Traumtor hilft Bayerns Champions-League-Gegner – Superstar blamiert sich


Premier League: Bayerns CL-Gegner FC Chelsea mit 1:0-Sieg gegen Norwich

Der FC Chelsea hat sich mit einem 1:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen Absteiger Norwich City eine glänzende Ausgangsposition im Kampf um die Champions-League-Ränge gesichert. Die „Blues“ liegen nach dem 36. Spieltag nun 4 Zähler vor Rang 5 und Manchester United. Die „Red Devils“ (59 Punkte) hatten am Montagabend gegen den FC Southampton (2:2) wertvolle Zähler liegen lassen.

Allerdings kamen die Gastgeber, im Achtelfinal-Rückspiel im August in Portugal Gegner des FC Bayern München (Hinspiel: 0:3) im leeren Stadion an der Stamford Bridge schwer in die Gänge. Gegen Ende der ersten Halbzeit schien sich alles zu einem Privat-Duell zwischen Chelseas Offensivspielern um den Ex-Dortmunder Christian Pulisic und Norwich-Keeper Tim Krul zu entwickeln. Die Bilanz nach 35 Minuten: 8:0 Torschüsse und 88 Prozent Ballbesitz pro Chelsea.

Diese Überlegenheit zahlte sich in der 3. Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit aus. Olivier Giroud, vor exakt 2 Jahren mit Frankreich in Moskau Weltmeister geworden, traf per Flugkopfball nach Linksflanke von Christian Pulisic. Es war das 4. Tor in den letzten 5 Heimspielen für den französischen Stürmer. „Wir mussten geduldig sein“, sagte Giroud nach dem Spiel bei Sky Sports, „wir haben sehr viele Chancen kreiert und es war wichtig, dass wir vor der Halbzeit getroffen haben. Die Flanke von Christian war großartig.“

Die Mannschaft von Frank Lampard mühte sich auch im 2. Durchgang, aber sie ist – bei allem Respekt – nicht in Champions-League-Form und auch nicht im „Wunder-Modus“, um dem FC Bayern noch ein Bein zu stellen. Zu oft blieb man in der engmaschigen Abwehr der „Canaries“ hängen.

Olivier Giroud FC Chelsea Norwich City
Dieses Traumtor per Flugkopfball von Olivier Giroud (m.) sicherte dem FC Chelsea den 1:0-Sieg gegen Norwich City. Foto: Imago Images / PA Images

Top-News 2: Aufräumen beim „Chaos-Club“ 1. FC Nürnberg: Sportvorstand und 7 Spieler weg!

1. FC Nürnberg Relegation
Der 1. FC Nürnberg spielte eine restlos enttäuschende Saison - und rettete sich erst in der Relegation. Foto: Imago Images / Zink

Kehraus beim 1. FC Nürnberg! Der erst in der 6. Minute der Nachspielzeit beim Drittligisten FC Ingolstadt im Rückspiel der Relegation gesicherte Klassenverbleib in der 2. Liga (Ligalive.net berichtete) zieht beim „Chaos-Klub“ eine Reihe an personellen Konsequenzen nach sich.

Die Wichtigste: Sportvorstand Robert Palikuca (42) muss gehen – zum 31. Juli 2020. Das teilte der 1. FC Nürnberg am Dienstagnachmittag mit. Bis zu seinem Abschied wird der Kroate, der erst im April 2019 übernommen hatte, von Retter-Coach Michael Wiesinger (47) unterstützt. Der ehemalige Bayern- und FCN-Profi Wiesinger war in der abgelaufenen Saison nach Damir Canadi und Jens Keller der 3. Trainer auf der Bank des 1. FC Nürnberg. Als Grund für die Trennung nannte FCN-Aufsichtsratsboss Dr. Thomas Grethlein „die Zukunftsplanung.“

Diese sieht das Mitwirken von Palikuca offenbar nicht mehr vor. Sollte der „Club“ bis zum 3. August keinen Nachfolger für Palikuca finden, wird Wiesinger diese Aufgabe weiterhin kommissarisch übernehmen. Das ist, nach der hochdramatischen Rettung des 9-maligen deutschen Fußballmeisters, ja wohl auch das mindeste…

„Es geht nicht um mich, es geht um den 1. FC Nürnberg“, sagte Palikuca am Dienstag, „es ist eine Entscheidung für den Verein und ich stehe komplett dahinter und sehe die Gründe und meine Fehler.“

Nach der gelungenen Rettung verabschiedet sich der Zweitligist bislang von 7 Spielern. Arsenal-Leih-Spieler Konstantinos Mavropanos (22) steht vor einem Wechsel zum BL-Aufsteiger VfB Stuttgart. Philip Heise (29), Michael Frey (25, Leihgabe von Fenerbahce Istanbul) sowie Mikael Ishak (27), Patrick Erras (25), Sebastian Kerk (26) und Torhüter Felix Dornebusch (26) erhalten allesamt keine neuen Verträge. Besonders enttäuschend: Die Stürmer Kerk und Ishhak mit jeweils nur einem erzielten Zweitliga-Tor. Mit Erras soll Werder Bremen in Kontakt stehen.

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Top-News 3: Bale – Der ehemals teuerste Spieler der Welt demontiert sich bei Real Madrid selbst

Arjen Robben Wesley Sneijder Real Madrid
Augen zu und durch? Die Holländer Arjen Robben und Wesley Sneijder (r.) kamen bei Real Madrid nicht klar. Foto: Imago Images / PanoramiC

Ein vorgetäuschtes Nickerchen im Heimspiel gegen Alavés (2:0), Späße auf der Tribüne nach der Nicht-Berücksichtigung am Montagabend in Granada (2:1) – Gareth Bale (30) ist beim designierten spanischen Meister Real Madrid offenbar nur noch als Pausenclown gebucht.

Der Waliser macht sich durch sein zur Schau getragenes Desinteresse am Spiel seiner Kollegen zur Lachnummer. Für seine infantilen Auftritte gibt es eine Menge Gründe, wie der spanische Journalist und Bestseller-Autor Guillem Balagué (u. a. Pep Guardiola – Another Way of Winning, 2012) glaubt.

Der Pep-Biograf hat in einer am Dienstag erschienenen BBC-Kolumne ein Psychogramm von Bale geliefert, das jedem Fußball-Traditionalisten die Schuhe ausziehen dürfte. Die Ursache für Bales Verhalten sieht Balagué – wie viele andere Beobachter in La Liga – im Verhältnis zu Real-Coach Zinedine Zidane (48): „Es wäre falsch, zu sagen, ihre Beziehung wäre zerrüttet, denn es gab nie eine.“ Balagué weiter: „Einer der Hauptgründe für Zidanes Abschied im Sommer 2018 nach dem gewonnenen Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool war Bale!“ Der Verein, so der Autor aus Barcelona weiter, und insbesondere Präsident Florentino Perez wollten Bale unbedingt in Bernabeu halten und ihn nach dem Abgang von CR7 (zu Juventus Turin) als „neuen Ronaldo“ stilisieren. Zidane soll bei seiner Rückkehr nach Madrid im März 2019 vor allem eine Bedingung gestellt haben: Das „Aus“ für Bale bei den Blancos.

Dazu kam es nicht. Insider wie Guillem Balagué wehren sich allerdings dagegen, Bale trotz des derzeit miserablen Bildes, welches er als Edel-Reservist abgibt, als Flop hinzustellen. „Bevor die Leute anfangen, ihn zum Fehleinkauf zu stempeln – ein voraussehbarer und langweiliger Zug der spanischen Medien“, schreibt Balagué am Dienstag, „sollten sie bei all diesen Problemen nicht vergessen, dass Bale der fünftbeste Torschütze bei Real Madrid im 21. Jahrhundert ist“ Nur Cristiano Ronaldo, Raúl, Karim Benzema und Gonzalo Higuaín trafen seit 2000 häufiger als Bale. Der Waliser, 2013 für die damalige Weltrekord-Transfersumme von 100 Mio. Euro von Tottenham Hotspur nach Madrid gewechselt, hat in 251 Pflichtspielen 105 Tore erzielt. Seine sportliche Bilanz ist ohne Makel: 4-mal Champions-League-Sieger und – so es am Donnerstagabend bei Heimsieg gegen Villarreal klappt – 2-mal spanischer Meister.

Aber: Bale ist auch der bestbezahlteste Profi von Real Madrid im aktuellen Kader. Würde der Hobby-Golfer, der Zidane mit einem Ausflug auf einen Golf-Court provozierte, Real verlassen, gäbe es für den spanischen Rekordmeister eine Gehaltseinsparung von fast 40 Mio. Euro – bei einer Vertrags-Laufzeit bis 30. Juni 2022. Selbst die spendablen Klubs aus der Chinese Super League winken bei solchen Gehaltsvorstellungen ab. Ein Wechsel zu Jiangsu Suning scheiterte im Sommer 2019.

Der Problemfall Bale blieb im Team und mit nur 14 Startelf-Einsätzen 2019/2020 liefert der walisische Außenstürmer seine schlechteste Bilanz, seit er in Madrid spielt. 2020 hat er in La Liga gerade mal 45 Minuten lang aktiv mitgewirkt. Von den Werten wie in der Saison 2014/2015, als er 46-mal von Anfang an auf dem Rasen stand und mehr als 4.000 Minuten im Einsatz war, ist Bale derzeit weit entfernt.

Real Madrid droht nun ein Horror-Szenario. Da es kein substanzielles Angebot für Bale gibt, dürfte dieser sich auf seine eigene Art rächen. Und zwar insofern, als dass er seinen bis 2022 laufenden Vertrag auf der Tribüne aussitzt – und 102 Wochen-Gagen in Höhe von fast 40 Mio. Euro einstreicht. Damit stünde er in einer Reihe mit Tribünen-Hockern wie Tim Wiese bei 1899 Hoffenheim oder Claude Makélélé beim FC Chelsea („Ich schaute einfach auf mein Bankkonto und war glücklich“). Balagué sieht deshalb klar: „Mit einem Lebensstil, der Privatjets mit einschließt und einen eigenen, kleinen Golfplatz im hinteren Garten seines Hauses in Wales und ein luxuriöses Haus zur Miete in Madrid, wird Bale exakt das Gleiche tun wollen.“

Das befürchtet auch die spanische Sport-Zeitung Marca: „Hat Bale vor, bis 2022 von der Tribüne aus zu lachen? Hat er nicht das Bedürfnis, Fußball zu spielen und sich zu revanchieren?“

Ja und nein, glaubt Guillem Balagué. „Die Tragödie um Bale besteht darin, rein fußballerisch gesehen, dass er seine besten Jahre als Spieler opfert und dass er versucht, eine Realität zu konstruieren, in der ihn die Dinge, die er erreicht hat, scheinbar nicht mehr kümmern.“

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