Hoeneß-Nachfolge: Oliver Kahn kann Bayern!


Die Planspiele beim FC Bayern München für die Zeit nach Uli Hoeneß (66) und Karl-Heinz Rummenigge (63) laufen auf Hochtouren. Im November 2019 könnte in München eine Ära zu Ende gehen. Ein Favorit auf eine Position in der Bayern-Führung hat sich fast automatisch positioniert: Torwart-Legende Oliver Kahn (49). Das berichtet die Zeitschrift SPORT BILD (aktuelle Ausgabe).

Oliver Kahn hat sich bei seinem denkwürdigen „Sportstudio“-Auftritt im ZDF nach dem Spitzenspiel Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München (3:2) nicht in die Karten schaue lassen.

„Alles zu seiner Zeit“, beantwortete der Champions-League-Sieger von 2001 die Frage über eine mögliche Position beim FC Bayern mit Zurückhaltung.

Kahns Zeit beim deutschen Rekordmeister könnte bald kommen. Im November 2019 muss Bayern-Boss Uli Hoeneß (66) eine neue Kandidatur für seine Ämter im Präsidium und im Aufsichtsrat formulieren – oder seinen bereits angedeuteten Rücktritt vollziehen. Auch der Vertrag von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (63) läuft 2019 aus. „Der Klubchef sieht keine Eile, sich zu seiner Zukunft zu äußeren“, heißt es dazu am Mittwoch bei SPORT BILD.

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Oliver Kahn ist eine Legende des FC Bayern München. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)

Uli Hoeneß hat den Stein zuletzt ins Rollen gebracht. „Wenn ich wüsste, der oder der kann das, würde ich nächstes Jahr aufhören“, so der Bayern-Macher.

Oliver Kahn verkörpert den FC Bayern so wie Hoeneß und Rummenigge

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Oliver Kahn verabschiedete sich am 2. September 2008 als Rekordspieler und achtmaliger Deutscher Meister vom FC Bayern München. (Photo by Johannes Simon/Bongarts/Getty Images)

Oliver Kahn, als Spieler eine Legende im Tor des Branchenriesen und mit 8 gewonnenen deutschen Meistertiteln zusammen mit Mehmet Scholl Rekordhalter in der Bundesliga, gilt als Hoeneß-Vertrauter.

Der Ex-Nationaltorhüter hat 632 Pflichtspiele für die Bayern absolviert – mehr als jeder andere Profi bei den Münchnern. Er hat diesen Verein als Spieler gelebt – und mit unglaublichen Energie-Leistungen wie beispielsweise in der Saison 2000/2001 zu riesigen Erfolgen geführt. Wer also, wenn nicht er?

Kahn hat sehr wohl gute Gründe, sich bedeckt zu halten. Als TV-Experte und Unternehmer ist er gut im Geschäft und gut vernetzt. „Ich habe das gesagt, weil man nie irgendetwas ausschließen kann“, sagt Kahn in SPORT BILD (aktuelle Ausgabe) über die im ZDF getätigten Aussagen.

Um den Titan, so eine mögliche Option, an die Aufgaben im Bayern-Präsidium heranzuführen, ist eventuell sogar eine „Tandem-Lösung“ mit Karl-Heinz Rummenigge denkbar. Bleibt Hoeneß auch über 2019 hinaus im Amt, wäre ein Trio mit ihm, Rummenigge und Kahn sicher die geballte Bayern-Power in der Chefetage. Anders gesagt: Mehr „Mia san mia“ geht nicht!

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

TV-Experte und Fußball-Unternehmer: Kahns perfekte zweite Karriere

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Oliver Kahn (l.), mit Moderator Jochen Breyer, arbeitet bereits seit 2008 für das ZDF. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Kahn hat sich seit seinem Abschied vom FC Bayern München im Jahr 2008 – zum guten Schluss gab es das „Double“ – als TV-Experte und Unternehmer kontinuierlich weiterentwickelt.

Als Gründer der in München ansässigen „Goalplay GmbH“ hat sich der Mann, dem die Boulevardmedien einst den Spitznamen „Titan“ gaben, u. a. eine Akademie aufgebaut, die einen 10-Jahres-Vertrag mit dem saudi-arabischen Fußballverband besitzt.

Am Golf kümmert sich Kahn um den gesamten Torwart-Bereich. Seine „Kahnanalyse“ sehen monatlich 500.000 Zuschauer bei Samsung-TV. Im ZDF (Vertrag bis 2020) hat er sich als Experte profiliert.

„Typisch für meinen Lebenslauf ist, dass ich mich nicht in Aufgaben hineingestürzt habe, für die es mir an Erfahrung mangelt“, erklärt Kahn der SPORT BILD.

 

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Bei den Bayern wurde Kahn zum absoluten Ausnahme-Torhüter

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Oliver Kahn und der FC Bayern – das ist eine fast 25-jährige Erfolgsstory, die 2019 in die Fortsetzung gehen könnte.

1994 vom Karlsruher SC, mit dem er sensationell das UEFA-Cup-Halbfinale erreicht hatte, an die Isar gewechselt, wird Kahn bei den Bayern zum Titelsammler und zur lange Zeit unumstrittenen Nummer 1 unter den deutschen Torhüter. 2 Europapokal-Trophäen (1996 und 2001), 8 Meisterschalen, 6 Erfolge im DFB-Pokal und 3 Auszeichnungen als „Welttorhüter des Jahres“ (1999, 2001, 2002) sprechen für sich.

In der Nationalmannschaft ist der „Titan“ 2002 mit seinen tollen Reflexen und gemeinsam mit dem Noch-Leverkusener Michael Ballack und dessen entscheidenden Treffern für den Finaleinzug bei der WM verantwortlich. Seine Tränen nach dem mit 0:2 in Japan gegen Brasilien verlorenen WM-Finale zeigen die menschliche Seite hinter der Fassade des oft wie verbissen agierenden Keepers.

Erst Bundestrainer Jürgen Klinsmann stürzt ab 2004 das Denkmal Kahn im DFB-Team.

Auch Schalke und Köln wollten den Manager Oliver Kahn

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Aber: Schon 2003 gibt Kahn über einen möglichen Management-Posten beim FC Bayern Folgendes zu Protokoll: „Ich könnte mir im Großen und Ganzen keinen besseren Mann auf dieser Position vorstellen als mich.“ So richtig zusammen kommen die Münchner und der Torwart-Titan nach dessen Karriereende aber nicht mehr.

2009 trifft sich Kahn mit Schalke-Boss Clemens Tönnies unter großer medialer Beachtung im beschaulichen Rheda-Wiedenbrück, um bei den Königsblauen den Managerposten zu übernehmen. Daraus wird nichts. „Ich hätte es super gerne gemacht, aber das Angebot kommt 6 Monate zu früh“, sagt Kahn anschließend. Auch der 1. FC Köln buhlt 2010 erfolglos um die Dienste von Olli Kahn als Manager.

Als sein ehemaliger Nationalmannschafts- und Klubkollege Philipp Lahm im September 2016 als Sportdirektor des FC Bayern gehandelt wird, rät Kahn seinem Weggefährten ab: „Ich kann keinem empfehlen, nach dem Karriereende sofort in eine verantwortliche Position im Fußball zu wechseln.“

Auch er selbst hat wohl lange Bedenken. Im Sommer 2017 versuchen die Bayern, den vakanten Sportdirektor-Posten zu besetzen. Eine Farce. Neben Lahm sagt auch Gladbach-Manager Max Eberl, ein gebürtiger Bayer, dem Rekordmeister ab. „Für mich steht eine Position als Sportdirektor nie zur Debatte“, wiegelt Kahn da noch ab. Im Dezember 2017, nach der etwas überraschenden Berufung von Hasan Salihamidzic (41) noch einmal gefragt, sagt er: „Das hängt von der Aufgabe ab.“

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