für die Heimspiele von Fortuna Düsseldorf sind – mit Ausnahme der Spiele gegen Bayern München, Borussia Dortmund und die beiden größten rheinischen Rivalen, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln, vergleichsweise leicht zu beziehen. Der Zuschauerschnitt liegt zuletzt in der Saison 2018/2019 bei 40.648.

GOOD TO KNOW

DFB-Pokalfinale 1980 in Gelsenkirchen, Fortuna Düsseldorf - 1. FC Köln (2:1): Thomas Allofs jubelt nach seinem Siegtor zum 2:1. Links: Kölns Dieter Prestin. Foto: Imago Sportfoto
DFB-Pokalfinale 1980 in Gelsenkirchen, Fortuna Düsseldorf - 1. FC Köln (2:1): Thomas Allofs jubelt nach seinem Siegtor zum 2:1. Links: Kölns Dieter Prestin. Foto: Imago Sportfoto

Fortuna Düsseldorf genießt in Fußball-Deutschland den wenig schmeichelhaften Ruf einer ,,Fahrstuhlmannschaft.“

Seit dem 2. Abstieg von 1987 hat sich die Fortuna nie länger als 3 Spielzeiten in Folge in der Fußball-Bundesliga halten können.

Von 2002 bis 2004 muss sie gar in der damals viertklassigen Oberliga spielen. 2008 schafft der Verein zunächst die Qualifikation für die neu gegründete 3. Liga. 2009 gelingt die Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2012 schafft das Team über die Relegationsspiele den Sprung in die 1. Bundesliga. In der Folgesaison steigt man unter dramatischen Umständen jedoch direkt wieder ab.

Platz 10 bedeutet 2018/2019 für die von dem Rheinländer Friedhelm Funkel trainierte Mannschaft einen Achtungserfolg. ,,Die Fortuna war eine der größten Überraschungen“, sagt F95-Experte Mike Rietpietsch, ,,das war nur möglich, weil endlich Ruhe in den Verein eingekehrt ist.“

Aus der Reihe ,,So ein Tag: Fortuna Düsseldorf - VfB Stuttgart 0:7: Der 5-fache Torschütze Jürgen Klinsmann (re.) wird von Rainer Zietsch beglückwünscht. Es ist die bis heute höchste Bundesliga-Niederlage für die Fortuna. Foto: Imago.
Aus der Reihe ,,So ein Tag": Fortuna Düsseldorf - VfB Stuttgart 0:7: Der 5-fache Torschütze Jürgen Klinsmann (re.) wird von Rainer Zietsch beglückwünscht. Es ist die bis heute höchste Bundesliga-Niederlage für die Fortuna. Foto: Imago.

Was nur wenige wissen (5 Fortuna-Katastrophen und 5 Düsseldorfer Triumphe)

Für die Fortuna-Hater

  1. Die höchste Bundesliga-Niederlage von Fortuna Düsseldorf: stellt bis heute das 0:7 (0:2) gegen den VfB Stuttgart in der Saison 1985/86 dar. Die Stuttgarter kommen durch Tore von Michael Spies, Karl Allgöwer und 5 Treffer (!) von Jürgen Klinsmann am 15. März 1986 wie ein Tornado über das Düsseldorfer Rheinstadion…
  2. Der Tiefpunkt: 0:6 in der Oberliga gegen Wuppertal! Im Duell zweier Ex-Bundesligisten geht Fortuna Düsseldorf am 30. November 2002 in der viertklassigen Oberliga Nordrhein mit 0:6 (0:2) unter. Gut, dass das nur 5.000 Zuschauer sehen…
  3. Schießbude der Bundesliga: Minus 49 – Das ist die Tordifferenz der Fortunen in der Bundesliga-Saison 1986/87 – bei 91 Gegentoren! Dazu kommt mit 21 Pleiten die größte Zahl an Niederlagen für die Düsseldorfer in einer einzelnen Spielzeit in der Fußball-Bundesliga.
  4. Die peinlichste Wende in einem Bundesligaspiel gegen die Fortuna: 31. Spieltag der Saison 1990/91. Während Fußball-Deutschland vom Meister-Duell Lautern gegen FC Bayern in den Bann gezogen wird, spielt sich auch im Düsseldorfer Rheinstadion eine hochdramatische Partie ab. Eine 3:0-Führung gegen den VfL Bochum durch Tore von Jörn Andersen, Martin Spanring und Thomas Allofs reicht den Düsseldorfern nicht zum Sieg, nicht einmal zu einem Punkt. Michael Rzehaczek, Josef ,,Jupp“ Nehl, Dirk Helmig und Frank ,,Funny“ Heinemann drehen die Partie zwischen der 36. und der 69. Minute zugunsten der Westfalen.
  5. Drama gegen den HSV: Düsseldorf, 3. August 2009. Im Erstrunden-Spiel des DFB-Pokals gegen den Hamburger SV kassiert Fortuna eine ihrer bittersten Niederlagen überhaupt. 3:3 steht es nach 120 Minuten. Andreas ,,Lumpi“ Lambertz gleicht die 3:2-Führung für die Hamburger durch 2 Tore von Nationalspieler Piotr Trochowski in der Nachspielzeit der Verlängerung aus – und bringt die Düsseldorfer Arena zum Beben. Im Elfmeterschießen geben sich jedoch die Hamburger hanseatisch-kühl. Sie verwandeln 4 Elfer, während auf F95-Seite mit Oliver Caillas und Sebastian Heidinger 2 Spieler an HSV-Torhüterlegende Frank ,,Fäustel“ Rost scheitern… aus der Serie ,,Alles umsonst“.

Die aus Sicht aller, die der Fortuna alles andere als Glück wünschen, bemerkenswerteste und erfreulichste Spielzeit in der Fußball-Bundesliga ist natürlich die Saison 1986/87.

Meiste Niederlagen: 21 Pleiten kassiert Fortuna Düsseldorf in der Saison 1986/87 im ,,Oberhaus“ – nicht einmal 1991/92, als man als 20. der Tabelle (20 Klubs nach der sportlichen Wiedervereinigung) die berühmten Treppen im Rheinstadion abwärts nehmen muss, verliert man so viele Spiele (20).

Schlechteste Tordifferenz: 1986/87 hat Fortuna Düsseldorf mit Minus 49 die schlechteste Tordifferenz seiner Bundesliga-Zugehörigkeit.

Wenigsten erzielten Punkte:
Auch dieser Negativ-Rekord fällt in die Saison nach der WM in Mexiko, 1986/87. Fortuna holt nur 27 Zähler. Schon nach dem 31. Spieltag (1:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern) steht der Abstieg praktisch fest.

Für die Fortuna-Fans

  1. Das 7:1 gegen die Bayern: Die Bundesliga-Meisterschale sehen die Düsseldorfer mit ihrer besten Platzierungen 1972/73 und 1973/74 – jeweils Dritter – nur aus der Ferne. Aber am 9. Dezember 1978 erlebt die ,,Schüssel“ Rheinstadion eine eines Meisters würdige Partie. Mit 7:1 fegt Fortuna Düsseldorf den großen FC Bayern München vom Platz. 2-mal Klaus Allofs, 2-mal Wolfgang Seel, 2-mal Emanuel Günther und Gerd Zimmermann sind die Torschützen in einem Spiel, von dem die Anzeigentafel bis heute als T-Shirt-Motiv für Fortuna-Fans verwendet wird…
  2. Am Ende doch: Fortuna düpiert Hertha in der Relegation: Die turbulentesten Relegationsspiele aller Zeiten erlebt die Bundesliga im Mai 2012. Mit 2:1 haben die Düsseldorfer als Tabellendritter das Berliner Olympiastadion gestürmt – und dem (Noch)-Erstligisten Hertha BSC eine empfindliche Niederlage zugefügt. Diese können die Berliner am 15. Mai 2012 im Hexenkessel der Düsseldorfer Arena nicht mehr korrigieren – 2:2. Ein Platzsturm der Fortuna-Fans bringt beinahe alles ins Wanken. Die Berliner legen nach Spiel-Unterbrechung Protest ein und verrennen sich vor Gericht in fragwürdige Aussagen. Der DFB verzichtet auf ein Wiederholungsspiel, Düsseldorf steigt auf – trotz der chaotischen Zustände kurz vor Spielende.
  3. 2-mal in Folge DFB-Pokalsieger: Fortuna Düsseldorf gelingt 1979 und 1980 das, was zuletzt ausgerechnet der rheinische Rivale 1. FC Köln 1977 und 1978 vorgemacht hat: Man verteidigt den DFB-Pokal! Dem 1:0 nach Verlängerung in Hannover im Finale 1979 gegen Hertha BSC durch ein Tor von Wolfgang Seel folgt 1980 der vielleicht prestigeträchtigste Erfolg. Im Gelsenkirchener Parkstadion – bis 1985 wird das Finale in jährlich wechselnden Endspiel-Orten ausgetragen – bezwingt F95 den 1. FC Köln mit 2:1. Rüdiger Wenzel (59.) und Thomas Allofs (65.) drehen die 1:0-Pausenführung der Kölner durch Weltmeister Bernd Cullmann (26.) binnen von nur 6 Minuten um und sorgen für unglaubliche Jubelszenen! Fortuna-Trainer Otto Rehhagel spielt zur Feier des Tages Trompete.
  4. Europacupfinale: Nur Krankl konnte sie stoppen: Das Europapokalfinale der Pokalsieger am 16. Mai 1979 in Basel ist das vielleicht größte Spiel in der Vereinsgeschichte von Fortuna Düsseldorf. Erst in der Verlängerung muss man sich dem FC Barcelona mit 3:4 (2:2; 2:2) beugen. Thomas Allofs und Wolfgang Seel gleichen jeweils für die Rheinländer gegen ,,Barca“ aus – Carles Rexach und der Wiener Deutschland-Schreck Hans Krankl lassen Barcelona in der Verlängerung auf 4:2 davonziehen. Seels 3:4-Anschlusstreffer reicht nicht mehr.
  5. Der höchste Sieg in der Bundesliga: Es verwundert kaum, dass dieser unter der Regie von ,,König“ Aleksandar Ristic zustande kommt. Am 34. Spieltag der Saison 1989/90 schießt Fortuna den FC St. Pauli mit 7:0 aus dem Rheinstadion. Das gleiche Ergebnis hat man zuvor 1983/84 auch gegen Borussia Dortmund abgeliefert – leider fehlen auch in diesen Spielen die Zuschauer. 11.000 gegen den BVB und 13.500 gegen St. Pauli bejubeln die bis heute höchsten Erfolg der Rheinländer im ,,Oberhaus“.

MVP – Diese 5 Spieler und Trainer prägten Fortuna Düsseldorf

  1. Klaus und Thomas Allofs: Das bodenständige Brüderpaar aus Düsseldorf hält den Rekord an gemeinsamen Bundesliga-Einsätzen. 802 Spiele absolvieren beide Brüder in der deutschen Fußball-Eliteliga, Europameister und Vize-Weltmeister Klaus Allofs kommt auf 424 Spiele, sein jüngerer Bruder Thomas auf 378. Damit liegen die Düsseldorfer klar vor Ditmar und Michael Jakobs (689 Spiele) sowie Friedhelm und Wolfgang Funkel, die es u. a. in Diensten von Bayer 05 Uerdingen und Kaiserslautern auf 625 Spiele bringen. Mit 71 Treffern, die er zwischen 1975 und 1981 in 169 Partien erzielt, ist Klaus Allofs auch Rekord-Torschütze der Düsseldorfer in der Fußball-Bundesliga und der erste Spieler, der in Diensten von 2 verschiedenen Klubs (F95, 1. FC Köln, 1979 und 1985) Torschützenkönig wird.
  2. Gerd Zewe: Der Rekordspieler. Der gebürtige Saarländer kommt 1972 vom Ex-Bundesligisten Borussia Neunkirchen zu Fortuna Düsseldorf und macht bis zu seinem Abschied (1987) insgesamt 440 Bundesliga-Spiele für die Mannschaft aus der NRW-Metropole. Das ist bis heute Rekord.
  3. Aleksandar Ristic: ,,König Aleks“: Kein anderer Trainer genießt in Düsseldorf einen derartigen Kult-Status wie ,,Aleks“ Ristic. Seine Pressekonferenzen und seine Sprüche (,,Ich mechte einen Tee trinken“ / ,,Die kennen sagen, was die wollen“) sind unvergessen. 2-mal, 1989 und 1995, führt Ristic die Fortuna in die Bundesliga, dazu 1994 in die 2. Liga und 1996 ins DFB-Pokal-Halbfinale. Sein 3. Engagement in Düsseldorf ist von Erfolglosigkeit geprägt. Nach 6 Monaten ist Ende 2000 für den gebürtigen Bosnier, dem die Fortuna-Fans sogar die Tote-Hosen-Hymne ,,Hier kommt Alex“ singen, Schluss in Düsseldorf. Ristic lebt heute in München.
  4.  Toni Turek (1919 – 1984): ,,Fußballgott“ und Weltmeister: Der Torhüter der deutschen ,,Wunder“-Elf von Bern 1954 hält zwischen 1950 und 1956 in 133 Oberliga-Spielen für die Fortuna. Seine unfassbare Parade gegen Ungarns Superstar Ferenc Puskas im WM-Finale gegen die Magyaren (3:2) findet in Form der Reportage von Herbert Zimmermann (,,Turek, du bist ein Teufelskerl! Turek, du bist ein Fußballgott!“) Eingang in die deutsche Fußballsprache. Vor der Düsseldorfer Arena erinnert heute eine Bronzestatue an den Torhüter. Die Geschäftsstelle von Fortuna Düsseldorf trägt seit 2012 den Namen ,,Toni-Turek-Haus.“
  5. Paul Janes (1912 – 1987): Der ,,große Schweiger“. Worte hat der rechte Läufer und Meister-Spieler von Fortuna Düsseldorf aus dem Jahr 1933 nie viele gemacht. Gutes Timing beim Kopfballspiel umschreibt er einmal so: ,,Man muss im richtigen Augenblick höher springen als der Gegner.“ Das wäre geklärt. Der 71-fache deutsche Nationalspieler erreicht bei der WM-Premiere der DFB-Elf 1934 in Italien das Halbfinale, spielt u. a. neben Schalke-Idol Fritz Szepan und dem Frankfurter Rudi Gramlich im Mittelfeld.

Persona non Grata: Für diese 3 Typen ist in Düsseldorf nicht mal an der längsten Theke der Welt Platz…

Michael Preetz: Torjäger im Shitstorm. Der gebürtige Düsseldorfer, der zwischen 1988 und `90 insgesamt 20 Tore in 88 Liga-Spielen für die Fortuna erzielt hat, versucht 2012, mit allen juristischen Mitteln den Aufstieg seines Ex-Klubs via Relegation zu verhindern. Obwohl der DFB am 21. Mai 2012 ein Wiederholungsspiel der chaotischen Partie in der Düsseldorfer Arena ablehnt, gehen Preetz und die Hertha vor das DFB-Bundesgericht. Sie scheitern krachend. Auch, weil der frühere Fortuna-Trainer Otto Rehhagel (74) peinliche Weltkriegs-Vergleiche bemüht: ,,Ich habe 1943 in einem Keller im Ruhrgebiet gesessen, als uns die Amerikaner bombardiert haben.“ Die Fortuna-Volkseele kocht. Der Facebook-User Oliver Kaelke schreibt: ,,Arm, Berlin, das ist richtig arm. So schlechte Verlierer sollte man aus dem Profifußball verbannen.“ Michael Marusic empfiehlt: ,,Hertha, akzeptiert es endlich, ihr Memmen, und plant für die 2. Liga – am besten ohne Michael Preetz!“ Thomas Nolting schreibt ,,M. P., dieser Vollidiot, macht Hertha kaputt!“ und Ferdinand Lasalle sieht klar: ,,Michael Preetz ist in Düsseldorf soeben zur Persona non grata erklärt worden. Er darf ab jetzt die Stadtgrenzen Düsseldorfs nicht mehr betreten und muss auch den Luftraum in einer Zone von 100 internationalen Meilen weiträumig umfliegen.“ Boah, ey!

Dr. Michael Kölmel: Und sie zahlen immer noch… An der finanziellen Misere der 1990er- und frühen 2000er-Jahre leidet Fortuna Düsseldorf bis heute. Selbst nach dem Bundesliga-Aufstieg 2018 muss der Klub weiterhin einen satten Anteil der TV-Gelder an den Leipziger Geschäftsmann Michael Kölmel (,,Kinowelt“) bezahlen. 15 Prozent der im ,,Oberhaus“ erwarteten 24,7 Millionen Euro mussten demnach an Kölmel überwiesen werden. Der Ursprung dieser Vereinbarung geht auf das Jahr 1999 zurück. Fortuna spielt in der Regionalliga West-Südwest, mit ebenfalls gestrandeten Ex-Bundesligisten wie Rot-Weiß Essen, KFC Uerdingen oder Wattenscheid 09. Im ,,Sammelbecken für Bankrotteure“ (Pirmasenser Zeitung, 2. Dezember 1999) schließt man einen Vermarkter-Vertrag mit dem Inhaber von „Sportwelt“ ab. Ein verhängnisvoller Deal. Der Klub erhält einen 7,4 Millionen Euro Sofort-Kredit, im Gegenzug bekommt der bereits 2002 wegen Insolvenzverschleppung verurteilte Kölmel seit 2008 diese Summe zurückgezahlt plus 15 Prozent aller Einnahmen aus Fernsehrechten. Die Fortuna versucht später, den Vertrag juristisch zu annullieren. Einziger Erfolg: Im April 2013 können die Abgaben an ,,Mister 15 Prozent“ durch eine Sondertilgung um 50 Prozent reduziert werden. Bis 2023 – sollte es nicht wieder einen solchen Schnitt geben – erhält Kölmel nach Informationen von SPORT BILD weiterhin 15 Prozent aller TV-Gelder von Fortuna Düsseldorf. Allein 2018 kassiert der Geschäftsmann beim BL-Aufstieg 3,7 Mio. Euro.

Darko Pancev: Der größte Transfer-Flop. Es mutet bizarr an, dass der mazedonische Stürmer Darko Pancev, immerhin Europapokalsieger der Landesmeister und Weltpokal-Sieger von 1991 mit Roter Stern Belgrad nach einem bereits als erfolglos deklarierten Gastspiel bei Absteiger VfB Leipzig (1993/94) im Jahr 1995/96 beim Bundesliga-Kellerkind Fortuna Düsseldorf anheuert. In 14 Spielen kommt Pancev nur auf 2 Tore, ab März 1996 steht er nicht mehr im F95-Kader. Umgerechnet eine halbe Million Euro Leihgebühr hat Fortuna Düsseldorf für den Mittelstürmer an Inter Mailand gezahlt.

Zweitligist Fortuna Düsseldorf überrumpelte Hertha BSC 2012 in den Relegationsspielen zur Bundesliga..
Zweitligist Fortuna Düsseldorf überrumpelte Hertha BSC 2012 in den Relegationsspielen zur Bundesliga... (Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

GRÖßTE ERFOLGE, GRÖßTE NIEDERLAGEN

Hannover 1979: Josef ,,Sepp" Weikl (l.) und Hubert Schmitz feiern den Sieg im DFB-Pokalfinale mit Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC.
Hannover 1979: Josef ,,Sepp" Weikl (l.) und Hubert Schmitz feiern den Sieg im DFB-Pokalfinale mit Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC. Foto: Imago Sportfoto.

Größte Erfolge der Vereinsgeschichte von Fortuna Düsseldorf sind bis heute der Gewinn der deutschen Fußballmeisterschaft im Jahr 1933, das Finale des Europapokals der Pokalsieger 1979 und der Doppel-Erfolg im DFB-Pokal 1979 und 1980.

1979 erreicht die Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Tippenhauer, u. a. mit Klaus und Thomas Allofs, Dieter Brei, Rudi Bommer, Egon Köhnen und Gerd Zewe, das Finale im Pokalsieger-Wettbewerb – und zwar als Pokalfinalist. Im DFB-Pokalendspiel 1978 ist man dem 1. FC Köln unterlegen.

Größter Moment nach den wechselvollen Jahren 1992 bis 2009, als die Fortuna bis in die Viertklassigkeit stürzt, ist 2012 die Bundesliga-Rückkehr via Relegationsspiel. Mit 2:1 und 2:2 kippt der 3. der 2. Liga 2011/2012 den Bundesligisten Hertha BSC aus der deutschen Fußball-Eliteklasse.

Die größte fußballerische Peinlichkeit liefert Fortuna Düsseldorf jenseits der 1. und 2. Fußball-Bundesliga ab. Platz 17 in der drittklassigen Regionalliga Nord bedeuteten 2001/2002 den Abstieg in die Oberliga Nordrhein. Platz 20, nur 6 Siege (Vereins-Negativrekord) und 4 verschlissene Trainer (Josef Hickersberger, Rolf Schafstall, Horst Köppel, Jürgen Gede) sind 1991/92 in der Rekord-Saison der Bundesliga mit 20 Teams der absolute Tiefpunkt. Ab 1999 folgt dann ein komplettes Jahrzehnt mit Fortuna im Amateurfußball…

OMG - OH MY GOD!

Spielabbruch bei 1. FC Kaiserslautern gegen Fortuna Düsseldorf am 27. November 1976. Die Lautern-Stars Josef Pirrung (l.) und Klaus Toppmöller sind ratlos.
Spielabbruch bei 1. FC Kaiserslautern gegen Fortuna Düsseldorf am 27. November 1976. Die Lautern-Stars Josef Pirrung (l.) und Klaus Toppmöller sind ratlos. Copyright: imago/Ferdi Hartung Abgang: Schiedsrichter Rudolf Frickel hat die Partie 1. FC Kaiserslautern gegen Fortuna Düsseldorf in der 76. Spielminute abgebrochen; 7696 sw vneg yoh quer Fussball GER 1976/1977 Abbruch SpielabbruchImage number 11350048 date 27 11 1976 Copyright imago Ferdi Hartung Finish Referees Rudolf Frickel has The Game 1 FC Kaiserslautern against Fortuna Dusseldorf in the 76 Minute canceled SW Vneg yoh horizontal Football ger 1976 1977 Demolition Demolition game

Mal Punk, mal tote Hose – Fortuna Düsseldorf zwischen den Gefühlswelten.

Die einzige Konstante bei Fortuna Düsseldorf, so meint Edel-Fan Campino, Sänger der Punk-Band Die Toten Hosen, bürgerlich Andreas Frege (wobei sich mit diesem Namen sicher keine Weltkarriere machen ließ…), sei, dass ,,die Würstchen wahrscheinlich auch in der Regionalliga genauso schmecken.“ Das lässt sich schwerlich überprüfen. Fakt aber ist, dass Die Toten Hosen dem Verein in seiner schlimmsten Phase finanzielle Hilfe geben. Punx not dead!

  1. Rettung durch die Tote Hose (n): Kaum ein Bandname könnte das Geschehen rund um Fortuna Düsseldorf besser beschreiben als Die Toten Hosen (,,Hier kommt Alex“ / ,,Bayern“). Denn schon mit dem Bundesliga-Abstieg 1992 kommt die Fortuna finanziell ins Schlingern. 1992/93 steht Platz 21 in der 2. Bundesliga und der Sturz in die Oberliga! Es herrscht Totentanz im WM-und EM-Stadion von 1974 und 1988. In der Saison 1992/93 verlieren sich in der 2. Liga im Schnitt nur noch 5.726 Fans im weiten Rund des Rheinstadions. 2000/2001 scheinen die Flingeraner in der Regionalliga Nord vor dem endgültigen finanziellen ,,Aus“ zu stehen. Die Edelfans von den Toten Hosen greifen ein. Nachdem sie 1988 schon den Wechsel von Publikumsliebling Anthony Baffoe mit finanziert haben, helfen sie ihrer Fortuna nun als Hauptsponsor von 2001 bis 2003 aus dem Gröbsten heraus.
  2. Der erste Spiel-Abbruch der Bundesliga: Kaiserslautern, 27. November 1976. Es ist 16.56 Uhr, als ganz Fußball-Deutschland zum Betzenberg schaut. Von der Westkurve, wo die treuesten FCK-Fans stehen, fliegen während der Partie 1. FC Kaiserslautern gegen Fortuna Düsseldorf kleine Likörflaschen auf den Platz. Schiedsrichter Rudolf Frickel (München) macht Lauterns Kapitän Josef Pirrung auf diese Geschehnisse aufmerksam. Seppl Pirrung gibt Zeichen an den Stadionsprecher und FCK-Coach Erich Ribbeck. Als weitere Flaschen auf den Rasen fliegen, bricht Frickel die Partie kurzerhand ab. Es ist dies der erste Spielabbruch in der Bundesliga-Geschichte. Fortuna führt zu diesem Zeitpunkt mit 1:0. ,,Wochen später wurde der 1. FCK für das verantwortungslose Verhalten einiger Fanatiker zur Rechenschaft gezogen, heißt es 1978 im Buch Die Fußball-Könige aus der Pfalz von Peter Lenk und Gerhard Reuther, ,,eine saftige Geldstrafe und Punktabzug.“
  3. Fortuna Düsseldorf und das Rheinstadion: Alles aus Liebe? Als die Bundesliga-Heimstatt der Düsseldorfer im November 2002 in 2 Wellen gesprengt wird, kommt im letzten Moment doch noch leise Wehmut auf. Der frühere Stadionsprecher Dieter Bierbaum († 2018) verfolgt mit einem Schutzhelm mit Fortuna-Logo aus sicherer Entfernung, wie die die WM-Arena von 1974 in Sekunden in Schutt und Asche gelegt wird. ,,Es ist ein wahnsinniges Gefühl, das zu sehen“, sagt Bierbaum damals mit zitternder Stimme, ,,dieses Stadion hat Sportgeschichte geschrieben, 22 Jahre Bundesliga mit Fortuna Düsseldorf, alles weg, mit einem Mal.“ Nur die Nordkurve, unter der Wasserleitungen verlaufen, die auch für die neu zu erbauende Düsseldorfer Arena unverzichtbar sind, bleibt vorerst noch stehen. Letztmalig rollt der Ball im Rheinstadion am 3. März 2002. Beim 1:1 gegen den Erzrivalen Rot-Weiß Essen erzielt der Nigerianer Ganiyu Shittu von Fortuna Düsseldorf das letzte Tor in der Geschichte des Stadions. Kurios: 2 Europapokal-Finals finden 1979 und 1981 im Düsseldorfer Rheinstadion statt. Borussia Mönchengladbach gewinnt hier den UEFA-Cup, Dynamo Tiflis gegen den FC Carl Zeiss Jena und Kult-Trainer Hans Meyer (,,Gehen Sie mal davon aus…“) 1981 den Pokalsieger-Wettbewerb. 4.750 Zuschauer in der riesigen Betonschüssel sind bis heute ein Negativ-Besucherrekord in einem europäischen Finale.

Campino: ,,Man muss im Leben immer etwas haben, woran man glauben kann - und wenn es nur Fortuna Düsseldorf ist."

FORTUNA DÜSSELDORF - FUN FACTS

Die deutsche Band Die Toten Hosen im Stadion von Fortuna Düsseldorf. Copyright: TBM UnitedArchives201684
Die deutsche Band Die Toten Hosen im Stadion von Fortuna Düsseldorf. Copyright: TBM UnitedArchives201684

Dass die Toten Hosen Fans von Fortuna Düsseldorf sind, weiß selbst in Köln jeder Jeck. Doch hier kommen 10 Fun Facts rund um ,,Tuna“, die nicht jeder kennt…

Der Kaiser vom Rhein. Leichtfüßig und mit großer Übersicht und hohem Spielverständnis, also so wie Franz (Franz) Beckenbauer, spielt Gerd Zewe im Dress von Fortuna Düsseldorf. Der Rekord-Spieler der Rheinländer kommt aber am Münchner Original nie wirklich vorbei und macht nur 4 Länderspiele.

Die Karlo-Partei. Ein Spieler von Fortuna Düsseldorf genießt absoluten Kult-Status. Es ist Karl ,,Karlo“ Werner, der 145-mal in der Bundesliga für die Düsseldorfer aufläuft. An der Uni wird eine Partei nach Werner benannt: Die DKP – Düsseldorfer Karlo-Partei. Ob sie jemals die F95-Hürde genommen hat, ist nicht bekannt…

Baffoe mit legendärem Interview. Anthony Baffoes Wechsel von Fortuna Köln wird 1989 von den Toten Hosen mitfinanziert. Die Band steuert einen Teil der zu zahlenden 100.000 Euro bei – und lässt während einer Tournee unter dem Motto ,,Ein Bein für Toni Baffoe“ den Klingelbeutel kreisen. Baffoe, ghanaischer Diplomatensohn aus Bonn, gibt in seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf in der Saison 1989/90 ein Interview, das die verwöhnte Kicker-Welt aufhorchen lässt. ,,Wenn ich richtig darüber nachdenke, habe ich heute keine gute Leistung gebracht“, sagt Anthony Baffoe – und schafft es damit sogar in den ZDF-Bundesliga-Rückblick. ,,Selbstkritik, ebenso selten wie in“, heißt es dort.

Rekord-Aufsteiger Funkel. Trainerlegende Friedhelm Funkel kommt erst 2016 zu Fortuna Düsseldorf. Dem gebürtigen Neusser gelingt 2018 in Diensten der Fortuna ein neuer Rekord. Der Bundesliga-Aufstieg (als Meister der 2. Liga) ist der 6. seiner Karriere – und damit eine absolute Bestmarke. Zuvor hat Funkel den KFC Uerdingen (2-mal), den MSV Duisburg, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt in die Bundesliga geführt. Am 4. Oktober 2019 macht Funkel in Diensten von Fortuna Düsseldorf bei der 1:3-Niederlage bei Hertha BSC sein 500. Spiel als Bundesliga-Trainer.

,,Lumpi“ Lambertz: Alles mitgemacht. Der ehemalige Fortuna-Jugendspieler Andreas ,,Lumpi“ Lambertz ist 2012 am Ziel seiner Träume. Mit den Düsseldorfern steigt er in die Bundesliga auf, nachdem er zuvor mit den Flingeranern von der vierthöchsten Spielklasse bis ganz nach oben durchmarschiert ist.

Wiedersehen mit Benfica. Vor dem Bundesliga-Comeback 2012 ist Benfica Lissabon Testspielgegner der Fortuna. Der Klub aus Portugal ist in der Saison 1980/1981 auch Fortunas letzter Gegner in einem europäischen Wettbewerb, im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger.

Manni, der Fortunen-Schreck. Stürmerlegende Manfred ,,Manni“ Burgsmüller ist im Mai 2019 überraschend verstorben. Der Angreifer, der u. a. für den BVB, Rot-Weiß Essen und Werder Bremen spielt, ist mit 17 Toren in 29 Pflichtspielen der absolute Schreck vom Rhein. Kein anderer Spieler erzielt mehr Tore gegen die Fortuna.

Nur ein Spanier. Unter den Legionären, die in der Bundesliga für Fortuna Düsseldorf auflaufen, befindet sich mit Juanan nur ein einziger spanischer Spieler. Von Real Madrids B-Mannschaft 2011 verpflichtet, macht der Innenverteidiger bis 2014 insgesamt 39 Pflichtspiele.

Jüngster Spieler? Ein Keeper. Der jüngste Spieler in der Bundesliga-Historie von Fortuna Düsseldorf ist Torhüter Frank Kirn. Bei seinem Debüt am 18. Oktober 1986, einem 0:4 gegen den 1. FC Köln, ist er 17 Jahre, 8 Monate und 1 Tag alt und überholt damit den legendären Libero Ralf Dusend, der 1978 mit 18 Jahren, 6 Monaten und 4 Tagen beim 4:1 gegen Lautern erstmals das Fortuna-Trikot in einem BL-Spiel trägt.

Tore on Demand (t). Kein anderer Spieler hat mehr Treffer in einer einzelnen Spielzeit für Fortuna Düsseldorf erzielt als der gebürtige Kölner Sven Demandt. Er läuft in 2 Vertragsperioden, 1984 bis 1989 und 1990 bis 1992 für die Fortunen auf. In der erfolgreichen Zweitliga-Saison 1988/89 erzielt Demandt in 38 Spielen 35 Tore. Er wird damit Torschützenkönig der 2. Liga und bester Schütze in der Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga seit 1981.

TEAM-STATS, INFOGRAFIKEN, EXTERNE QUELLEN

TEAM-STATISTIKEN

Infos umfassen: Alter der Spieler, Einsätze, Gespielte Minuten, Gegentore, Zu Null gespielt, Einwechselungen, Auswechselungen, Gelbe Karten, Rote Karten, Ampelkarten. 

 

EXTERNE QUELLEN

Am 9. Dezember 1978 geht der FC Bayern München bei Fortuna Düsseldorf im Rheinstadion baden... Foto: Imago Sportfoto
Am 9. Dezember 1978 geht der FC Bayern München bei Fortuna Düsseldorf im Rheinstadion baden... Foto: Imago Sportfoto

Offizielle Website von Fortuna Düsseldorf

https://www.f95.de/home/

Wikipedia-Eintrag von Fortuna Düsseldorf

https://de.wikipedia.org/wiki/Fortuna_D%C3%BCsseldorf

Halbangst – Der Fortuna-Blog

https://www.halbangst.de/

AKTUELLES (INKL. SPIELE, STATS ZU TORSCHÜTZEN, FORMÜBERSICHT, HANDICAP, ÜBER/UNTER)

Auch mit Diallo konnte Borussia Dortmund im Dezember 2018 die erste Saison-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf nicht vermeiden...
Auch mit Diallo konnte Borussia Dortmund im Dezember 2018 die erste Saison-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf nicht vermeiden... (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)