Es kann auch die Besten treffen: Diese 5 Fußball-Weltstars stiegen ab


Die Bundesliga-Saison 2018/2019 hat alle Entscheidungen gesehen. Der 1. FC Union Berlin wird der 56. Bundesligist seit 1963. Der VfB Stuttgart muss zum 3. Mal nach 1975 und 2016 absteigen.

Einen Spieler bei den Schwaben trifft dabei das Los, als Weltmeister absteigen zu müssen: Benjamin Pavard. Der französische Verteidiger, der im Sommer für 35 Mio. Euro zum FC Bayern München wechseln wird, kann der VfB-Defensive, die 70 Gegentore plus 2 Buden im Relegations-Hinspiel kassiert, keine Stabilität geben.

Auch Mario Gomez gehört zu den profiliertesten Spielern beim Klub aus der baden-württembergischen Metropole, die runter müssen. Der Champions-League-Sieger von 2013 (mit dem FC Bayern) und Pavard sind damit in guter respektive unguter Gesellschaft.

Es ist wie beim Sitzenbleiben. Die meisten Genies sind irgendwann mal in der Schule kleben geblieben. So verhält es sich auch mit den Fußballstars.

Auch für Champions-League-Sieger Mario Gomez ist es der erste Abstieg seiner Karriere. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)
Auch für Champions-League-Sieger Mario Gomez ist es der erste Abstieg seiner Karriere. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)
Es trifft auch hier mitunter die ganz Großen. Als sie noch gar nicht so groß sind, aber auch als sie schon Weltklasseformat haben. Den Makel eines Abstiegs tragen viele Fußball-Weltstars mit sich durch ihre Karriere – und man staunt.

Weltstars als Absteiger 5: ,,Big Brehme" erwischte es im Duell mit Völler

Andreas Brehme (r.) im legendären Abstiegsfinale 1996 mit Bayer Leverkusen und Hans-Peter Lehnhoff gegen den 1. FC Kaiserslautern. (Photo by Bongarts/Getty Images)
Andreas Brehme (r.) im legendären Abstiegsfinale 1996 mit Bayer Leverkusen und Hans-Peter Lehnhoff gegen den 1. FC Kaiserslautern. (Photo by Bongarts/Getty Images)
Leverkusen, 18. Mai 1996. Die Bundesliga erlebt in der BayArena ein echtes Abstiegs-Finale.

Bayer Leverkusen gegen den 1. FC Kaiserslautern, nur ein Sieg kann die ,,Roten Teufel“ noch vor dem 1. Abstieg ihrer Liga-Historie bewahren. Eine ganze Region fiebert mit.

Mittendrin: 2 Weltmeister, die schon so ziemlich alles erlebt haben. Nur eben noch keinen Abstieg. Es sind Rudi Völler (36) von Bayer Leverkusen, der nach diesem Spiel seine Karriere beenden wird, und Andreas Brehme (35) vom FCK. Sie sind 1990 in Italien gemeinsam Weltmeister geworden und stehen sich ein Jahr später im rein italienischen UEFA-Cup-Finale gegenüber. Brehme und Inter Mailand setzen sich knapp gegen Völler und die AS Rom durch.

Nun ist es umgekehrt. 8 Minuten vor Schluss beendet ein Tor von Markus Münch zum 1:1-Endstand die Ära 1. FCK in der Bundesliga vorerst. Die Lauterer und ihre Fans versinken im Tal der Tränen. FCK-Idol Stefan Kuntz versagt am premiere-Mikrofon die Stimme. Brehme weint wenig später im Studio des übertragenden Pay-TV-Senders bittere Tränen – im Arm seines Weggefährten Rudi Völler. Ein Bild, das Bundesliga-Geschichte schreibt.

Brehme gelingt es mit den Pfälzern, diesen Makel auszugleichen. Eine Woche später holt Lautern in Berlin den DFB-Pokal und im Mai 1998 wird der Rückkehrer als erster und bis heute einziger Aufsteiger Deutscher Meister in der Bundesliga. So kann es gehen. Brehme ist unter den deutschen Weltmeistern von 1990 allerdings nicht der einzige, der in die Zweitklassigkeit gehen muss. Das passiert auch Andreas Köpke 1996 mit Frankfurt und 1999 mit dem 1. FC Nürnberg, Andy Möller passiert dies zum Karriere-Ende 2004 mit den Frankfurtern. Guido Buchwald und Thomas Häßler müssen 1998 mit dem Karlsruher SC runter.

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Weltstars als Absteiger 4: Michael Owen: Der ,,Wonderboy" als Pechvogel

Wonder Boy, was nun? Michael Owen stieg 2009 mit Newcastle United aus der Premier League ab. (Photo by Stu Forster/Getty Images)
Wonder Boy, was nun? Michael Owen stieg 2009 mit Newcastle United aus der Premier League ab. (Photo by Stu Forster/Getty Images)

Viele Experten in England sagen, dass der Abstieg des Michael Owen schon viel früher beginnt als in der Saison 2008/2009.

Der ,,Wonderboy“ des englischen Fußballs, der bis dahin jüngste eingesetzte Nationalspieler im 20. Jahrhundert bei den ,,Three Lions“, ist 2005 nach einem wenig erfolgreichen Ausflug zu Real Madrid auf die Insel zurückgekehrt.

Bei Newcastle United will Owen einen Neuanfang. Verletzungsbedingt macht er für die ,,Magpies“ aber nur 71 Liga-Spiele (26 Tore). An die Fabel-Quoten in Diensten des FC Liverpool, mit dem er u. a. 2001 das ,,Triple“ aus FA Cup, Ligapokal und UEFA-Pokal gewinnt, wird Michael Owen nie mehr herankommen. In Diensten der ,,Reds“ hat er 118 Treffer in 216 Premier-League-Spielen erzielt. Am Saisonende 2009 steht für ihn ein weiterer Tiefpunkt: Newcastle United steigt ab.

Owen wechselt zu Manchester United – und begeht damit einen Tabubruch.

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Weltstars als Absteiger 3: Ibrahimovic - Ein ,,zlatanischer" Abstieg

Der Karriere-Start von Zlatan Ibrahimovic, hier im Trikot des AC Mailand, begann mit einem Abstieg... (Photo by Claudio Villa/Getty Images)
Der Karriere-Start von Zlatan Ibrahimovic, hier im Trikot des AC Mailand, begann mit einem Abstieg... (Photo by Claudio Villa/Getty Images)

Die Karriere des wahrscheinlich zlatanischsten Fußballers aller Zeiten beginnt im schwedischen Malmö.

Beim Europacupfinalisten von 1979, Malmö FF, schickt sich Ende der 90er-Jahre ein junger Stürmer an, die Fußballwelt quasi auf zlatanische Weise aus den Angeln zu heben. Es ist Zlatan Ibrahimovic, Sohn bosnischer Einwanderer. Seine Eltern und seine Trainer sagen dem trickreichen Stürmer einen Hang zur Eigensinnigkeit nach. Wie sehr sie damit untertreiben, werden die nächsten 20 Jahre zeigen…

Mit 18 unterschreibt Ibrahimovic bei Malmö FF seinen ersten Profivertrag. Dass er Jahre später der Spieler sein wird, der weltweit die höchsten Transfer-Summen addiert hat, weiß zu diesem wirklich frühen Zeitpunkt des zlatnischen Evangeliums noch niemand. Bei Malmö FF muss der junge Mann, der so ehrgeizige Pläne hat und sich  für einen Fußballprofi völlig untypisch übrigens – mit seinen ersten Profigehältern einen Plasma-TV und einen pinkfarbenen Lamborghini Sportwagen kauft, allerdings den ersten Tiefschlag seiner Karriere hinnehmen.

Nach 60-jähriger Zugehörigkeit zur höchsten schwedischen Liga steigt Malmö FF 1999/2000 ab. Wer jetzt gedacht hat, dass Zlatan den Abflug in eine europäische Top-Liga macht, liegt falsch. Ibrahimovic steuert 12 Tore zum direkten Wiederaufstieg bei und verabschiedet sich erst 2001 zu Ajax Amsterdam in eine große Liga. Der Rest ist bekannt…

Weltstars als Absteiger 2: Zinedine Zidane war nicht immer Meisterklasse

Zinedine Zidane ist einer der besten Fußballer aller Zeiten, dem sogar Graffitis gewidmet sind. Foto: Getty Images
Zinedine Zidane ist einer der besten Fußballer aller Zeiten, dem sogar Graffitis gewidmet sind. Foto: Getty Images
AS Cannes ist nach 3 Jahren als Jugendspieler ab 1990 auch die erste Profistation von Zinedine Zidane.

Schon mit 16 Jahren wird Zidane am 20. Mai 1989 gegen den FC Nantes erstmals in der französischen Divison 1 eingesetzt. Der junge Mann aus Marseille muss in der Saison 1991/92 allerdings den bitteren Abstieg in die 2. französische Liga hinnehmen. Der AS Cannes wird mit nur 8 Siegen Tabellenvorletzter – und den technisch hoch versierten Zidane zieht es zu Girondins Bordeaux.

Hier trifft er auf Spieler, mit denen er nur 6 Jahre später Fußballgeschichte schreiben wird: Bixente Lizarazu und Christophe ,,Duga“ Dugarry, wie Zidane mit Frankreich Weltmeister 1998. Sie bilden schon wesentlich früher die Eckpfeiler der erfolgreichen Girondins-Mannschaft, die 1996 erst im UEFA-Cup-Finale vom FC Bayern München gestoppt wird.

Ein Fauxpas wie der Abstieg von 1992 ist ,,Zizou“, wie Zidane erst in Bordeaux genannt wird, danach nie wieder passiert. Im Gegenteil. Auf seinen weiteren Stationen steht der geschmeidige offensive Mittelfeldspieler, der die Chef-Rolle in der Zentrale ruhig, fast lautlos wie kaum ein anderer Großer ausfüllt, für Rekorde und Titel. Champions-League-Sieger 2002, spanischer Meister mit Real Madrid, italienischer Meister mit Juventus Turin, aber nie mehr in Abstiegsgefahr…

Weltstars als Absteiger 1: Lukas Podolski - 3-mal Abstieg statt Alaaf

Lukas Podolski am 5. Mai 2012: Soeben ist der Nationalspieler mit dem 1. FC Köln zum 3. Mal aus der Bundesliga abgestiegen.
Lukas Podolski am 5. Mai 2012: Soeben ist der Nationalspieler mit dem 1. FC Köln zum 3. Mal aus der Bundesliga abgestiegen. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)
,,One Night in Rio“ – am 13. Juli 2014 belohnt sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für ein Jahrzehnt Aufbauarbeit mit dem 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien im Finale von Rio de Janeiro selbst und wird zum 4. Mal Weltmeister.

Unter den Spielern, die den 4. Stern für Deutschland holen, ist auch einer, der auch das andere Ende der Gefühlsskala miterlebt hat. Und zwar mehrfach. Es ist Lukas Podolski, der seine Nationalmannschafts-Karriere mit 130 Länderspielen (49 Tore) mit dem WM-Titel krönt.

,,Prinz Poldi“, wie der Boulevard den umgänglichen Deutsch-Polen nennt, hat mit seinem Herzensverein 1. FC Köln die Tiefen einer jeden Bundesliga-Saison erlebt. 2004 und ausgerechnet im Jahr der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 muss Podolski mit dem FC absteigen. Der 3. Abstieg ereilt den bei den Fans immens populären Stürmer vor seinem 2. Weggang aus Köln, am Ende der Saison 2011/2012.

Außer Podolski müssen von den ,,Helden von Rio“ in den Jahren nach 2014 auch Erik Durm (Huddersfield Town) sowie André Schürrle mit dem FC Fulham 2019, Kevin Großkreutz und Ron-Robert Zieler mit dem VfB Stuttgart (2016 bzw. 2019) einen Abstieg hinnehmen.

Ligalive TV: Union steigt auf, der VfB Stuttgart ab