So enteilte Borussia Dortmund dem FC Bayern


In einem unglaublich intensiven Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga hat Borussia Dortmund am 11. Spieltag durch das 3:2 (0:1) gegen den FC Bayern München die Tabellenführung ausgebaut.

Der BVB ist dem FC Bayern vorerst enteilt. Durch das 3:2 liegen die Schwarz-Gelben nun sieben Zähler vor dem Titelverteidiger. Knackpunkt war eine herausragende zweite Halbzeit mit zwei Toren von Marco Reus sowie dem Siegtreffer des eingewechselten Paco Alcácer.

Dem FC Bayern droht nach der dritten Saison-Niederlage der Verlust seiner jahrelangen Vormachtstellung im deutschen Fußball.

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BVB-Kapitän Marco Reus führte sein Team mit 2 Toren gegen den FC Bayern München zum Sieg. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)

Durch das 3:2 vergrößerte der Tabellenführer den Abstand zu den Münchnern auf sieben Punkte. Vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park sorgten am Samstag Marco Reus (49./Foulelfmeter/67.) und Paco Alcácer (71.) für den Sieg der Borussia.

Nach zuletzt sechs Meisterschaften in Serie scheint der Erzrivale Borussia Dortmund auf gutem Weg, dem Rekordmeister den Rang abzulaufen. Zumindest in dieser Saison. Es war genau das Resultat, auf das mit Ausnahme der Bayern-Fans fast ganz Fußball-Deutschland gehofft hatte…

BVB: Reus sieht „ein geiles Spiel“

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Gehen die Bayern im Frühjahr auf große BVB-Jagd? (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Selbst eine zweimalige Führung durch Robert Lewandowski (26./52.) konnte die Schlappe nicht abwenden. Für die Borussia war es dagegen das elfte Punktspiel seit dem Saisonstart in Serie ohne Niederlage. Das war ihr bisher nur in der Saison 2002/2003 gelungen. Damals wurden die Dortmunder am Ende einer wenig spektakulären Serie nur Tabellendritter und sie verspielten die sicher geglaubte Champions-League-Teilnahme.

„Das war geiles Spiel. Es hat riesig Spaß gemacht, auf dem Feld zu stehen“, sagte Doppel-Torschütze Marco Reus nach dem Spiel im Stadion-Talk von Sky-. Und der 29-Jährige fügte hinzu: „Wir haben enorm viel Selbstvertrauen. Es ist immer gut, ein Polster zu haben. Die Bayern sind auf lange Sicht sehr stark. Es ist viel zu früh, über die Meisterschaft zu sprechen.“

Das wäre angesichts der schwachen ersten Halbzeit auch unangebracht. „Wir müssen weiter wachsen, weiter lernen. Wir machen es Step by Step“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc anschließend.

Auch Trainer Lucien Favre (61) wich der Frage nach der Titelchance aus: „Wir müssen viele Sachen korrigieren. Es gibt enorm viel zu verbessern.“

Dortmund-Coach Favre zieht den Super-Joker Alcácer

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Der FC Bayern übernahm von Beginn an die Regie. Gleichwohl erspielte sich der BVB die erste Torchance, als Marco Reus nach einem Fehler von Mats Hummels bei einem Konter in der 10. Minute allein auf Manuel Neuer zulief, aber am Bayern-Keeper scheiterte.

Doch die Strategie der Bayern, auf mehr Ballbesitz zu setzen, erwies sich schon bald als die erfolgreichere. Vor allem über beiden Außenpositionen erhöhten sie den Druck auf die BVB-Defensive. Das wurde schnell belohnt: Nach Flanke von Serge Gnabry war der ehemalige Dortmunder Lewandowski per Kopf zur Stelle und sorgte aus kurzer Distanz mit seinem sechsten Saisontreffer für die Führung der Gäste.

Der Treffer beruhigte die bis dahin hektische und temporeiche Partie. Zwar bemühte sich das Favre-Team nun um mehr Spielanteile, brachte die Münchner Deckung jedoch bis zur Pause nicht mehr in Verlegenheit. Wie schon beim 0:2 vier Tage zuvor bei Atlético Madrid blieb vor allem die BVB-Offensive weit hinter ihren Möglichkeiten. Zudem erwies sich die verwunderliche Personalentscheidung von Favre, Julian Weigl in das defensive Mittelfeld zu beordern, als Fehlgriff. Der ehemalige Münchner Löwe dürfte sich aus der BVB-Stammelf gespielt haben.  6:1-Torschüsse in den ersten 45 Minuten zugunsten der Bayern entsprachen dem Kräfteverhältnis auf dem Rasen. Ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) kurz nach dem Wiederanpfiff nach Foul von Bayern-Torhüter Manuel Neuer an Reus brachte die Borussia urplötzlich zurück ins Spiel. Neuer sprach hinterher von einer fragwürdigen Entscheidung: «Ich ziehe komplett die Hände weg. Natürlich sucht er den Kontakt. Er tritt mir in den Bauch.“

Doch die Freude über den sicher verwandelten Strafstoß von Reus währte nur drei Minuten. BVB-Schreck Lewandowski stellte die alte Führung wieder her, als er eine Flanke von Joshua Kimmich aus kurzer Distanz ins Tor köpfte. Den neuerlichen Rückschlag steckte die Borussia mit erstaunlicher Moral weg. Mit sehenswertem Hochgeschwindigkeitsfußball drehte sie die Partie. Ausgerechnet Reus, der zuvor einige Chancen vergeben hatte, traf mit einem platzierten Schuss zum Ausgleich. Sechs Minuten später schloss Joker Alcácer einen Konter mit seinem achten Saisontreffer ab.

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