Premier League: Der Tag, an dem José Mourinho zurückkam…


José Mourinho Tottenham
Vor seinem Engagement in Tottenham sah man José Mourinho (m.) gern auch in Frankreich, wie hier beim Ligue-1-Spiel Lille OSC gegen Nimes Olympique am 6. Oktober 2019. Foto: Imago Images FeericoPestellini/Panoramic

Er ist wieder da – und es ist so, als wäre er nie weg gewesen. José Mourinho (56) legt am Freitag bei seiner Vorstellung  beim Premier-League-Klub Tottenham Hotspur einen Hollywood-reifen Auftritt hin, der signalisiert: Mit dem ,,Special One” ist wieder zu rechnen!

Der exzentrische Portugiese zieht bei seiner Antritts-Pressekonferenz in London alle Register. Irre Sprüche, witzige Dialoge mit den Journalisten und eine emotionale Botschaft für seinen Vorgänger Mauricio Pochettino (47).

,,The Poch”, wie der Argentinier vom englischen Boulevard genannt wird, ist am Mittwoch nach mehr als 5 Jahren bei den Nord-Londonern als Trainer entlassen worden. Binnen von 12 Stunden präsentiert der auf Rang 14 in der Premier League abgestürzte Champions-League-Finalist von 2019 José Mourinho als Nachfolger.

Am Donnerstag hat Mourinho sein erstes Training mit den ,,Spurs” geleitet, am Samstag (13.30 Uhr MEZ) wird er im London-Derby bei West Ham United im Olympiastadion erstmals auf der Bank sitzen.

José Mourinho Tottenham Hotspur
José Mourinho beim Testspiel des neuen Tottenham Hotspur Stadium. An dieser Seitenlinie wird man den Portugiesen nun als Coach der ,,Spurs" sehen. Foto: Imago Images

Mourinho will keine alten Fehler machen, sondern neue...

Für José Mourinho (hinten) war das 1:3 gegen den FC Liverpool und Jürgen Klopp das letzte Spiel als Trainer von Manchester United. (Photo: Brunskill/Getty Images)

Die Fußballwelt erlebt am Freitag einen ,,neuen” Mourinho. 

Er kommt witzig rüber (,,Ich bin enttäuscht, dass Sie sich freuen, mich zu sehen, ich dachte, Sie wollten mich lieber weiter bei Sky behalten”), aber er wirkt auch geläutert.

,,Ich habe die Zeit genutzt, um meine Karriere zu analysieren”, verrät Mourinho, ,,mir ist klar geworden, dass ich Fehler gemacht habe, ich werde nicht wieder die gleichen Fehler machen. Ich werde neue Fehler machen – aber nicht die gleichen.”

Ein Kardinalfehler von Mourinho bei seinem letzten Engagement in der Premier League bei Rekordmeister Manchester United ist das ständige Einfordern von Transfers. Der Portugiese liefert sich ein regelrechtes mediales Feilschen mit der US-amerikanischen Eigentümerfamilie von United, den Glazers. Dass er mit dem ausgewiesenen Sparfuchs Daniel Levy (57), Klubbesitzer der Tottennham Hotspur, einen ähnlichen Konfrontationskurs gehen kann, ist unwahrscheinlich. Die ,,Spurs” erreichen 2018/2019 das Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool (0:2), ohne im Sommer zuvor auch nur einen einzigen neuen Spieler verpflichtet zu haben.

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Jose Mourinho

Mourinho adelt Vorgänger Pochettino

Tottenham Pochettino
Große Worte für seinen Vorgänger Mauricio Pochettino bei Tottenham Hotspur: José Mourinho (l.) Foto: Imago Images / Sportsimage

,,Die Pause war sehr positiv für mich”, sagt Mourinho über seine Auszeit nach dem Ende seiner Beschäftigung in Manchester im Dezember 2018 ,,es war der erste Sommer, in dem ich nicht gearbeitet habe, aber mir hat etwas gefehlt während der Saison-Vorbereitung.”

Mourinhos desaströse Bilanz im letzten Jahr: 19 Punkte Rückstand mit Manchester United auf den Erzrivalen und Tabellenführer FC Liverpool. Nach dem 1:3 bei den ,,Reds” ist im Dezember 2018 Schluss für ,,The Special One”.

Davon ausgehend, gibt Mourinho weitere Einblicke in sein Gefühlsleben: ,,Wenn ich nicht gewinnen kann, bin ich unglücklich und ich kann das nicht ändern. Es ist Teil meiner DNA.” Sein Wunsch: ,,Ich hoffe, ich kann damit meine Spieler beeinflussen, denn wenn du glücklich bist, wenn du ein Fußballspiel verloren hast, ist es sehr schwer, dich als Gewinner zu bezeichnen…”

Die Fußball-Philosophie-Stunde von London geht weiter. ,,Das größte Geschenk hier in Tottenham ist für mich, dass ich keine Spieler brauche”, stapelt der Portugiese tief, ,,ich bin glücklich mit den Spielern, die ich habe.” Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen… Viel wichtiger ist, dass Mourinho seinen Vorgänger Pochettino, inzwischen auch beim FC Bayern München gerüchteweise im Gespräch, in der Stunde des Neuanfangs nicht vergisst: ,,Ich muss ihm gratulieren für die Arbeit, die er geleistet hat. Dieser Klub wird immer seine Heimat bleiben und dieser Trainingsplatz wird immer sein Trainingsplatz sein. Die Tür wird für ihn immer offen sein. Er wird bald wieder glücklich sein und er wird bald wieder einen großen Klub trainieren. Er hat eine großartige Karriere vor sich.” Dann wechselt er wieder in den ,,Special One”-Modus. Die Frage, ob das verlorene Champions-League-Finale gegen Liverpool ein Wirkungstreffer für Pochettino gewesen sei, beantwortet Mourinho auf Mourinho-Art: ,,Ich weiß es nicht, denn ich habe noch nie ein Champions-League-Finale verloren.” Der frühere Manchester-United-Profi Darren Fletcher (35) ist nach diesem Auftritt sicher: ,,Die Fans werden einen anderen José Mourinho sehen. Als er Manchester United verließ, hat er einige Leute gefragt: Wie war ich, sag es mir ehrlich! Ich denke, dass er eingesehen hat, dass er zu weit gegangen ist.”

Ligalive-Infografik: José Mourinho im Profil

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Ligalive-Infografik: Squad Stats Tottenham Hotspur, Premier League 2019/2020

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