FC Bayern macht ernst: Wort-Krieg mit Frankreich um Weltmeister Hernández


Lucas Hernandez (l.) und Trainer Didier Deschamps beim EM-Qualifikationsspiel Frankreich gegen Albanien in Paris.
Lucas Hernandez (l.) und Trainer Didier Deschamps beim EM-Qualifikationsspiel Frankreich gegen Albanien in Paris. Foto: Imago Images

Die Drohung von Bayern-Präsident Uli Hoeneß (67), nach dem Torwart-Duell Manuel Neuer (33) gegen Marc-André ter Stegen (27) ,,keine Nationalspieler mehr abzustellen“, ist wohl doch nicht außer Mode. 

Mit dem französischen Fußball-Verband (F. F. F.) hat sich der deutsche Rekordmeister vor dem Start in die Länderspielwoche einen peinlichen verbalen Schlagabtausch geliefert.

Es geht mal wieder um den klassischen ,,Interessenkonflikt“, den der FC Bayern in der Abstellung seiner Nationalspieler wittert.

Konkret hat Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps (50) den für den FC Bayern spielenden Abwehrspieler Lucas Hernández (23) für die anstehenden Länderspiele gegen Island und die Türkei nominiert, obwohl dieser angeschlagen ist.

Lucas Hernández beim EM-Quali-Spiel Frankreich - Andorra am 10. September 2019 in Paris. Foto: Imago Images.

Deschamps: ,,Wir haben keine Freundschaftsspiele"

Didier Deschamps: Klartext zur Leistung seiner Mannschaft... (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)
Die Kritik von Münchner Seite an dieser Nominierung hat Didier Deschamps nun beim Start in die Länderspiel-Woche scharf zurückgewiesen.

Zwar äußert der ,,kleine General“, der als Spieler und als Trainer 1998 und 2018 Weltmeister geworden ist, Verständnis über den Ärger von Trainer Niko Kovac und Co. Er betont aber auch den Interessenskonflikt mit dem deutschen Rekordmeister.

„Die Interessen des Klubs unterscheiden sich von denen der Nationalmannschaft“, fasst Deschamps am Montag vor dem ersten Training der „Équipe Tricolore“ das Thema gegenüber französischen Medienvertretern zusammen.

Deschamps stellt klar: „Wir haben 2 wichtige Spiele, sogar entscheidende. Es ist nicht so, als hätten wir zwei Freundschaftsspiele.“ Die Tabellenkonstellation in der Quali-Gruppe H lässt für den Weltmeister und EM-Gastgeber von 2016 keine Musestunden zu. Mit 15 Punkten liegt Frankreich gleichauf mit Verfolger Türkei, Island, EM-Sensation von 2016, liegt mit 12 Zählern auf Rang 3.

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FC Bayern fordert ,,mehr Verständnis" ein...

St. Petersburg, 10. Juli 2018: Benjamin Pavard und Samuel Umtiti (l.) feiern bei der Weltmeisterschaft den Finaleinzug mit Frankreich nach dem 1:0 gegen Belgien.
St. Petersburg, 10. Juli 2018: Benjamin Pavard und Samuel Umtiti (l.) feiern bei der Weltmeisterschaft den Finaleinzug mit Frankreich nach dem 1:0 gegen Belgien. (Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Die Münchner haben sich am Montag via Klub-Homepage – wie so oft vor Länderspiel-Reisen – verstimmt gezeigt.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wird so zitiert: ,,Ich bin irritiert über das Verhalten des französischen Verbandes. Ich möchte darauf hinweisen, dass Lucas Hernández aufgrund seiner Verletzung weder bei unserem Champions-League-Spiel vergangenen Dienstag in London gegen Tottenham Hotspur noch bei unserem Bundesligaspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Samstag im Kader des FC Bayern stehen konnte.“

Deschamps will das am Montag nicht so stehen lassen: „Sie tun alles, um ihre Spieler zu schützen. Andernfalls, wenn die Spieler nicht berufen werden (für die Nationalelf, d. Red.), sind sie auch nicht glücklich.“ Deschamps beteuert zudem Gewissenhaftigkeit im Umgang mit den Spielern: „Ich bin nicht hier, um Risiken einzugehen.“ Inwieweit Hernández in den bevorstehenden Spielen gegen Island und die Türkei eingebunden wird, ist noch offen.

Erst kürzlich hat Deschamps über Hernández gesagt, er sei auch bereit „mit einem Bein zu spielen.“ Von diesen Aussagen zeige sich Rummenigge, Leiter der Abteilung ,,Offenes Wort“ beim FC Bayern, ebenfalls „überrascht“ und fügt an: „Von den 4 angeforderten französischen Nationalspielern stellen wir die 3 gesunden Profis Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Benjamin Pavard selbstverständlich statutengemäß ab, aber bei Lucas Hernández hätten wir wegen des großen Risikos mehr Verständnis erwartet, so wie es der DFB gerade bei den verletzungsbedingten Absagen von Toni Kroos, Jonas Hector und anderen praktiziert hat.“

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