Bale, Robben, Ronaldo und Co. – Diese Spieler verjagte Real Madrid durch die kalte Küche


Auch Gareth Bale wird nicht gerade gemocht. Foto: Getty Images
Gareth Bale knackte 2013 die 100-Mio-Euro-Marke für einen Fußball-Transfer. Foto: Getty Images

Es ist gerade mal ein Jahr her, dass Real Madrid Cristiano Ronaldo (34) verabschiedet hat.

Mit einem 6 Minuten langen Filmchen auf der offiziellen Homepage. Wie schön, dass man sich die Zeit genommen hat, den Rekord-Torschützen der ,,Königlichen”, den es für 117 Mio. Euro Ablöse zu Juventus Turin zieht, und der nicht weniger als 4 Champions-League-Titel und etliche Tor-Rekorde im Dress von ,,Los Blancos” geholt hat.

Anders gesagt: Auch CR7, der wahrscheinlich erfolgreichste Spieler der Vereinsgeschichte, erhält den Abgang, den Reporter Wolff-Christoph Fuss mal als ,,Abschied durch die kalte Küche” bezeichnet hat.

Wenn die mächtigen Real-Präsidenten und die dem Verein zugetanen Medien den Daumen senken, schützen auch Tor-Rekorde nicht. Mit dieser Erfahrung ist Cristiano Ronaldo, der über diese Stillosigkeit hinweg sieht, nicht allein.

Bei Real Madrid wurde Arjen Robben (m.) erst groß empfangen - und dann durch die kalte Küche verabschiedet...
Bei Real Madrid wurde Arjen Robben (m.) erst groß empfangen - und dann durch die kalte Küche verabschiedet... (Photo by Jasper Juinen/Getty Images)

Zidane hat keine Lust mehr auf Bale: ,,Hoffentlich erfolgt der Abgang zeitnah"

Zinedine Zidane und Real Madrid profitierten noch im Champions-League-Finale 2018 gegen den FC Liverpool (3:1) von 2 Toren von Gareth Bale...
Zinedine Zidane und Real Madrid profitierten noch im Champions-League-Finale 2018 gegen den FC Liverpool (3:1) von 2 Toren von Gareth Bale... (Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

In diesem Sommer dürfte es Ronaldos ehemaligem Teamkollegen ähnlich ergehen. Gareth Bale (30), neben Karim Benzema und Cristiano Ronaldo Mitglied im legendären ,,BBC”-Sturm, steht vor einem unrühmlichen Abschied aus der spanischen Hauptstadt.

Gareth Bale ist bei Real Madrid während der USA-Tour im Juli 2019 zwar im Aufgebot, doch schon beim ersten Auftritt der Mannschaft des alten und neuen Real-Trainers Zinedine Zidane (47) gegen den FC Bayern München (1:3) in der Nacht zum Sonntag (Ligalive.net berichtete) taucht er nicht auf dem Spielberichtsbogen auf.

Entsprechend macht Zidane nach dieser Partie in Houston (Texas) keinen Hehl daraus, dass er auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Waliser Bale keinen Wert mehr legt. Nach 6 Jahren und 102 Toren in 231 Pflichtspielen hat der ,,100-Millionen-Dollar-Mann” bei Real ausgespielt. Obwohl Bale, 2013 bei seinem Wechsel von Tottenham Hotspur nach Madrid teuerster Spieler aller Zeiten, noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 hat, ist für ihn wohl in Kürze Schluss.

,,Er hat nicht gespielt, weil der Klub versucht, ihn zu verkaufen. Wir werden in den nächsten Tagen sehen, was passiert”, sagt Zinedine Zidane dem Portal RealTotal.de, ,,wenn er morgen geht, wäre es umso besser. Hoffentlich erfolgt der Abgang zeitnah. Das hoffe ich für alle, auch für ihn. Unser Klub spricht mit dem Klub, wo er spielen könnte. Wir arbeiten daran.“ Motto: Schön, dass du hier warst, aber noch besser, dass du wieder gehst.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Real Madrid? Angel dí Maria ist heute noch verärgert...

Auch Cristiano Ronaldo, hier bei einer einer Pressekonferenz in Los Angeles 2011 mit Real Madrid, und Torhüter Iker Casillas wurden bei Real Madrid durch die kalte Küche verabschiedet. (Photo by Kevork Djansezian/Getty Images)

Der Abgang von verdienten oder wechselwilligen Stars ist bei Real Madrid mehr als fragwürdig.

Distanziert und ohne jedes Pathos, so muss auch Angel dí Maria den Verein in Richtung Paris St.-Germain verlassen. Der argentinische Vize-Weltmeister von 2014 ist heute noch sauer. „Ich habe seit meinem Abschied kein Verhältnis mehr zu Real“, sagt Di Maria im Frühjahr 2018 bei So Foot. Real hatte dem abwanderungswilligen Rechtsaußen vor dem WM-Finale 2014 mit Deutschland gegen Argentinien einen Brief geschickt. Darin wurde Di Maria aufgefordert, nicht in Rio aufzulaufen, um den im Raum stehenden Transfer zu Manchester United nicht zu gefährden. „Dieser Brief hat mich wütend gemacht“, erzählt Di Maria, „ich habe ihn zerrissen.“

Raúl Gonzalez Blanco, langjähriger Kapitän und 3-facher Champions-League-Gewinner mit den Königlichen, wird im Sommer 2012 beim FC Schalke 04 von 60.000 Fans mit großen Emotionen verabschiedet. Der Spanier ist 2010 sensationell von Real Madrid zum Revierklub gewechselt und erspielt sich bei ,,Königsblau” den Ruf eines Publikumslieblings. „Tausenden von Raúl- und Real-Fans blutete das Herz, als sie die Bilder aus Gelsenkirchen sahen“, schreibt der Kolumnist Tomás Roncero dazu in der spanischen Sportzeitung  AS, „warum zum Teufel haben wir Raúl nicht im Bernabéu-Stadion so verabschiedet, wie er es verdient gehabt hätte? Es war ein unverzeihlicher Fehler der Vereinsführung von Real, Raúl eine große Abschiedsfeier im Bernabeu-Stadion zu verwehren.“ Ebenfalls keinen Denkmalschutz genießt ,,St. Iker”, Spaniens Weltmeister und Torwart-Idol Iker Casillas in Madrid. Auch sein Abgang fällt beim Rekord-Europacupsieger in die Kategorie „unverzeihlich“. – „Such dir einen anderen Verein“, hat Real-Boss Florentino Pérez (70) dem Ausnahmekeeper, der mit Real 19 Titel holte, im Sommer 2015 ohne viel Federlesen eröffnet. Bei Casillas‘ letzter Pressekonferenz in Bernabeu ist kein Real-Verantwortlicher anwesend. SPORT BILD sieht anschließend einen „unwürdigen Abschied“.

Ein Opfer der Personalpolitik des ehrgeizigen Pérez zu Beginn seiner 2. Amtszeit (2009) ist auch der Niederländer Arjen Robben. Der Außenstürmer, der beim FC Bayern München im Sommer 2019 nach 10 Jahren als ,,Mister Wembley” groß verabschiedet wird, ist 2007 noch von Perez-Vorgänger Ramon Calderón verpflichtet worden. „Calderón hat später gesagt, es war ein Fehler, mich gehen zu lassen“, sagt Robben vor dem CL-Halbfinale 2018 in einem BILD-Interview, „aber umgekehrt war für mich der Wechsel zu Bayern der beste Schritt in meiner Karriere! Mit Bayern habe ich alles erreicht, alles gewonnen, was man gewinnen kann.“

Ligalive-Infografik: So viele Assists lieferte Gareth Bale 2018/2019 für Real Madrid in La Liga

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