Real Madrid in Trümmern: „Wir vermissen Ronaldo“


0:2-Heimpleite in La Liga gegen Real Sociedad San Sebástian, 10 Punkte hinter Platz eins und Erzrivale FC Barcelona – Für Real Madrid beginnt das Jahr 2019 mit einer weiteren Enttäuschung – und Weltfußballer Luka Modric schlägt ungewohnte Töne an.

So schnell geht das in der realen Fußballwelt. Der Erfolg bei der Klub-WM gegen den FC Al-Ain aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (4:1) zwei Tage vor Weihnachten ist für Real Madrid schnell zum Muster ohne Wert geworden.

Die „Königlichen“ stehen nach 2:2 am 3. Januar bei Villarreal und einem 0:2 zu Hause gegen San Sebástian im neuen Jahr noch ohne Sieg da und verlieren in La Liga weiter an Boden. 10 Punkte ist man bereits von Platz 1 und dem Erzrivalen FC Barcelona entfernt, der Rückstand auf Rang 4 und die Champions-League-Positionen ist mit einem Punkt überschaubar.

Dennoch tobt Reals Superstar und Vize-Weltmeister Luka Modric nach dem Spiel gegen den Tabellenfünfzehnten aus San Sebástian.

Gerade mal vier Wochen her: Weltfußballer Luka Modric (m.) wählte nach Real Madrids 0:2-Pleite gegen San Sebastian drastische Worte... (Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)

Madrid: Der reale Albtraum…

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Dieser Jubel fehlt Real Madrid aber mal so richtig... (Photo by Alex Livesey/Getty Images)

„Wir können doch nicht in jedem Spiel schon zu Anfang Scheiße bauen, das ist fehlende Konzentration“, klagt der Weltfußballer in für ihn ungewöhnlich scharfem Ton.

Solche Fäkalausdrücke ist man dieser Tage eher von Steak verzehrenden Bayern-Profis gewohnt…

Die spanischen Medien haben bereits den Stab über den Rekord-Europacupsieger gebrochen. „Real in Trümmern“, schreibt die Sportzeitung Marca am Montag. AS spricht von einer „nie endenden Krise“ und einem „Albtraum.“

Aus diesem sind die Madrilenen auch unter der Regie von Neu-Trainer Santiago Solari (42) nicht so wirklich aufgewacht. Seit 11 Spielen betreut der Argentinier nun „Los Blancos“, dabei in 8 Liga-Spielen. In diesen Partien in der Primera Division bleibt er nur 2-mal ohne Punkte, doch der Abstand seines Teams zur Spitze scheint fast schon zu groß zu sein.

Spanische Medien nehmen auch Weltmeister Toni Kroos ins Visier

In der Kritik: Toni Kroos. (Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)
Das verwöhnte Publikum im Estadio Santiago Bernabeu hat wohl ebenfalls mit den Füßen abgestimmt. Nur 53.412 Fans fanden am Sonntag den Weg in den Madrider Fußballtempel, 30.000 Plätze blieben unbesetzt.

Beim Copa-Libertadores-Finale im Dezember hatten die beiden argentinischen Klubs Boca Juniors und River Plate für ein ausverkauftes Haus gesorgt und dem Branchen-Krösus eine Lehrstunde in Sachen Fußballstimmung erteilt.

Bei der Ursachenforschung für die seit Monaten steil nach unten zeigende Leistungskurve der Königlichen sind sich die Medien einig. Es sei ein schwerer Fehler gewesen, Jahrhunderttorjäger Cristiano Ronaldo (33) zu Juventus Turin ziehen zu lassen. Mit nur 26 Toren in 18 Begegnungen verzeichnet Real die schwächste Torausbeute seit 1993/94. „CR7“ eilt dagegen mit Juve von Sieg zu Sieg und führt seine makellosen Bilanzen auch in Italien mit allein 20 Tor-Beteiligungen in 19 Serie-A-Spielen fort. Wohl dem, der einen Ronaldo hat…

„Wir vermissen Cristiano“, sieht AS am Montag klar und auch Superstar Modric räumt ein: „Uns fehlt vorne die Treffsicherheit.“ Die Marca hat mit dem deutschen Weltmeister Toni Kroos (29) noch einen anderen Schuldigen ausgemacht. „Er hält den Spielrhythmus nicht mehr mit. Seine Luft reicht nur für eine Halbzeit“, kritisiert das Blatt den Ex-Bayernprofi. Altstar Sergio Ramos (32) denkt indes nicht im Traum ans Aufgeben: „Wenn ich keine Hoffnung mehr habe, bleibe ich daheim bei Frau und Kindern.“

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