La Liga: Die 4 Baustellen von Real Madrid


Die gute Nachricht zuerst. Unter der Woche war Champions League. Real Madrid hat sich beim 5:0 bei Viktoria Pilsen schadlos gehalten und kann wie gewohnt für das Achtelfinale planen. Die schlechte Nachricht: Am Sonntag ist wieder „La Liga“ – und da jagen die Königlichen ihren eigenen Ansprüchen gnadenlos hinterher. Die Probleme von Real Madrid liegen nicht nur auf dem Platz…

Der erste Eindruck von Real Madrid ist in diesem heißen Sommer kein guter. Die Königlichen machen am 15. August 2018 einen Ausflug in Land, das nicht zu den ganz großen Fußball-Nationen in Europa zählt: Nach Estland. In der estnischen Hauptstadt Tallinn erleben die erfolgsverwöhnten Stars ihre erste große Pleite in diesem Jahr.

Stadt- und Erzrivale Altético Madrid, amtierender Europa-League-Sieger, nimmt dem großen Real, dem 3-fachen Champions-League-Gewinner, an diesem Abend den sicher geglaubten UEFA Supercup weg. Nach 2-maliger Führung verlieren die Königlichen gegen Diego Costa und Co. nach Verlängerung mit 2:4.

Kein guter Start für den neuen Trainer Julen Lopetegui (52), der den legendären Zinedine Zidane nach dem Champions-League-Triumph gegen Liverpool (3:1) abgelöst hat.

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Die Saison begann für Real Madrid mit einer Enttäuschung. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Ein Betriebsunfall, könnte man im Real-Lager meinen. Aber: Mit der Niederlage gegen Atlético beginnt es für Lopetegui bereits, ungemütlich zu werden. Real Madrid wird vom absoluten Krösus in Europa zum Krisenklub in Spanien…

Zu große Fußstapfen: Real findet keinen Ronaldo-Ersatz

Es war einmal... der BBC-Sturm. (Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)

Real Madrid ist nämlich mit einem großen Problem in die Saison 2018/2019 gegangen. Der Abgang von Tor-Maschine Cristiano Ronaldo (33) zu Juventus Turin füllt mit 117 Mio. Euro zwar die Kassen, lässt aber im „BBC-Sturm“ mit Karim Benzema und Gareth Bale eine Lücke, die nicht zu schließen ist.

Ronaldo hat Real geprägt. 450 Tore des Portugiesen in 438 Pflichtspielen stehen über allem. 4-mal hat „CR7“ Real fast im Alleingang zur Champions League geschossen. Das Denkmal für ihn musst du erstmal bauen!

Seine verbliebenen Mitstreiter im Real-Angriff, Gareth Bale und Karim Benzema, mühen sich zwar auch ohne Ronaldo, aber ihre Tor-Quoten mit 9 bzw. 5 Treffern aus 17 Pflichtspielen reichen nicht ansatzweise an die Offensivpower der gemeinsamen Zeit mit Ronaldo heran.

Der Versuch, den Brasilianer Neymar nach nur einem Jahr bei Paris St.-Germain für die Fabel-Summe von 350 Millionen Euro nach Madrid zu holen, scheitert. Es ist nicht die einzige Fehleinschätzung von Real-Präsident Florentino Perez (71).

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Estadio Santiago Bernabeu wird zum Millionen-Problem

Real Madrids Fußballtempel Santiago Bernabeu. (Photo by Denis Doyle/Getty Images)

Der mächtige Real-Boss hat ein ganz anderes Problem. Sein für 600 Millionen Euro veranschlagter Umbau von Real Madrids Fußball-Kathedrale Santiago Bernabeu wird zur offenen Baustelle – und lähmt die Entwicklung des Vereins.

Der 600 Millionen Euro teure Umbau des WM-Finalstadions von 1982 lässt kaum Spielraum für einen neuen Transfer-Coup. Finanziert wird das Ganze über Kredite, die von den Mitgliedern erst abgesegnet werden müssen.

Rámon Caldéron (67), ehemaliger Präsident von Real Madrid, kann es nicht fassen: „600 Millionen Euro für einen Umbau! Dabei hat sich niemand über unser Stadion beklagt. Aber wegen dieser Kosten kann sich der Verein nun keine Top-Spieler mehr leisten.“

Das führt schnell zu Reals nächstem Problem. Welcher Trainer will ein Star-Ensemble trainieren, das in die Jahre gekommen zu sein scheint und in „La Liga“ mit nur 17 Punkten aus 11 Spielen und vor der Partie bei Celta de Vigo am Sonntag den eigenen Ansprüchen hinterher hinkt?

 

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Der Kader: Real-Fans warten auf den nächsten Superstar…

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Es ist schon eine Weile her, dass Real mit viel Show einen neuen Überflieger präsentiert hat.

Gareth Bales Vorstellung im Bernabeu schreibt im Sommer 2013 Geschichte. Dem 100-Millionen-Mann aus Wales folgen 2014 der deutsche Weltmeister Toni Kroos vom FC Bayern München und der Kolumbianer James Rodriguez (AS Monaco) für insgesamt 100 Mio.

Das ist allerdings schon vier Jahre her. Inzwischen spielt Rodriguez beim FC Bayern. Und den Neuzugängen der Königlichen fehlt seitdem die ganz große Strahlkraft.

Vor dieser Saison hat man sich die Dienste des belgischen Nationaltorhüters Thibaut Courtois vom FC Chelsea 36 Millionen Euro kosten lassen. Wirklich stabilisiert hat der Keeper die Real-Defensive bei 13 Gegentoren und nur 3 Partien ohne Treffer nicht. Super-Talent Vinicius Junior (18) kostet 61 Mio. Euro. Der brasilianische U20-Nationalspieler ist aber bei allem Respekt nur ein Perspektivspieler.

Die Trainerfrage: Wer will den „Traumjob“ bei Real Madrid?

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Diese Faktoren bewirken bei Real Madrid ein schnelles Scheitern von Julen Lopetegui. Am 30. Oktober 2018 ist der Coach, der aufgrund des vorzeitig bekannt gegebenen Engagements bei den Königlichen unmittelbar vor dem WM-Start seinen Job als spanischer Nationaltrainer verliert, am Ende.

Seine magere Bilanz: Ein Punkt aus den letzten 5 Liga-Spielen. Santiago Solari (42), ein ehemaliger Real-Profi, übernimmt interimsmäßig.

Aber wer soll Madrid zurück an die Spitze führen? Die Verpflichtung des 49-jährigen Antonio Conte scheitert angeblich, weil der Italiener, der zuletzt beim FC Chelsea tätig war, offenbar zu viele Kompetenzen eingefordert hat. Conte will ein Mitspracherecht bei Transfers, was angesichts der Flaute nachvollziehbar ist.

Der Kicker mutmaßt gar, dass Kapitän Sergio Ramos, der sich öffentlich einen autoritären Trainer gewünscht hat, das Amt selbst übernehmen könnte und als erster Spielertrainer die Geschicke in Madrid vom Feld aus lenken würde…

Ein dritter Name, der dieser Tage in der Verlosung ist: Mauricio Pochettino (46) von Tottenham Hotspur. Der Argentinier hat laut SPORT BILD (aktuelle Ausgabe) aber wohl ebenfalls „vorläufig abgesagt“ wie der Spanier Roberto Martinez, der Belgien bei der WM auf Rang drei geführt hat. Martinez‘ Kontrakt beim belgischen Nationalverband läuft noch bis 2020. Pochettino steht bei den Spurs gar bis 2023 unter Vertrag.

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