MAINZ 05 – PROFIL UND TEAMSTATISTIKEN



VEREINSPROFIL

Der 1. Fußball- und Sportverein Mainz 05 e.V (kurz 1. FSV Mainz 05) wurde im Jahr 1905 gegründet. Der gesamte Verein hat (Stand: 1. Januar 2019) 12.417 Mitglieder.

Der Verein stieg im Jahr 2004 erstmals in die Fußball-Bundesliga auf und hielt sich dort bis zum Jahr 2007. Nach einem Jahr in der 2. Bundesliga erfolgte 2009 der Wiederaufstieg. Seitdem spielen die ,,Null-Fünfer“ durchgehend im deutschen Fußball-Oberhaus.

Zu den größten sportlichen Erfolgen gehören das Erreichen des Halbfinals im DFB-Pokal in der Spielzeit 2008/2009 sowie der sechste Tabellenplatz zum Abschluss der Saison 2015/2016, der die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der UEFA Europa League bedeutete.

Mainz 05 trägt seine Heimspiele seit 2011 in der Opel Arena, ursprünglich Coface Arena aus. Das Stadion liegt am Eingang der Stadt Mainz auf den Feldern von Bretzenheim in unmittelbarer Nähe zur neuen Fachhochschule und zur Universität. Es bietet 34.000 Zuschauern Platz und ist über ein Bus-Shuttle vom Mainzer Hauptbahnhof problemlos zu erreichen. Karten für die Heimspiele des 1. FSV Mainz 05 sind mit Ausnahme gegen die Top-Teams FC Bayern und BVB – relativ leicht zu erwerben. Bis zur Fertigstellung der Arena am 3. Juli 2011 spielte Mainz 05 im Bruchwegstadion. Dieses war für internationale Auftritte nicht zugelassen. Den Umzug zelebrierten die Mainzer mit einem Karnevalszug vom Bruchweg zur Arena. Auch das ist Tradition!

GOOD TO KNOW

Jürgen Klopp und Thomas Tuchel - die beiden Top-Trainer aus Mainz.
Jürgen Klopp und Thomas Tuchel - die beiden Top-Trainer aus Mainz. (Photo by Friedemann Vogel/Bongarts/Getty Images)

Der 1. FSV Mainz 05 ist in vielerlei Hinsicht ein ,,etwas anderer“, innovativer Bundesliga-Verein.

Dass die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt eine Karnevalshochburg ist, schlägt sich auch bei Mainz 05 nieder. Bei jedem Tor des FSV erklingt der ,,Narhalla-Marsch“ als Jingle, zur ,,Fassenacht“ tritt das Team traditionell in einem eigenen Editions-Trikot in den Farben Rot-Gelb-Blau-Weiß an und mitunter sind auch Spieler und Offizielle des Vereins beim großen Rosenmontagsumzug mit dabei.

,,Als Freudenhaus, nur ohne Politik“ bezeichnete der Autor Daniel Stolpe in seinem Bildband 50 Jahre Bundesliga (2013) den Klub, der bis 1988 in der Zweit- und Drittklassigkeit spielte. Das Publikum in Mainz gilt als sehr fachkundig, fair und sympathisch. Wer nach Mainz zum Fußball kommt, wird immer wieder gerne wieder dort hin kommen. Der Verein selbst bezeichnet sich seit 2010 als ,,1. klimaneutraler Klub der Bundesliga“.

Bereits nach dem Umbau des Bruchwegstadions 2004 installierte der Verein eine Photovoltaikanlage auf einem Tribünendach. Der Verein wurde 2007 von der Stadt Mainz für sein vorbildliches betriebliches Umweltmanagement als Ökoprofit-Betrieb ausgezeichnet. Ökologische Aspekte spielten beim Bau der Opel Arena und ihrer technischen Ausstattung eine wichtige Rolle. Auf dem Dach entstand hier ebenfalls eine der damals drei größten Solardach-Anlagen auf Fußballstadien in Deutschland, die seitdem jährlich etwa 700.000 kWh Strom erzeugt und ins öffentliche Netz einspeist. Die Anlage vermeidet so jährlich den Ausstoß von etwa 470 Tonnen Kohlendioxid.

GRÖßTE ERFOLGE, GRÖßTE PEINLICHKEITEN

2016 - Ein großes Jahr für Mainz 05. Erstmals spielt der Klub aus Rheinland-Pfalz in der Europa-League-Gruppenphase und verabschiedete sich als 3. von seinen Fans.
2016 - Ein großes Jahr für Mainz 05. Erstmals spielt der Klub aus Rheinland-Pfalz in der Europa-League-Gruppenphase und verabschiedete sich als 3. von seinen Fans. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Der größte Erfolg gelang Mainz 05 unter Trainer Martin Schmidt in der Saison 2015/2016. Platz 6 bedeutete zwar nur die zweitbeste Bilanz der Vereinsgeschichte – aber erstmals spielten die Rheinhessen in der Europa-League-Gruppenphase.

In Gruppe C musste sich die Mannschaft aus Rheinland-Pfalz mit Rang 3 hinter den beiden europäischen Schwergewichten RSC Anderlecht und AS St. Etienne zufriedengeben. Lediglich gegen FK Qäbälä aus Aserbaidschan gelangen 2 Siege (3:2 und 2:0).

Das größte Drama ereilte den Verein am 25. Mai 2003. Ein 4:1 bei Eintracht Braunschweig mit 4 Toren von Benjamin Auer war zu wenig. Aufstiegs-Konkurrent und Erzrivale Eintracht Frankfurt besiegte im Parallelspiel Absteiger SSV Reutlingen durch 3 Tore in den letzten 7 Minuten mit 6:3 und zog in allerletzter Sekunde dank der um einen Treffer besseren Tordifferenz vorbei.

Die höchsten Siege der Mainzer stammen fast alle aus ihrer Jahrzehnte andauernden Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga bzw. zur Regionalliga Südwest. Es waren dies ein 9:1 gegen die Sportfreunde Eisbachtal und ein 8:0 gegen den pfälzischen Fast-Bundesligisten SV Alsenborn in der Regionalliga-Saison 1973/74. In der Bundesliga galt: ,,Null-Fünf liebt Fünf-Null“: 3-mal gelang den Mainzern ein 5:0-Erfolg in der Bundesliga, gegen den SC Paderborn (2015) und 2-mal gegen den SC Freiburg (2004/2005 und 2018/2019). Die größte Peinlichkeiten, die nicht mehr als Karnevals-Scherze durchgehen konnten, leisteten sich die Mainzer in ihrer ersten Zweitliga-Saison 1988/89 – 0:7 beim SV Darmstadt 98.

Was nur wenige wissen…

Für die Mainz-Hater (5 Mainzer Fußball-Tragödien)

  1. ,,Europacup ist nicht so Mainz“: Eine 1:6 beim RSC Anderlecht war Mainz‘ schlimmste Pleite in einem Europapokalspiel. Bitter: Die Mainzer holten 9 Punkte, diese Ausbeute hätte in 8 der 12 Vorrundengruppen zum Weiterkommen gereicht. In Frankfurt amüsierte man sich über das ,,Aus“ des Erzrivalen vom Rhein köstlich: ,,Europacup ist nicht so Mainz“, war auf einem Plakat in der Commerzbank-Arena zu lesen.
  2. Mainz fehlte ein Tor! Das 4:1 bei Eintracht Braunschweig am 34. Spieltag der 2. Bundesliga-Saison 2002/2003 wird wohl kein Mainzer Fan jemals vergessen. Die Mainzer verpassten den Aufstieg um ein Tor. Nutznießer war der Erzrivale Eintracht Frankfurt, der sich in der 3. Minute der Nachspielzeit im Parallelspiel Absteiger SSV Reutlingen durch den Treffer von Alexander Schur zum 6:3 dank der um eine Bude besseren Tordifferenz an den Rheinhessen vorbei schob. Jürgen Klopp und sein Team fielen im Stadion an der Hamburger Straße innerhalb weniger Minuten ins Tal der Tränen.
  3. Meister – und doch kein Aufstieg! Vermutlich wäre die Ära des ,,Karnevalsvereins“ schon viel früher losgegangen. In der 1978 eingeführten Amateur-Oberliga, holten die ,,Null-Fünfer“ 1980/81 erstmals die Meisterschaft. Trotzdem stiegen sie nicht auf, weil gerade in jener Saison die 2. Bundesliga auf eine Staffel reduziert wurde und der Aufstieg in die Zweitklassigkeit deshalb ausgesetzt war. Danke, DFB!
  4. Bayern-Bilanz: Minus 48, das ist die Tor-Differenz des FSV Mainz 05 in den Duellen gegen den großen FC Bayern München (bis Ende Saison 2018/19). Gegen keinen anderen Klub mussten die Rheinhessen mehr Gegentreffer hinnehmen. Gegen den Rekordmeister kassierten sie am 17. März 2019 auch die höchste Niederlage ihrer Bundesliga-Geschichte: 0:6 in der Allianz Arena. Auch zu Hause konnte Mainz 05 gegen die Münchner selten glänzen: 10 von 13 Liga-Spielen (Stand: Juli 2019) gingen am Bruchweg und in der Arena verloren…
  5. Die schlechteste Saison im Profi-Fußball legte Mainz 05 in der Premieren-Spielzeit 1988/89 hin. Unter Coach Robert Jung, der das Team postwendend in die 2. Liga zurückführte (,,Das war ein Husarenritt“), gab es im ,,Unterhaus“ mit Rang 19 die schlechteste Platzierung in der 1. oder 2. Liga.

Wer Mainz nicht mag, bleibt in den Chroniken sicher gern auch in der Saison 2006/2007 hängen. Die Abstiegssaison aus der Bundesliga bringt…

die schlechteste Punkt-Ausbeute in der Bundesliga: 34 Punkte bedeuten Rang 16, den den direkten Abstieg und damit die schwächste Bilanz von Mainz 05 in der 1. Liga.

die schlechteste Tor-Differenz in der Bundesliga: Minus 23 – in dieser Saison gilt: ,,Abwehr ist nicht so Mainz“.

 

Für die Mainzer Fans…

  1. Als Mainz die Bundesliga rockte: Platz 5, 58 Punkte, 18 Siege und eine Tordifferenz von plus 13 bedeuteten am Saisonende die bis heute beste Ausbeute des 1. FSV Mainz 05 in der Bundesliga.
  2. Die beste Saison in der 2. Liga gelingt Mainz 05 im Jahr 2001/2002. 64 Zähler und eine Tor-Differenz von plus 28 reichen dennoch nicht zum Aufstieg…
  3. Der legendäre Sieg in Dortmund: Die Saison 2017/2018 wird man in Mainz immer mit der vorzeitigen Rettung vor dem Abstieg am 33. Spieltag in Verbindung bringen. Gegen einen Lustlos-BVB gewinnt die Mannschaft von FSV-Trainer Sandro Schwarz am 5. Mai 2018 mit 2:1 erstmals in ihrer Klubgeschichte bei Borussia Dortmund.  Zuvor hatte es 6 Niederlagen in Folge gesetzt!
  4. Mainz kann es auch gegen Bayern: 4 Siege hat der 1. FSV Mainz 05 in seiner Vereinsgeschichte gegen den FC Bayern München eingefahren, aber keiner dieser Erfolge ist denkwürdiger als der am 27. November 2011. Mit 3:2 ringen die Rheinhessen den Branchenriesen durch Tore von Andreas Ivanschitz, Marco Caligiuri und Niko Bungert nieder.
  5. Der Eintracht-Schreck: Zwischen Frankfurt und Mainz liegen nur 42 Kilometer. Im Rhein-Main-Duell treiben die Rheinhessen die SGE regelmäßig in die Verzweiflung. In der Bundesliga konnten die Hessen seit 2005/2006 (Frankfurt spielte 2004/2005 in der 2. Liga) noch nie in Mainz gewinnen. In der Commerzbank-Arena lagen die Dinge für die Frankfurter nicht besser: Von 11 Heim-Derbys gewannen die ,,Adler“ nur 2. Noch schlimmer: 2019 verspielten sie durch ein 0:2 gegen Mainz 05 die mögliche Champions-League-Teilnahme…
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OMG

Mainz 05: Was für ein unfassbares Drama am letzten Spieltag 2002/2003! Dennis Weiland, Christof Babatz und Michael Thurk (v. l.) weinen in Braunschweig nach dem um ein Tor verpassten Bundesliga-Aufstieg. Ein Stück Zweitliga-Geschichte.
Mainz 05: Was für ein unfassbares Drama am letzten Spieltag 2002/2003! Dennis Weiland, Christof Babatz und Michael Thurk (v. l.) weinen in Braunschweig nach dem um ein Tor verpassten Bundesliga-Aufstieg. Ein Stück Zweitliga-Geschichte. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Ein Transfer-Meister mit schillernden Präsidenten. FSV Mainz 05 – Hier beginnen Fußballkarrieren! Wer könnte es besser wissen als Jürgen Norbert Klopp, der am 1. Juni 2019 mit dem FC Liverpool Champions-League-Sieger wird. ,,Alles was ich bin, bin ich durch euch“, sagt ,,Kloppo“, der als Spieler un als Coach den Klub geprägt hat wie kaum ein anderer, bei seinem Abschied 2008 unter Tränen. Doch nicht nur seine Karriere kam in Mainz in Schwung.

  1. Als ,,Chancen-Eröffnungs-Verein“ hat 05-Präsident Harald Strutz seinen Klub mal bezeichnet. Damit liegt er vollkommen richtig. Jürgen Klopp und sein Nachfolger Thomas Tuchel wechseln beide von Mainz 05 zu Borussia Dortmund und werden beim BVB zu den profiliertesten Trainern Deutschlands. Dass beide ab 2015 bzw. ab 2018 mit dem FC Liverpool und Paris St.-Germain zwei absolute europäische Topklubs trainieren, kommt nicht von ungefähr, sondern aus Mainz!
  2. Die ,,Bruchweg-Boys“ und ihre Kollegen bringen Millionen: ,,Bruchweg-Boys“, so taufte der Boulevard das Team der Mainzer, das unter Coach Thomas Tuchel 2010/2011 die Liga rockte. Ein Spitzenspiel Mainz 05 gegen Borussia Dortmund (0:2), das hätten in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt nicht mal die größten Spaßvögel erwartet! 2 Spieler aus diesem Team, der Ungar Adam Szalai und der gebürtige Pfälzer André Schürrle, spülen bei ihren Wechseln zu Schalke 04 und Bayer Leverkusen mehr als 17 Mio. Euro in die Kassen der Mainzer. Die Top 8 der Transfers brachten Mainz in nur 7 Jahren fast 100 Millionen Euro Einnahmen. Dennoch gilt an der Eugen-Salomon-Straße bis heute das Motto des legendären Managers Christian Heidel: ,,Bundesliga in Mainz ist nischt selbstverständlisch.“
  3. Mainz 05 und seine Präsidenten standen nicht immer für die Solidität, die Harald Strutz, von 1988 bis 2017 im Amt, verkörperte. Jürgen Jughard, 1980 gewählt und mit sämtlichen Vollmachten versehen, führte den Verein bis zu seinem rätselhaften Tod 1982 fast in die Pleite. Jughard liebte die Inszenierung. Noch zu Oberliga-Zeiten lud er sämtliche Klubpräsidenten auf seine Kosten zur Karnevalssitzung ein. Den Gewinn der deutschen Amateurmeisterschaft im Juni 1982 ließ er sich richtig was kosten. Es wurde im im Stadtparkrestaurant ,,Favorite“ getafelt – und es gab ein bisschen mehr als ,,Worschd, Weck und Woi“, die Mainzer Ess-und-Trink-Dreifaltigkeit. In diesem Fall wurden Salmmedaillons, Fasanenessenz „mit kleinen Bällchen und Fleischauswahl ,,nach Meisterart“ gereicht. Für Jughard gab es die Ehrenmedaille der Stadt Mainz, sozusagen der höchste Nicht-Fastnachterorden. Für Missstimmung sorgte nur Rolf Braun (,,Wolle mer ne roilosse?“), Sitzungspräsident bei der Fernseh-Fastnacht (,,Mainz wie es singt und lacht“), der als Geschenk einen Erste-Hilfe-Koffer mitbrachte. Man hat in Mainz sicher schon besser gelacht. Schluss mit lustig war dann im August 1982. Da verlor der Vorsitzende und Vereinsmäzen Jürgen Jughard seinen Job bei der Deutschen Anlagen-Leasing (DAL). 3 Tage später kam er in der Nähe von Koblenz bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ohne Mäzen, klagte der Mainzer Oberbürgermeister und FSV-Beirat Jockel Fuchs, stand der Verein ,,jetzt plötzlich vor dem Sturz ins Nichts“. Und das auch dank der ,,Altlasten“ von Jughard, der 2 Jahre lang Klub und Spieler mit Sachzuwendungen und Bargeld ,,in Millionenhöhe“ (Fuchs) verwöhnt hatte. Die Wohltaten wurden allerdings von Jughard, wie Betriebsprüfer ermittelten, durch Veruntreuungen bei seinem Arbeitgeber finanziert. Dass die geschädigten Unternehmen ihr Geld zurück wollten und das Finanzamt Steuerschulden reklamierte, war die logische Folge. Ein Koblenzer Sportartikelgeschäft, an dem Jughard über die DAL beteiligt war, präsentierte Rechnungen über umgerechnet 200.000 Euro. Streckenweise konnte der Verein sogar die Gehälter für seine Oberliga-Spieler nicht mehr bezahlen…
  4. Wer entdeckte eigentlich Klopp? 2 Trainer-Legenden, ein Anspruch. Robert Jung (74) und Dragoslav ,,Stepi“ Stepanovic (70) könnten gleichermaßen für sich reklamieren, Jürgen Klopp einst entdeckt zu haben. ,,Stepi“ holte den 1,91 m großen Stürmer 1989 zum Oberligisten Rot-Weiß Frankfurt. Nach der Meisterschaft in der Hessenliga und dem verpassten Aufstieg in die 2. Liga wechselte Klopp 1990 zum 1. FSV Mainz 05. Dem Fußballtrainer und Mathematiklehrer Robert Jung war ,,Kloppo“ bei einem Aufstiegsspiel der Frankfurter aufgefallen. Jung machte Klopp somit zum Zweitligaprofi, ehe der gebürtige Stuttgarter die Mainzer, so besagt es die Legende, am Rosenmontag 2001 als Nachfolger von Wolfgang Frank selbst zum Cheftrainer beim FSV wurde. Der Rest ist Geschichte. Klopp selbst sieht seinen 2013 verstorbenen Vorgänger Wolfgang Frank als seinen großen fußballerischen Lehrmeister. ,,Er hat meine Art, Fußball spielen zu lassen, am meisten inspiriert“, verrät Klopp anlässlich des 5. Todestags von Wolfgang Frank im September 2018 in der britischen TV-Sendung Monday Night Football, ,,sein Einfluss hat meine taktischen Überlegungen geprägt. Wolfgang Frank war ein außergewöhnlicher Mensch, er starb leider viel zu früh.“ Wie ,,Stepi“ Jürgen Klopp in Frankfurt entdeckte, lesen Sie hier.

René Adler: ,,Das wurde alles hoch kristallisiert"

MAINZ 05: FUN FACTS

Jürgen Klopp (m.) und Dimo Wache verpassten als Bundesliga-Neuling 2005 mit Mainz 05 gegen den FC Sevilla nur knapp die UEFA-Pokal-Gruppenphase. (Photo by Alexander Heimann/Bongarts/Getty Images)
Jürgen Klopp (m.) und Dimo Wache verpassten als Bundesliga-Neuling 2005 mit Mainz 05 gegen den FC Sevilla nur knapp die UEFA-Pokal-Gruppenphase. (Photo by Alexander Heimann/Bongarts/Getty Images)

Dass Mainz 05 ein ,,Karnevalsverein“ ist und mit Ausnahme der Deutschen Amateurmeisterschaft von 1982 noch nie einen Titel im Senioren-Bereich gewonnen hat, wissen auch in Frankfurt alle. Weniger bekannt sind dagegen diese Fakten.

Der 3-fache Zidan: Tja, Mohamed Zidan konnte wohl nur in Mainz glücklich werden. Der Ägypter, 2011 mit Borussia Dortmund Deutscher Meister, flüchtete schon 2005 auf Leihbasis von Werder Bremen ins Bundesliga-Idyll nach Mainz. 2007 wurde er fest verpflichtet, ehe er nach den Stationen HSV und BVB 2012 noch ein 3. Mal unter Vertrag genommen wurde. Der Publikumsliebling erzielte 29 seiner 47 Bundesliga-Tore für den FSV.

Noveski – Einer wie Kaltz und Körbel: Der Mazedonier Nikolce Noveski ist mit 313 Bundesliga-Spielen absoluter Rekord-Profi des 1. FSV Mainz 05 im deutschen Fußball-Oberhaus. Damit steht er in der Reihe der Bundesliga-Rekordspieler mit Legenden wie Manni Kaltz oder Karl-Heinz Körbel. 2004 von Erzgebirge Aue verpflichtet, prägte der Innenverteidiger 14 Jahre lang das Team mit.

Ehrenspielführer: Dimo Wache stieg mit Mainz 05 2004 in die Bundesliga auf. Der Keeper, der eigentlich aus Norddeutschland stammt, war auch bei den vergeblichen Anläufen 1997, 2002 und 2003 schon dabei. Zwischen 1995 und 2010 machte Wache mehr als 400 Pflichtspiele für die ,,Null-Fünfer“ und wurde dafür als 3. Spieler und überhaupt erster Bundesligaprofi der Mainzer zum Ehrenspielführer des Vereins ernannt.

Erster Nationalspieler: Der erste Profi des 1. FSV Mainz 05, der das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft trug, war Manuel Friedrich. Der Innenverteidiger gab 2006, im Vorfeld der Heim-WM, sein Länderspiel-Debüt und lief insgesamt 9-mal für Deutschland auf.

Verjagt: Kaiserslautern und Mainz, das wird niemals zusammenpassen. Der 4-malige Deutsche Meister aus der Pfalz und der Emporkömmling aus Rheinhessen, der mit dem BL-Aufstieg 2004 und dem charismatischen Coach Jürgen Klopp einen enormen Popularitätssprung machte, mögen sich nicht und werden sich vermutlich auch nie mögen. Dass dies auf Gegenseitigkeit basiert, bekam am 3. Juli 2011 auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) zu spüren. Der Landesfürst, der seine Verbundenheit mit dem 1. FC Kaiserslautern oft und gern betont (,,Ich hänge seit der Kindheit an der Mannschaft“), wurde bei der Arena-Eröffnung in Mainz dermaßen ausgepfiffen, dass er vorzeitig abreiste…

Zuschauer-Minusrekord: Mainz 05 gilt in der Bundesliga bei Auswärtsspielen nicht als der zugkräftigste Gegner. Abzählbar waren allerdings die Zuschauer bei der Zweitliga-Partie 1991/92 beim SC Freiburg. Nur 200 Fans sahen am 17. November 1991 einen 2:0-Erfolg des Sport-Club gegen die Rheinhessen.

Die Fusion, die es nie gab: In den späten 1960er-Jahren schien Mainz 05 in der sportlichen Bedeutungslosigkeit zu versinken. Traditionsklubs wie der 1. FC Kaiserslautern, Wormatia Worms oder der FK Pirmasens lagen im beschaulichen Rheinland-Pfalz sportlich und in der Publikumsgunst um Längen vor den Landeshauptstädtern. Was also tun? Nachdem sie bereits in der Schlussphase der Saison 1968/69 den Abstiegsplätzen gefährlich nahe gekommen waren, musste die überalterte Mannschaft im folgenden Jahr als Drittletzter überwintern. Der Verein dachte über eine Fusion mit dem noch schlechter stehenden Nachbarn SpVgg Mainz-Weisenau nach, die von den SVW-Mitgliedern jedoch mit so deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde, dass das Votum der 05-Mitglieder gar nicht mehr stattfand. Dem FSV gelang am Saisonende den Klassenverbleib, die Weisenauer stiegen ab.

Start-Rekord: 7 Mainzer Siege in Folge, u. a. ein 2:1 beim FC Bayern München am 25. September 2010, bedeuteten in der Saison 2010/2011 die Einstellung des Bundesliga-Startrekords. Erst am 8. Spieltag stoppte eine 0:1-Heimpleite gegen den HSV den Run der Bruchweg-Boys.

Lieblingsgegner: 15 Siege gegen den gleichen Kontrahenten- diesen vereinsinternen Bestwert schaffte der FSV gleich gegen 4 Klubs – 1. FC Nürnberg, Hannover 96, SC Freiburg und Röchling Völklingen waren bzw. sind die liebsten Gegner der Mainzer…

Torschützenkönig: Der 1. FSV Mainz 05 stellte mit Andrij Woronin nur einen einzigen Torschützenkönig im deutschen Profifußball. Der Ukrainer erzielte in der 2. Bundesliga-Saison 2002/2003 insgesamt 20 Tore – zum Aufstieg reichte es jedoch abermals nicht…

Wild Card für Europa: Als Gewinner der deutschen Fair-Play-Wertung wurde Mainz 05 im Sommer 2005 am Ende der ersten Bundesliga-Saison der dem DFB zugeloste Startplatz in der UEFA-Pokal-Qualifikation zugesprochen. Dort scheiterte die Mannschaft von Jürgen Klopp nach Siegen über die Pokalsieger Armeniens (FK MIKA Aschtarak; 4:0, 0:0) und Islands (ÍB Keflavík; 2:0, 2:0) in der 1. Hauptrunde des UEFA-Cups am späteren Sieger FC Sevilla. Nach einem überraschenden 0:0 in Sevilla entschieden die Spanier auch das Rückspiel, das ebenso wie die beiden Heimpartien in den Qualifikationsrunden in der Frankfurter Commerzbank-Arena ausgetragen wurde, mit 2:0.

TEAM-STATS, INFOGRAFIKEN, EXTERNE QUELLEN

TEAM-STATISTIKEN

Infos umfassen: Alter der Spieler, Einsätze, Gespielte Minuten, Gegentore, Zu Null gespielt, Einwechselungen, Auswechselungen, Gelbe Karten, Rote Karten, Ampelkarten. 

EXTERNE QUELLEN

Jürgen Klopp (m.) und Dimo Wache verpassten als Bundesliga-Neuling 2005 mit Mainz 05 gegen den FC Sevilla nur knapp die UEFA-Pokal-Gruppenphase. (Photo by Alexander Heimann/Bongarts/Getty Images)
Jürgen Klopp (m.) und Dimo Wache verpassten als Bundesliga-Neuling 2005 mit Mainz 05 gegen den FC Sevilla nur knapp die UEFA-Pokal-Gruppenphase. (Photo by Alexander Heimann/Bongarts/Getty Images)

Wikipedia-Eintrag FSV Mainz 05

https://de.wikipedia.org/wiki/1._FSV_Mainz_05

Website Mainz 05

https://www.mainz05.de/

AKTUELLES (INKL. SPIELE, STATS ZU TORSCHÜTZEN, FORMÜBERSICHT, HANDICAP, ÜBER/UNTER)

Jürgen Klopp (m.) und Dimo Wache verpassten als Bundesliga-Neuling 2005 mit Mainz 05 gegen den FC Sevilla nur knapp die UEFA-Pokal-Gruppenphase. (Photo by Alexander Heimann/Bongarts/Getty Images)
Jürgen Klopp (m.) und Dimo Wache verpassten als Bundesliga-Neuling 2005 mit Mainz 05 gegen den FC Sevilla nur knapp die UEFA-Pokal-Gruppenphase. (Photo by Alexander Heimann/Bongarts/Getty Images)