Transfer-Sperre des FC Chelsea ist gut für den BVB – und schlecht für Bayern


Der Fußball-Weltverband FIFA hat dem englischen Premier-League-Klub FC Chelsea am Freitag eine 2-jährige Transfersperre auferlegt. Damit gerät das fragile Gebilde des vom wankelmütigen russischen Oligarchen Roman Abramowitsch finanzierten Klubs aus dem noblen Londoner Südwesten in Schieflage.

Auf diesen Schreck wird Chelseas kettenrauchender Coach Maurizio Sarri (60) wohl mehr als nur eine Zigarette brauchen. Wie die britische Zeitung Daily Mail am Freitag berichtet, darf der Verein bis zum Sommer 2020 keine Spieler verpflichten.

Nach FIFA-Angaben verstoßen die „Blues“ gegen den Artikel 19 des Verbands-Reglements. Darin ist grundlegend verankert, dass ein Klub keine Spieler unter 18 aus dem Ausland verpflichten darf. Einzige Ausnahme: Die die Eltern des Spielers sind aus Gründen in das jeweilige Land eingewandert, die nichts mit Fußball zu tun haben. Das gilt für ein Team aus einem EU-Land jedoch nur bei Verpflichtungen aus dem Nicht-EU-Ausland.

Gut für Borussia Dortmund: Der im Januar 2019 als perfekt gemeldete Transfer von Offensivspieler Christian Pulisic (Ligalive.net berichtete) ist davon nicht betroffen.

Ratlosigkeit in London: Wie geht es weiter beim FC Chelsea? (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Mit Pulisic und Hudson-Odoi hat Chelsea clever vorgebeugt

Sieht so einer aus, der den FC Chelsea verlassen will? Callum Hudson-Odoi nach dem Pokalerfolg gegen Sheffield Wednesday.
Sieht so einer aus, der den FC Chelsea verlassen will? Callum Hudson-Odoi nach dem Pokalerfolg gegen Sheffield Wednesday. (Photo by Clive Rose/Getty Images)
Der BVB wird den US-Amerikaner, der nach Verkauf zurück geliehen ist, im Sommer wie geplant an die Londoner abgeben.

Ebenfalls nicht von diesem Urteil betroffen ist der Verkauf von Spielern. Das lässt dem FC Bayern München nun im Juni die Möglichkeit, den bereits im Winter umworbenen Halbstürmer Callum Hudson-Odoi (18) doch noch zu verpflichten. Das Problem dabei: Leichter wird es nicht, denn Chelsea wird nun bemüht sein, die jüngeren Spieler auf jeden Fall zu halten. Und Geld spielt an der Stamford Bridge seit Abramowitschs Einstieg im Juni 2003 ohnehin keine Rolle.

Wie aber will Chelsea, in der englischen Premier League derzeit auf Rang 6 und hinter den Champions-League-Rängen aber noch mit der Europa League als möglicher Quali-Möglichkeit in der Hinterhand, an neue Spieler kommen?

Der Verein hat sich – wie schon beim Pulisic-Transfer – auch hier ein Hintertürchen offen gehalten.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Füllt Chelsea den Kader nur mit Rückkehrern?

Michy Batshuayi spielt jetzt für Crystal Palace. (Photo by Christopher Lee/Getty Images)

Chelseas großer Trumpf dürfte die „Loan Army“ sein, die derzeit 41 Spieler umfassende Auswahl an Leihspielern, die bei anderen Klubs in halb Europa im Einsatz ist. Darunter sind allein 5 Torhüter!

Auf der Liste der Chelsea-Leihspieler finden sich einige prominente Namen. Wertvollster Spieler: Alváro Morata. Der 26-jährige Spanier, mit nur 16 Premier-League-Toren in 47 Einsätzen durchgefallen, spielt nun bei Atlético Madrid. Obwohl die Leihe noch bis 30. Juni 2020 läuft, könnte Morata nach London zurückbeordert werden.

Das gilt auch für Wandervogel Michy Batshuayi. Der Belgier, der im Frühjahr 2018 für Borussia Dortmund stürmte, hat in dieser Saison mit Crystal Palace bereits den 2. Arbeitgeber auf Leihbasis. Nachdem eine Verpflichtung durch den BVB zu Saisonende 2017/2018 aufgrund der fehlenden Kaufoption praktisch kein Thema war, versucht sich der Stürmer beim FC Valencia (Ligalive.net berichtete).

Zwei alte Bekannte von Eintracht Frankfurt finden sich ebenfalls auf Montage: Michael Hector bei Sheffield Wednesday und Lucas Piazon bei Chievo Verona. Für Chelsea ist das eine Chance, den Reset-Knopf zu drücken. Statt erneut Millionen in die Hand zu nehmen, muss der Verein nun auf die jungen Spieler setzen. Gut für den BVB, schlecht für Bayern…

Jubelt Alváro Morata ab Sommer wieder an der Stamford Bridge? (Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

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