Premier League: Aston Villa gewinnt das 200-Millionen-Euro-Spiel


Zurück in der Premier League: Aston Villa bejubelt mit dem Australier Mile Jedinak und Co-Trainer John Terry den 2:1-Erfolg im Playoff-Spiel gegen Derby County in Wembley. (Photo by Mike Hewitt/Getty Images)
Zurück in der Premier League: Aston Villa bejubelt mit dem Australier Mile Jedinak und Co-Trainer John Terry den 2:1-Erfolg im Playoff-Spiel gegen Derby County in Wembley. (Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

Die letzte Entscheidung zur englischen Premier League fällt am Montagnachmittag. Aston Villa zieht nach 3 Jahren Abstinenz wieder in die englische Fußball-Eliteklasse ein. Die ,,Villains“ bezwingen Derby County mit 2:1 (1:0) im Aufstiegs-Finale von Wembley.

,,Made in Chelsea“, hieß es vor dem Spiel in den britischen Medien. Und es stimmt. Spieler, Trainer, Assistenz-Coach, Legende auf der Tribüne, mehr Chelsea als beim Aufstiegsfinale zwischen Aston Villa und Derby County geht tatsächlich nur 10 Kilometer südöstlich an der Stamford Bridge.

Mit den Chelsea-Klublegenden Frank Lampard (40) auf der Trainerbank von Derby County, Ashley Cole (38) als Routinier auf dem Platz bei Lampards ,,Rams“, John Terry (38) als Assistenztrainer der ,,Villains“ und nicht zu vergessen Didier Drogba als Tribünengast ist der ,,Blues“-Faktor in diesem Spiel so hoch wie selten in einem Spiel, in dem der Champions-League-Sieger von 2012 – mit allen 4 Granden – nicht selbst vertreten ist.

Dazu kommen auf dem Rasen noch einige Akteure aus Chelseas ,,Loan-Army“, die sich aus mehr als 20 Leihspielern zusammensetzt. Unter ihnen darf Mittelstürmer Tammy Abraham (20) mit ,,Villa“ den Aufstieg feiern. Fikayo Tomori (21) und Mason Mount (20) ziehen mit Derby County den Kürzeren.

Prinz William, Duke of Cambridge (m., mit Christian Benteke), hier beim FA Cup-Finale 2015 in Wembley, ist bekennender Fan von Aston Villa - und fieberte im Stadion mit seinem Team auch gegen Derby County (2:1) im Stadion mit. (Photo by Paul Gilham/Getty Images)

Auch Prinz William zittert um 200 Millionen Euro Premier-League-Geld

Kaum eine Niederlage schmerzte den FC Bayern mehr als die im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea im eigenen Stadion am 19. Mai 2012. (Photo by Mike Hewitt/Getty Images)
Kaum eine Niederlage schmerzte den FC Bayern mehr als die im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea im eigenen Stadion am 19. Mai 2012. (Photo by Mike Hewitt/Getty Images)
Aston Villas prominentester Fan zittert in den 97 packenden Fußballminuten ebenfalls auf der Ehrentribüne mit. Es ist der britische Thronfolger Prinz William (36), dessen Herz für die ,,Villains“ schlägt.

Der Duke of Cambridge sieht einen verdienten Sieg seines Teams, das sich damit den ,,Jackpot“ von einer Mindest-Einnahme von 200 Millionen Euro sichert. Der Jubel ist gigantisch.

Wie die Wirtschaftsprüfungs-Agentur Deloitte mit Sitz in London ermittelt hat, profitiert der Europapokalsieger der Meister von 1982 nun schon allein von rund 100 Millionen Euro TV-Geldern, die aus einem gigantischen 6-Milliarden-Euro-Rechtevertrag kommen. Holt der Premier-League-Rückkehrer mindestens 16 Punkte, sind nochmal 100 Mio. Euro garantiert.

,,Es ist das teuerste Spiel der Welt“, schreibt die britische Boulevardzeitung Daily Mirror nicht ohne Grund. Wie viel auf dem Spiel steht, merkt man den 22 Akteuren im Wembley-Stadion vor der Mega-Kulisse von 90.000 Fans an. Viel Nervosität, viele Fehlpässe, wenig Ansehnliches. Erst Anwar El Ghazi kann eine Minute vor der Pause mit dem 1:0 für die Mannschaft aus Birmingham die Blockade lösen.

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Nach dem 2:0 von John McGinn (59.) beginnt für die Chelsea-Fraktion mit John Terry (,,JT“) das große Zittern.

Der eingewechselte Jack Marriott (81.) schickt die Villa-Abwehr ins Hotel und der ebenfalls von der Bank gekommene Martyn Waghorn verkürzt auf 1:2. Der Rest ist Zittern und Nägelkauen, vom Spielfeldrand bis hoch in die königliche Loge.

,,Die Jungs sind schon eine unglaubliche Bande“, jubelt Aston Villas Trainer Dean Smith anschließend bei Sky Sports, ,,wir nun auch dank der Klub-Eigentümer genügend Potenzial.“

Frank Lampard hat bei Derby County Mühe, seine am Boden zerstörten Spieler zu trösten. Ob ,,Lamps“ mit dem englischen Meister von 1972 und 1975 noch in eine 2. Saison geht, ist offen. Medienberichten zufolge soll das Chelsea-Idol an der Stamford Bridge als Nachfolger von Maurizio Sarri gehandelt werden. ,,Lasst uns das Spiel abwarten, ich werde nach der Partie mit Klubchef Mel Morris sprechen – und dann sehen wir weiter“, hat Lampard in der Pressekonferenz vor dem Spiel schon um Geduld gebeten. Spannend.

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