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Peter Neururer – Der FC Arbeitslos hat wieder einen Trainer…

Peter Neururer ist nicht mehr Sportdirektor bei Wattenscheid 09.

Das Engagement von Peter Neururer (64) als Sportdirektor beim ehemaligen Bundesliga-Klub SG Wattenscheid 09 hat gerade mal 5 Monate gedauert.

In dieser Woche hat der ehemalige Bundesliga-Trainer, der sich selbst ,,verbal-erotische Fähigkeiten” bescheinigt, die Brocken beim Bochumer Stadtteil-Klub, der in der viertklassigen Regionalliga West ums finanzielle und sportliche Überleben kämpft, hingeworfen.

,,Das war der größte Fehler meines Lebens”, sagt Neururer nach dem ,,Aus” in Wattenscheid in einem Interview mit dem Reviersport.

Vor dem Wattenscheid-Job hat man Peter Neururer als TV-Trainer gesehen. In der 6-teiligen Doku-Soap FC Arbeitslos – Zurück ins große Spiel beim Sender NITRO betreute er für die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) Fußballprofis ohne Job.Peter Neururer, unter anderem auch als Experte für die 2. Bundesliga bei SPORT 1 zu sehen, rechnet nun schonungslos mit dem ehemaligen Bundesliga-Klub ab.

Zwischen 1990 und 1994 hat die SG Wattenscheid 09 insgesamt 4 Spielzeiten in der deutschen Fußball-Eliteliga gespielt und durch einen 3:2-Erfolg gegen den großen FC Bayern München 1991 zugunsten des 1. FC Kaiserslautern die Deutsche Meisterschaft mit entschieden. Spieler wie Hannes Bongartz, Thorsten Fink, Frank Hartmann, Souleyman Sané oder Markus Schupp trugen das Trikot der SGW zu Glanzzeiten. Als Wattenscheid 1990 aufsteigt, ist es für Bayern-Macher Uli Hoeneß ,,das Schlimmste, was passieren kann”. Dem Klub haftet – ebenso wie seinem Stadtrivalen VfL Bochum – ein ,,Graue-Maus-Image” an, das die Wattenscheider nie abstreifen können.

Nun steht der zu Bundesliga-Zeiten von dem Textil-Unternehmer Klaus Steilmann († 2009) finanzierte Revierklub vor der Insolvenz. Gegen die SGW läuft seit dem 28. August binnen kürzester Zeit das 2. Insolvenzverfahren.

Mittendrin: ,,Peter, der Große”, Peter Neururer, der diesen Job mit großem Enthusiasmus angetreten hat und zum Start mit ,,Man muss kein Schwein sein, um zu wissen, wie ein Kotelett schmeckt” auf seine nachhaltigen Erfahrungen im Profifußball verweist.

,,Das war der Fehler meines Lebens”, schimpft Neururer, den man zuletzt 2013/2014 als Trainer des VfL Bochum gesehen – er wird wegen ,,vereinsschädigenden Verhaltens” gefeuert – über seinen Ex-Arbeitgeber.

,,Das ganze Kontstrukt basiert auf Lügen und Intrigen”, geißelt Neururer den Komödienstadl an der Bochumer Lohrheide, ,,ich kann den Spielern und dem Trainer nicht mehr in die Augen schauen.”

Medienberichten zufolge kann der Viertligist seine Gehälter nicht mehr zahlen. „Was soll ich den Jungs denn erzählen? Sie gewinnen das erste Saisonspiel, und dann ist wieder kein Geld da. Da verliere ich doch auch meine Glaubwürdigkeit. Das alles geht einfach nicht mehr“, hadert Neururer. Während der Saisonvorbereitung war Aufsichtsratschef und Haupt-Geldgeber Oguzhan Can zurückgetreten. ,,Ich hätte in Wattenscheid gerne etwas aufgebaut”, trauert Peter Neururer der Job-Chance nach, ,,aber hier kann man einfach nicht arbeiten, es geht einfach nicht.”

Los geht es für Neururer in Wattenscheid schon mit einem Missverständnis. Der ehemalige Schalker Präsident Josef Schnusenberg, mittlerweile im Wattenscheider Aufsichtsrat, bittet Neururer telefonisch um Hilfe gebeten. „Genau zu dem Zeitpunkt, als Schalke Domenico Tedesco entlassen hatte“, erzählt Neururer der Tageszeitung Rheinische Post. Aber: Schnusenberg will Neururer nicht zu seinem Herzensklub Schalke 04, wo er 1989/90 noch zu Zweitliga-Zeiten Coach ist, holen. Peter Neururer soll dem Traditionsklub SG Wattenscheid 09 zu neuem Glanz verhelfen. Im Glauben, als Trainer auf Schalke in der Bundesliga gefordert zu sein, sagt Neururer umgehend zu. Erst im Laufe des Gesprächs habe er bemerkt, dass es um einen Sportdirektoren-Posten in der 4. Liga gehe. „Da war ich erst einmal baff“, sagt Neururer. Oder, wie es in den Neunzigerjahren hieß: ,,Wattenscheid? Watt'n Scheiß!”


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