Premier League: Ein Brief von Pep Guardiola


Pep Guardiola Premier League
Pep Guardiola macht sich so seine Gedanken um die englische Premier League. Foto: Imago Images / Martyn Haworth

Es ist selten so, dass Pep Guardiola (48) seine Kritik am Fußball-Geschäft explizit äußert.

Deshalb ist es eigentlich umso gefährlicher, wenn der Spanier in den Ironie-Modus umschaltet, um seinen Unmut zu äußern.

Das hat Pep Guardiola nun unmittelbar vor Heiligabend getan. Der ehemalige Trainer des FC Bayern München, seit 2016 für Manchester City tätig und eigentlich mit dem Terminstress in der englischen Premier League rund um den Jahreswechsel vertraut, wie man vermuten möchte, hat einen Brief an den englischen Liga-Verband geschrieben.

Guardiola hat seinem Ärger darin freien Lauf gelassen. Denn: ,,In diesem Jahr trifft der Weihnachtsmarathon rund um den traditionellen englischen Boxing Day am 26. Dezember Guardiola mit Manchester City knüppeldick", schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F. A. Z.) in ihrer Ausgabe vom 27. Dezember 2019.

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Wolverhamptons Bank springt jubelnd auf, Manchester Citys Coach Pep Guardiola (vorn) dreht sich enttäuscht ab... Foto: Imago Images / Tim Goode

Terminstress trifft Man. City: 2 Spiele in 48 Stunden!

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Oh my God! Benjamin Mendy von Manchester City nach seinem kapitalen Patzer, der Wolverhampton das 2:2 ermöglichte... Foto: Imago Images / Martyn Haworth

Konkret: Guardiola und seine ,,Citizens" müssen am 27. und am 29. Dezember innerhalb von 48 Stunden 2-mal ran.

Dass diese Termin-Hatz nicht unbedingt produktiv ist, hat sich schon am Freitagabend gezeigt: City verliert mit 2:3 (1:0) bei den Wolverhampton Wanderers und kann die Titelverteidigung in der Premier League trotz des vergleichsweise frühen Zeitpunkts der Saison bei 14 Zählern Rückstand praktisch abschreiben.

,,Ich denke nicht daran, die Lücke zu Liverpool zu schließen, sondern ich denke an das Spiel gegen Sheffield in 48 Stunden", nimmt Guardiola die Frage, ob die Meisterschaft schon gelaufen sei, zum Anlass, um seine Kritik zu erneuern.

Zuvor hat er zu den 2 Spielen in Wolverhampton und gegen Sheffield United in seinem Brief Klartext geschrieben.

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Guardiola zum Terminstress: ,,Ich habe mich nur bedankt"

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Die Trainer-Freunde Pep Guardiola (l.) und Jürgen Klopp während der Partie FC Liverpool gegen Manchester City (3:1) am 10. November 2019. Foto: Imago Images

,,Ich habe mich nur bedankt", sagt Pep Guardiola, als man ihn auf seinen Brief an die Premier-League-Verantwortlichen anspricht.

,,Ich weiß eines ganz genau", poltert Pep, ,,weniger als 48 Stunden zwischen 2 Spielen Zeit zu haben, ist nicht das perfekte Timing." In der Praxis sieht das dann so aus: Am 23. und 24. Dezember hat sein hoch dotiertes Star-Ensemble Training, am Weihnachtstag, dem 25. Dezember, selbstredend frei. Am ,,Boxing Day" wird trainiert, ehe man am 27. Dezember zum ersten von 2 Spielen innerhalb von 48 Stunden nach Wolverhampton reist. Am Neujahrstag (New Year's Day) treffen die ,,Citizens" dann auf den Liverpooler Erz- und Stadtrivalen FC Everton.

In dieser Situation hat Guardiola ausgerechnet von seinem Titelkonkurrenten Unterstützung erfahren. Jürgen Klopp, schon zu Bundesliga-Zeiten mit dem früheren Bayern-Coach befreundet, pflichtet Guardiola bei. Seine ,,Reds" sind nicht weniger gefordert zum Jahreswechsel.

Am 21. Dezember noch in der Wüste von Katar beim Final der Klub-WM gegen Flamengo Rio de Janeiro (1:0 n. V.), müssen die Merseysiders am ,,Boxing Day" 5 Tage später mit dem Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten der Premier League in Leicester einen unglaublichen Härtetest meistern. Sie bestehen ihn mit einem 4:0-Auswärtssieg und empfangen nun am Sonntag den City-Bezwinger Wolverhampton Wanderers. ,,Das ist absolut nicht in Ordnung", kritisiert auch Klopp die Terminplanung, ,,kein Trainer hat Probleme damit, am Boxing Day zu spielen. Aber am 27. und am 29. Dezember zu spielen, das ist ein Verbrechen. Jedes Jahr ist es dasselbe, aber wir können sagen, was wir wollen, es interessiert niemanden." 2 Star-Trainer - und das gleiche Problem mit den Fußball-Oberen. Eigentlich schade.

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