Real Madrid gleicht einer Ruine trotz Investments von mehr als 300 Millionen Euro


Introvertiert und unberechenbar: Fußball-Genie Zinedine Zidane.
Introvertiert und unberechenbar: Fußball-Genie Zinedine Zidane. (Photo by Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images)

Real Madrid ließ es auf dem Transfermarkt krachen und investierte mehr als 300 Millionen Euro in neue Spieler. Doch geht es nach der Testspielbilanz im Sommer 2019 und den dort gezeigten Leistungen, dann wurden die Probleme nicht abgestellt. Bilanz und gezeigte Leistungen waren ein Desaster. Trainer Zinedine Zidane steht in der Kritik.

Was besonders schmerzt: Ein Debakel gegen den Stadtrivalen in der Vorbereitung, die Transferposse um Gareth Bale und Millionentransfers, die nicht überzeugten. Real hat den Abgang von CR7 offenbar immer noch nicht verkraftet.

Die Folge: Bereits vor dem ersten Spieltag der Primera Division bei Celta Vigo schrillen bei den Verantwortlichen der Königlichen die Alarmglocken. Und Clubikone Zinédine Zidane gerät in die Kritik.

„Real gleicht einer Ruine“, geißelte die spanische Sportzeitung „As“ nach dem 3:7-Debakel des Champions-League-Rekordsiegers gegen den Stadtrivalen Atlético Madrid auf der für das Image so wichtigen USA-Reise: „Eine beschämende Leistung, die die Historie Real Madrids beschmutzt.“

Real Madrid: Gareth Bale hat sich in Spanien mindestens schon seit 2016 dem Golfsport verschrieben, wie hier bei den Open de Espana im Real Club Valderrama in Sotogrande.
Real Madrid: Gareth Bale hat sich in Spanien mindestens schon seit 2016 dem Golfsport verschrieben, wie hier bei den Open de Espana im Real Club Valderrama in Sotogrande. (Photo by Ross Kinnaird/Getty Images)

3:7 gegen Atletico Madrid - das war der Tiefpunkt

TALLINN, ESTLAND - AUGUST 15 2018: Saul Niguez von Atletico Madrid feiert mit seinen Teamkollegen nachdem er im UEFA Superpokal zwischen Real Madrid und Atletico Madrid das dritte Tor seines Teams erzielt hatte.
TALLINN, ESTLAND - AUGUST 15 2018: Saul Niguez von Atletico Madrid feiert mit seinen Teamkollegen nachdem er im UEFA Superpokal zwischen Real Madrid und Atletico Madrid das dritte Tor seines Teams erzielt hatte. (Foto von Alexander Hassenstein/Getty Images)

Das Spiel war ein Tiefpunkt. Sportlich wie vom Ergebnis her. Und symptomatisch für eine miserable Vorbereitung. In sieben Tests gelangen nur zwei Siege nach regulärer Spielzeit, insgesamt setzte es 18 Gegentreffer. Das ist eher die Bilanz eines Abstiegskandidaten und nicht die eines Meisterschaftsfavoriten.

Dabei soll diese Saison alles anders werden. 19 Punkte Rückstand auf den Erzrivalen FC Barcelona betrug der Rückstand in der Meisterschaft in der Vorsaison. Das Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen Ajax Amsterdam ist den Offiziellen immer noch peinlich.

Die Folge: Eine gewaltige Transferoffensive. Über 300 Millionen Euro investierten die Königlichen in neue Spieler. Niemand gab mehr Geld aus seit Frühjahr 2019. Kein Premier League Verein, nicht Paris St. Germain und auch nicht die Konkurrenz in Spanien.

Doch Real scheint noch lange nicht fertig. Neymar soll im Sommer 2019 in die spanische Hauptstadt kommen, nachdem der FC Barcelona an den Künsten seiner Ex-Diva kein Interesse mehr zeigt. Und der Brasilianer Paris unbedingt verlassen will.

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Zidanes Kredit scheint langsam aufgebraucht zu sein

Eden Hazard - Stareinkauf von Real Madrid im Sommer 2019.
Eden Hazard - Stareinkauf von Real Madrid im Sommer 2019. Image: Getty Images

Doch das Problem liegt tiefer. Der Kader scheint insgesamt nicht zu passen. Die teuren Neuzugänge Luka Jović, Éder Militão, Ferland Mendy und Rodrygo erwiesen sich in der Vorbereitung nicht als Verstärkungen. Der Bernabeu Bite droht und damit die Ersatzbank.

Eden Hazard (+100 Millionen Ablöse) konnte ebenfalls nur selten glänzen und spielt bisher längst nicht so gut wie in der Saison 2018/19 für Chelsea London. Jovic scheint es besonders schlimm erwischt zu haben, ist doch bereits wieder von einer Leihe oder einem Verkauf die Rede. 70 Millionen Euro schlecht investiert?

„Diese Mannschaft braucht Veränderungen“, hatte Zidane bei seiner erneuten Ankunft im März 2019 gesagt. Die von ihm initiierten Veränderungen scheinen aber nicht zu wirken. Die Fans werden ungeduldig. „Wenn Gareth Bale morgen schon gehen kann, umso besser“, sagte der Franzose zu Beginn der Vorbereitung. Selbst das ist bisher nicht gelungen.

Ein Wechsel von Bale nach China ging schief, also ist der einst teuerste Fußballer der Welt mit seinen mehr als 15 Millionen Euro Jahresgehalt weiter ein Königlicher. Auch James Rodriguez fremdelt in seiner neuen und alten Heimat. Jetzt setzt Zidane notgedrungen wieder auf die beiden. Real will unbedingt noch einen Superstar verpflichten. Neymar oder Paul Pogba sind die heißesten Kandidaten. Dafür wäre es eigentlich notwendig, dass zumindest Bale geht.

Transfers für mehr als 1,3 Milliarden Euro – eigener Rekord geknackt

Denn ein Titel ist für die Real Fans absolutes Muss. Doch die Primera Division war mit Transferausgaben zwischen 1.3 und 1.5 Milliarden Euro sehr spendabel und knackte den eigenen Transferrekord ziemlich lässig.

Dabei hat vor allem der Erzrivale FC Barcelona gut und sinnvoll investiert. Keine größeren Abgänge, aber dafür mit Weltmeister Antoine Griezmann (120 Millionen Euro) und Ajax-Juwel Frenkie de Jong (75 Millionen Euro) gut verstärkt, geht der Meister in die neue Saison.

Atlético, der große Stadtrivale, verlor zwar Griezmann, sicherte sich dafür aber die Dienste von João Félix, der bis zum Start der Saison mit 126 Millionen Euro teuerster Transfer des Sommers in der Liga war. Sechs Siege in sechs Tests sprechen dafür, dass der Verlust von Griezmann gut kompensiert wurde.

Doch vielleicht überrascht Real Madrid ja alle Beobachter. Der FC Barcelona legte jedenfalls einen Fehlstart im Eröffnungsspiel hin und verlor das Auftaktmatch in Bilbao mit 1:0 durch einen späten Fallrückzieher. Und sollte Real wider Erwarten doch die Liga in der Spielzeit 2019/20 dominieren, dann wäre Zidane endgültig unsterblich in Madrid.

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