Grausam – All diese Fußballprofis starben auf dem Fußballplatz


Der Plötzliche Herztod beim Sport

Ivan Turina starb in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2013. Foto: Getty Images
Ivan Turina starb in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2013. Foto: Getty Images
Der Plötzliche Herztod beim Sport (Syn.: Plötzlicher Sporttod, Plötzlicher Herztod bei Sportlern) ist ein durch Sport ausgelöster plötzlicher Herztod (PHT). Er stellt kein eigenes Krankheitsbild dar. Den Sport als auslösenden Faktor nimmt man bei einem PHT bis eine Stunde nach der körperlichen Belastung an.

Die Inzidenz für einen PHT beim Sport wird mit 0,5 bis 2 pro 100.000 Sportler angegeben, Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. In Frankreich beispielsweise erliegen jährlich zwischen ein- und zweitausend Sportler dieser Todesursache. In Deutschland sterben etwa 900 Sportler jährlich an einem Herztod; ein deutschlandweites Register für die genauere Erfassung des plötzlichen Herztodes beim Sport wurde 2012 initiiert.

Sportarten mit den häufigsten Herztodesfällen sind Triathlon (1,5/100.000), Basketball, American Football (USA), Fußball und Laufen (0,8/100.000). Das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, liegt bei jungen Sportlern 2,5 mal höher als bei Nichtsportlern. Wie auch allgemein beim plötzlichen Herztod müssen drei Komponenten aus struktureller Herzerkrankung, Arrhythmie-Mechanismus und vorübergehendem Auslöser zusammenkommen. Der Auslöser beim plötzlichen Sporttod ist die körperliche Belastung. Die Herzerkrankungen unterscheiden sich nur in ihrer Verteilung. Am häufigsten bei Wettkampfsportlern ist die Hypertrophe Kardiomyopathie (46 % inkl. Verdachtsfälle), gefolgt von den angeborenen Koronaranomalien (17 %) sowie der Myokarditis (7 %) und der Arrhythmogenen Rechtsventrikulären Kardiomyopathie (ARVCM) mit (4 %). Je älter die Patienten werden, desto häufiger ist die Koronare Herzkrankheit die zugrundeliegende Erkrankung.

In manchen Regionen Italiens ist die ARVCM, wahrscheinlich aufgrund einer genetischen Häufung, die häufigste Ursache bei jungen Sportlern. Seit Jahrzehnten wird ein Zusammenhang zwischen plötzlichen Herztoden und Doping vermutet. Praktisch alle bekannten Dopingmittel können das Herz schädigen. Insbesondere Anabolika und künstlich zugefügte Wachstumshormone können zu krankhaften Veränderungen des Herzens führen. Der Nachweis dafür, dass Doping für einen Fall plötzlichen Herztodes verantwortlich ist, ist in der Regel schwierig.

Zum einen sind möglicherweise verwendete Mittel im Blut des Sportlers zum Todeszeitpunkt oft nicht (mehr) nachweisbar, beispielsweise, wenn die Mittel in einer Trainingsphase ohne Dopingkontrollen eingenommen wurden. Zum anderen werden teilweise gar keine Autopsien vorgenommen, oder es wird kein Spezialist hinzugezogen, der Doping typische Herzmuskel- und Zellveränderungen feststellen könnte. Zuverlässige Statistiken oder Langzeitstudien zu dem Thema gibt es bisher nicht.

Im November 2010 hat die französische Stiftung Cœur et Artères („Herz und Arterien“) einen Fonds zur Finanzierung von Forschungen auf diesem Gebiet eingerichtet und ihn nach Marc-Vivien Foé benannt. Ein erhöhtes Risiko für (meist nicht tödliche) Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen besteht nach einer Meinung auch für Zuschauer, die eine spannende Fußballübertragung (z.B. Elfmeterschießen) im Stadion oder vor dem Fernsehgerät verfolgen. Andere Arbeiten konnten jedoch keinen Zusammenhang von kardialen Ereignissen bei Zuschauern von Fußballspielen in Deutschland und Italien zeigen.

Quelle: Plötzlicher Herztod beim Sport; Wikipedia.de

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