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Fußballstar Rob Rensenbrink: Tod eines Rekord-Torjägers

Rob Rensenbrink ist tot. Der geniale Linksaußen aus den Niederlanden erlag am 24. Januar 2020 den Folgen einer heimtückischen Muskelkrankheit, an der er seit 2015 gelitten hatte. Rensenbrink hatte in Hollands großem Team der 1970er-Jahre die Riesenchance, ,,Oranje” zum Weltmeister zu machen. Sein Rekord im Pokalsieger-Cup bleibt ewig.

Rob Rensenbrink RSC Anderlecht

Er war der Mann, der Holland im Finale von Buenos Aires am 25. Juni 1978 gegen Gastgeber Argentinien beinahe zum Weltmeister gemacht hätte: Rob Rensenbrink.

In der Nachspielzeit lenkt er einen langen Pass von Ruud Krol nur an den Pfosten – die Chance für ,,Oranje”, 4 Jahre nach der 1:2-Niederlage gegen Deutschland in München doch noch Weltmeister zu werden, ist vertan. Argentinien gewinnt durch 2 Tore von Mario Kempes und Daniel Bertoni in der Verlängerung mit 3:1.

Am vergangenen Freitag ist Rob Rensenbrink im Alter von 72 Jahren an den Folgen der Muskelkrankheit PMA verstorben.

Der Niederländer gilt in den 1970er-Jahren als einer der besten und treffsichersten Linksaußen.Seit Bekanntwerden seiner Krankheit im Juli 2015 hat sich Rob Rensenbrink ohnehin weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

,,Seiner Karriere haftete stets etwas Unvollendetes an”, schreibt das Kicker-Sportmagazin am Montag in einem Nachruf, ,,schon 1974 hatte er das WM-Finale verloren. Gegen Deutschland musste er in der Pause raus, weil er bereits angeschlagen ins Spiel gegangen war.”

Damit verpasst Rob Rensenbrink 1974 und 1978 nicht nur die Krönung des „Voetbal totaal“, sondern auch seine eigene.

Trotz dieser Pleiten besitzt Rob Rensenbrink einen Rekord, den ihm auch posthum niemand nehmen wird.Der Stürmer des RSC Anderlecht und des FC Brügge gewinnt den Europapokal der Pokalsieger 2 Mal (1976 und 1978) – und ist mit 25 Treffern Rekord-Torschütze des 1999 eingestellten Wettbewerbs.

Anderlechts großes Team der 70er – mit Arie Haan, Rensenbrink und Frankie Vercauteren – holt sich den „EP2“ 1976 in der eigenen Stadt gegen West Ham United (4:2). 1978 folgt in Paris der zweite Triumph mit einem 4:0-Kantersieg gegen Austria Wien.

Pieter Robert „Rob“ Rensenbrink – das Cruyff-Double aus Anderlecht – hat seine erfolgreichste Saison im Pokalsieger-Pokal 1975/76 mit 8 Treffern in 9 Spielen. Aber: Aus dem Schatten von ,,König Johan” Cruyff (1947 – 2016) kommt er in seiner großen Zeit nie heraus.

Rensenbrink, wegen seiner hageren Gestalt und seinen geschmeidigen Dribblings auch „der Schlangenmensch“ genannt, gelingen in beiden gewonnenen Europapokal-Finals jeweils zwei Tore – auch das ist einmalig im Pokalsieger-Wettbewerb. Sein Deutschland-Trauma wird er allerdings nicht los. Im Finale von Amsterdam am 11. Mai 1977 verhindert ein deutscher Verein die historische Titelverteidigung im Pokalsieger-Pokal. Der Hamburger SV bezwingt den RSC Anderlecht mit 2:0. Der Autor Steven Scragg widmet ihm 2019 in seinem lesenswerten Buch zum Europapokal der Pokalsieger A Tournament frozen in Time ein eigenes Kapitel. ,,Es ist unmöglich für mich, der Anziehungskraft von Rensenbrink, Haan und Van der Elst zu widerstehen, hypnotisch und glänzend, wie sie in ihrer komplett weißen Spielkleidung mit den 3 Adidas-Streifen auf den Ärmeln waren. Sie waren schnell, elegant, stylish und klinisch-kühl, selbst wenn sie unter Druck gerieten.”


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