Trauriges Karriere-Ende für Weltmeister Schürrle – Diskussion um FC Bayern II


Karriere-Grab BVB – Weltmeister André Schürrle mit 29 vom Profifußball zurückgetreten

Am Mittwoch hatte die Quälerei ein Ende. Borussia Dortmund und André Schürrle gaben die sofortige Auflösung des noch bis 2021 datierten Arbeitsvertrages bekannt (Ligalive.net berichtete). Nun hat André Schürrle am Freitag das Karriere-Ende verkündet – mit 29. Aus seiner Begründung klingt viel Resignation.

Wie konnte es so weit kommen? Gegenüber dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL hat Schürrle am Freitag offiziell den Schlussstrich gezogen: „Die Entscheidung ist lange in mir gereift, ich brauche keinen Beifall mehr.“

Zuletzt hatte Borussia Dortmund den Linksaußen an den russischen Hauptstadt-Klub Spartak Moskau ausgeliehen. Unter der Regie des ehemaligen Bundesliga-Trainers Domenico Tedesco kam Schürrle nur auf 13 Einsätze in der Premjer Liga, davon 9 in der Start-Elf. Lediglich 3 Tor-Beteiligungen (2 Assists) konnte der 29-Jährige beisteuern. Verletzungen und Erkrankungen warfen Schürrle auch in Moskau immer wieder zurück. Länger ist seine Krankenakte allerdings in Diensten des BVB. Allein in der Saison 2017/2018 verpasste er verletzungsbedingt 16 Spiele. Auch in der letzten Spielzeit unter seinem ehemaligen Mainzer Mentor Thomas Tuchel (jetzt PSG) fiel „Schü“ in 21 Partien Wettbewerb übergreifend aus.

Weder bei Tuchels Nachfolger Peter Bosz noch unter Interimscoach Peter Stöger konnte sich der Weltmeister, der am 13. Juli 2014 Mario Götze im Finale gegen Argentinien das entscheidende Tor vorlegte, durchsetzen. Mit der Ankunft von Lucien Favre im Sommer 2018 waren Schürrles Tage gezählt. Der Mann, für den der BVB den zweithöchsten Transfer-Betrag seiner Klub-Historie bezahlte, wurde zum FC Fulham ausgeliehen.

Das Drama um Schürrle ging weiter. Der Abstieg mit Fulham aus der Premier League verhinderte einen Transfer nach London. Somit musste er im Sommer 2019 wieder zurück nach Dortmund. Erneut scheiterte ein Wechsel, weil es keine Interessenten gab. Die 2. Leihe nach Moskau war dann die letzte in der Karriere des André Schürrle.

Der gebürtige Pfälzer konnte die hohen Erwartungen beim BVB nie erfüllen. Die 30 Mio. Euro Ablöse schienen für ihn immer eine Last zu sein – obwohl das Publikum in Dortmund auf seiner Seite war. Von seinem unglücklichen (ersten) Gastspiel in London (2013 bis Februar 2015), beim FC Chelsea, hat sich der Außenstürmer nie wirklich erholt. „Einerseits ist es die Höchststrafe, wenn der Trainer das Vertrauen in dich verliert, andererseits kommst du mal zum Durchatmen und läufst nicht Gefahr, es wieder zu versauen“, sagte Schürrle dem SPIEGEL über sein Verhältnis zu Star-Coach José Mourinho.

Genau diese Angst schien Schürrle in Dortmund zu lähmen. Und wohl auch schon zuvor. Bei seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg (2015) habe er „daran gedacht, alles hinzuschmeißen.“ Schürrle: „Man kennt das ja: Wenn man einmal die Tür zu seinen Gedanken aufgemacht hat, zu dem, was man wirklich fühlt, dann ist es auch unglaublich schwer, sie wieder zuzumachen und alles auszublenden.“

Das ist André Schürrle bei Borussia Dortmund nie gelungen. Dazu kam fehlendes Spielglück. Wäre sein Lattenschuss bei der 0:1-Pleite des BVB am 10. September 2016 in Leipzig ins Tor gegangen, hätten sich die Dinge für ihn nach 2 Assists zum Debüt gegen Mainz 05 (2:1) möglicherweise ganz anders gestaltet. So wurde und blieb André Schürrle eine tragische Figur bei Borussia Dortmund. Die kernige, emotionale Atmosphäre beim Revier-Klub konnte ihn – anders als andere Spieler aus Rheinland-Pfalz wie Erik Durm, Lothar Huber, Jürgen Kohler oder Roman Weidenfeller – nie beflügeln.

André Schürrle Borussia Dortmund
Der Moment, als für André Schürrle bei Borussia Dortmund alles hätte gut werden können: Lattenkracher im Spiel bei RB Leipzig (0:1) am 10. September 2016. Foto: Imago Images / Christian Schroedter

Top-News 2: FC Bayern II in die 2. Liga? – Mannheim-Manager widerspricht FCB-Boss Hainer

FC Bayern München II - Meister 3. Liga 2020
Die Meistermannschaft des FC Bayern München II in der 3. Liga am 4. Juli 2020 in Kaiserslautern. Foto: Imago Images / Jan Huebner

Der FC Bayern München hat auch in der 3. Liga die Meisterschaft gewonnen. Am 38. und letzten Spieltag wurde die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern zum Meister geehrt.

Der Aufstieg in die 2. Liga blieb der Zweitvertretung der Münchner verwehrt. Die Regularien verbieten dies. Zu Recht, wie führende Vertreter der Drittligaklubs glauben.

„Sollte man Zweitvertretungen in der 2. Bundesliga zulassen, werden die Investitionen in diese in der Regionalliga und 3. Liga steigen“, glaubt etwa Waldhof Mannheims Geschäftsführer Markus Kompp, „dies kann nicht im Interesse der Liga, der Spannung und des sportlichen Wettbewerbs sein.“ Die Attraktivität, so sagte der 37-Jährige der Nachrichtenagentur dpa, würde für die 3. Liga und die Regionalligen, aber auch für die Zuschauer weiter sinken.

Auch Ex-Bayernprofi Torsten Frings, neuer Trainer des SV Meppen, möchte diese Regelung nicht verändert sehen: „Ich würde mir wünschen, dass es so bleibt, wie es ist.“

Damit widersprechen Kompp und Frings FCB-Präsident Herbert Hainer. „Man sollte sich da in Deutschland durchaus mal Gedanken machen“, schrieb der neue Bayern-Boss dem Vereinsmagazin 51. Es sei „verständlich“, dass nicht 2 Mannschaften von einem Klub in einer Liga spielen dürfen, meinte der 66-Jährige. Hainer stellte aber infrage, warum dies nicht „beispielsweis in Liga eins und zwei“ gehen sollte.

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Top-News 3: Premier League – Leeds United erster Aufsteiger

Ein legendärer Klub des englischen Fußballs kehrt nach 16 Jahren Abstinenz in die Premier League zurück: Leeds United.

Die Mannschaft des argentinischen Trainers Marcelo „El Loco“ Bielsa (64) schaffte den Aufstieg am Freitagabend auf der Couch, profitierte vom 1:2 (1:2) von Verfolger West Bromwich Albion bei Huddersfield Town.

2 Spieltage vor dem Ende der 24 Klubs umfassenden Mammut-Liga Championship liegt Leeds United bei einem Spiel weniger 5 Punkte vor WBA. 4 Minuten vor dem Ende der Partie im Kirklees machte Arsenal-Leihstürmer Emile Smith Rowe Leeds mit dem 2:1 für Huddersfield Leeds nach 16 Jahren wieder zum Premier-League-Klub.

Der Europapokalfinalist von 1975 und 2-malige Messecup-Sieger war in dieser Zeit zwischendurch sogar in die 3. Liga (Football League One) abgestürzt. Leeds hat unter der Regie von Bielsa 26 seiner 44 Liga-Spiele gewonnen, bei 9 Remis und 9 Niederlagen.

Bekanntester Name im Team ist Mittelstürmer Patrick Bamford (26), ein Rich Kid des Fußballs. Ein Spieler, der schon reich war, bevor er Profi wurde.

Der von Leipzig ausgeliehene Angreifer Jean-Kevin Augustin (23) war bis 30. Juni bei den „Whites“. Man entschied sich jedoch nach der Corona-Krise gegen eine Verlängerung der Leihfrist, sodass Augustins Zukunft offen ist. Würde Leeds die Kaufoption ziehen, wären 21 Mio. Euro Ablöse fällig. Augustin spielte allerdings zuletzt vor der Corona-Zwangspause Mitte Februar, beim 1:0 gegen Bristol City, zum letzten Mal für Leeds.

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