Transfers: FC Bayern will Vize-Weltmeister nicht mehr – Verliert der BVB das Juwel?


Top-News 1: Transfers: Offiziell – FC Bayern München schließt Kapitel Ivan Perisic

Er gehörte zum Transfer-Offensivchen des FC Bayern im Spätsommer 2019, kam erst Mitte August und auf Leihbasis von Inter Mailand nach München. Nun steht fest: Ivan Perisic (31) wird zu den „Nerazzurri“ zurückkehren. Der Triple-Sieger von der Isar wird den Vize-Weltmeister aus Kroatien nicht fest verpflichten.

Das hat Bayern Münchens Trainer Hansi Flick am Mittwoch bestätigt. Auch Alvaro Odriozola von Real Madrid und der vom FC Barcelona geholte Philippe Coutinho werden nach Leih-Ende zu ihren Klubs zurückkehren. Alle 3 Leih-Profis waren aufgrund der Corona-Krise bis zum verspäteten Saisonende und bis zum Champions-League-Erfolg in Lissabon bei den Bayern geblieben.

„Es ist jetzt so entschieden, dass wir auf die 3 nicht mehr zurückgreifen“, erklärte Flick am Mittwoch, bei der offiziellen Verabschiedung für Ivan Perisic. Der Linksaußen hatte in Diensten des FC Bayern eine beachtliche Quote vorzuweisen. In Wettbewerb übergreifend 35 Spielen lieferte er 18 Tor-Beteiligungen, davon 10 Assists. In der Bundesliga kam der frühere Profi von Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg 22-mal zum Einsatz und traf dabei 4-mal. Der deutsche Meistertitel mit den Bayern war der 2. für Ivan Perisic, der auch 2012 im Meisterteam des BVB gestanden hatte.

„Ich möchte mich bei Ivan für seine Leistungen und seinen Beitrag zum Gewinn des Triples bedanken“, blieb Flick beim Abschied generös, „wir haben sehr gerne mit ihm gearbeitet. Gerade in der Final-Runde der Champions League in Lissabon hat man gesehen, was für eine Qualität Ivan hat.“ Respekt.

Ivan Perisic Frankreich Kroatien 2020
Am Dienstag noch mit Kroatien beim Nations-League-Spiel in Paris gegen Frankreich (2:4), wurde Vize-Weltmeister Ivan Perisic am Mittwoch in München verabschiedet. Foto: Imago Images / PanoramiC

Top-News 2: Wende im Transfer-Poker um Jadon Sancho – Neuer Vorstoß von Manchester United bei BVB-Juwel!

Erling Braut Haaland Jadon Sancho Borussia Dortmund
Verlässt Jadon Sancho (r.) Borussia Dortmund doch noch in dieser Saison? Foto: Imago Images / Team 2

Diese Personalie schien eigentlich schon abgehakt. Borussia Dortmund hatte stillschweigend den Vertrag mit Mittelfeld-Juwel Jadon Sancho (20) bis 2023 verlängert. Nun hat Manchester United am Rande der Nations-League-Spiele offenbar einen neuen Anlauf beim englischen Nationalspieler gewagt.

Wie die britische Zeitung Daily Mail am Mittwochabend in ihrer Online-Edition titelt, soll es „einen Durchbruch bei den Gesprächen mit Sancho“ gegeben haben.

Beide Seiten hätten sich am Mittwoch angenähert, so das Blatt, damit sei der Weg frei für Manchester United, Borussia Dortmund ein Angebot zu unterbreiten. Dieses soll laut Daily Mail bei umgerechnet mehr als 115 Mio. Euro liegen. Das entspräche dem Marktwert des englischen Nationalspielers, der beim 0:0 der „Three Lions“ gegen Dänemark in Kopenhagen am Dienstag 60 Minuten auf dem Platz stand. „Bei United hält man dieses Angebot für unrealistisch“, heißt es dazu bei der Zeitung, „zumal der Transfermarkt aktuell durch die Corona-Pandemie schwer getroffen ist, während Dortmund den Transfer als geplatzt erklärt und darauf bestanden hat, dass der Spieler noch eine weitere Saison bleibt.“

Oder, um es mit den Worten von BVB-Vorstandschef Hans-Joachim (Aki) Watzke zu sagen: „Definitiv heißt für einen Westfalen definitiv.“ Für einen „Red Devil“ offenbar nicht. Oder, wie man in Manchester sagt: Definitely maybe. Manchester United hat hinter den Kulissen offenbar weiter am Sancho-Deal – der Rechtsaußen ist erklärter Zielspieler von Man. United-Coach Ole Gunnar Solskjaer – gearbeitet. Man hofft, den Deal noch bis zum Transferschluss am 5. Oktober 2020 klar zu machen.

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Top-News 3: Rautiainen – Dieser Bundesliga-Paradiesvogel war einer der ersten Hoeneß-Transfers bei Bayern

Als Spieler ließ der FC Bayern Matthias Sammer, hier am 18. April 1992 in Diensten des VfB Stuttgart, mehrfach im Regen stehen.
Als Spieler ließ der FC Bayern Matthias Sammer, hier am 18. April 1992 in Diensten des VfB Stuttgart, mehrfach im Regen stehen. Foto: Imago Images / Baumann

Pasi Rautiainen (59) war 1980 einer der ersten finnischen Profis in der Fußball-Bundesliga. Beim FC Bayern München fiel er durch, Otto Rehhagel formte ihn bei Werder Bremen, aber zum Idol wurde er bei Aufsteiger Arminia Bielefeld.

Wie groß die Verbundenheit zu Arminia Bielefeld bei Rautiainen auch 34 Jahre nach seinem Abschied aus Ostwestfalen noch ist, zeigte sich Mitte Juni. Im Studio des finnischen Pay-TV-Programms Viaplay unterbrach der inzwischen fürs Fernsehen arbeitende Pasi Rautiainen seine Moderation und gratulierte der Arminia zur Bundesliga-Rückkehr.

„Arminia hatte Anfang der Achtziger eine sehr gute Mannschaft und ich spürte schnell, dass meine Spielweise dort gut ankam“, erklärt der Finne, der mit 1,70 m nicht zu den nordischen Hünen gerechnet wird, in einem Interview mit dem Kicker-Sportmagazin (3. September 2020).

Rautiainen kam 1979 über den FC Bayern München nach Deutschland. Er gehörte zu den ersten Spielern, die der zum 1. Mai 1979 eingestiegene Manager Uli Hoeneß nach München holte. Mit einem mehr als holprigen Start. „Ich bin in den Hochhäuser-Schluchten von Helsinki aufgewachsen“, erzählt Rautiainen, „in ganz einfachen Verhältnissen (…) Eines Tages klingelte das Wandtelefon bei uns zu Hause. Da sprach ein Mann Englisch und ich antwortete ihm: Wenn Sie Uli Hoeneß sind, dann bin ich der Präsident von Finnland.“

Doch Cleverle Hoeneß ließ sich so leicht nicht abwimmeln. Er hatte den damals jüngsten finnischen Nationalspieler bei einem Länderspiel beobachtet und holte ihn nach Deutschland zum Probetraining. Als Rautiainen mit seinem Vater am Münchner Flughafen ankam, zischte Hoeneß etwas überrascht: „Ich suche eigentlich keinen Spieler für die B-Jugend…“

Der schmächtige Rautiainen kam beim FC Bayern unter Taktikfuchs Pal Csernai („Das Pal-System“) in der Tat nur zu einem Bundesliga-Einsatz. Rautiainen gehört damit zu den insgesamt 33 „One-Hit-Wonders“, zu den Spielern, die nur ein Mal in einem Ligaspiel für den Rekordmeister aufliefen. Er wechselte 1981 zu Werder Bremen, wo er in Coach Otto Rehhagel, sicherlich nicht dem besten Freund von Uli Hoeneß, einen Mentor fand. Sein Engagement an der Weser brachte ihm 1982 die Auszeichnung „Fußballer des Jahres“ in seiner finnischen Heimat ein. Damit steht er in einer Reihe mit dem legendären Jari Litmanen, dem ebenfalls für den FC Liverpool aktiven Sami Hyypiä, dem Bremer Niklas Moisander und dem für Frankfurt und Leverkusen in der Bundesliga aktiven Lukas Hradecky.

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