Premier League: Der FC Liverpool und die trügerische Idylle zum Jahreswechsel…


FC Liverpool Klub-WM
Auf der letzten Rille: Roberto Firmino schießt den FC Liverpool in der Nachspielzeit gegen Monterrey in Doha ins Finale der Klub-WM in Katar. Es ist das 28. Pflichtspiel für die ,,Reds" in dieser Saison. Foto: Imago Images

Das 2:1 im Halbfinale der Klub-WM in Katar und das Finale gegen Flamengo Rio de Janeiro (1:0 n. V.) am 21. Dezember sind für den FC Liverpool die Pflichtspiele Nummer 29 und 30 in dieser Saison.

Bevor man 5 Tage nach dem Wüstentrip und dem ersten Erfolg eines englischen Teams bei der Klub-Weltmeisterschaft nun am ,,Boxing Day“, am 2. Weihnachtsfeiertag, wieder ins Premier-League-Geschehen – mit der eigentlich für den 21. Dezember 2019 angesetzten Partie bei West Ham United in der Hinterhand – in das wohl vorentscheidende Spiel bei Leicester City (26. Dezember) geht, klagt Trainer Jürgen Klopp (52) sein Leid.

,,Wir müssen nun unsere Knochen zusammensammeln“, mahnt der deutsche Coach der ,,Reds“ nach dem mühsamen 2:1-Erfolg gegen Monterrey im Halbfinale und vor dem Finale gegen den brasilianischen Traditionsklub, ,,ich weiß nicht, wer für dieses Spiel bereit ist.“ Anders gesagt: Der Champions-League-Sieger ist auf klappernden Zylindern in dieses Endspiel gerumpelt.

Der Terminstau zu Weihnachten erfordert in Liverpool schon vor der Reise nach Katar besondere Maßnahmen. Im Ligacup-Spiel (Carabao-Cup) schickt Klopp eine C-Elf und U23-Trainer Neil Critchley (41) ins Rennen – und geht 0:5 bei Aston Villa unter.

Manchester City FC Liverpool
Dieses Spiel drehte am 3. Januar 2019 die Lage an der Premier-League-Spitze: Sergio Agüero und Manchester City fügten dem FC Liverpool die einzige, aber entscheidende Saison-Niederlage zu (2:1 / Photo by Clive Brunskill/Getty Images)

Hohe Belastung für den FC Liverpool: Nur 5 Tage zwischen Wüsten-Trip und Spitzenspiel

Dank der Treffer von Sadio Mané (m.) und von Mo Salah (r.) rockte Anfield auch zum Jahreswechsel. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)
Dass der FC Liverpool vor dem Jahreswechsel buchstäblich auf dem Zahnfleisch geht, ist für die Fans ein unangenehmes Déja-vu.

Vermutlich kostet diese hohe Belastung schon 2014 und 2019 den lang ersehnten Meistertitel. Liverpool wartet seit 1990 und mit Jahreswechsel damit seit 30 Jahren auf den Gewinn der englischen Fußball-Meisterschaft.

Ein Trost: Im direkten Duell der Verfolger Manchester City und Leicester City ist schon vorher klar, dass diese sich die Punkte gegenseitig nehmen werden.

Dennoch ist die Idylle trügerisch. Im letzten Jahr thronen Jürgen Klopp und die Merseysiders nach dem „Boxing Day“, dem 2. Weihnachtsfeiertag, mit 6 Punkten Vorsprung auf Tottenham Hotspur und gar 7 Zählern vor Titelverteidiger Manchester City an der Tabellenspitze der englischen Premier League.

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Verschmitzt grinst Mo Salah nach dem Gewinn der Champions League mit dem FC Liverpool. Wollte der Ägypter den Klopp-Klub wirklich verlassen?

Auch 2009 und 2014 landete Liverpool in der ,,Jahresend-Falle"

Chelseas Fans verspotten Liverpools Kapitän Steven Gerrard nach seinem folgenschweren Ausrutscher. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)

Vor exakt 6 Jahren grüßen der FC Liverpool und Brendan Rodgers (45) ebenfalls vor dem „Boxing Day“ von der Tabellenspitze.

36 Punkte hat der 18-fache englische Fußballmeister bis dahin aus 17 Spielen geholt. Nach 2 Niederlagen bei Manchester City und beim FC Chelsea (1:2) bricht die heile Liverpooler Weihnachts-Welt schnell zusammen. Zum 1. Januar 2014 stürzte der LFC auf Rang 4 der Premier League.

Davon kann man sich nicht wirklich erholen. Liverpool geht 2014 im Meisterkampf die Luft aus. In der Saison-Schlussphase holt man sich am 35. Spieltag, also 3 Runden vor Schluss, die Tabellenführung zurück – und steht am Ende doch mit leeren Händen da! Von den im Endspurt benötigten 7 Punkten fährt Liverpool nur 4 ein. Das 0:2 gegen Chelsea und ein 3:3 bei Crystal Palace lassen den Meistertraum an der Anfield Road platzen. Das 2:1 im Saisonfinale gegen Newcastle United ist dann – ähnlich wie im letzten Jahr gegen Wolverhampton – ein Muster ohne Wert.

Eine Mahnung sollte auch die Saison 2008/2009 sein. Liverpool hat auch damals die Chance auf die Meisterschaft und springt am 28. Dezember 2008 mit einem sensationell hohen 5:1 bei Newcastle United an die Spitze. Die Tabellenführung ist aber nach 3 Remis in Folge im Januar 2009 wieder weg – 0:0 gegen Stoke City und 2-mal 1:1 gegen den Stadt- und Erzrivalen FC Everton (,,nEverton“) und Wigan Athletic – und obwohl die Mannschaft von Trainer Rafael Benitez in der Folgezeit nur noch ein Spiel verliert, reicht es am Ende nur zu Rang 2 hinter Manchester United.

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