WM: Die Skandal-Akte Michel Platini…


Michel Platini (links) gemeinsam mit Sepp Blatter. Foto: Getty Images
Michel Platini (links) gemeinsam mit Sepp Blatter. Foto: Getty Images

Die umstrittene WM-Vergabe an Katar für 2022 zieht weitere Kreise. Am Dienstag ist der frühere UEFA-Präsident und Fußball-Weltstar Michel Platini in Paris festgenommen worden.

Der Europameister von 1984 befindet sich in Polizeigewahrsam in Nanterre bei Paris – und der nächste Mega-Skandal rund um die WM-Vergabe an Katar zeichnet sich ab.

Der 63-Jährige ist derzeit für alle fußballerischen Aktivitäten gesperrt. Er steht unter dem Verdacht der ,,aktiven und passiven Korruption“, wie die französische Tageszeitung Le Monde am Dienstag berichtet.

Die FIFA-Ethikkommission hat ,,Le Platine“, wie der ehemalige Regisseur der ,,Equipe Tricolore“ und von Juventus Turin auch genannt wird, für 8 Jahre aus dem Fußballgeschäft verbannt – und seine Sperre später auf 4 Jahre reduziert. Besser wird die Sache dadurch nicht…

Larios hatte eine Affäre mit Platinis Ehefrau Christelle. Foto: Getty Images
Larios hatte eine Affäre mit Platinis Ehefrau Christelle. Foto: Getty Images

Fädelte Platini die umstrittenen Katar-Deals ein?

Nasser Al-Khelaifi (Präsident der PSG): Die Wiederbelebung - Seit dem Aufkauf von PSG von Qatar Sports Investments, hat der Klub über €1b für Transfers von Spielern ausgegeben, wie für Zlatan Ibrahimović, Thiago Silva, Edinson Cavani, Neymar und Kylian Mbappé. Seitdem haben sie 21 Titel gewonnen. (Foto von Michael Regan/Getty Images)
Sollte sich der nun erneuerte Verdacht gegen Platini bestätigen, könnte es sein, dass man ihn als Funktionär auf Sicht nicht mehr im Fußball finden wird.

Die Korruptionsvorwürfe gegen den Franzosen gründen sich auf einem Treffen mit Platini, Frankreichs damaligem Staatsprädidenten Nicolas Sarkozy, dem katarischen Emir und Hamad Ben Jassem, seinerzeit amtierender Premierminister des Golfstaates, im Élysée-Palast von Paris im Dezember 2010.

Thema waren allerdings nicht die feinen französischen Weine oder die erlesene französische Küche, sondern der Verkauf von Paris Saint-Germain an die Qatar Sports Investments (QSI), in dessen Gegenzug Platini Unterstützung bei der WM-Vergabe zugesichert haben soll.

Der französische Hauptstadtklub wird seit 2011 aus Katar gesteuert und gibt seitdem Unsummen für Transfers aus, u. a. zahlt man 2017 die Rekord-Ablöse von 222 Mio. Euro für den Brasilianer Neymar vom FC Barcelona.

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Monsieur Platini muss sich ernsthaft um die Alterskarriere sorgen...

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Ratlos in Malmö: Als Frankreich-Coach war Michel Platini bei der EURO 1992 in Schweden ein Flop - und schied gegen Nachrücker Dänemark aus! (Photo by Shaun Botterill/Allsport/Getty Images)

Monsieur Platini – Der frühere Kapitän der französischen Nationalmannschaft ist offenbar auch an der umstrittenen Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an Katar im Jahre 2010 beteiligt.

Von den 24 an der Vergabe beteiligten FIFA-Exekutiv-Mitgliedern, denen damals auch Platini angehört, sind 16 zurückgetreten, werden suspendiert oder sind unter Beobachtung. Katar wird seit Jahren wegen Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit Homosexualität kritisch beobachtet. Aktuell spielt die katarische Nationalmannschaft bei der Copa América in Brasilien auf Einladung mit – bizarr.

Dem mächtigen europäischen Fußball-Verband UEFA steht Platini von 2007 bis 2015 als Präsident vor. Dubiose Zahlungen von 2 Millionen Schweizer Franken, die er 2011 von Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter erhalten hat, bringen ihn zu Fall. Laut Blatter und Platini handelt es sich um eine ,,verspätete Honorarzahlung für Platinis FIFA-Arbeit“ in den Jahren 1998 bis 2002.

Schon Platinis Wahl zum UEFA-Präsidenten steht 2007 unter keinem guten Stern. Es gibt Kritik, wonach vor der OK-Chef der Fußball-WM 1998 in Frankreich vor allem von den osteuropäischen Fußball-Verbänden ins Amt gehievt wird. Bei der WM 2014 nimmt Platini in Brasilien mit unglaublicher Selbstverständlichkeit eine 25.000 Dollar teure Uhr als Geschenk an – und gibt sie später, nachdem erste Vorwürfe gegen ihn erhoben werden, an einen FIFA-Mitarbeiter zurück. Nun bringt ihn die Katar-Affäre erneut ins Zweilicht. ,,Ob der ehemalige Weltklasse-Spieler wieder in die Sportfunktionärswelt zurückkehren kann, ist nun offener denn je“, schreibt Kicker.de am Dienstag. In der Tat ,,Le Platine“ steht vor einer düsteren Alterskarriere…

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