WM 2022

Frankreich vs Marokko – Beste WM Fußballspiel Momente und Ergebnis

Am Mittwoch, den 14. Dezember 2022 fand das zweite WM-Halbfinalspiel Frankreich vs Marokko statt. Das Spiel wurde im al-Bayt Stadium in der Stadt al-Chaur um 20:00 Uhr deutscher Zeit ausgetragen. Während die Auswahl Frankreichs schon vor Beginn des Turniers als großer Favorit galt und auch schon die WM in Russland für sich entscheiden konnte, gilt und galt Marokko als krasser Außenseiter. Schon vor dem Turnier konnten sich die marokkanischen Stars feiern lassen, denn mit dem Einzug ins Halbfinale stellen sie das erste afrikanische Team dar, das es bei einer WM so weit brachte. Letztlich konnte Frankreich diese Partie aber mit einem 2:0 für sich entscheiden. Theo Hernández (5. Minute) und Kolo Muani (79. Minute) erzielten die Tore und sorgten dafür, dass Didier Deschamps nun zum dritten Mal im Finale einer WM steht: einmal bislang als Spieler und einmal als Trainer.

Frankreich vs Marokko – Beste Momente WM Fußballspiel

1. Halbzeit – Früher Rückschlag für Marokko

Ein Finaleinzug Marokkos wäre die Krönung für das Team gewesen, obwohl man mit dem Einzug ins Halbfinale selbst schon Rekorde brach. Dennoch träumte man sicherlich davon, das Finale gegen Messi und Co. spielen zu dürfen. Dass dies ein steiniger Weg werden würde, merkte die Mannschaft schon nach fünf Minuten, als man gegen den Weltmeister von 2018 mit 0:1 zurücklag. Varane spielt einen mustergültigen Pass in die Schnittstelle. Griezmann kommt an den Ball und lässt die marokkanische Defensive schlecht aussehen. Mbappé will schießen, schießt sich aber selbst an, kann auch den zweiten Schuss nicht wirklich auf das Tor platzieren. Doch die Franzosen haben Glück, denn über Umwege kommt Theo Hernández an den Ball, der letztlich mühelos einschiebt.

Nach 21 Minuten die nächste Hiobsbotschaft für Marokko: Romain Saiss, in diesem Turnier und generell eine feste Größe in der Innenverteidigung der Afrikaner, muss angeschlagen raus. Er wird durch Amallah, einen WM-Stammspieler ersetzt. Leichter ist die Aufgabe für Marokko dadurch dennoch nicht geworden. Insgesamt lassen sich die Marokkaner aber auch nach dem Rückstand nicht entmutigen. Sie schaffen das, was man seitens Frankreich mit Sicherheit vermeiden wollte: die Hektik hochhalten und für Spannung und mitunter auch für Chaos sorgen. Die Afrikaner kommen zu einigen Torchancen, zumeist aus der Distanz, oder aus Standardsituationen resultierend. Allerdings hätte Frankreich nach dem frühen 1:0 nachlegen können – ja, müssen. Giroud traf den Pfosten, vergab eine Großchance und so auch Kylian Mbappé reihte sich in diese Liste ein. In Minute 34 hat Mittelfeldspieler Tchouameni eigentlich freie Bahn aus etwa Elfmetern, kann den Ball aber nicht im Tor unterbringen. Noch spricht das nicht für die typische französische WM-Effizienz, doch die Führung gibt dem amtierenden Weltmeister natürlich trotzdem recht.

2. Halbzeit – Frankfurts Kolo macht alles klar

In der zweiten Hälfte wäre El Yamiq mit einem Fallrückzieher beinahe erfolgreich gewesen. Die Frequenz der marokkanischen
Angriffe war phasenweise sehr hoch. Marokko bewies, warum das Überraschungsteam zurecht in einem WM-Halbfinale steht. Nach 63 Minuten haben die Franzosen etwas mehr als 27% Ballbesitz. Später wird man dieses Verhalten Frankreichs teilweise kritisieren, denn mit Sicherheit könnte man mit dem vorhandenen Starpotenzial mehr für das Spiel tun. Nach wie vor ist aber das Ergebnis auf der Seite Frankreichs, denn es steht 1:0. Letztlich sind es viele kleine Aktionen, die belegen, dass Marokko den Ausgleich hier durchaus verdient gehabt hätte.

Final ist es aber so, wie es im Fußball (leider?) sehr häufig der Fall ist: wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten dafür. Mbappé bricht auf der linken Seite durch, leitet das Zusammenspiel mit Thuram ein. Am Ende bekommt der Weltstar den Ball vom Gladbach-Spieler zurück, doch der Schuss des PSG-Angreifers kann nicht wie geplant platziert werden. Der Block landet am Ende aber beim eingewechselten Kolo Muani. Genauer gesagt wurde der Stürmer der Frankfurter Eintracht in Spielminute 79 eingewechselt. Genau in dieser Minute fiel auch das 2:0 und man ahnte es im Stadion: das riecht gewaltig nach Vorentscheidung!

In Spielminute 93 gibt ein Angriff der Marokkaner nochmal den gesamten Spielverlauf wieder. Allah wird im Strafraum von Lloris geblockt, Thuram kann Ounahi nicht stoppen, doch einer der Spieler dieses Spiels und auch einer der Aufsteiger im marokkanischen Team kann den Ball nicht im Tor unterbringen. Stattdessen kommt Hamdallah dicht vor dem Tor zur Chance, die Koundé aber schlussendlich entschärfen kann. Es war die fehlende Effizienz, aber letztlich auch das Quäntchen Glück, welches Marokko an diesem Tag fehlte. Ein spätes Tor hätte das Spiel nochmal spannend werden lassen.

Frankreich vs Marokko – Ergebnis und was geschieht jetzt?

Allerdings merkte man den Marokkanern die Demoralisierung an, nachdem Kolo kurz nach seiner Einwechslung das drittschnellste WM-Tor eines Einwechselspielers erzielen konnte. Aufgeben kam für Marokko dennoch nicht in Frage. Nun kommt es im Finale zu einem Duell zweier WM-Giganten. Argentinien, allen voran Lionel Messi, trifft auf Frankreich um Superstar und Messi-Teamkollege Kylian Mbappé. Marokko wird im kleinen Finale hingegen auf Kroatien treffen und hat dort die Chance, eine ohnehin brillant verlaufene WM nochmals zu krönen. Es ist zugleich das Duell der beiden Überraschungsmannschaften dieses Turniers.


Daniel Glaser

Ursprünglich aus Baden-Württemberg kommend, schreibe ich seit August 2022 Artikel über die Premier League, Ligue 1, Süper Lig und Europa League vom schönen Hamburg aus. Meine Liebe für das Schreiben verfolgte ich durch ein Bachelorstudium des Sportjournalismus. Aktuell bin ich mit meinem Bachelorstudiengang der Psychologie an der FernUniversität in Hagen beschäftigt. Als eingetragenes Mitglied des FC Bayern München juble und leide ich mit dem deutschen Rekordmeister mit – wobei das Leiden glücklicherweise nicht allzu oft vorkommt…