2. Liga: HSV 4:3 nach 2:3 – Der ganz normale Wahnsinn! – Auch Liverpool gewinnt


Top-News 1: 2. Liga: Hamburger SV 4:3 in Paderborn – Der ganz normale Wahnsinn

„Einfach kann jeder“, diese Binsenweisheit scheint man beim Hamburger SV konsequent anzuwenden. Die Hamburger lieferten am Montagabend zum Abschluss des 2. Spieltags in der 2. Liga einen echten Krimi. Sie gewannen mit 4:3 (2:3) bei Absteiger SC Paderborn. Oder: Der ganz normale HSV-Wahnsinn.

Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen in Nordrhein-Westfalen waren in Paderborn nur 300 Fans zugelassen. Sie konnten am Ende sicher sein, ein denkwürdiges Spiel gesehen zu haben.

Die Hamburger nutzten ihren ersten Torschuss durch Manuel Wintzheimer nach 14 Minuten zur Führung. Simon Terodde legte nach: 0:2 in der 24. Minute. Es war der 121. Treffer für den Zweitliga-Torjäger. Damit hat er Rekord-Mann Sven „Kühlschrank“ Demandt (55) eingeholt. Der gebürtige Kölner hatte in 316 Spielen für Mainz 05, Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf ebenfalls 121-mal getroffen. „Das ist Simon Terodde like“, sagte Zweitliga-Legende Torsten „Tusche“ Mattuschka (39) bei Sky beim Blick auf diesen Treffer, „er steht da, wo die Murmel runterfällt.“ Terodde nutzte einen Schnitzer von Paderborns Chima Okoroji. Der trat über den Ball.

Die Paderborner zeigten sich nur bedingt geschockt. Die Mannschaft von Trainer-Unikum Steffen Baumgart (48) drehte die Partie noch vor der Halbzeit um. Dennis Srbeny (34.) per Foulelfmeter und Chris Fuehrich 2-mal aus fast identischer Position von der rechten Strafraumseite (36. / 38.) versetzten den HSV in Schockstarre. 3:2 nach 2:0! Mit diesem Ergebnis ging es in die Kabinen.

Simon Terodde holte sich mit dem 3:3 nach 57 Minuten den alleinigen Tor-Rekord in der eingleisigen 2. Bundesliga, 122 Tore. Nach Vorarbeit von Wintzheimer ließ sich „Torodde“ diese Gelegenheit aus 5 Metern nicht nehmen. Nach 80 Minuten der 2. Strafstoß in diesem Spiel. Wintzheimer fiel gegen Sebastian Vasiliadis. Aaron Hunt verwandelte vom Punkt gegen SCP-Torhüter Leopold Zingerle. 3:4, nun war der HSV wieder vorn. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune (46) ließ sich in der Schlussphase nicht mehr düpieren. Hamburg holte seinen ersten Zweitliga-Sieg in der Benteler Arena. Die Hanseaten damit mit der optimalen Ausbeute – 6 Punkte aus den ersten 2 Spielen. Paderborn dagegen Saison übergreifend 17 Spiele ohne Sieg.

„Sie gucken sich wieder an und denken sich: Mann, nicht mal so ein Spiel gewinnen wir“, fasste Torsten Mattuschka bei Sky die Situation beim Bundesliga-Absteiger zusammen. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, die Gegentore waren geschenkt“, fand Matchwinner Simon Terodde bei Sky, „und haben die Qualität gehabt, um zurück zu schlagen. An den Rekord habe ich während des Spiels keine Sekunde gedacht.“

SC Paderborn - Hamburger SV 3:4
Aaron Hunt schoss den Hamburger SV zum 4:3 beim SC Paderborn. Foto: Imago Images / Nordphoto

Top News 2: Premier League: FC Liverpool und Klopp gewinnen den Klassiker

FC Liverpool FC Arsenal 3:1
Mit diesem Tor zum 1:1 leitete Sadio Mané (r.) die Wende für den FC Liverpool gegen den FC Arsenal ein. Foto: Imago Images / PA Images
Drittes Spiel, 3. Sieg – Der englische Fußballmeister FC Liverpool marschiert weiter unbeirrt durch die neue Premier-League-Saison. Die Mannschaft des deutschen Trainers Jürgen Klopp (53) setzte sich im Monday Night Game gegen den FC Arsenal mit 3:1 (2:1) durch.

Im leeren Stadion an der Anfield Road erwischten die „Reds“ jedoch einen Kaltstart. Arsenal ging durch Alexandre Lacazette nach 23 Minuten mit 1:0 in Führung. Sadio Mané (27.) glich für Liverpool aus. Der Senegalese traf aus kurzer Distanz. Andy Robertson (34.) rückte noch vor dem Wechsel die Dinge für den LFC wieder gerade. Der Schotte holte sich am Fünfer eine Rechtsflanke von Trent Alexander-Arnold und schoss ein.

Diogo Jota (83.) verpasste nach prima Zuspiel von Mo Salah frei vor Bernd Leno die Entscheidung für Liverpool. Beide Spieler standen sich 2 Minuten später gegenseitig im Weg und vergaben das 3. Tor! Nach 88 Minuten war es dann doch Jota, der traf. Der Portugiese nahm den Ball nach verunglücktem Kopfball von David Luiz in Ruhe an und vollendete. Liverpool blieb zum 61. Mal in Folge in einem Premier-League-Heimspiel ungeschlagen.

„Ein großartiges Gefühl für mich, aber es wird erst wieder speziell, wenn wir vor vollem Stadion spielen“; sagte Jota nach dem Spiel bei Sky Sports UK, „ich habe glücklicherweise getroffen und konnte dem Team helfen.“ Jürgen Klopp anschließend: ,,Ich weiß nicht, wie man aus aus einem Gegentor eine Defensiv-Krise machen kann! Dafür habe ich keinen Respekt. Arsenal hat den ersten Konter gesetzt und wir hatten Pech. Danach haben wir außergewöhnlich guten Fußball gespielt.”

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Top-News 3: Bundesliga: Szalai-Gate – Chaos-Tage bei Mainz 05

Szalai, Mainz
Aussortiert! Adam Szalai spielt bei Mainz 05 keine sportliche Rolle mehr. Copyright: imago images / Joachim Sielski

Am 2. Spieltag kippten in der Fußball-Bundesliga 2 Trainer die beide Bezug zum FSV Mainz 05 hatten. Schalke 04 trennte sich am Sonntag von Ex-Mainz-Profi David Wagner (48). Die Rheinhessen zogen am Montag die Konsequenz aus dem Spielerstreik in der vergangenen Woche. Sie entließen Achim Beierlorzer (52).

Der NDR fand vor dem Spiel am Samstagmittag, dass es „am Bruchweg so stimmungsvoll zugeht wie in Anfield.“ Das ist nur bedingt richtig, weil Mainz 05 seit dem Umzug in die Opel Arena (2011) dort nur noch trainiert… Aber: Die Hörfunk-Kollegen waren mit der Vermutung, dass Achim Beierlorzer im Falle einer Niederlage gegen den VfB Stuttgart gehen müsste, auf der richtigen Spur. Auch spielte sich am Bruchweg sich der eigentliche Skandal um Mainz 05 ab. Die 1:4-Pleite gegen den VfB Stuttgart war nur der Schlusspunkt.

Das, was sich am Mittwoch vor der Partie in Mainz ereignete, war ein in der Bundesliga einmaliger Vorgang. Eine ganze Mannschaft erschien aus Solidarität mit einem suspendierten Teamkollegen geschlossen nicht zum Training. Damit war die Autorität von Coach Beierlorzer ruiniert.

Experten wie Reporterlegene Marcel Reif (70) sahen das Gesamt-Konstrukt Mainz 05 in Gefahr. Reif im BILD-Talk Reif ist live: „Wenn du in diesen Zustand gerätst, als ein Klub wie Mainz 05, dann wird es in dieser Liga ganz, ganz schwer, weil sie das aus der Hand geben, was sie wirklich haben.“ Für den ehemaligen Sky-Chefkommentator war klar: „Diese kleinen gallischen Dörfer gehen nur über den Zusammenhalt – und davon ist in Mainz spätestens seit dem Streik erst mal nichts mehr zu spüren!“

Der Klub, der Klopp erfand, kennt solche Situationen eigentlich. Mit dem Rauswurf von Aufstiegs-Trainer Jörn Andersen 2009 und dem plötzlichen Abschied von Thomas Tuchel unmittelbar nach der Europa-League-Quali 2014 gab es solche Irritationen häufiger. Aber nie war in Mainz mehr Chaos als heute! Der selbst ernannte Karnevalsklub machte sich mit der Suspendierung eines beliebten, erfahrenen Spielers wie Adam Szalai (32) zur Lachnummer. „Dass Trainer und Manager mit der Situation gerade ziemlich überfordert sind, ist offensichtlich“, stellte Reif am Freitag fest.

„Die Wohlfühl-Atmosphäre in Mainz scheint empfindlich gestört“, schrieb FSV-Experte Michael Ebert am Donnerstag im Kicker-Sportmagazin. Und er stellte klar: „Während als Auslöser für das Zerwürfnis zunächst über einen Streit um die etwaige Stundung des Gehalts ab April spekuliert wurde, soll es nach Kicker-Informationen zu einem Eklat zwischen Szalai und Trainer Achim Beierlorzer gekommen sein.“ Der Verein beharrte auf der am Montag ausgesprochenen Suspendierung für Szalai. Mit nur einem Tor 2019/2020 war der routinierte Stürmer aus Ungarn weit hinter den Erwartungen geblieben. Er trainierte am Mittwoch allein am Bruchweg.

Am Montag schrieb Ebert in einem Kommentar: „Die Probleme in Mainz sind vielschichtig, allein durch den Trainerwechsel werden sie nicht gelöst sein.“ Mainz-Sportvorstand Rouven Schröder (44) hat am Debakel um Beierlorzer eine Mitschuld. Die Spannungen zwischen der Mannschaft und dem als stur geltenden Franken gab es schon lange vor Szalai-Gate. Der mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattete Beierlorzer erwies sich für Mainz 05 schlichtweg als Fehlgriff.

Auch scheint man in Mainz ein rheinhessisches Kommunikationsproblem zu haben. „Missverständlich“ sei die Kommunikation mit Szalai gewesen. Das räumte Vereinsboss Stefan Hofmann (57) immerhin ein. Der war gut! Der Spielerstreik pro Szalai hat den Verein tief erschüttert. „Nach außen sprach der Sportvorstand immer von einem Gehaltsverzicht wegen Corona, intern war er wohl weniger deutlich, sonst hätten die Profis nicht den Eindruck gewonnen, es handelt sich nur um eine Stundung“, so Ebert bei Kicker.de am Montag. Dem scheint nicht so zu sein. Von dem nach Corona eingesparten Gehalt werden die Profis nichts zurückbekommen.

Marcel Reif dazu: „Wenn der Verein so weitermacht, geht es in Liga 2.“ Dann müsste man in Mainz wieder bei „Null-Fünf“ anfangen…

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