Transfers: Weltmeister Antoine ,,Ich kauf mich frei“ Griezmann


Antoine Griezmann wird Atlético Madrid definitiv verlassen.
Antoine Griezmann wird Atlético Madrid definitiv verlassen. (Photo by Alex Caparros/Getty Images)

Die französischen bzw. französischsprachigen Streik-Profis Ousmane Dembéle (22) vom FC Barcelona und der Gabuner Pierre-Emerick Aubameyang (30) vom FC Arsenal haben gezeigt, wozu Spieler fähig sind, wenn sie ihren alten Verein um jeden Preis verlassen wollen. Sie bleiben beispielsweise einfach dem Training fern, kicken in Indoor-Soccer-Hallen, während in Berlin ein Pflichtspiel läuft – und erzwingen so innerhalb weniger Tage ihren Transfer. Motto: Nix wie weg Von Borussia Dortmund!

Den Streik-Profis folgt nun ein französischer Weltmeister, der einen neuen unrühmlichen Trend im Transfer-Zirkus einleiten könnte: Der Freikauf-Profi! Antoine Griezmann (28) will die Ausstiegsklausel in seinem bis 2023 datierten Arbeitsvertrag bei Atlético Madrid von 120 Mio. Euro selbst zahlen, um zum FC Barcelona wechseln zu können.

Diese doch sehr frei gestaltete Interpretation von Vertragsabwicklung wäre eine neue Dimension im Fußball-Transfergeschäft. Dass man sich bei Atlético wirklich freut, wenn ein Leistungsträger geht und noch Geld da lässt, darf in diesem sehr speziellen Fall bezweifelt werden!

Pierre-Emerick Aubameyang streikte sich von Borussia Dortmund zum FC Arsenal...
Pierre-Emerick Aubameyang streikte sich von Borussia Dortmund zum FC Arsenal... (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Jeder Fehltag bei Atlético kostet Griezmann richtig Geld...

Antoine Griezmann sagt Atlético Madrid trotz Vertragsverlängerung 2018 doch noch ,,Adios"!
Antoine Griezmann sagt Atlético Madrid trotz Vertragsverlängerung 2018 doch noch ,,Adios"! (Photo by Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images)
Bei Atlético hat man offenbar genug vom ,,Ich kauf mich frei“-Profi. 

Am Sonntagabend erscheint Griezmann, wie über seine Anwälte angekündigt, nicht zum Training bei den Madrilenen. Und reist damit auch nicht mit ins Trainingslager in die USA. Dieses würde einen zu starken emotionalen Stress für den Offensivspieler bedeuten, weil dieser sich bereits von den Teamkollegen und Fans verabschiedet habe, war zuvor aus einer E-Mail zitiert worden. Das Modell ,,Ich bin so frei, ich kauf mich frei“ wird dadurch nicht günstiger. Griezmann drohen nun von seinem Noch-Arbeitgeber satte Konditional-Strafen von 3.000 bis 5.000 Euro pro verpasstem Trainingstag.

Das berichtet die spanische Sportzeitung AS am Montag. Das Kicker-Sportmagazin verweist auf zurückliegende Turbulenzen im ,,Fall Griezmann“. ,,Dieser Mann“, heißt es dort am Montag, ,,zieht das Unglück förmlich an. Schon in seinen 5 Jahren bei San Sebatian hatte Antoine Griezmann mit ewigem Geplänkel ob, wann und wohin er wechseln würde, die Gerüchte selbst angeheizt. Bei Atlético Madrid, wohin er dann 2014 ging, ist es nicht anders.“

Die Atlético-Führung ist verärgert, weil Griezmann und Barça bereits seit Februar verhandelt und im März eine Einigung über einen Wechsel erzielt haben sollen. Da spielt Madrid noch in der Champions League und kämpft in La Liga um die Meisterschaft. Es ist von ,,unlauteren Methoden“ die Rede. Auch hat ,,Atléti“ eine von Barcelona ins Spiel gebrachte Ratenzahlung der bei Wechsel fälligen 120 Mio. Euro (dank Ausstiegsklausel) abgelehnt.

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Das Trauma: Griezmann vergibt im Champions-League-Finale 2016 gegen Real Madrid einen Elfmeter für Atlético.
Das Trauma: Griezmann vergibt im Champions-League-Finale 2016 gegen Real Madrid einen Elfmeter für Atlético. (Photo by Clive Rose/Getty Images)

Griezmann hat 2018 seinen Vertrag bei Atlético Madrid noch während der Weltmeisterschaft in Russland vorzeitig und bis 2023 verlängert.

Damit hat der Mittelstürmer vor allem einen Interessenten vor den Kopf gestoßen: Dem FC Barcelona. ,,Barca“ hat im letzten Sommer intensiv um Griezmann geworben. Das ist aber nicht alles. Begleitend zum Transfer-Theater mit Barcelona erscheint 2018 eine schwülstige TV-Dokumentation mit dem programmatischen Titel ,,The Decision“ (Dt.: ,,Die Entscheidung“). Diese soll wohl zugunsten des FC Barcelona ausfallen. Tut sie aber nicht.

Er bleibt in Madrid und verkündet dann im Mai seinen Abschied von Atlético. Am Samstag hatte das Sportblatt Marca berichtet, die Katalanen wollten einen letzten Versuch starten, um doch noch eine Einigung zu erzielen. Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu wolle Kontakt zur Führung von Atlético Madrid aufnehmen, hieß es. „Barcelona wirft im Fall Griezmann nicht das Handtuch. Es herrscht Krieg um Griezmann“, schreibt die Zeitung.

Am Montag legt AS nun nach. Bereits am Mittwoch, so heißt es, soll der Deal über die Bühne gehen und am Freitag soll Griezmann offiziell im Camp Nou vorgestellt werden.

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