Jetzt doch: Friedhelm Funkel vor Vertragsverlängerung


Die Überraschung ist groß. Und der Aufschrei ebenso, als Fortuna Düsseldorf und Friedhelm Funkel am Freitag, den 11.01.2019 verkünden, dass der Trainer den Verein im Sommer 2019 verlassen wird.

Jetzt wird alles zurückgedreht. Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung gehen weiter.

Denn reif für die Fußball-Rente? Diesen Eindruck hat man bei Friedhelm Funkel, am 10. Dezember 2018 gerade 65 Jahre jung geworden, zuletzt nicht gehabt.

„Ab Sommer bin ich Rentner“, erklärte Friedhelm Funkel im Fortuna-Wintertrainingslager in Marbella mit Tränen in den Augen. Das dürfte verfrüht gewesen sein.

Trainer Friedhelm Funkel wird Fortuna Düsseldorf zum Saisonende wohl doch nicht verlassen. (Photo by Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images)

Friedhelm Funkel: "Ich bin nicht nachtragend. Jetzt habe ich eine gute Verhandlungsposition, aber das werde ich nicht ausnutzen."

Dreifach-Torschütze Dodi Lukebakio und der überglückliche Fortuna-Coach Friedhelm Funkel nach dem 3:3 beim FC Bayern München am 24. November 2018. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

“Wir haben uns gestern Abend noch einmal zusammengesetzt, um in Ruhe über alles zu reden”, so erklären Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer und Friedhelm Funkel unisono den Schwenk.

“Dabei ist uns bewusst geworden, dass zwei Dickköpfe zu sehr auf ihren Positionen beharrt haben. Das war ein Fehler. Im Interesse von Fortuna Düsseldorf werden wir gemeinsam diesen Fehler korrigieren.”

In der Woche vor dem Rückrundenstart in Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) soll bereits eine Einigung erzielt werden, hieß es in einer Mitteilung an die Presse.

Und Funkel gibt sich konziliant: “Ich bin nicht nachtragend. Jetzt habe ich eine gute Verhandlungsposition, aber das werde ich nicht ausnutzen.”

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Funkel ist Rekord-Aufstiegscoach der Bundesliga

Jürgen Klopp kehrte ab 2005 als Trainer von Mainz 05 regelmäßig nach Frankfurt (hier mit Trainerlegende Friedhelm Funkel, l.) zurück. (Photo by Alexander Heimann/Bongarts/Getty Images)

Am Freitag hatte Club-Chef Robert Schäfer noch klar gemacht, dass die Entscheidung gegen Trainer-Ikone Friedhelm Funkel von allen wichtigen Gremien und Entscheidungsträgern im Verein getragen würde.

Dem ist anscheinend nicht so und Schäfer muss seine Entscheidung wieder zurücknehmen. Ob das mit internen Konsequenzen und Machtverschiebungen verbunden ist, ist noch nicht bekannt. Die können auch den neuen Sportvorstand Lutz Pfannenstiel betreffen, der in dieser Angelegenheit eher unglücklich agierte – quasi in der Probezeit. Direkt nach Veröffentlichung des Abschieds von Funkel organisierten sich Teile der Fortuna-Fans und initiierten eine Petition zum Verbleib des Trainer-Oldies. Dieser war ob der großen Unterstützung mehr als gerührt. “Es gab eine große Sympathiewelle, die mich erreicht hat”, erklärte er. “Es hat Dimensionen angenommen, die ich nie für möglich gehalten habe.”

Zum Verständnis: Funkel hatte die Düsseldorfer im März 2016 übernommen, als der Verein in den Niederungen der 2. Bundesliga stand. 2018 führte er den Verein ohne teure Neueinkäufe nach 5 Jahren in die Bundesliga. Und dort steht das Team nach der Hinrunde auf dem 14. Platz. Zuletzt gab es drei Siege nacheinander, darunter den Erfolg gegen Borussia Dortmund.

Und: Laut Kicker hatte Funkel in den Vertragsverhandlungen selbst vorgeschlagen, nur im Falle des Klassenerhalts bleiben zu wollen. Der Vorstand wollte trotzdem erst die Rückrunde abwarten. Schlecht gepokert.

Ligalive Infografik: Team Profile, Fortuna Düsseldorf, Bundesliga 2018/19

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