SC FREIBURG – VEREINSPROFIL UND TEAMSTATISTIKEN



VEREINSPROFIL - SC FREIBURG

Der Sport-Club Freiburg e. V. (kurz: SC Freiburg, Sport-Club oder SCF) ist ein Fußballverein aus Freiburg im Breisgau. Er wurde am 30. Mai 1904 gegründet und spielt seit der Saison 2016/2017 wieder in der Fußball-Bundesliga.

In der Ewigen Bundesliga-Tabelle belegt der Verein den 22. Platz. Das Wappen des Sport-Club  enthält auf der linken Seite einen Greifenkopf und auf der rechten Hälfte das Kürzel SCF. Im Juli 2019 zählt der Verein 20.000 Mitglieder und ist damit der größte Verein in Baden.

Der SC Freiburg geht in seiner heutigen Form aus Fusionen hervor. Die ältesten Vorgängervereine des SC waren der im März 1904 gegründete Freiburger FV 04 sowie der 2 Monate jüngere FC Schwalbe Freiburg. Am 3. März 1912 fusionierten der mittlerweile zu SV 04 umbenannte FV 04 und der erst zu FC Mars, dann zu FC Union umbenannte FC Schwalbe erstmals zum SC Freiburg. Am 13. Dezember 1919 schloss sich der Verein der Freiburger Turnerschaft von 1844 (früher: Freiburger TV 1844) an. Im Zuge des Streits zwischen Turn- und Sportverbänden traten die Fußballer 1924 wieder aus, um wieder den SC Freiburg zu bilden. In der reichsweiten Neuordnung des organisierten Sports wurden die beiden Vereine erneut zusammengeschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entsteht als erster Nachfolgeverein der Turnerschaft der VfL Freiburg, der 1949 den alten Namen zurück erhält. 1952 treten die Fußballer erneut aus dem Gesamtverein aus und bilden den heute bestehenden SC Freiburg. Der Verein trägt seine Heimspiele seit 1954 im Schwarzwaldstadion (24.000 Plätze) aus. Es ist seit 1970 insgesamt 5-mal (zuletzt 2004) umgebaut und mehrfach umbenannt worden. Die Tage der schmucken Arena an der Dreisam sind jedoch gezählt. Am 1. Februar 2015 stimmen die Bürger von Freiburg in einem Entscheid mit 58,2 Prozent für den Stadionneubau im Wolfswinkel im Stadtteil Brühl. Im November 2018 beginnen die Bauarbeiten für die neue Heimstatt mit dem Arbeitstitel ,,SC-Stadion“. Es soll 34.700 Plätze umfassen und 2020 – entweder zur Rückrunde der Saison 2019/20 oder mit dem Beginn der Saison 2020/21 – die neue Heimat des SC Freiburg werden. Die Kosten sollen 76 Millionen Euro betragen.

GOOD TO KNOW

Dramatik pur am 3. Oktober 1998: Gegen den Hamburger SV und Torhüter Hans-Jörg Butt hält Freiburgs Keeper und Ex-HSV-Schlussmann Richard ,,Richie" Golz in der Nachspielzeit beim Stand von 0:0 einen Elfmeter
Dramatik pur am 3. Oktober 1998: Gegen den Hamburger SV und Torhüter Hans-Jörg Butt hält Freiburgs Keeper und Ex-HSV-Schlussmann Richard ,,Richie" Golz in der Nachspielzeit beim Stand von 0:0 einen Elfmeter. Foto: Imago Images / Heuberger

,,Studenten-Truppe“, ,,Breisgau-Brasilianer“, ,,Finkes bunte Vögel“ – das sind nur einige Spitznamen des SC Freiburg. 

Die Breisgauer, bei denen u. a. Uwe Spies und Andreas Zeyer an der Universität eingeschrieben sind, werden schon vor dem Anpfiff ihres allerersten Bundesliga-Spiels am 7. August 1993 beim FC Bayern München (1:3) als ,,der etwas andere Verein“ wahrgenommen.

Das Publikum in der Universitätsstadt im äußersten Südwesten Deutschlands ist anders als in den ,,etablierten“ Standorten. Es sind Studenten, Grüne, Intellektuelle, Winzer, Arbeiter und – auch das ist Anfang der 1990er-Jahre noch neu, viele Frauen, die zu den Spielen im idyllisch gelegenen Schwarzwaldstadion direkt an der Dreisam pilgern. Das ,,schöne Spiel“ ist ihnen mitunter wichtiger als 3 Punkte. Die Verbissenheit, die in anderen Stadien zu spüren ist, gibt es hier nicht. ,,In Freiburg“, sagt der 1991 von Berlin in die Breisgau-Metropole zurückgekehrte Kabarettist Matthias Deutschmann 2014 in einer Dokumentation des SWR, ,,ist Fußball keine Ersatzreligion wie auf Schalke, sondern allenfalls eine Weltanschauung zum Wochenende, wir haben nicht diese Härten, wie sie in Berlin, in Gelsenkirchen oder in Dortmund auftreten.“

Ein anderer, ein ,,linker Fußball“ also für die Bundesliga? Innovativ spielen die ,,Breisgau-Brasilianer“ in jedem Fall. Mit ihrem unter Trainer Volker Finke gepflegten Kurzpass-Spiel sind sie ihrer Zeit voraus. ,,Wir waren die ersten, die das so in Deutschland praktiziert haben“, räumt Volker Finke Jahre später ein, ,,und ich erinnere mich an ein Interview eines Spielers von Bayern München, der nach dem Spiel gegen uns sagte: Ich hatte immer das Gefühl, als hätten die einen Mann mehr auf dem Feld.“ Dass die Spieler mit dem Fahrrad zum Training kommen oder dass man, statt zu fliegen, mit dem ICE zu Auswärtsspielen fährt, kommt bei den Medien, den Intellektuellen und dem ,,linken Spektrum“ gut an. ,,Freiburg“, so sinniert der legendäre Rhetorik-Professor Walter Jens (1923 – 2013), ,,ist die einzige Mannschaft für mich, die Witz und Esprit hat und nicht den dumpfen Ernst muskelbepackter Kicker verfügt.“ Freiburg ist Kult. Der Pfälzer Fußball-Autor Günter Rohrbacher-List dazu zu Ligalive.net: ,,Von außen gesehen ist aus meiner Sicht der SC Freiburg sehr viel mehr Kultklub als beispielsweise Mainz 05. Das liegt auch an den Freiburger Verhältnissen, wo jahrzehntelang der FFC die erste Geige spielte.“

Was nur wenige wissen (5 Freiburger Katastrophen und 5 Sport-Club-Triumphe)

Für die Freiburg-Hater

  1. Die höchste Bundesliga-Niederlage des SC Freiburg: 0:7 verlieren die Breisgauer in der Saison 2011/2012 beim FC Bayern München. Freiburg-Schreck Mario Gomez trägt sich auf Münchner Seite allein 4-mal in die Torschützenliste ein. Der später für Freiburg stürmende Nils Petersen erzielt das 7:0 für den FC Bayern. Im DFB-Pokal muss Freiburg am 2. März 2005 im Viertelfinale ebenfalls eine 0:7-Niederlage gegen den deutschen Rekord-Cupsieger aus München hinnehmen, dieses Mal vor heimischer Kulisse. Wieder gelingen mit Claudio Pizarro einem Bayern-Spieler 4 Treffer.
  2. Das verpasste Pokalfinale: Im Jahr 2013 hat der SC Freiburg die vielleicht größte Chance auf ein nationales Finale und damit auch auf einen großen Titel. Im schwäbisch-badischen Duell verliert die Mannschaft von Trainer Christian Streich das Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart mit 1:2. Der große Nachbar aus Stuttgart fährt nach Berlin.
  3. Die schlechteste Mannschaft der Drei-Punkte-Ära: Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung im Weltfußball zur Saison 1995/96 hat kein Team in der Bundesliga schlechter abgeschnitten als der SC Freiburg in der Saison 2004/2005. Die Truppe mit Spielern aus 15 Ländern scheint irgendwie nicht so richtig zusammen zu finden und stürmt mit konsequentem Freiburger Offensivfußball im 4-3-3 in Richtung 2. Liga. Zwischen dem 10. und dem 17. Spieltag setzt es für den Sport-Club 7 Niederlagen in Serie. Das 1:0 gegen den VfL Wolfsburg im Januar 2005 ist einer von nur 2 Heimsiegen im Schwarzwaldstadion. Ab dem 12. Spieltag liegt Freiburg konstant auf einem Abstiegsplatz und am Saisonende sind es 18 Zähler Rückstand (!) auf Platz 15. Die schlechtesten Absteiger der Drei-Punkte-Ära finden Sie hier.
  4. 2-mal ,,Blech“: Die Jahre 2005 bis 2008 sind in Freiburg geprägt von Zweitliga-Tristesse. Zum ersten Mal, seit der SC 1993 in die Bundesliga gekommen ist, gelingt in dieser Phase – anders als 1998 in Wattenscheid und 2003 in Burghausen – nicht der direkte Wiederaufstieg. 2-mal in Folge wird Freiburg 2006 und 2007 ,,nur“ Vierter. Diese Platzierungen leiten auch das ,,Aus“ für Trainerlegende Volker Finke ein.
  5. Gescheitert in Domzale: Im slowenischen Domzale muss man, um einen badischen Wort-Witz zu nutzen, nicht für den ,,Dom zahle“ – aber eigentlich müsste der SC Freiburg seinen mitgereisten Anhängern und den TV-Zuschauern der Live-Übertragung Schmerzensgeld für diese Leistung bei NK Domzale geben. 0:2 nach 1:0 im Freiburger Hinspiel im Europa-League-Playoff 2017, das ist eine echte Blamage!

Die aus Sicht aller Freiburg-Gegner und Hater bemerkenswerteste und erfreulichste Spielzeit in der Bundesliga ist das Jahr 2004/2005. Nie wirkt das ,,Modell Freiburg“ abgenutzter und uninspirierter als in dieser Saison.

Schlechteste Platzierung in der Abschluss-Tabelle:
2004/2005 belegt der SC Freiburg Platz 18 in der Bundesliga-Tabelle. Es ist das einzige Mal, dass man als Tabellenletzter absteigen muss.

Wenigste Punkte:
18 Zähler sammeln ,,Finkes bunte Vögel“ in der Saison 2004/2005. Ein Negativ-Rekord der Drei-Punkte-Ära, der bis heute besteht, auch wenn sich der 1. FC Nürnberg 2018/2019 mit 19 Punkten nach Kräften bemüht hat, diese Zahl zu unterbieten…

Meiste Gegentore:
Die Freiburger müssen 2004/2005 mit insgesamt 75 Gegentoren den Titel ,,Schießbude der Liga“ akzeptieren, den Titel ,,Ärmster Hund der Liga“ teilen sich die beiden SCF-Keeper Richard Golz und Timo Reus.

Schlechteste Tordifferenz:
2004/2005 bedeutet ein Torverhältnis von Minus 45 das mieseste Ergebnis für den SC Freiburg in der Bundesliga.

Wenigste erzielten Siege:
3 mickrige Siege können die ,,Breisgau-Brasilianer“, die 2004/2005 gar nicht mehr brasilianisch daherkommen, einfahren. In gegnerischen Stadien gelingt nur ein einziger ,,Dreier“: 1:0 am 2. Spieltag beim VfL Wolfsburg!

Meisten Niederlagen:
2004/2005 – Das Zahlenwerk gewordene Grauen für den SC Freiburg. Die Mannschaft kassiert die klubinterne Rekord-Anzahl von 22 Pleiten.

Schlechteste Heimbilanz:
,,Zeigt Charakter“, so fordern die frustrierten Fans im Schwarzwaldstadion einmal auf einem Spruchband – doch trotz dieses Appells reicht es nur zu 2 Heim-Erfolgen, gegen den VfL Wolfsburg (1:0) und gegen den VfB Stuttgart (2:0).

Schlechteste Auswärtsbilanz:
6 Punkte in gegnerischen Stadien sind für den SC Freiburg 2004/2005 die schlechteste Ausbeute seiner Bundesliga-Historie.

Für die Freiburg-Lover

  1. Die legendären Siege gegen die Bayern: Die Spiele gegen den FC Bayern München stellen schon allein wegen der ewig jungen Konstellation ,,David gegen Goliath“ – die Großkopferten aus München gegen die Sparsamen aus Freiburg – vom Start weg ein Highlight in der Bundesliga-Geschichte des SC Freiburg dar. Die Heim-Premiere gegen die großen Bayern gewinnen die Breisgauer am 27. November 1993 sensationell mit 3:1. Der badische Stürmer Uwe Wassmer, 1988/89 auf Schalke durchgefallen, erzielt alle 3 Tore für den SC. Am 24. August 1994 versetzt Freiburg ganz Fußball-Deutschland in Erstaunen. Mit 5:1, in Worten: Fünf zu Eins, schießen sie das Star-Ensemble von Trainer-Maestro Giovanni Trapattoni aus dem Dreisamstadion. ,,Wir haben die Bayern an diesem Tag, man mag es kaum aussprechen, an die Wand gespielt“, erinnert sich SC-Legende Jens Todt 2014 an diese ,,Sternstunde für Freiburgs Fußball“ (RAN SAT1-Fußball – Das Bundesligabuch).
  2. ,,Über Freiburg lacht die Sonne… über Nürnberg die ganze Welt“: ,,Wenn man es realistisch einschätzt, müsste schon ein größeres Wunder geschehen, wenn man vom Klassenerhalt reden will“, sagt Volker Finke mit norddeutschem Understatement nach dem 0:1 der Freiburger gegen den Abstiegs-Konkurrenten Dynamo Dresden am 31. Spieltag der Saison 1993/94. Dieses ,,größere Wunder“ tritt tatsächlich ein. Ein fulminantes 4:0 beim großen Nachbarn VfB Stuttgart und ein 1:0 gegen den VfB Leipzig  am 33. Spieltag halten den SCF im Spiel. Dann kommt Duisburg. Mit 2:0 gewinnen die Breisgauer beim MSV und erhalten zudem Schützenhilfe aus dem Pott. Der BVB schießt sich mit 4:1 gegen Freiburgs Konkurrenten 1. FC Nürnberg in den UEFA-Cup und sorgt in der Wedau, wo 8.000 Freiburger angereist sind, für unglaubliche Jubelszenen, der Klassenerhalt ist perfekt. ,,Über Freiburg lacht die Sonne, über Nürnberg die ganze Welt“, entrollt ein Fan auf der Tartanbahn in Duisburg ein Transparent, das er zuvor wohl unter dem ,,Prinzip Papierkorb“ gebastelt hat…
  3. Freiburg legt eine Schneeschippe drauf: In der Saison 2017/2018 liefert der SC Freiburg die größte Aufholjagd seiner Liga-Geschichte. Starker Schneefall lassen die Partie beim 1. FC Köln am 10. Dezember 2017 mit reichlich Verspätung beginnen. Die Kölner scheinen besser aufgewärmt zu sein und führen zur Pause mit 3:1. Dann aber legt der SC Freiburg eine Schneeschippe drauf und gewinnt in der Nachspielzeit durch ein Tor von Nils Petersen noch mit 4:3. Zu viel für die Kölner Fans: Sie gehen im RheinEnergie-Stadion auf die Barrikaden. Der FC wird sich von diesem K.o.-Schlag nicht mehr erholen – und steigt am Saisonende ab.
  4. 2:1 gegen Lautern – Ersatzkeeper Schjönberg hält den SC nicht auf: Am vorletzten Spieltag der Saison 1999/2000 braucht der SC Freiburg einen Sieg, um sich vorzeitig vor dem Abstieg zu retten. Das letzte Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern wird zur Geduldprobe. 1:0 führt der FCK durch Jörgen Pettersson, Adel Sellimi gleicht aus. Dann melden sich die beiden Lauterer Keeper Georg Koch (Rücken) und Uwe Gospodarek (Adduktoren) verletzt ab. Feldspieler Michael Schjönberg (33) muss in der 2. Halbzeit ins Tor. Das für Freiburg rettende Tor zum 2:1 von Levan Kobiashvili kann der Däne nicht verhindern, aber in der 84. Minute hält er als erster Feldspieler im Tor eines Bundesligisten einen Foulelfmeter. Alexander Iashvili verschießt den 6. von 11 Freiburger Strafstößen in dieser Saison. Am Ende egal: Die Breisgauer bleiben drin.
  5. Aus der Reihe ,,Mach’s nochmal“… nageln die Freiburger am 9. März 1996 den FC Bayern München noch einmal an die Wand. 3:1 bei winterlichen Temperaturen, doch den SCF-Fans wird warm ums Herz.  2 der 3 Treffer erzielt ein Stürmer, der anfangs in Freiburg mit seiner unkonventionellen Art richtig reinpasst: Harry Decheiver. ,,Ich hatte mit Co-Trainer Achim Sarstedt um 50 Mark gewettet, dass ich ein Tor schieße“, erzählt der Holländer anschließend bei SAT 1, ,,am Ende waren es 2.“

MVP – Diese 5 Spieler und Trainer prägen den SC Freiburg

  1. Volker Finke: Er erfand den SC Freiburg. Wer weiß, wie die Geschichte des SC ohne das Trainer-Engagement von Volker Finke verlaufen wäre? Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anders als ohne den Fußball-Querdenker aus Nienburg an der Weser, den es 1991 nach Unstimmigkeiten mit dem Präsidium des TSV Havelse und Ablehnung durch Hannover 96 als Coach in den wilden Süden verschlägt. Dort baut Finke sein Lebenswerk. Mit Akribie, ganz viel Menschenkenntnis und dem untrüglichen Gespür für Talente bringt der Coach, der mit seinem Assistenten Achim Sarstedt im Schwarzwaldstadion sogar einen eigenen Strandkorb hat, den Sport-Club 1993 in die Bundesliga. Die Krönung: 1995 führt Finke seine bunten Vögel auf Rang 3 in der Bundesliga und damit nach Europa. Auch 2001 gelingt der Sprung in den UEFA-Pokal. Als Verbandscoach betreut der mehrsprachige Finke bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien die ,,unbezähmbaren Löwen“ aus Kamerun.
  2. Achim Stocker (1935 – 2009): Der Präsident schaut Videotext. Kein anderer Präsident hat das Amt in Freiburg so geprägt wie Achim Stocker. Ein Beamter, ein Regierungsdirektor bei der Oberfinanzdirektion in Freiburg mit einer riesigen Begeisterung für den Fußball, der den Vorstand-Sitz 1972 übernimmt – und angesichts von finanziellen Turbulenzen einmal sogar mit einer Hypothek auf sein eigenes Haus bürgt. Der Zahlenmensch Stocker und der ,,linke“ Fußballlehrer Volker Finke, das ist ab 1991 über eineinhalb Jahrzehnte ein Erfolgsgespann in Fußball-Deutschland. Finke hilft auf der Geschäftsstelle mit aus, Stocker darf sonntags bei der Video-Analyse dabei sein. Der rührige Achim Stocker führt den SC Freiburg 1978 in die 2. Bundesliga, dann mit Finke als Coach 1993 in die Bundesliga und 2 Jahre später in den UEFA-Pokal. Für den herzkranken Präsidenten ist der Besuch im Dreisam- später Schwarzwaldstadion mit den Jahren zu anstrengend. Stocker bleibt zu Hause und schaut sich die Spiele seines SCF im Videotext an. Der Präsident und ,,Macher“ des SC Freiburg verstirbt am 1. November 2009 – an einem Bundesliga-Samstag mit seinem Verein. Und nach dem Schlusspfiff.
  3. Joachim Löw: Der Weltmeister-Trainer aus Freiburg. Weltmeister-Karrieren beginnen nicht in Freiburg? Aber sicher doch! Joachim ,,Jogi“ Löw ist bis heute der am meisten eingeblendete Tribünengast in Freiburg. Als Spieler hat sich der Stürmer aus Schönau im Schwarzwald in 2 Karriere-Abschnitten um den SC Freiburg verdient gemacht und ist heute einer der Ehrenspielführer des Vereins. Löw erzielt 63 Tore in 181 Zweitliga-Spielen für den Sport-Club. 1983/84 gelingen ihm 17 Saisontore in 31 Spielen. Das ist Löws beste Saison als Spieler. Mit dem ,,magischen Dreieck“ beim VfB Stuttgart liefert Löw später 1996/97 ein sensationelles Bundesliga-Debüt als Trainer und holt mit den Schwaben im gleichen Jahr den DFB-Pokal. Nach Stationen als Coach in der Schweiz, Österreich und der Türkei bringt Jürgen Klinsmann Löw 2004 als Co-Trainer mit zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der Rest ist bekannt: WM-Dritter 2006 im eigenen Land, Vize-Europameister 2008 in Wien und Weltmeister 2014 in Brasilien. Wie war das nochmal mit den Weltkarrieren aus Freiburg…?
  4. Christian Streich: Er machte Freiburg zu Kult. Winter 2011/2012. Der SC Freiburg am Boden. Erstmals in der Bundesliga-Geschichte des Vereins wird mit Marcus Sorg ein Trainer entlassen. Seine Bilanz ist mit 13 Punkten aus 17 Spielen miserabel. Freiburg droht als Tabellenletzter mit bereits 5 Zählern Rückstand auf den 15. Rang der Abstieg. Der SC reagiert und holt mit dem bisherigen Jugendtrainer Christian Streich genau den richtigen Mann. ,,Er hat etwas von Heidegger“, vergleicht der Kabarettist Matthias Deutschmann den neuen SC-Coach mit dem berühmten Freiburger Philosophen Martin Heidegger (1889 – 1976 / ,,Sein und Zeit“). Manchmal verschroben, manchmal geistreich, fast immer pointiert, werden Streichs Auftritte bei den Pressekonferenzen zum Klick-Hit. Die Badische Zeitung widmet dem damals 46-Jährigen vom Start weg eine eigene Video-Rubrik (,,Streich der Woche“). Und der Streich haut einen Kult-Spruch nach dem anderen raus. ,,Der eine holt Kraft im Gebet, der andere aus der Badewanne“, ,,Niederlagen helfen nicht, nein“ oder ,,Ich soll eine Kampfansage an Bayern München machen? Na gut. Passt auf, wenn wir kommen, da brennt der Baum! Zieht Euch warm an! Am besten 3 Lederhosen drüberziehen!“, ach was, suchen Sie sich ihren Lieblings-Streich einfach selbst raus! Der schrullig-liebenswerte Coach führt den SC Freiburg aus dem Tabellenkeller und mit 27 Punkten in der Rückrunde auf Platz 12. ,,Manchmal ist es zu viel“, beschreibt Streich im Sommer 2012 in einem Kicker-Spezial den Hype um seine Person, ,,man droht, zu einem Produkt zu werden. Es besteht die Gefahr, dass die Leute in einem Jahr sagen: Ich kann den Streich nicht mehr sehen.“ Diese Gefahr besteht nicht. Ein Jahr später führt Streich den Sport-Club auf Rang 5 in die Europa League…
  5. Jens Todt: Freiburgs erster Nationalspieler. Der stille Defensiv-Allrounder kommt 1991 mit seinem damaligen Coach Volker Finke vom niedersächsischen Zweitliga-Absteiger TSV Havelse nach Freiburg. Am 12. Oktober 1994, auf dem Höhepunkt der Freiburger Euphorie in der erfolgreichen Saison 1994/95, beruft Bundestrainer Berti Vogts ihn gegen Ungarn zum ersten Mal in die deutsche Nationalmannschaft. Todt wird damit zum ersten deutschen Nationalspieler in der Geschichte des SC Freiburg. Angesichts zahlreicher Sperren und Verletzungen nominiert ihn Vogts bei der EURO 1996 in England nach, Jens Todt darf sich somit ohne Einsatz Europameister nennen.

Persona Non Grata: Diese 3 Typen stehen in Freiburg auf der Streich-Liste

  1. Gertjan Verbeek: Kollegial-unkollegial. Der Niederländer, der bei jedem Catweazle-Doppelgänger-Wettbewerb eine echte Siegchance hätte, verkracht sich 2013/2014 in Diensten des 1. FC Nürnberg mit Freiburg-Unikum Christian Streich. ,,Das habe ich noch nie mitgemacht“, sagt Verbeek nach dem 2:3 im Abstiegsduell in Freiburg dem Pay-TV-Sender Sky – und boykottiert anschließend die Pressekonferenz. Verbeek bringt vor allem Streichs Verhalten am Spielfeldrand in Rage. ,,Ich will mich nicht neben meinen Kollegen setzen. Das ist für mich kein Kollege“, begründet er sein Fernbleiben von der PK, ,,wie ein Verrückter hat er agiert, bei jedem Mal, wenn etwas passiert ist.“ Eine Entschuldigung Streichs würde er nicht akzeptieren, erklärt Verbeek weiter. Offenbar hat er diese Sichtweise exklusiv. ,,Unglaublich, so eine Unterstellung. Das ist Wahnsinn, so etwas zu sagen“, sagt Streich mit gewisser Fassungslosigkeit, ,,das ist mir völlig unerklärlich. Ich bin emotional – aber null gegen ihn.“
  2. Wladimir But: Flucht vor den Schulterklopfern. Es geht alles zu schnell für den technisch hoch beschlagenen Mittelfeldspieler aus Russland, der mit 19 in Diensten von Borussia Dortmund Champions-League-Sieger (1997) und 2000 zum SC Freiburg abgeschoben wird. ,,Du bist das größte Talent, mit dem ich je gearbeitet habe“ soll BVB-Coach Nevio Scala dem Russen zugeflüstert haben. In Freiburg versucht Butt einen Neuanfang. Er gilt als Lebemann, aber Volker Finke schafft es im ersten Jahr (2000/2001), ihn wieder auf Kurs zu bringen. 12 Tor-Beteiligungen in 24 Spielen sind Buts beste Leistung in einer einzelnen Saison in der Bundesliga. Doch der Russe, dem aus Dortmunder Zeiten der Ruf eines Quertreibers vorauseilt, verzettelt sich auch im beschaulichen Freiburg. 2003 wird sein Vertrag nicht mehr verlängert, Butt landet in der Vereinslosigkeit, scheitert mit Comebackversuch in Hannover und strandet schließlich 2010 bei OFI Kreta. ,,Es ist nie gut für die persönliche Entwicklung, in so jungen Jahren aus dem gewohnten Umfeld herausgerissen zu werden“, sagt Freiburgs Trainerlegende Volker Finke über ihn, ,,und die vielen Schulterklopfer, die dir die ganze Zeit sagen, wie toll du bist, tun ihr Übriges.“
  3. Jens Lehmann: Ein fieser Tritt. Der Nationaltorhüter leistet sich beim Gastspiel mit Borussia Dortmund in der BVB-Meistersaison 2001/2002 (5:1) einen unfassbaren Aussetzer. Er tritt beim Stand von 1:1 gegen den Freiburger Soumaila Coulibaly übel nach, als der Profi aus Mali am Boden liegt. Zur Pause verabschieden ihn die Freiburger Fans mit ,,Lehmann, du Arschloch“-Rufen in die Kabine. Der Keeper wird vom DFB nachträglich für 4 Liga-Spiele gesperrt. Dass Lehmann zu Karriere-Ausklang mit dem Erzrivalen VfB Stuttgart wieder nach Freiburg kommt, macht die Dinge nicht besser…
Für Christian Streich und den SC Freiburg gab es nach dem Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart am 17. April 2013 nur Wasser... Hinten: VfB-Coach Bruno Labbadia.
Für Christian Streich und den SC Freiburg gab es nach dem Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart am 17. April 2013 nur Wasser... Hinten: VfB-Coach Bruno Labbadia. Foto: Imago Images

GRÖßTE ERFOLGE, GRÖßTE NIEDERLAGEN

Eine Legende der Bundesliga: Der SC Freiburg und Harry Decheiver schlagen den FC Bayern München 1995 mit 3:1. Foto: Imago Images.

Der größte Erfolg gelingt dem SC Freiburg in der Saison 2012/2013 unter Trainer Christian Streich. Auf Rang 5 in der Bundesliga erreichen die Breisgauer bei ihrer 3. Europacup-Teilnahme nach 1995 und 2001 erstmals eine Gruppenphase in einem europäischen Wettbewerb.

Mit 6 Punkten und nur einem Sieg gegen Slovan Bratislava (2:1) muss sich Freiburg am Ende des Kalenderjahres 2013 allerdings mit Platz 3 und dem ,,Aus“ in der Gruppenphase hinter den Slowaken aus Bratislava und dem späteren Sieger FC Sevilla begnügen.

In der Bundesliga gelingt den Freiburgern mit dem 5:1 gegen den FC Bayern München am 2. Spieltag der Saison 1994/95 einer der höchsten Erfolge ihrer Bundesliga-Zugehörigkeit. Am Ende dieser Spielzeit stehen Rang 3 und die erste Teilnahme am UEFA-Pokal.

Die größten fußballerischen Peinlichkeiten leistet sich der SC Freiburg ebenfalls gegen den Branchenriesen aus München: 2-mal 0:7 im DFB-Pokal (2005) und in der Bundesliga (2011), höher hat der Sport-Club gegen keinen anderen Verein verloren.

Freiburg gegen Bayern, das geht nicht immer gut..
Freiburg gegen Bayern, das geht nicht immer gut... Foto: Imago Images / Heuberger

OMG - OH MY GOD!

SC Freiburg gegen FC Bayern München 2:1 (2015): Christian Streich (linker Bildrand) rennt... und fällt...
SC Freiburg gegen FC Bayern München 2:1 (2015): Christian Streich (linker Bildrand) rennt... und fällt... Foto: Imago Images

Misstöne in der Bundesliga-Idylle…

Bei aller mystischen, malerischen Gestaltung des Gesamt-Kunstwerks SC Freiburg kommt der Klub nicht umhin, die berühmt-berüchtigten ,,Mechanismen des Geschäfts“ anzuerkennen. Ob er will oder nicht, aber: Wer verliert schon gern die Unschuld? Wenn wir schon bei den Breisgau-Philosophen sind: Für einen legendären Freiburger Spieler gilt die Weisheit ,,Wenn man nur weit genug reist, trifft man irgendwann sich selbst“… 

  1. Verträgt Freiburg keine Stars? Im 4. Jahr in der Bundesliga ist 1996/97 beim SC Freiburg nichts mehr so wie es mal war. Mit den beiden Ex-Münchnern Dieter Frey und Michael Sternkopf, dem früheren, von Manchester City geholten Gladbacher Michael Frontzeck und Stephan Marasek von Rapid Wien hat man erstmals ,,richtige“ Stars geholt. Das geht schief. ,,Finke hatte Pech mit seinen Neuzugängen“, bilanziert der Kicker nach Saisonende in Finale 1996/97, ,,zudem schaffte er es nicht, das Potenzial aller Spieler zu bündeln. Statt wie früher die Mannschaft als höchsten Wert darzustellen, bekamen einige Spieler Sonderrechte. Diese wollten dann andere auch und so kam es zum Bruch der Philosophie.“ Dass die Bundesliga-Kuckucksuhren in Freiburg nicht anders gehen als anderswo, zeigt sich erstmals im Herbst 1996. Nach schwachem Saisonstart und nur einem Sieg aus 6 Spielen machen die Finke-Gegner mobil. Nach einem weiteren verlorenen Heimspiel muss Volker Finke unter Polizeischutz und in einem schweren Mercedes aus dem Stadion gebracht werden. Draußen fliegen die Bierbecher und die Feuerzeuge, es gibt hässliche Jagdszenen – Freiburg goes wild!
  2. Richard Golz hält gegen sich selbst. Freiburg, 3.Oktober 1998. Im Bundesliga-Heimspiel des SCF gegen den Hamburger SV läuft bereits die Nachspielzeit. Beim Stand von 0:0 wird ein Elfmeter für die Hamburger verhängt. Der Strafstoß wird zum entscheidenden Moment für den vom HSV nach Freiburg gewechselten Torhüter Richard Golz, damals 30. Zum Elfer tritt der Mann an, der ihn in Hamburg nach 11 Profi-Jahren aus dem Tor verdrängt und aus der Hansestadt verjagt hat: Hans-Jörg Butt. ,,Richie“ hält den Elfmeter seines früheren Konkurrenten – und löst im Dreisamstadion einen Jubel wie nach einem Siegtreffer aus.
  3. Das irrste Gerücht: Streich als Bayern-Trainer. März 2018. Ganz Deutschland sucht den neuen Bayern-Trainer. Der amtierende Coach ,,Don“ Jupp Heynckes will nicht mehr. Thomas Tuchel will nicht. Hoffenheims Julian Nagelsmann will auch nicht. Niko Kovac von Eintracht Frankfurt will ,,Stand jetzt“ noch nicht. Das heißt aber nicht, dass er gar nicht will. Oder doch? Verdammt kompliziert alles. In diesen, doch recht turbulenten Tagen in Fußball-Deutschland macht plötzlich ein irres Gerücht die Runde: Christian Streich vom SC Freiburg als Bayern-Trainer! Dass die Ausflüge ins Münchner Olympiastadion zu den Heimspielen des FC Bayern für den Badener Highlights seiner Jugendzeit waren, gibt er vor jedem Spiel gegen den Rekordmeister zum besten. Ist ja auch okay, wer erinnert sich nicht daran? Die Gerüchte, wonach er Bayern-Coach werden könnte (wenn er will…), beantwortet der Streich auf seine Weise: ,,Es isch ja so, dass jede Woche ein anderer als Trainer in München gehandelt wird. Zuerschd war’s der Thomas Tuchels (!), dann der Julian Nagelsmann, dann der Niko Kovac, I wär fast beleidigt gewesen, wenn bei den vielen Namen ich nicht irgendwann auch aufgetaucht wäre. Aber: Da sind genug Leute, die dort Trainer werden können. Ich bin in Freiburg Trainer, fertig.“
  4. Fusion? Nein, danke! Zwischen 1978 und 1982 verfügt die Universitätsstadt Freiburg über einen echten Luxus: 2 Klubs in der 2. Bundesliga. Nur: Keiner merkt es so richtig. Es sind der Neuling SC Freiburg und der etablierte Freiburger FC, Deutscher Meister von 1907, die die Zuschauer aber nicht locken können. ,,2 Zweitligisten sind für die Stadt einer zu viel“, meint SWR-Kommentator Hans-Reinhard Scheu. Der FFC steckt nach dem plötzlichen Tod von Mäzen Rolf Jankovsky in finanziellen Schwierigkeiten. Die Lizenz für die 2. Liga erhält man 1980/81 schon unter strengen Auflagen. In dieser Phase entsteht der Gedanke, den Standort Freiburg durch die Fusion beider Klubs zu stärken. Das lehnt SC-Boss Achim Stocker trotz einiger hartnäckiger Verhandlungen mit der FFC-Gegenseite ab. ,,Sein“ Sport-Club müsste beinahe die komplette Identität aufgeben, sogar die Namensrechte dem Stadtrivalen überlassen. Daraus wird nichts. Schon 1982 muss der Freiburger FC aus der 2. Liga absteigen. Nach langem Auf und Ab landet der Verein 2009 in der siebtklassigen Landeskliga Südbaden, Staffel II. Im Januar 2001 erwirbt der SC das Stadions des FFC, das Möslestadion, um dort die Freiburger Fußballschule zur Nachwuchsförderung einzurichten.

Christian Streich zum Thema Transfers: ,,Dem Chiellini sei Schwester, die hätt g'sagt, ich hätte es so gerne gehabt, wenn Bonucci geblieben wäre. Aber der Gott des Geldes isch stärker g'wesen. Der Gott des Geldes!"

SC FREIBURG - FUN FACTS

Raus ohne Applaus: Der SC Freiburg der Saison 2004/2005 war das schlechteste Bundesliga-Team der Drei-Punkte-Ära.
Raus ohne Applaus: Der SC Freiburg der Saison 2004/2005 war das schlechteste Bundesliga-Team der Drei-Punkte-Ära. Foto: Imago Images / Heuberger

Der SC Freiburg ist der ,,etwas andere Bundesligaklub“, das wissen alle. Weniger bekannt sind diese 10 Fakten über die Breisgauer.

Der Rekord-Finke. 16 Dienstjahre beim SC Freiburg von 1991 bis 2007 machen Volker Finke zum Trainer-Rekordhalter des deutschen Fußballs. 2006 überholt Finke den Essener Coach Otto Rehhagel, der von 1981 bis 1995 insgesamt 14 Jahre, 2 Monate und 30 Tage für den SV Werder Bremen gearbeitet hat.

Das Patenkind von Fritz Walter. Fritz Keller, Präsident des SC Freiburg und Winzer aus dem Badischen, ist auf besondere Weise mit dem deutschen Fußballidol Fritz Walter (1920 – 2002) verbunden. Er ist das Patenkind des ,,alten Fritz“, der zusammen mit anderen Helden von Bern gern in Kellers Restaurant Schwarzer Adler in Oberbergen am Kaiserstuhl absteigt. Die Krönung von Kellers Funktionärs-Laufbahn: Im September 2019 wird er der 13. Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.

In der Freiburg-Falle. Spiele gegen den hoffnungslos abgeschlagenen Tabellenletzten SC Freiburg sind 2004/2005 sozusagen das ,,Streich-Ergebnis“ für die 17 Gegner. Dumm nur, dass der VfL Wolfsburg gleich 2-mal gegen die Breisgauer verliert und sich damit zur Lachnummer macht…

Die ersten TV-Bilder des Sport-Club stammen aus dem Jahr 1976! Das 2:8 im DFB-Pokal beim 1. FC Köln im Müngersdorfer Stadion, Freiburgs höchste Auswärts-Niederlage in diesem Wettbewerb, flimmert als erste Partie des SCF in deutsche Wohnstuben. Als Werbefilm ist das Spiel untauglich. Wolfgang Overath, Hannes Löhr, Jürgen Glowacz und Co. schießen die Breisgauer gnadenlos ab, schon zur Pause steht es 4:1.

Fan-Freundschaft. Zwischen dem idyllischen Freiburg und dem knorrigen Ruhrpott entsteht ein Band der Fußball-Fan-Freundschaft. Borussia Dortmund hilft Freiburg am letzten Spieltag der Saison 1993/94 im Abstiegs-Fernduell gegen den 1. FC Nürnberg. Ein Jahr später wird erneut gejubelt. Freiburg sichert sich beim BVB-Erzrivalen FC Schalke 04 Platz 3 und damit den UEFA-Cup-Platz, Dortmund wird nach 32 Jahren wieder Deutscher Fußballmeister. Man feiert zusammen in der Bierstadt. Auch die ,,Meister-Spiele“ 1996 (3:2) und 2012 (4:0) macht der BVB gegen die Breisgauer und auch das Jubiläumsspiel 100 Jahre BVB am 19. Dezember 2009 steigt gegen den von Robin Dutt betreuten SC (1:0) – bei Minus 20 Grad Außentemperatur!

Torjäger aus Senegal. Papiss Demba Cissé ist einer von vielen namhaften Spielern aus Afrika, die das Trikot des SC Freiburg tragen. Der Stürmer aus dem Senegal erzielt in 65 Bundesliga-Spielen 37 Tore für die Freiburger und ist damit bester afrikanischer Torschütze der Klubgeschichte vor dem Tunesier Adel Sellimi (27 Tore) und Soumaila Coulibaly aus dem Mali (17 Treffer).

Der Rekord-Transfer Die Spieler des SC Freiburg haben immer wieder hohe Ablösesummen eingespielt. Keinen Spieler aber gibt man für mehr Geld ab als Caglar Söyüncü. Der türkische Abwehrspieler wechselt im August 2018 für die Freiburger Rekordsumme von 21,1 Mio. Euro zum englischen Premier-League-Klub Leicester City.

Meister? Nur im ,,Unterhaus“. Der SC Freiburg gehört zu den aktuellen Bundesligisten, die keinen Titel in der höchsten deutschen Spielklasse oder in einem Europapokal-Wettbewerb auf dem Briefkopf haben. Lediglich 4 Zweitliga-Meisterschaften (1993, 2003, 2009, 2016) kann man verbuchen.

Das Tor-Fabrikle. Nie hat der SC Freiburg in einer Pflichtspiel-Saison mehr Tore erzielt als 1992/93. In der Aufstiegs-Saison in der 2. Bundesliga trifft die Mannschaft von Trainer Volker Finke 102-mal. Bester Torschütze ist der Albaner Altin Rraklli mit 16 Treffern aus 37 Zweitliga-Spielen.

Der Rekordspieler. Andreas Zeyer hat mit dem SC Freiburg so ziemlich alles mitgemacht. Von 1989 bis 1997 in Diensten der Freiburger, steigt Zeyer in die Bundesliga auf, stürmt mit dem Team in den UEFA-Cup und wechselt nach dem ersten Abstieg (1997) zum Hamburger SV. 1999 bis 2004 spielt Zeyer noch einmal für Freiburg und kommt auf die Rekord-Zahl von 236 Spielen in der Bundesliga.

TEAM-STATS, INFOGRAFIKEN, EXTERNE QUELLEN

TEAM-STATISTIKEN

Infos umfassen: Alter der Spieler, Einsätze, Gespielte Minuten, Gegentore, Zu Null gespielt, Einwechselungen, Auswechselungen, Gelbe Karten, Rote Karten, Ampelkarten. 

 

EXTERNE QUELLEN

Die legendäre Last-Minute-Rettung: Die Freiburger um Jens Todt (l.) feiern den 2:0-Auswärtserfolg beim MSV Duisburg und den Klassen-Verbleib dank Schützenhilfe vom BVB gegen Abstiegs-Konkurrent 1. FC Nürnberg
Die legendäre Last-Minute-Rettung: Die Freiburger um Jens Todt (l.) feiern den 2:0-Auswärtserfolg beim MSV Duisburg und den Klassen-Verbleib dank Schützenhilfe vom BVB gegen Abstiegs-Konkurrent 1. FC Nürnberg. Foto: Imago Images /Sven Simon

Offizielle Website des SC Freiburg

https://www.scfreiburg.com/

Wikipedia-Eintrag des SC Freiburg

https://de.wikipedia.org/wiki/SC_Freiburg

Fanpage: Unser symbadischer Verein

https://scfreiburgfanseite.de/

AKTUELLES (INKL. SPIELE, STATS ZU TORSCHÜTZEN, FORMÜBERSICHT, HANDICAP, ÜBER/UNTER)

Des isch doch... Genau, das ist Joachim Löw, Ehrenspielführer des SC Freiburg!
Des isch doch... Genau, das ist Joachim Löw, Ehrenspielführer des SC Freiburg! Foto: Imago Images /Pressefoto Baumann