Manchester United: Harry Gregg – Der ,,Held von München” ist tot!


Als Bayern noch an der Grünwalder Straße spielte: Harry Gregg (m.) im Freundschaftsspiel zwischen dem FC Bayern München und Manchester United am 9. August 1959. Foto: Imago Images / Otto Krschak

Der ,,Held von München” ist tot. Am Montag ist Manchester Uniteds legendärer Torhüter Harry Gregg im Alter von 87 Jahren verstorben.

Das teilt die Harry Gregg Foundation am Montagmittag mit. Der langjährige Keeper der ,,Red Devils” gehört zu den Überlebenden der verheerenden Flugzeug-Katastrophe von München 1958, die die hoffnungsvolle Elf der ,,Busby-Babes” zerstört.

Harry Gregg bleibt bei dem Unglück unverletzt und rettet geistesgegenwärtig einige seiner Mitspieler und weitere Passagiere aus dem Flugzeugwrack.

,,Harry starb friedlich im Krankenhaus, im Beisein seiner Familie”, heißt es in der Meldung der Stiftung vom Montag.

Manchester United Busby Babes
Das letzte Foto der ,,Busby Babes" von Manchester United vor dem Unglück in München. Von links: Duncan Edwards, Eddie Colman, Mark Jones, Ken Morgans, Bobby Charlton, Dennis Viollet, Tommy Taylor, Billy Foulkes, Harry Gregg, Albert Scanlon und Roger Byrne. Foto: Imago Images / United Archives

Der schwärzeste Tag für Manchester United

11th Februar 1958: Raymond Wood trinkt mit Bobby Charlton (links) aus einem bayerischen Bierkrug in einem Münchner Krankenhaus. Sie sind zwei der Überlebenden der Münchner Luftkatastrophe, bei der mehrere Fußballer und Journalisten getötet wurden. (Foto von Keystone/Getty Images)
Gregg macht als Torhüter 25 Länderspiele für Nordirland und steht von von 1957 bis 1966 in insgesamt 247 Partien für Manchester United zwischen den Pfosten.

Gregg überlebt das als ,,Munich Air Disaster” in die Fußballgeschichte eingegangene Drama vom 6. Februar 1958.

Es ist der bis heute schwärzeste Tag in der Geschichte von Manchester United. Das Flugzeug mit den legendären ,,Busby Babes” an Bord verunglückt nach einem Tankstopp auf dem Flughafen München-Riem beim dritten Startversuch.

23 der insgesamt 44 Passagiere kommen bei der Tragödie ums Leben, darunter 8 Spieler des jungen Teams von Coach Matt Busby, das auf der Rückreise von einem Europacup-Spiel bei Roter Stern Belgrad ist.

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Der teuerste Torhüter seiner Zeit

Harry Gregg
Harry Gregg in einem Länderspiel mit Nordirland. Foto: Imago Images / Colorsport

Gregg rennt während des Unglücks 2-mal zum brennenden Flugzeug-Wrack zurück. 

Der Keeper schleppt geistesgegenwärtig seine Mitspieler Dennis Viollet und Bobby Charlton sowie andere Passagiere aus der Gefahrenzone, darunter auch die schwangere jugoslawische Diplomaten-Ehefrau Vera Lukic und ihre erst 20 Monate alte Tochter. Bobby Charlton wird mit seinem Sitz aus der Maschine katapultiert – und überlebt mit leichten Schnittwunden am Kopf.

Tommy Taylor (26), David Pegg (22), Roger Byrne (28), Eddie Colman (21), Mark Jones (24), Billy Whelan (22) und Geoff Bent (25) – sind sofort tot. Der hoch talentierte Mittelfeldspieler Duncan Edwards (21) erliegt am 21. Februar 1958 im Münchner Klinikum rechts der Isar als 8. Spieler aus der Mannschaft von Manchester United seinen schweren Verletzungen. John Berry (31) und Jackie Blanchflower (24) werden bei dem Unglück so schwer verletzt, dass sie ihre Fußballerlaufbahn beenden müssen. Eine hoffnungsvolle Mannschaft wird mit einem Schlag auseinandergerissen.

„Die Busby Babes waren das beste Team Englands“, sagt Harry Gregg Jahre später, „sie haben ihr Glück gegen jede Chance gemacht. Damals hieß es im englischen Fußball nur: Mit Kindern gewinnst du nichts!“ Dieses konservative Vorurteil widerlegt Uniteds Trainer Matt Busby (1909 – 1994) mit seinen jungen Wilden ein für allemal. Gregg  ist erst zwei Monate zuvor zu United gewechselt, für die damalige Rekordsumme für einen Torhüter von 23.000 Pfund. Für seinen Einsatz beim ,,Munich Air Desaster” wird er von Königin Elizabeth II. mit dem Orden des Britischen Empire ausgezeichnet. Schon 2 Wochen nach der Katastrophe steht Gregg beim emotionalen FA-Cup-Erfolg gegen Sheffield Wednesday wieder im United-Tor. Bei der WM 1958 in Schweden erreicht er mit Nordirland das Viertelfinale und wird als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet. ,,Er wird für immer dafür in Erinnerung bleiben, was er in München getan hat”, sagt United- und England-Legende Sir Bobby Charlton später über Gregg, a,,Aber darüber hinaus war er auch ein wirklich starker Torhüter.” Gregg selbst betonte immer, er wolle, dass sich die Leute an seine Karriere als Spieler erinnern, “nicht an das, was aus einer kurzentschlossenen Eingebung heraus geschah”. Ganz schön bescheiden.

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