Spanien: Kroos und Real Madrid holen Supercup – und ernten Kritik


Sergio Ramos schoss Real Madrid mit dem letzten Elfmeter gegen Atlético Madrid zum spanischen Supercup - in Saudi-Arabien... Foto: Imago Images

Der Wüsten-Irrsinn ist am Sonntagabend doch irgendwann noch mal zu Ende gegangen.

Real Madrid um Nationalspieler Toni Kroos (30) haben gegen Atlético Madrid nach 4:1 imElfmeterschießen (0:0, 0:0) in Dschidda in Saudi-Arabien zum 11. Mal den spanischen Supercup gewonnen.

Die Zuschauer in der saudi-arabischen Küstenstadt werden über 120 Minuten noch mal auf ihre Nervenstärke geprüft.

Im Elfmeterschießen trifft Saul für Atlético nur den Pfosten, Thomas scheitert mit seinem Versuch an Real-Torwart Thibaut Courtois. Den letzten Treffer für Spaniens Fußball-Rekordmeister markiert Kapitän Sergio Ramos. In der Verlängerung fliegt Federico Valverde (115.) nach einer klaren Notbremse gegen Atlético-Stürmer Alvaro Morata vom Platz. Der deutsche Weltmeister Toni Kroos (30) ist zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselt worden. Er ist nach 1103 Minuten für Vinicius aus dem Spiel genommen worden. Soweit das Sportliche.

Real Madrid - Atlético Madrid 4:1 n. E.
Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte: Reals Präsident Florentino Perez (m.) beim spanischen Supercupfinale in Saudi-Arabien... Foto: Imago Images / Luis Rubiales

Der Supercup in der Wüste ist für Spaniens Offizielle nur ein Geschäft

Toni Kroos Supercup Real Madrid
Real Madrids Mittelfeldspieler Toni Kroos (m.) feiert mit Raphael Varane und dem Ex-Frankfurter Luka Jovic beim spanischen Supercup in Saudi-Arabien. Foto: Imago Images / Agencia EFE
Die erste von insgesamt 3 geplanten Ausspielungen des spanischen Supercups im ,,Final 4″-Modus in Saudi-Arabien ist damit zu Ende. Ein bizarres Turnier mit einem ebenso unwirklichen Finale.

Um sich um den sportlich wertlosen Supercup zu duellieren, sind Madrid und Madrid aus Madrid insgesamt 6.600 Kilometer nach Saudi-Arabien geflogen. Ganz im Sinne des Klimaschutzes. Von der angespannten Menschenrechtslage im absolutistischen Königreich Saudi-Arabien ganz zu schweigen.

Will sagen: Kritik am Modus und vor allem am Austragungsort hat es im Vorfeld und bei allen 3 Spielen gegeben.

Ministerpräsident Pedro Sanchez sagt vor Kurzem, dass er ,,keine Meinung zu dem Thema” habe und sowieso mehr Basketballer als Fußballer sei. Juan Castro, Reporter der Sportzeitung Marca, wundert das nicht: ,,So gut wie jede Regierung Spaniens hat schon Geschäfte mit Saudi-Arabien gemacht.” Ob Waffenhandel oder der Bau einer Strecke eines spanischen Hochgeschwindkeits-Zugs: ,,Man will deshalb keinen Streit mit dem Land riskieren, denn der Supercup ist ein weiteres Geschäft”, sagt Castro.

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,,Abgesehen davon, dass Wettbwerbsspiele meiner Meinung nach nicht im Ausland stattfinden sollten, finde ich den Austragungsort wegen der Menschenrechts-Debatte nicht okay”, hat auch Bundesliga-Legende Jan Aage Fjörtoft (53) eine klare Meinung zum Fußball-Irrsinn in Saudi-Arabien.

,,Das einzige Argument dafür”, mutmaßt der Norweger am vergangenen Donnerstag in einer Kicker-Kolumne, ,,könnte sein, das dieses Turnier ein Türöffner werden könnte, um Männer und Frauen den gemeinsamen Stadionbesuch zu ermöglichen.”

Ein frommer Wunsch, den Verantwortlichen um Real Madrids mächtigen Präsidenten Florentino Perez geht es zu allererst ums Geld. Die 4 teilnehmenden Vereine FC Barcelona, Atlético und Real Madrid sowie der FC Valencia – die 4 Big Guns des spanischen Fußballs – kassieren für 3 Spiele, 2 Halbfinals und das Finale, in der Wüste 120 Mio. Euro.

Sie betrachten das Turnier, das normalerweise nur ein kaum beachtetes Spiel vor Saisonstart zwischen Meister und Pokalsieger respektive Meister und Vizemeister bei ,,Double”-Sieg, ist, erschreckend unkritisch. ,,Ich bin froh, hier in Saudi-Arabien zu sein”, hat Real-Coach Zinedine Zidane (47) seine erste Pressekonferenz eröffnet. Mehr muss man nicht wissen und damit schließen wir diese Skandal-Akte bis zum nächsten Winter.

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