Nur einmal war Borussia Dortmund noch besser

Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München – Die Süddeutsche Zeitung sieht das packende 3:2 (0:1) des BVB gegen den Serienmeister von Samstagabend (Ligalive berichtete) als „Tag der Wachablösung“. Es gibt viele Indizien, die nach 6 Jahren Bayern-Dominanz für einen neuen Meister sprechen.

Borussia Dortmund liefert eindrucksvolle Belege. Nur ein einziges Mal war das letzte Team, das zuletzt 2012 die Schale holte, noch besser…

Lucien Favre (61) hat nach dem Spiel gegen den FC Bayern München keinen Gedanken an eine mögliche Meisterschaft mit Borussia Dortmund verschwendet.

Es sein noch zu früh, um darüber zu sprechen, befand der BVB-Trainer, und es gäbe noch „viel zu verbessern.“ Eine nette Übertreibung des Charmeurs aus der Schweiz.

Borussia Dortmund ist derzeit nicht zu stoppen... (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)

Viel besser als in dieser Saison geht es nicht – zumindest vereinsintern. Borussia Dortmund steht nicht nur 7 Punkte vor dem allmächtigen FC Bayern München und 4 Zähler vor dem Tabellenzweiten aus Gladbach.

Das Team aus Westfalen spielt die zweitbeste Saison seiner Vereinsgeschichte. Noch besser als in dieser Spielzeit mit 27 Punkten aus 11 Spielen war der BVB ausgerechnet in einem Jahr, in dem man das Team wirklich nicht auf der Meister-Rechnung haben konnte: 2010/2011 mit Coach Jürgen Klopp.

Die Meister-Wahrscheinlichkeit für den BVB liegt laut Sky bei 60 Prozent – und die meisten Werte sprechen dafür. Die Mannschaft ist jetzt schon besser als in 4 der 5 Meister-Jahre in der Bundesliga (1995, 1996, 2002, 2011 und 2012).

Ligalive-Faktencheck: Nie war der BVB stärker in der Offensive!

Mit 33 erzielten Treffern (siehe Grafik) thront der Tabellenführer aus Dortmund weit vor der Konkurrenz.

Der durch das 3:0 von Eintracht Frankfurt gegen den FC Schalke 04 auf Rang 5 abgerutschte Titelverteidiger vom FC Bayern München erzielte in 11 Spielen nur 20 Treffer.

Für Borussia Dortmund bedeutet die Ausbeute von 33 Treffern zu diesem (frühen) Zeitpunkt der Saison den besten Offensiv-Wert aller Zeiten. Nie war der BVB so in Tor-Laune wie im Herbst 2018. „Dortmund hätte vier oder fünf Tore machen können“, staunte auch Weltmeister Lothar Matthäus nach dem Spiel gegen die Bayern in seiner Sky-Analyse.

Bliebe Dortmund bei einem Schnitt von 3 Treffern pro Spiel, wären es theoretisch am Saisonende 102 Tore – und das ein neuer Rekord in der Bundesliga. 1971/72 ballerten sich die Münchner Bayern mit den beiden Top-Torjägern Gerd Müller und Uli Hoeneß zu 101 Treffern und zur Meisterschaft am letzten Spieltag.

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Ligalive-Faktencheck: Auch 2011 war Dortmund der „König der zweiten Halbzeit“

Eine Stärke der Borussia liegt aktuell darin, dass das Team in der 2. Halbzeit noch zusetzen kann.

So war es vom Saisonstart weg beim Pokal-Erfolg in Fürth (2:1 n. V.) oder beim unglaublichen 4:3 gegen den FC Augsburg in der Liga.

So war es auch am Samstag beim 3:2 gegen die Bayern. In der 2. Spielhälfte drehte der BVB das Spiel und fuhr seinen 8. Sieg ein, der erst in den zweiten 45 Minuten zustande kam.

Blicken wir auf die Vollgas-Saison 2010/2011 unter Jürgen Klopp, sehen wir die Schwarzgelben ebenfalls an der Spitze der zweiten Halbzeit. 21 von 23 Siegen fährt die Klopp-Elf 2010/2011 im zweiten Spielabschnitt ein.

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Die Meisterschaft 2001/2002 ist für die Dortmunder unter Coach Matthias Sammer eine Last-Minute-Buchung. Erst am 33. Spieltag jagt man Bayer Leverkusen die Tabellenführung ab.

Lange sieht die Werks-Elf wie der verdiente Deutsche Meister 2001/2002 aus. Auch nach 11 Spieltagen. Zu diesem Zeitpunkt sieht man den mit Rekord-Neuzugang Marcio Amoroso aufgerüsteten BVB nur auf Rang 4.

17 Tore bedeuten die schlechteste Trefferzahl für ein Dortmunder Meisterteam in spe in dieser Saisonphase. Die überragende Auswärtsform (Grafik) – Dortmund wird stärkstes Auswärtsteam der Liga – rettet dem teuersten Kader der Liga die dritte Meisterschaft nach 1995 und 1996 in der Bundesliga.

22 Punkte sind allerdings das zweitschlechteste Ergebnis im gleichen Zeitraum nach 2011/2012. 20 Punkte holten Klopp und Co. in der Anfangsphase als Titelverteidiger, kommen schwer in die Gänge.