Diesen HSV braucht die Bundesliga sicher nicht…


Ein Bild mit Symbolcharakter: Für den Hamburger SV mit Khaled Narey und Vasilije Janicic (r.) war auch der FC Ingolstadt eine zu hohe Hürde... (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images )

Ist das am Ende alles Kopfsache? Der Hamburger SV kassiert am Samstag beim 0:3 (0:1) gegen den FC Ingolstadt die 3. Heimniederlage aus den letzten 4 Spieltagen. Insgesamt ist die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf (38) nun seit 7 Spielen ohne Sieg. Der direkte Aufstieg ist zwar noch möglich, aber es spricht nur wenig dafür, dass in Hamburg am Ende gejubelt wird…

Die Zuschauer, die am Samstag bei wechselhaftem Wetter zwischen Sonne und Schneeregen den Weg ins Hamburger Volksparkstadion gemacht haben, sind wahrlich nicht zu beneiden.

Sie bekommen das zu sehen, was sie eigentlich immer sehen, wenn es gegen Abstiegskandidaten in der 2. Liga geht: Eine Pleite! So geschehen schon gegen Darmstadt 98, das den HSV am 26. Spieltag mit 3:2 aus allen Derbysieg-Wolken schießt, gegen den 1. FC Magdeburg (1:2 / Ligalive.net berichtete) und zuletzt beim mageren 1:1 gegen Erzgebirge Aue am Karsamstag. Dazu kommt noch das 1:3 im Pokal-Halbfinale gegen den Bundesligisten RB Leipzig.

Auch ,,Die Schanzer“ nehmen die 3 Punkte aus dem Selbstbedienungsladen im Hamburger Volkspark gern mit. Der 2017 aus der Bundesliga abgestiegene Klub aus Bayern hat 2 Spieltage vor Saisonende in jedem Fall die Chance auf die Relegation gewahrt.

Dieser HSV-Fan fragte Manuel Wintzheimer (l.) entweder nach seiner Friseuradresse oder nach der derzeit ausgeübten Sportart... (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images )

HSV: Wird es wieder nur die Relegation?

4-mal Relegation: Dennis Diekmeier hat als Profi vieles erlebt - aber noch nie ein Tor erzielt... (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)
Relegation – Ein Wort, das beim HSV ungefähr so geliebt wird wie die Begriffe ,,Werder“ oder ,,Pauli“…

Die Erinnerungen an die Relegations-Dramen 2014 bei Greuther Fürth (1:1 / Klassen-Verbleib dank Auswärtstor-Regel) und 2015 beim Karlsruher SC (2:1 n. V.  / ,,Tomorrow my Friend“) sind in Hamburg noch immer präsent. Es könnte sich in dieser Saison ein 3. Drama dazu gesellen. Der HSV ist im Begriff, den direkten Wiederaufstieg zu verspielen.

Trotz hoher Ballbesitzquoten bleibt die Mannschaft von Hannes Wolf auch gegen Ingolstadt ideenlos und muss sich schon zur Pause gellende Pfiffe von ihren leidgeprüften Fans anhören.

Top-Torjäger Pierre-Michel Lasogga, der den HSV wohl am Saisonende verlassen muss, sitzt bei den Gastgebern ebenso zunächst auf der Bang wie Youngster Jann-Fiete Arp (19), der im Sommer zum FC Bayern München wechseln wird. Was er dort genau will, ist noch nicht heraus…

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Lasogga

Alles wie immer in Hamburg: HSV vermeidet Bekenntnis zum Trainer...

Lehrjahre sind keine Bayern-Jahre: Jann-Fiete Arp (m., mit Bakery Jatta und Douglas Santos) nach dem 2:3 des HSV im Zweitliga-Heimspiel gegen Darmstadt 98.
Lehrjahre sind keine Bayern-Jahre: Jann-Fiete Arp (m., mit Bakery Jatta und Douglas Santos) nach dem 2:3 des HSV im Zweitliga-Heimspiel gegen Darmstadt 98. (Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Vor dem richtungweisenden Duell am kommenden Sonntag beim SC Paderborn wächst der Druck auf Trainer Hannes Wolf und auf die HSV-Mannschaft.

Es ist angesichts der sportlichen Lage durchaus denkbar, dass man in Hamburg im Schlussspurt noch einmal die Option ,,Trainerwechsel“ zieht. Das geht schon aus den (ewig gleich wirkenden) Aussagen der Klub-Verantwortlichen nach dem ,,HSV-Untergang“ (BILD.DE) am Samstagnachmittag hervor. ,,Wir haben jetzt 0:3 verloren. Bevor ich mich hinstelle, muss ich mir in Ruhe Gedanken machen, müssen wir die Situation besprechen. Am Ende geht es immer nur um das Beste für den Verein“, sagt Sportvorstand Ralf Becker. Wie ,,das Beste für den Verein“ in diesem Fall aussieht, kann man sich denken.

Im Oktober hat man sich bereits von Christian Titz getrennt. Die Bilanz von Hannes Wolf, 2017 Zweitliga-Meister mit dem VfB Stuttgart, ist bis zum Jahreswechsel okay: 6 Siege aus 8 Spielen. Im Kalenderjahr 2019 gibt es den Stotter-Start beim 2:1 gegen den ebenfalls vom Abstieg bedrohten SV Sandhausen. Knappe Heimsiege gegen Dynamo Dresden und Greuther Fürth (jeweils 1:0) und das fulminante 4:0 im Derby beim FC St. Pauli halten die ,,Rothosen“ dennoch auf Kurs. Dann folgt der Einbruch. Die Rückrunden-Tabelle der 2. Liga sieht den HSV auf Rang 16 (!), wäre man zynisch, würde man sagen ,,in bekannten Gefilden“, und in der Heim-Tabelle nur auf Rang 9. 25 Punkte holen die Hanseaten im Volksparkstadion, das ist mit Blick auf die Aufstiegskonkurrenten 1. FC Union Berlin und SC Paderborn, die im eigenen Stadion 10 bzw. 8 Punkte mehr machen, einfach zu wenig.

Nein, in dieser Form braucht die Bundesliga den HSV, der aus dem historischen Abstieg im Mai 2018 offenbar keine Lehren gezogen hat, wirklich nicht.

Ligalive-Infografik: Minuten pro Tor in der 2. Liga - Nichts zu sehen vom HSV, 2. Bundesliga-Saison 2018/2019

Ligalive Live-Ticker - Nationale und internationale Spiele mit Autorefresh, ohne lästiges Aktualisieren

Ligalive-Infografik: Diese Teams kommen am häufigsten nach 0:2 zurück, 2. Bundesliga-Saison 2018/2019

Ligalive TV: HSV-Trainer Hannes Wolf nach dem Pokal-Halbfinale: ,,Wären gerne weitergekommen"