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Die 25 brilliantesten Neustarts der neueren Fußball-Geschichte

Dass es im Fußball auf und ab geht ist normal. Doch manchmal sind die Ausschläge so groß, dass man es kaum glauben kann. Von ganz oben nach ganz unten in ein oder zwei Spielzeiten. Oder aber – und das ist brilliant. Von ganz unten zurück an die absolute Spitze. Die 25 brilliantesten Neustarts der neueren Fußball-Geschichte eben.

Wir erzählen 25 Geschichten, die wirklich außergewöhnlich sind. Und ein Vorbild für  Mut, Durchhaltevermögen, den Glauben an sich selbst und Charakterstärke gepaart mit exzellenten Fähigkeiten.

Die Ausgangslagen sind dabei mehr als unterschiedlich. Denn wir haben sowohl gefallene Fußball-Engel, die sich selbst in den Schlamassel bugsiert hatten, wie Jungstars, die zu schnell aufgestiegen waren und nun ein Reset brauchten.

Vor allen Dingen erzählen wir aber von Karrieren, die eigentlich schon vorbei waren. Entweder weil Spieler oder Trainer zu alt erschienen für eine Karriere v2.0 oder aber weil sie in den Augen der Öffentlichkeit endgültig ihre Mittelmäßigkeit und ihr Unvermögen bewiesen hatten. Insbesondere die 4 letzten Comeback-Beispiele nötigen uns daher den höchsten Respekt ab.Auf Platz 4 ist ein Spieler, der von allen schon abgeschrieben war. Bei einem anderen Klub fing er wieder an, spielte eine überragende Saison und gewann einen Titel, den so niemand für möglich gehalten hätte. Auch weil das Team…

Nummer 3 zeigt eine Entwicklung, die unglaublich und schön ist. Ein Haufen Loser aus der Provinz macht sich auf und ihnen gelingt der Durchmarsch. Und ihr Protagonist entwickelt sich innerhalb von 12 Monaten von einem Spieler, der gedemütigt wurde, bei den Ersatzspielern Torschüsse üben musste und bei dessen Einwechselung der gesamte Fanblock in nicht gespielter Agonie aufheulte, zu einem auch international gefragten Fußballprofi.

Unsere Lieblinge aber sind Nummer 1 und Nummer 2. Denn als den Protagonisten auf Platz 2 der alles entscheidende Anruf erreichte, der seine Karriere grundlegend verändern sollte, war er eigentlich schon gescheitert. Zu schlecht für eine zweitklassige europäische Liga und außer einem Titel ohne große Erfolge. Dazu häufiger abserviert, weil man es ihm trotz guter Ergebnisse und Leistungen einfach nicht zutraute.

Und jetzt sollte er, der heimliche Fußball-Intellektuelle mit den vielen Ticks und dem lustigen Dialekt jemanden unterstützen, der vom Geschäft viel weniger verstand als er. Der sich aber immer gut verkaufen konnte und jetzt einen Partner für die Kernerarbeit brauchte. Er sagte zu und von da ab ging es nur noch bergauf. Bis ganz nach oben.[svc_carousel_layout car_autoplay=”yes” dexcerpt=”yes” dmeta_data=”yes” dsocial=”yes” query_loop=”size:16|order_by:date|order:DESC|post_type:post|categories:17077″ grid_thumb_size=”200X172″ svc_class=”bigger-slider” title=”MEHR LIGALIVE – DIE GEHEMNISSE DER BUNDESLIGA-VEREINE” pbgcolor=”#eaeaea” car_navigation_color=”#005601″]Noch eine Stufe höher steht für uns aber der Mann auf Platz 1. Denn er war nicht nur praktisch schon draußen. Er war dazu auch noch alt. Und als er an einem Mittwoch morgen seinen Dienstwagen parkte, die Schlüssel abgab und sich verabschiedete bei seinem Herzensverein, da dachte niemand mehr an große nationale und internationale Erfolge und Titel.

Doch 2 Jahre später nahm die Karriere wieder Fahrt auf. Und als sich ein alter Kumpel an seine Fähigkeiten erinnerte, da setzte er zum großen Karrieresprung an und erreichte das, was noch keiner vor ihm erreicht hatte. Wenige Jahre später hatte er den Gipfel erklommen und wurde als Weltbester seiner Zunft gefeiert. Mit Recht

Dazu blieb er immer der Ehrenmann, der alle korrekt und zuvorkommend behandelte. Auf sein Wort konnte man sich verlassen und am Ende dankten sie ihm. Auch wenn er sich über seinen Abschied insgeheim doch etwas ärgerte. Denn ein Mann seines Kalibers sollte eigentlich selbst entscheiden, wann er geht und wohin.

Aber nun hatte er den Erfolg, den ihm keiner mehr nehmen konnte und den ihm keiner mehr zugetraut hatte. Einen Erfolg, dem er lange hinterhergejagt war. Und dann kam er nochmals wieder. Die Probleme waren groß. Da wussten sie keinen anderen Rat, als ihn zu bitten. Als er kam, lief es wieder.Er gilt als einer besten Fußballer aller Zeiten in Rumänien. Adrian Mutu hatte eine exzellente Saison 2002/03. Und dann wurde Chelsea London auf ihn aufmerksam. Doch seine Episode in London war katastrophal. Die Form war schlecht, er schaffte nur 6 Tore in 27 Spielen.

Und noch schlimmer – er wurde für 7 Monate gesperrt und bei einem Drogentest  im Jahr 2004 wurde er positiv auf Kokainkonsum getestet. In London ging nichts mehr für ihn.

Daraufhin wechselte er zu Juventus Turin, doch besser wurden seine Leistungen auch dort nicht. 2006 ging es nach Florenz. Letzte Chance.Und dann machte es wieder Klick.

5 Jahre spielte er für die Fiorentina und schoss 54 Tore in 112 Spielen. Er hatte sich selbst aus dem Sumpf gezogen, in den er sich zuvor selbst hineingebracht hatte.Er kam im Jahr 2010 als No Name zu Borussia Dortmund und rockte gleich die Bundesliga. Nach zwei sehr erfolgreichen Spielzeiten und zwei Meistertiteln wollte er ganz schnell noch eine Stufe höher. 

Im Jahr 20102 ging es zu Manchester United. Doch dort schaffte er es nicht einmal zum Super-Sub.

Also ging es 2014 wieder zurück zum BVB. Reset – Karriere reloaded v2.0.

Von 2014 bis 2016 schaffte Kagawa 19 Tore in 84 Spielen. Ganz so gut wie in seinen ersten beiden Spielzeiten beim BVB wurde er allerdings nicht wieder.Lukas Podolski hat seine Vereinskarriere nicht nur ein Mal wiederbelebt sondern gleich zwei Mal. Weltklasse in Köln über mehrere Jahre mit einem Torschnitt von konstant mehr als einem Tor pro Spiel schaffte es Poldi weder bei den Bayern noch bei Arsenal und Inter so richtig.

In München kam er auf ganze 15 Bundesligatore in drei Spielzeiten. Als er dann in der Hackordnung von Arsenal immer weiter nach unten rutschte und zu Inter Mailand wechselte, schien die Karriere so richtig Fahrt aufzunehmen. Nach unten.

Doch im Sommer 2015 erinnerte sich Galatasaray Istanbul an die Fähigkeiten des Stürmers. Und Podolski „performte“ und „deliverte“. So schaffte er es auch wieder zur Europameisterschaft 2016, wenn auch nur als Ersatzspieler.

Die Karriere klingt jetzt in Japan aus. Auf Poldis Art – Relaxed und mit viel Spass.Ein Naturtalent auf dem Platz, ein Alpha-Kevin außerhalb des Pitch. Antonio Cassano hätte ein ganz Großer werden können. Beim AS Rom in seinen ersten Karrierejahren sah es auch ganz so aus. 

Doch dann wollte Cassano noch mehr. Im Jahr 2006 erlag er dem Werben von Real Madrid und wechselte zu den Königlichen. Doch Cassano und der Disziplinfanatiker Fabio Capello – das ging gar nicht. Dolce Vita, mangelnde Form und Skandale – schon war er außen vor.

Das änderte sich auch nicht  großartig, als er schnell wieder nach Italien wechselte. Sampdoria, AC Milan, Inter Miland und Parma – überall spielte er mal gut und mal nicht. So konnte er zwar seine Karriere retten, nachdem diese in Madrid schon mehr als gefährdet war.

Ganz nach oben hat er es aber nie geschafft. Und sein Potential konnte er zum Ende der Karriere hin nie so richtig abrufen. Damit ist er eine Ausnahme in unserem Ranking.Eines der größten Naturtalente des europäischen Fußballs der letzten 25 Jahre ist Nicolas Anelka. Aber auch ein seltsamer Typ. Im Alter zwischen 18 und 20 schoss er 23 Tore in 65 Spielen für Arsenal London.

Doch dann zog es ihn auch zu Real Madrid. Dort schaffte er genau 2 Tore in 19 Spielen in einer Saison. Also ging es zurück zum Jugendverein Paris St. Germain. Dort brachte er seine Karriere wieder in Schwung.

Doch auch wenn er 13 Titel in seiner Karriere gewann und mehr als 200 Tore schoss.

Er wurde zum Journeyman und in die Top-Kategorie der absoluten Superstars schaffte er es nicht. Anelka und Cassano – aus ihnen hätte deutlich mehr werden können.
Der frühere englische Jugendnationalspieler Matthew Etherington war ein „Man of great promise“, als er für West Ham United spielte und 2004 den West Ham Player of the Year Award gewann.

Da war er 23.Doch zwischen 2007 und 2009 verlor der Flügelspieler seine Stammplatz.

Manager Gianfranco Zola setzte auf andere Spieler und so wechselte er zu Stoke City. Ein cooler Move. Denn dort gewann er seinen zweiten Player of the Year Award. Diesmal für die Potters im Jahr 2010.

Aufgrund von Verletzungen musste Etherington im ALter von 32 Jahren seine Karriere an den Nagel hängen.Alte Männer darf man nicht unterschätzen. Vor allem wenn sie sich gar nicht so alt fühlen. Das zeigt das Beispiel von Luca Toni eindrucksvoll. Luca Toni war sowieso ein Spätstarter. 

Denn vor seinem 23 Lebensjahr spielte er keinen Top Flight Fußball. Und mit 26 ging es sogar zurück in die zweite Reihe. Doch dann kam das erste Comeback und Luca Toni entwickelte sich zum Top Shot beim AC Florenz und beim FC Bayern München.

Als er 31 wurde, schien seine Karriere sich dem Ende zuzuneigen. In den drei darauf folgenden Jahren schaffte er nur noch insgesamt 21 Ligatore, inklusive eines Intermezzos in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Doch mit 36 kam es zum Kickstart Nummer 2.

Luca Toni heuerte in Verona an und in den beiden darauffolgenden Jahren schaffte er 44 Tore in der Serie A. Und er wurde Torschützenkönig. It ain’t over till it’s over. Und Alter ist auch nur eine Zahl.Noch so ein Naturtalent. Doch dieses Mal eines, dessen Schicksal es zu sein schien, ewig spielen zu können. Denn bis Mitte Dreißig zeigte der ewig Lächelnde keine Anzeichen eines Formabfalls oder Anzeichen von Schwäche.

Und immerhin spielte er in England. Doch zwischen 1999 und 2002 wurde es langsam schwieriger mit der Karriere und dem Stammplatz.

Nach der Saison 2001/02 – Zola war mittlerweile 36 Jahre alt – gab ihm keiner bei Chelsea London eine Chance auf einen Stammplatz oder eine formidable Saison. Doch genau das passierte.

In der Folgesaison schoss der Mittelfeldspieler 16 Tore für Chelsea und wurde zum Chelsea Player of the Year gewählt. Das war sein Abschiedsgeschenk. Denn im nächsten Jahr ging es zu Cagliari nach Italien zurück.[svc_carousel_layout car_autoplay=”yes” dexcerpt=”yes” dmeta_data=”yes” dsocial=”yes” query_loop=”size:16|order_by:date|order:DESC|post_type:post|categories:17077″ grid_thumb_size=”200X172″ svc_class=”bigger-slider” title=”MEHR LIGALIVE – DIE GEHEMNISSE DER BUNDESLIGA-VEREINE” pbgcolor=”#eaeaea” car_navigation_color=”#005601″]Als er Anfang 20 war und für Lille spielte war Gervinho einer der Top-Prospects in Europa. 28 Tore in 67 Spielen sind Beispiel für seine Klasse und sein Potential.

Damals ein Flügelspieler mit Abschlussqualitäten war es kein Wunder, dass der PSG und Atletico in 2011 auf ihn aufmerksam wurden. Das Rennen machte aber schließlich Arsenal London.

Doch das war die falsche Entscheidung. Unter Arsene Wenger lief für den Ivorer wenig bis gar nichts. In 2 Jahren schaffte er gerade mal 9 Tore.

Etwas Neues musste her. Und das war der AS Rom. Reset – Karriere gerettet, die jetzt in China ausklingt.Nur CR7 schoss in der Premier League Saison 2007/08 mehr Tore als Emmanuel Adebayor. Dann ging es 2009 für viel Geld zu Manchester City.

In der zweiten Saison dort waren die Einsatzzeiten rar und Adebayor wurde an Real Madrid ausgeliehen. Doch dort ging es noch weiter in den Keller und mehr als 5 Tore waren nicht drin.

Tottenham erinnerte sich an den Mann aus Togo – und das war es. So schien es. Denn in der ersten Saison traf Adebayor 18 Mal für die Nordlondoner.

Doch dann verlor er wieder seinen Stammplatz und musste in den Süden London wechseln – zu Crystal Palace.
Eine Super-WM 2010 für Mexiko und schon war ManU interessiert und verpflichtete Javier Hernandez oder Chicarito, wie er häufiger genannt wird.

Dort war er erst Stammspieler, dann nur noch Super-Sub und schließlich Sub – Bankdrücker. In seiner letzten Saison bei ManU schoss er nur noch 4 Tore.

Rudi Völler sah das Potential des Mexikaners und verpflichtete ihn für Bayer Leverkusen. .Ein genialer Transfer.

26 Tore schoss Hernandez wettbewerbsübergreifend für Bayer Leverkusen in der Saison 2015/16. Nicht gut gemacht – Louis van Gaal.Jean-Pierre Papin ist Ballon d’Or Gewinner und schoss 303 Tore in 542 Spielen. Die meisten für Marseille und den AC Mailand.

Doch beim FC Bayern München hätte es ihn fast seine Karriere gekostet.

Auf 3 Tore in 27 Spielen während 2 Spielzeiten kam der Franzose in München. Katastrophe.

Der Wechsel zu Bordeaux war die Rettung. 16 Tore in 32 Spielen in der ersten Saison dort sind eindeutig.Es ist keine Überraschung, dass einige Real Madrid und Bayern München Spieler auf der Liste sind. Und Wesley Sneijder ist einer davon. Der frühere holländische Young Player of the Year schloss sich im Jahr 2007 Real Madrid an, nachdem er zuvor eine überragende Saison für Ajax Amsterdam gespielt hatte.  

Aber nach 2 Jahren mit mäßigem Erfolg in Spanien  schien seine Karriere zum Stillstand gekommen zu sein.

Der Holländer wechselte zu Inter Mailand – und dann wurde es episch. Gleich im ersten Jahr gewann er mit Inter das Triple.

Er schoss 8 Tore, kam auf 16 Assists und wurde von der UEFA zum Mittelfeldspieler der Saison gewählt.„Jamie Vardy’s having a party, bring your vodka and your charlie.“ So schallt es häufiger von den Rängen der Premier League. Und mit „charlie“ ist dabei nicht der britische Thronfolger gemeint, sondern Kokain. Ein Gesang, der perfekt den Werdegang von Jamie Vardy, dem neuen Starstürmer der englischen Nationalmannschaft,  beschreibt. Denn der Engländer ist weder gewöhnlich, noch dachte der 28-Jährige vor wenigen Jahren überhaupt an Premier-League-Fußball. Und an die EURO 2016 schon gar nicht.

Denn vor knapp zwölf Jahren schienen die Premier-League-Träume des damals 16-Jährigen ausgeträumt. Mit 1,40 Metern war er zu klein und schmächtig für die Jugendakadmie von Sheffield Wednesday und wurde vor die Tür gesetzt. Zwei Monate später hatte Vardy einen Wachstumsschub und wuchs 20 Zentimeter.  Vardy machte seinen Abschluss als Carbonfaser-Techniker und stellte nun Fußprothesen her. Acht Monate lang ist der Ball für Vardy ein Fremdkörper, bis ihn ein Arbeitskollege zu einem Hobbykick am Sonntagnachmittag schleppt. Kurz darauf kommt er bei den Stocksbridge Park Steels unter, einem Amateur-Klub aus einem Vorort von Sheffield. Im Sommer 2007 ist es dann soweit: Vardy wird als 20-Jähriger erstmals in die erste Mannschaft der „Steels“ berufen. Die spielen zu diesem Zeitpunkt in der Northern Premier League Division One South – der achten englischen Spielklasse. Gerade mal 30 Pfund bekommt er pro Spiel ausgezahlt. Vardy will gerade richtig durchstarten, doch dann wird ihm der nächste Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Kurz vor Saisonbeginn im Sommer 2007 ist der Stürmer mit ein paar Freunden in einer Kneipe unterwegs, einer von ihnen trägt ein Hörgerät. Als er von zwei anderen Typen herumgeschubst wird, sieht sich Vardy in der Pflicht. Der Engländer wird wegen Körperverletzung dazu verurteilt, sechs Monate lang eine elektronische Fußfessel zu tragen. Zudem herrscht für Vardy eine Ausgangssperre zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Während ihn die Fußfessel nicht wirklich stört, sondern auf dem Platz sogar seinen Knöchel zusätzlich schützt, wird die Ausgangssperre für sein Engagement bei Stocksbridge kompliziert. Denn wenn die Auswärtsfahrten etwas länger sind, kann der Stürmer meist nur eine Stunde mitwirken, bevor er mit seinen Eltern die Heimreise antreten muss. In drei Jahren bei Stocksbridge gelingen ihm in 107 Spielen 66 Treffer, 2008/09 gelingt sogar der Aufstieg in die Northern Premier League Premier Division und im Folgejahr der Klassenerhalt. Vardy erhält Angebote aus der dritten Liga, entscheidet sich schließlich aber zum Ligarivalen Halifax Town zu wechseln – auch, weil er parallel immer noch Fußprothesen herstellt.

Nachdem ihm die Doppelbelastung im Laufe der Saison 2010/11 zu viel wird und er in Halifax zudem genügend Geld verdient, kündigt er seinen Job und schnürt fortan nur noch die Fußballschuhe. Die Entscheidung erweist sich als goldrichtig: Mit 27 Treffern bombt er die „Shaymen“ zum Aufstieg und wird von den Mitspielern zum Spieler der Saison gewählt. Kurz vor Saisonende gelingen ihm zwei Hattricks in Folge, gegen Nantwich Town fehlt ihm nur ein Treffer, um das „Triple“ perfekt zu machen. Nachdem er in der Folgesaison direkt drei Tore in vier Spielen erzielt, erfolgt der Wechsel zu Fleetwood Town in die Conference Premier, die fünfte englische Spielklasse. 31 Tore erzielt der Neuzugang für die „Cod Army“, die zwischendurch 29 Spiele in Folge ungeschlagen bleibt und am Ende in die League Two aufsteigt. Seine Leistungen bleiben nicht unbeobachtet: Immer wieder lassen sich Coaches aus dem Profifußball blicken, so sitzen gegen Kidderminster Harier unter anderem der heutige englische Nationaltrainer Roy Hodgson und Leicesters Nigel Pearson auf der Tribüne. Während Hodgson, damals noch in Diensten von West Bromwich Albion, dankend absagt, erkennt Pearson Vardys Talent und verpflichtet den 25-Jährigen für eine Ablösesumme von knapp 1,4 Millionen Euro, die mit Bonuszahlung auf fast 2,4 Millionen steigen kann – Rekord für einen Amateurspieler. Nach nur fünf Jahren im englischen Spielbetrieb ist „The Cannon“, wie Vardy aufgrund seiner aufopfernden Spielweise genannt wird, im Profifußball angekommen. Seine erste Saison bei den Foxes verläuft jedoch nicht ganz so wie geplant. Nur vier Mal darf Vardy über ein Tor jubeln, via Twitter beschimpfen die Fans ihn als Fehleinkauf und fordern, er solle doch wieder zurück in den „non-league-football“, wie der Amateurfußball in England genannt wird, wechseln.

Doch Vardy gibt nicht auf. In der Folgesaison  avanciert er mit 16 Treffern zu einem Leistungsträger der Foxes, gegen Millwall gelingt ihm sein erster Doppelpack im Profi-Bereich. Am Ende steigt Leicester überlegen in die Premier League auf, es ist Vardys vierter Aufstieg mit seinem vierten Klub. Und plötzlich findet sich der einstige Amateurfußballer im Konzert der Großen wieder. Arsenal, Chelsea, Manchester City und Co. warten. Aber in der Saison 2014/15 dümpelt Leicester als Aufsteiger am Tabellenende herum, neun Spieltage vor Schluss liegt der LCFC auf dem letzten Tabellenplatz und hat nur 19 Punkte auf dem Konto. Die Foxes, bei denen mittlerweile auch der ehemalige deutsche Nationalspieler Robert Huth unter Vertrag steht, rappeln sich aber auf und holen sieben Siege aus den letzten neun Spielen. Vardy gelingen drei Treffer und drei Assists, darunter der Siegtreffer gegen West Bromwich Albion in der Nachspielzeit.

Zwei Spieltage vor Schluss hält Leicester mit einem 0:0 gegen Sunderland die Klasse. Und Nationaltrainer Hodgson nominiert ihn für die Länderspiele gegen Irland und Slowenien. Damit wird Vardy nach Ian Walker zu Leicesters erstem Nationalspieler seit elf Jahren. Während sich das Internet den Mund über Vardys Nominierung zerreißt, darf der 28-Jährige gegen Irland für Wayne Rooney 15 Minuten vor Schluss aufs Feld und überzeugt mit einer ansprechenden Leistung. Was danach kommt, ist bekannt. Leicester wird in der Saison 2015/16 Meister und Vardy schafft es zur EURO 2016.Diego Forlan war eigentlich immer ein Star. Nur während seiner Zeit bei ManU nicht.

Dort kam er als Top-Prospect von Independiente an, schaffte aber nur 10 Premier League Tore in 4 Spielzeiten. Eigentlich unglaublich.

Von ManU ging es eine Stufe tiefer zu Villareal. Dort blühte Forlan auf und es ging weiter zu Atletico Madrid.

Im Jahr 2010 wurde er zum besten Speiler der WM 2010 in Südafrika gewählt.
Von Brandenburg nach London – das ist ja schon mal was. Doch wenn man dann 3 Jahre hintereinander zum Young Player of the Year bei Chelsea London gewählt wird und deutscher Nationalspieler wird, dann scheint die Karriere nur noch nach oben zu gehen.

Big Mou schlug folgerichtig ein Angebot von Bayern München für Huth aus, obwohl er zu diesem Zeitpunkt Terry, Carvalho und Gallas in der Abwehr hatte.

Doch so richtig durchsetzen konnte sich Huth an der Stamford Bridge nicht. Also ging es zu Stoke City, wo er den Player of the Year Award 2011 gewann. In der Saison 2013/14 war Huth aber plötzlich nur noch Ersatz. So ging es zum Loser-Klub Leicester City. Und dort begann das Märchen.

Zunächst die „great escape“  in der Saison 2014/15 und die Rettung vor dem Abstieg. Und dann in der Saison 2015/16 die Meisterschaft. Die größte Sensation im englischen Fußball seit Urzeiten.Sandro Wagner ist Europameister. U-19 Europameister. Da stand er mit Neuer, Özil und Khedira in einer Mannschaft. Und Wagner wurde fußballerisch beim FC Bayer München ausgebildet. Von Hermann Gerland. Das hat er mit  Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Mats Hummels gemein. Damit enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten zwischen Sandro und dem Rest der damaligen Bayern II Truppe oder den Kumpels aus der Jugendnationalmannschaft.

Denn während die Weltmeister wurden und Big Shots bei ihren Teams, verschlug es Wagner nach mehreren Stationen zum damaligen Chaos-Klub Hertha BSC. Und selbst dort schaffte er es nicht. Immer wenn Wagner eingewechselt wurde. Und das war in Heimspielen regelmäßig so in der 70. Minute der Fall, dann lag die Hertha zurück. Und es ging ein Raunen durch die Fans. Aber das war keine Vorfreude. Das war Grausen pur, ob der miserablen Leistungen des Stürmers.

Und das schlug irgendwann in Hohn und Spott um, wenn Wagner wieder mal ein Pass misslang oder sonstwie hölzern daher kam. Und schließlich gab man ihm bei Hertha zu verstehen, dass man ihn nicht mehr wollte. Auf die elegante Berliner Tour natürlich. Sandro Wagner musste Torschüsse üben, stundenlang und nicht mit der erste Mannschaft natürlich. Da reichte es dem zornigen Münchener. Und er schloss sich der Loser-Truppe aus der Provinz an. Dem SV Darmstadt 98. Das war im Sommer 2015.

Die Reaktion war ein Lachen. Sandro Fußballgott und der SV Darmstadt 98 – das schien zu passen. Nur traute beiden niemand die Bundesligatauglichkeit zu. Ein Fehler. Darmstadt 98 schafte in der Saison 2015/16 den Klassenerhalt und „Air“ Wagner schoss die meisten Tore. Das entscheidende Tor in Berlin. Hertha verpasste die Qualifikation zur Champions-League und Wagner hatte es allen gezeigt.Mario Gomez Torschützenkönig in der Türkei und bei der EURO 2016 im DFB-Team. Das hätte nach dem Wundliegen-Spruch von Mehmet Scholl während der EM 2012 und den Desaster-Spielzeiten beim FC Bayern und beim AC Florenz wohl niemand gedacht.

Doch Super-Mario hat es geschafft. Passspiel kann er zwar immer noch nicht. Aber er trifft wieder.

28 Tore schafte er in der Türkei in der Saison 2015/16 und verhalf Besiktas zur Meisterschaft.

Und jetzt wieder Bundesliga. Wenn auch nur in Wolfsburg und Stuttgart. Und 2. LigaLassana Diarra galt mal als der neue Makelele. Also spielte er für Chelsea, Arsenal und Real Madrid. Da war er erst 25 Jahre alt. Und hatte ein umfangreiches Trophäenkabinett mit FA Cup, La Liga und noch mehr.

Doch die letzten zwei Jahre in Madrid waren schwierig. Und die folgenden zwei Jahre in Russland waren auch nicht einfach. Am Ende stand eine 15-monatige Sperre.

Diarra brauchte dringend ein Revival. Und genau das passierte. In Marseille. In der Saison 2015/16 spielte er so gut, dass er es wieder in die französische Nationalmannschaft schaffte.

Und wenn er sich nicht verletzt hätte, hätte er es auch zur EURO 2016 geschafft.Niemals alte Männer unterschätzen. Das hatten wir ja schon mal. Und hier kommt das zweite Beispiel. Und Claudio Pizarro hat sogar 2 Revivals geschafft. Und immer ging es zurück zu Werder Bremen.

Das erste Mal als er 2007 in Chelsea nicht zurecht kam und nur 2 Tore in 21 Spielen schaffte.

Da ging es per Leihe zurück an die Weser und der Peruaner schaffte 17 Tore in 26 Spielen.

Und das zweite Mal, als er Werder in der Saison 2015/16 vor dem Abstieg bewahrte. Da war er schon 37 Jahre alt. Oldies but Goldies.
Hatem Ben Arfa ist ein Beispiel für beides. Wie schnell man fallen kann aus dem Fußball-Olymp. Und wie man seine Karriere dann doch wieder hinkriegt.

Im Jahr 2011/12 spielte Hatem seine erste volle Saison für Newcastle United. Und er war grandios. Newcastle wurde fünfter und Ben Arfa einer der besten Spieler der Saison.

Doch in den Folgejahren kam der Franzose mit den Trainern Alan Pardew und Steve Bruce nicht zurecht. Er wurde zu Hull City ausgeliehen, doch das half auch nicht.

Also ging es zurück nach Frankreich. Nach Nizza. Und in der Saison 2015/16 spielte er wieder wie 2011/12.Esteban Cambiasso ist ein begnadeter argentinischer Mittelfeldspieler. Gleichzeitig ist er ein weiteres Opfer des „Bernabeu Bites“. Cambiasso begann im Alter von 18 Jahren, Team-Fußball zu spielen.

Sein Talent war sofort weithin sichtbar. Mit 20 debütierte er für Argentinien und mit 21 schloss er sich River Plate an. 2002 ging es dann zu Real Madrid.

Es folgten zwei richtig schwere Jahre. Dann ließ ihn Real gehen und Cambiasso schloss sich Inter Mailand an. Und dort ging es steil nach oben. Gleich in seinem ersten Jahr gewann er das Double und fortan spielte er 9 Jahre für Inter, wobei er in 420 Spielen 15 Titel gewann – darunter das historische Triple im Jahr 2010.

Und als alle dachten, die Karriere sei vorbei, da schloss er sich 2014 Leicester City an. Dort ging er allerdings ein Jahr zu früh weg. Den Titelgewinn 2015/16 musste er sich aus Piräus anschauen.Für uns ist Darmstadt 98 ein Fußball-Star. Und deshalb auf Platz 3 des Rankings. Auch wenn das im Umfeld der ganzen internationalen Stars etwas gewagt anmutet. Aber trotzdem. Und deshalb die Vereinsgeschichte in aller Ausführlichkeit (unter Zuhilfenahme von Wikipedia).

Trainer Lothar Buchmann führte die Darmstädter Lilien 1978 erstmals in die Bundesliga. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga kamen auf den Verein zahlreiche Aufgaben zu. Zunächst musste das Stadion am Böllenfalltor auf 30.000 Plätze erweitert werden. Ein weiteres Problem betraf die Mannschaft selbst. Viele sahen dem Abenteuer Erstklassigkeit skeptisch entgegen und waren nicht bereit, ihre berufliche Existenz aufs Spiel zu setzen.

Aus dieser Situation heraus schuf Trainer Buchmann das sogenannte Darmstädter Modell: Die meisten Spieler des SV 98 gingen einer hauptberuflichen Tätigkeit nach und waren keine Vollprofis. Verkürzte Arbeitszeiten wurden vom Verein ausgeglichen und Trainingslager in die Urlaubszeit verlegt.

Dadurch konnte lediglich nach Feierabend trainiert werden. In der Presse entstand deshalb der Begriff der Feierabendfußballer vom Böllenfalltor. Der Kader wurde zusammengehalten, als namhafte Verstärkungen wurden lediglich Jürgen Kalb und Kurt Eigl verpflichtet.[svc_carousel_layout car_autoplay=”yes” dexcerpt=”yes” dmeta_data=”yes” dsocial=”yes” query_loop=”size:16|order_by:date|order:DESC|post_type:post|categories:17077″ grid_thumb_size=”200X172″ svc_class=”bigger-slider” title=”MEHR LIGALIVE – DIE GEHEMNISSE DER BUNDESLIGA-VEREINE” pbgcolor=”#eaeaea” car_navigation_color=”#005601″]Der Start in der höchsten deutschen Spielklasse gelang. Am 11. November 1978 spielten die Lilien in München bei den Bayern 1:1. Zwei Minuten vor Abpfiff traf Uwe Hahn aus 25 Metern zum Tor des Monats. Danach häuften sich die Niederlagen und der SV 98 fand sich am Ende der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz wieder. Auch in der Rückrunde konnte trotz guter Spiele das Ruder nicht mehr herumgerissen werden. Nach einer 1:3-Niederlage gegen Nürnberg vor heimischer Kulisse wurde Lothar Buchmann entlassen und Co-Trainer Klaus Schlappner wurde Cheftrainer. Unter ihm gab es noch Erfolge gegen die Frankfurter Eintracht und Werder Bremen; trotzdem war der Abstieg nach nur einem Jahr im Oberhaus nicht mehr zu verhindern und die besten und bekanntesten Spieler, darunter Bum-Kun Cha, verließen den Verein.

Die folgende Zweitliga-Saison schloss der SV 98 mit einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft mit dem vierten Tabellenplatz ab. Die Erkenntnis aus dem Abstieg war, dass auch in Darmstadt kein Weg am Vollprofitum vorbeiführen würde. Unter Trainer Werner Olk ging der Verein in die Saison 1980/81. Und am Ende war man Erster der 2. Liga Süd und Aufsteiger in die Bundesliga geworden. Wieder folgten Auflagen des DFB, die der SV 98 zu erfüllen hatte. Unter anderem sahen diese die Errichtung einer Flutlichtanlage vor. Diesmal wurden die Lilien von der Stadt finanziell nicht unterstützt. Um den Weg in die Erstklassigkeit zu gehen, verschuldete sich der Verein auf Jahre hinaus. Dies führte auch dazu, dass die Mannschaft kaum mit neuen Spielern verstärkt werden konnte.

Trotzdem gelang der Start in die zweite Bundesligasaison und man hielt sich besser als zwei Jahre zuvor. Höhepunkt der Hinrunde war das 1:1 beim Tabellenführer 1. FC Köln. In der Rückrunde führten Spannungen innerhalb der Mannschaft und im Vorstand des Vereins zu nachlassenden Leistungen. Nach der Entlassung von Olk übernahm Manfred Krafft die sportliche Leitung. Doch auch dieser konnte den abermaligen Abstieg in die Zweitklassigkeit als Tabellenvorletzter nicht mehr verhindern.

Nach dem letzten Abstieg aus der Bundesliga stand der Verein vor einem großen Schuldenberg. Trotzdem versuchte man mit aller Macht den direkten Wiederaufstieg. Am Saisonende hatten sich die Verbindlichkeiten auf über 8 Mio. DM erhöht. 1993 stiegen die Lilien als Letzter der 2. Bundesliga in die Oberliga Hessen ab. Damit war der SV 98 nach 22 Jahren aus dem Profifußball verschwunden. Und das sollte auch so bleiben.  Und zwischendurch musste der Verein sogar Insolvenz anmelden.Doch durch zahlreiche Aktionen, Spenden und mit Hilfe der Freunde und Fans des SV Darmstadt 98 wurde die Lizenz für die Regionalliga-Saison 2008/09 erfolgreich beantragt und im Juni 2009 der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Darmstadt zurückgezogen. In der viertklassigen Regionalliga waren die Lilien in den Saisons 2008/09 und 2009/10 unter den Trainern Gerhard Kleppinger und Živojin Juškić lediglich im Abstiegskampf vertreten, erst unter Kosta Runjaic stellte sich Erfolg ein. So schafften die 98er bereits 2010/11 durch eine Serie von neun Siegen an den letzten neun Spieltagen überraschend den Aufstieg in die 3. Liga.

Am 28. Dezember 2012 wurde Dirk Schuster als neuer Trainer vorgestellt. In der Drittligasaison 2013/14 sorgten die Lilien zunächst in der 1. Runde des DFB-Pokals mit einem 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach für Schlagzeilen. Nach 38 Spieltagen belegten die Lilien den 3. Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga berechtigt, in der sie auf den Drittletzten der 2. Bundesliga 2013/14, Arminia Bielefeld trafen.  Das Hinspiel am Böllenfalltor verlor die Mannschaft mit 1:3, im Rückspiel auf der Bielefelder Alm konnten die Darmstädter das Hinspielergebnis zunächst egalisieren; sie gewannen in der Nachspielzeit der Verlängerung schließlich mit 4:2 durch ein Tor von Elton da Costa in der 120+2. Minute.

Als Aufsteiger gelang Darmstadt 2014/15 eine überzeugende Saison. Nachdem man in der 1. Runde des DFB-Pokals erst im Elfmeterschießen gegen den späteren Pokalsieger VfL Wolfsburg unterlegen war, setzten sich die 98er nach elf Spieltagen auf den ersten vier Tabellenplätzen fest, die sie bis zum Ende der Saison nicht mehr verlassen sollten. Nach den Schlüsselsiegen über die direkten Aufstiegskonkurrenten 1. FC Kaiserslautern und Karlsruher SC an den letzten vier Spieltagen gelang am letzten Spieltag mit einem 1:0-Sieg über den FC St. Pauli durch einen von Tobias Kempe direkt verwandelten Freistoß schließlich der Durchmarsch in die oberste Spielklasse, womit die Lilien nach 33 Jahren wieder erstklassig wurden. Und das als erster Verein, der mit nur 44 geschossenen Toren direkt in die Bundesliga aufgestiegen ist, und zudem als erst siebter Verein, dem ein solcher Durchmarsch gelungen ist. Dabei hatte der SV 98 in der Saison 2014/15 mit etwa 5 Mio. € das niedrigste Budget und den kleinsten Kader der Liga.

In der Bundesligasaison 2015/16, Darmstadts dritter Spielzeit in der 1. Bundesliga, starteten die Lilien mit drei Unentschieden und einem 1:0-Auswärtssieg bei Bayer 04 Leverkusen in die Saison. Die erste Niederlage gab es am 5. Spieltag im Heimspiel gegen den FC Bayern München. Im DFB-Pokal schied man im Achtelfinale ebenfalls gegen den FC Bayern aus (0:1), nachdem man sich in der 2. Pokalrunde noch 2:1 gegen Ligakonkurrent Hannover 96 durchsetzen konnte. Mit einer deutlichen Heimschwäche, aber einer starken Auswärtsbilanz sammelte der Aufsteiger über die gesamte Saison beständig Punkte und stand nie auf einem Abstiegsplatz. Neben Top-Torschützen Sandro Wagner (14 Tore) hatte auch Kapitän und Innenverteidiger Aytaç Sulu mit 7 erzielten Toren, davon 6 per Kopf, großen Anteil am Klassenerhalt des SV 98, der am vorletzten Spieltag mit einem 2:1-Auswärtserfolg gegen Hertha BSC im Berliner Olympiastadion gefeiert werden konnte.Als Spieler war Joachim Löw keine große Nummer. In den 1980er Jahren war er eine lokale Größe und mehrmals für den SC Freiburg in der 2. Bundesliga und für andere süddeutsche Vereine in der Bundesliga aktiv. Mit insgesamt 83 Treffern ist er immer noch Rekordtorschütze der Freiburger.

Die Trainerkarriere von Löw begann zunächst vielversprechend. Denn obwohl noch nicht fertig mit seiner Trainerausbildung erhielt er 1995 ein Angebot von Rolf Fringer, der im gleichen Jahr neuer Trainer des VfB Stuttgart geworden war und Löw als Co-Trainer haben wollte. Und ihn bekam. Der VfB erreichte in der Saison 1995/96 mit Platz zehn nicht die erhoffte Teilnahme am UEFA-Pokal und Trainer Fringer nahm das Angebot an, Schweizer Nationaltrainer zu werden.

Sein Nachfolger in Stuttgart wurde sein Assistenztrainer – zunächst nur interimistisch – am 14. August 1996, vier Tage vor Beginn der neuen Saison.

Nach sechs ungeschlagenen Spielen in Folge zu Beginn der Saison 1996/97 wurde Löw vom damaligen VfB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder am 21. September 1996 vom Interims- zum Cheftrainer befördert.Mit dem so genannten magischen Dreieck um Krassimir Balakow, Giovane Élber und Fredi Bobic gewann der VfB Stuttgart mit Löw in der Saison 1996/97 durch einen 2:0-Sieg im Finale gegen Energie Cottbus den DFB-Pokal. Ein Jahr später stand der VfB im Finale des Europapokals der Pokalsieger, das er in Stockholm mit 0:1 gegen den FC Chelsea verlor. Neben dem Einzug ins Finale erreichte Löw mit dem VfB erneut den vierten Platz in der Bundesliga und damit die Qualifikation zum UEFA-Pokal. Trotzdem wurde Löw von Mayer-Vorfelder entlassen und durch Winfried Schäfer ersetzt. Der allmächtige Präsident traute Löw nicht zu, den VfB dauerhaft in der Spitze der Bundesliga zu halten.

Das war ein Muster, welches Löw in den ersten Jahren seiner Karriere mehrfach erleben musste. Entlassung und damit Scheitern trotz guter persönlicher Leistungen und vergleichsweise ansehnlicher Erfolge. Als Folge – arbeitslos

Löw wechselte am 1. Juli 1998 zu Fenerbahçe Istanbul. Nachdem er mit der Mannschaft den dritten Platz erreicht hatte, endete das Engagement am 29. Mai 1999 nach einer Saison (sic). Löw war aber in der Spielzeit neben Meistertrainer Fatih Terim von Galatasaray Istanbul der einzige Trainer, der nicht vorzeitig entlassen worden war. Anschließend trainierte er den deutschen Zweitligisten Karlsruher SC. Im Frühjahr 2000 erwarb Joachim Löw bei einem Sonderlehrgang des DFB die Fußball-Lehrerlizenz. Dort traf er auch Jürgen Klinsmann. Nach einem halben Jahr Pause wurde Löw am 20. Dezember 2000 beim abstiegsbedrohten türkischen Erstligisten Adanaspor eingestellt. Da der mit Löw erhoffte Aufwärtstrend sich nicht einstellte und der Verein eine sehr unruhige Zeit durchlebte, trat Löw nach dem 22. Spieltag von seinem Amt zurück.

Am 10. Oktober 2001 wurde Löw nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit vom FC Tirol Innsbruck als Trainer angestellt. Obwohl die Spieler für sechs Monate kein Gehalt erhalten hatten, gewann er mit dem Verein 2002 den dritten Meistertitel in Folge. Im selben Jahr meldete der FC Tirol jedoch Konkurs an und löste sich nach Entzug der Bundesligalizenz auf. Damit war Löws Anstellung in Innsbruck am 18. Juni 2002 beendet.Nach einem weiteren Jahr Arbeitslosigkeit wurde Löw am 4. Juni 2003 Trainer des FK Austria Wien. Doch dort wurde er nach einer 0:2-Niederlage gegen Tabellenschlusslicht FC Kärnten im März 2004 beurlaubt, obwohl die Austria Tabellenführer war.Bereits im Dezember 2006 hatte es die ersten Morddrohungen gegen ihn gegeben. Er stand daraufhin bei den Bundesliga-Partien in Bochum (15.12.06) und Cottbus (27.01.07) unter Polizeischutz. Und als sein Team dann am 30.01.2007 nur 0:0 gegen den 1. FC Nürnberg spielte, da war Schluss. Am nächsten Tag steuerte Josef Heynckes seinen Dienstwagen zum Vereinsheim von Borussia Mönchengladbach und legte seinem Präsident Rolf Königs die Schlüssel des Autos mit den Worten auf den Tisch: „Der Wagen ist gewaschen und vollgetankt!“ Ehrenvoll verzichtete der Coach zusätzlich auf seine Bezüge aus einem noch 16 Monate laufenden Vertrag und trat zurück.

Der 61-jährige schien endgültig gescheitert. Zwar hatte er 1989 und 1990 mit dem FC Bayern München zwei deutsche Meisterschaften errungen und 1998 mit Real Madrid die Champions League gewonnen. Doch in den letzten Jahren seiner Karriere lief es nicht mehr. Weder bei Eintracht Frankfurt noch bei Schalke 04. Und jetzt war seine große Liebe, Borussia Mönchengladbach, Vorletzter. Heynckes galt als altmodisch, als Auslaufmodell und Yesterday-Man. Und so privatisierte der verdiente Spieler und Trainer einige Jahre. Bis ihn plötzlich der Anruf eines alten Freunds erreichte.

Uli Hoeneß suchte nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann eine Zwischenlösung, um die Saison 2008/09 ordentlich zu Ende zu bringen. Jupp Heynckes willigte ein und macht seine Sache ordentlich. So ordentlich, dass im Sommer 2009 Rudi Völler den damals 64-jährigen anrief, um ihn als neuen Trainer für Bayer Leverkusen zu verpflichten.

Heynckes fühlte sich geschmeichelt und willigte ein. Und macht seine Sache wieder sehr gut. Das Team spielte so gut wie lange nicht mehr und hätte durchaus auch die deutsche Meisterschaft erreichen können.Mit Leverkusen blieb Heynckes die ersten 24 Spieltage der Saison ungeschlagen. Damit stellte er einen neuen Startrekord in der Fußball-Bundesliga auf und übertraf dabei die von ihm selbst mit dem FC Bayern München gehaltene Bestmarke aus der Saison 1988/89. Saisonübergreifend blieb Heynckes sogar 29 Spiele in Folge unbesiegt.

Die Serie endete am 25. Spieltag mit einer 2:3-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Nach dem überragenden Saisonbeginn sackte die Mannschaft in der Rückrunde ab und belegte am Schluss nur Platz vier.

Damit spielte Bayer in der Saison 2010/11 in der UEFA Europa League und erreichte das Achtelfinale. In der Meisterschaft wurde Leverkusen Zweiter und qualifizierte sich für die Champions League. Heynckes entschied sich, seinen am Ende der Saison auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Heynckes war der erste Trainer seit sieben Jahren, der mit Bayer Leverkusen den Einzug in die Champions League schaffte, nachdem der Verein sich zwischen 1997 und 2004 insgesamt sechs Mal für die Teilnahme qualifiziert hatte.Am 25. März 2011 gab der FC Bayern München überraschend die Verpflichtung von Heynckes als neuen Cheftrainer bekannt. Dieser unterschrieb einen Zweijahresvertrag ab der Saison 2011/12. Damit folgte Heynckes auf Andries Jonker, der nach der Beurlaubung von Louis van Gaal von April bis Saisonende 2011 als Interimstrainer tätig war. Am 17. März 2012 beim Auswärtssieg gegen Hertha BSC hatte Heynckes sein 600. Spiel als Trainer in der deutschen Bundesliga; lediglich Otto Rehhagel hat mit über 800 noch mehr Bundesligaspiele als Trainer.

Nachdem Heynckes einer offiziellen Pressemitteilung des Klubs zufolge dem Bayern-Vorstand mitgeteilt hatte, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern werde, wurde am 16. Januar 2013 die Verpflichtung von Pep Guardiola als sein Nachfolger bekannt gegeben. Wenige Tage später wurde bekannt, dass er seine Arbeit bei den Münchnern gerne fortgesetzt hätte.

Nachdem Heynckes zunächst die gesetzten Ziele nicht erreichen konnte und in der Meisterschaft am BVB scheiterte, folgte in der Saison 2012/13 die Krönung des Trainer-Lebenswerks des Ur-Gladbachers. Heynckes schaffte das Triple. Deutscher Meister, Pokalsieger und Champions League Sieger in einer Saison. Da war er 68 Jahre alt.  Er hatte es allen – auch dem Bayern-Vorstand – nochmals gezeigt. Von wegen Yesterday,Man und Auslaufmodell. Die Top-Klubs in Europa rissen sich plötzlich um den Trainer-Granden. Doch jetzt war Schluss. Er hatte es seiner Frau versprochen.

Am 13. Januar 2014 wurde ihm die Auszeichnung zum FIFA Trainer des Jahres 2013 in Zürich verliehen. Für uns ist Jupp Heynckes ein Held. Sich mit 64 nochmals neu zu erfinden und mit 68 den größtmöglich Erfolg zu erringen, den ein Vereinstrainer überhaupt erringen kann. Und das auf die Ehrenmann-Art . Chapeau – Respekt! Und deshalb ist er auf Platz 1…

Und in 2018 ist er wieder dabei. Die Bayern riefen ihn, als Not am Mann war. Als er startete, nach dem 7. Spieltag betrug der Rückstand auf den Rivalen Dortmund bereits fünf Punkte, kurz zuvor gab es auf internationalem Parkett eine gerechtfertigte 0:3-Pleite in Paris. Jopi übernahm und hatte Erfolg: 14 Siege aus 15 Pflichtspielen lautete seine Startbilanz. Und der Vorsprung auf den BVB wuchs auf das typische Pep Guardiola, Jupp Heynckes die Bayern sind Spitzenreiter Niveau an. Spannung ade in der Bundesliga 2017/18.


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