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Nur diese 9 Deutschen spielten für Barca. Drei werden kultisch verehrt.


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

4. Bernd Schuster – Es war perfekt. Doch dann ging der „blonde Engel“...

Die Deutschen 4 – 6: Ein erfolgreicher Mittelfeldstar und zwei erfolglose Startrainer

Bernd Schuster spielte acht Jahre für den FC Barcelona. Foto: Getty Images
Bernd Schuster spielte acht Jahre für den FC Barcelona. Foto: Getty Images

Die deutsche Legende Bernd Schuster war in seiner aktiven Zeit ein Superstar in Spanien. Nach seinem Bundesliga-Debüt beim 1.FC Köln wechselte der Mittelfeldspieler 1980 direkt zum FC Barcelona. Acht Jahre blieb Schuster bei den Katalanen.

In dieser Zeit wurde er spanischer Meister sowie dreimaliger Pokalsieger. Er kam auf 295 Spiele und schoss 106 Tore. Er gewann den Europapokal der Pokalsieger im Jahr 1982, wurde Spanischer Meister 1985 und Pokalsieger 1981, 1983, 1988.

Doch dann wurde Schuster für viele in Katalonien zum Verräter. Zum Judas. Denn 1988 zog es Schuster ausgerechnet zum Erzrivalen Real Madrid.

Zwei äußerst erfolgreiche Spielzeiten erlebte „der Blonde Engel“ bei den Königlichen, mit denen er spanischer Meister sowie Pokalsieger wurde. Und als ob dieser Wechsel nicht schon speziell genug gewesen wäre, ging Schuster danach auch noch zum Stadtrivalen Atletico Madrid.

Und dann wurde er auch noch Trainer

Insgesamt absolvierte Bernd Schuster 295 Spiele für Barca. Foto: Imago
Insgesamt absolvierte Bernd Schuster 295 Spiele für Barca. Foto: Imago

Und dann wurde der gebürtige Augsburger nach seiner Spielerkarriere Trainer und ärgerte Barca zwei Mal ganz gewaltig.

Mit dem FC Getafe erreichte er im spanischen Pokalwettbewerb der Saison 2006/07 das Finale, wobei der Mannschaft im Halbfinal-Rückspiel ein spektakulärer 4:0-Erfolg über Barca gelang. Nach vorzeitiger Auflösung seines Vertrags wechselte Schuster dann im Sommer 2007 zu Real Madrid; er unterschrieb dort für drei Spielzeiten. Zum Auftakt der Saison verspielte er zwar gegen den FC Sevilla nach einem 0:1 und einem 3:5 unerwartet die Supercopa de España. Gleich in seiner ersten Saison gewann er jedoch mit den Madrilenen die spanische Meisterschaft und verteidigte den Titel aus dem Vorjahr.

Im Sommer folgte ein erneut hauchdünner Erfolg in der Supercopa de España 2008. Nach einer 2:3-Niederlage im Hinspiel gegen den FC Valencia, frühem Rückstand und zunächst zehn, später sogar nur neun Spielern drehte seine Mannschaft mit späten Treffern und einem 4:2-Sieg noch das Ergebnis, und Schuster gewann seinen zweiten Titel.

Nach einer durchwachsenen Hinrunde in der Saison 2008/09, die eine abermalige Titelverteidigung nahezu unmöglich erscheinen ließ, wurde Schuster am 9. Dezember 2008 von Real Madrid entlassen. Chuzpe hatte Schuster und die Meinung der Öffentlichkeit hat ihn selten interessiert. Doch Kult bei Barca? Das hat er sich durch seine Wechsel „versaut“.

5. Udo Lattek – Er konnte nicht mit Maradona

Udo Lattek war von 1981 bis 1983 beim FC Barcelona aktiv. Foto: Getty Images
Udo Lattek war von 1981 bis 1983 beim FC Barcelona aktiv. Foto: Getty Images
Als Trainer gewann Udo Lattek mit dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach insgesamt acht deutsche Meistertitel. Mit dieser Bilanz ist er der erfolgreichste Vereinsfußballtrainer Deutschlands.

Außerdem gewann er mit diesen beiden Vereinen und dem FC Barcelona alle drei Wettbewerbe im Europapokal (Europapokal der Landesmeister, UEFA-Pokal, Europapokal der Pokalsieger).

Udo Lattek war bei Barca durchaus erfolgreich, aber richtig glücklich wurde er nicht. In Barcelona war Lattek von 1981 bis 1983 tätig. Er gewann 1982 den Europapokal der Pokalsieger, wurde 1983 nach Streitigkeiten mit Superstar Diego Maradona aber entlassen.

Zu einer Meisterschaft reichte es während der Ägide Lattek nicht.

Deutsche Disziplin und katalanischer Freigeist

Udo Lattek konnte aber nicht mit Superstar Maradona. Foto: Imago
Udo Lattek konnte nicht mit Superstar Maradona. Foto: Imago
Deutsche Disziplin und eine eher teutonische taktische Ausrichtung waren schon damals mit der Einstellung bei Barca und der spielerischen Ausrichtung nur schwer vereinbar. Dabei war der Start richtig verheißungsvoll. Bernd Schuster erinnert sich:

„Gleich bei seinem ersten Auftritt eroberte Udo Barcelona im Sturm. Vor 45 000 Fans in Nou Camp hielt er seine Antrittsrede beim Training auf Spanisch. Die Spieler hatten sofort Respekt vor ihm. Er punktete bei allen Spaniern, so wie Pep Guadiola, als er seine erste Pressekonferenz bei Bayern auf Deutsch hielt. Dabei hatte Udo nicht sechs Monate Zeit, die Sprache zu lernen, sondern nur drei…“

Doch dann wurde es immer schwieriger für den Deutschen. Der Grund: Diego Armando Maradona! Schuster über das Verhältnis der beiden Alpha-Männchen und Weltstars:

„Die Mentalität der beiden war so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Lattek, der immer geradeaus war und sein Ding durchzog und Maradona, der alles sehr, sehr locker nahm. Diego konnte fünf Stunden mit Ball trainieren, aber ohne hatte er nach fünf Minuten keine Lust mehr. Schon in der Saison-Vorbereitung war das Laufen nicht Diegos Sache, er war oft erst fünf Minuten vor Trainingsbeginn in der Kabine. Und während ich abends um 21 Uhr im Bett lag, genoss Diego das Nachtleben.“


Das zeigt auch unser nächstes Beispiel. Denn noch schlimmer als Lattek erging es einem anderen Granden der deutschen Trainergilde. Der konnte aber nun gar nicht mit Superstars. Vor allem wenn sie ihren eigenen Willen hatten.

MEHR LIGALIVE - DIE GEHEMINISSE DER BUNDESLIGA-VEREINE

6. Hennes Weisweiler – Er konnte nicht mit Netzer und Overath und auch nicht mit Cruyff

Weisweiler und seine Stars.
Weisweiler und seine Stars. Foto: Imago

Hennes Weisweiler konnte nicht mit Günter Netzer (manchmal), nicht mit Wolfgang Overath (immer) und auch nicht mit Johan Cruyff. 

Der Sieg von König Johan über den kantigen Rheinländer war ein Segen für Barca. Denn wenn der Holländer Barca den Rücken gekehrt hätte, hätte es die Akademie, Tiki Taka und den speziellen Barca-Stil später wohl kaum gegeben.

Hennes Weisweiler war eine rheinische Trainer-Ikone und prägend für die Rivalität zwischen Gladbach und dem 1. FC Köln. 1964 heuerte Weisweiler nach einem Streit in Köln bei Borussia Mönchengladbach an und stieg mit dem Verein nicht nur in die Bundesliga auf, sondern machte aus den Fohlen eine Spitzenmannschaft.

Besonders vor den Duellen mit den rheinischen Nachbarn stichelte der Trainer immer wieder ordentlich und heizte die Stimmung an. Die Folge – die Kölner avancierten zur Hennes-Zeit zum Lieblingsgegner der Gladbacher, die die meisten Derbys gewannen. Ein Höhepunkt war wohl der DFB-Pokaltriumph von Gladbach über Köln 1973 mit dem legendären Tor von Günter Netzer in seinem letzten Spiel für Gladbach.

Keine Chance gegen Johan Cruyff

Hennes Weisweiler und Johan Cruyff - das ging gar nicht. Foto: Imago
Hennes Weisweiler und Johan Cruyff - das ging gar nicht. Foto: Imago
Zusätzlich Öl in das Feuer goß Weisweiler dann wiederum, als er 1976 nach einem kurzen Intermezzo bei Barcelona zum FC zurückkehrte, die Ikone Wolfgang Overath demontierte und direkt die Meisterschaft holte.

Ausgerechnet im Zweikampf mit Gladbach. Denen half der Rekordsieg gegen den BVB im letzten Spiel nichts mehr. Heute wird Weisweiler von beiden Fanlagern geachtet und verehrt. In Barcelona war Weisweiler von 1975 bis 1976 tätig.

Er bat um eine frühzeitige Auflösung seines Zweijahresvertrages nach schweren Differenzen mit König Johan. Weisweiler konnte mit Superstars nicht recht umgehen. In Gladbach zoffte er sich regelmäßig mit Günter Netzer, beim 1. FC Köln servierte er Wolfgang Overath ab und bei Barca sollte es eben der Holländer sein. Doch gegen den hatte der rheinische Sturkopf keine Chance.

Im Nachhinein wohl eine der wichtigsten und richtigsten Entscheidungen von Barca. Denn wenn Cruyff damals Barca hätte verlassen müssen, hätte es  wohl kaum den „Fußball Total“ a la Barcelona gegeben, den Johan Cruyff in Katalonien einführte. Wer weiß?

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