VFL WOLFSBURG – PROFIL UND TEAMSTATISTIKEN



VEREINSPROFIL

WOLFSBURG, DEUTSCHLAND - FEBRUAR 16: Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg feiert mit seinen Teamkollegen, nachdem er am 16. Februar 2019 in Wolfsburg während des Bundesligaspiels zwischen dem VfL Wolfsburg und dem 1. FSV Mainz 05 in der Volkswagen Arena das erste Tor erzielt hatte. (Foto von Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der am 12. September 1945 gegründete Verein für Leibesübungen Wolfsburg e.V. gliederte 2001 seine Lizenzspielerabteilung aus und bildet die heutige VfL Wolfsburg-Fußball GmbH – kurz VfL Wolfsburg. Durch eine Sonderregelung wurde die in der Bundesliga übliche 50+1-Regel umgegangen, so dass die Wölfe seit 2007 eine vom Verein unabhängige, hundertprozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG sind.

Der VfL Wolfsburg gehört mit 20.000 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen Niedersachsens und ist aktuell die einzige niedersächsische Fußballmannschaft der 1. Bundesliga. Die erste Mannschaft des VfL Wolfsburg spielt seit dem Aufstieg 1997 ohne Unterbrechung in der 1. Liga, wurde 2009 Deutscher Meister und gewann 2015 den DFB-Pokal und den DFL-Supercup.

Heimstadion der ersten Männer-Mannschaft ist die Volkswagen Arena im Allerpark mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern. Die 2002 eingeweihte Arena wird außerhalb des Fußballs auch für Konzerte genutzt. Das zur Vereinsgründung 1947 eröffnete VfL-Stadion am Elsterweg fasste zu Hochzeiten 21.600 Zuschauer und steht heute teilweise unter Denkmalschutz. Tickets für die Grün-Weißen können online oder im Fanshop im Fanhaus an der Volkswagen Arena, In den Allerwiesen 1a erworben werden. Zitate zum VfL Wolfsburg:

„Wolfsburg, das ist doch gar keine richtige Stadt.“ 96-Mittelfeldspieler Sergio Pinto vor dem Heimspiel gegen den VfL 2011.

„Wenn ich ein Kind bekomme, denke ich dabei nicht an die Planung des VfL Wolfsburg. Ich habe da schon meine eigene Zeitplanung.“ (Wolfsburgs Maximilian Arnold auf die Frage, ob er sich nach sechs Geburten in Familien von VfL-Spielern innerhalb weniger Wochen unter Druck fühle)‘

„Wir wollen die Kirche mal im Dorf lassen. Wir fangen gerade erst an, die Kirche zu bauen.“ (Arnold zum Saisonstart mit sechs Punkten aus zwei Spielen)

„In Hessen sagt man: Wir machen kein Geschiss darum, wenn einer fehlt.“ (Bruno Labbadia, Trainer des VfL Wolfsburg und gebürtiger Darmstädter)

Es ist ja traditionell so, dass der VfL Wolfsburg in Freiburg nichts holt. An diese Tradition haben wir nahtlos angeschlossen (Felix Magath nach dem 0:3 beim SC Freiburg)

Das war ein Raketenstart, kurz und schnell, aber dieses Niveau der ersten 90 Sekunden haben wir nicht halten können (Felix Magath nach dem 1:1 in Hamburg)

„Wir machen hier keinen Bezirksklassen-Fußball, wo wir hinterher grillen und Bier trinken.“ Wolfsburgs Manager Peter Pander auf die Frage, ob Stefan Effenberg zum VfL passe. / 19.08.2002

GOOD TO KNOW

23. Mai 2009 - Wolfsburg ist deutscher Fußballmeister.
23. Mai 2009 - Wolfsburg ist deutscher Fußballmeister. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Am 26. Mai 1938 legt Adolf Hitler den Grundstein für ein Volkswagenwerk, in dem ursprünglich der KdF-Wagen produziert werden sollte. Der spätere VW Käfer erhält eine Heimat und Wolfsburg den Stempel eines Propaganda-Mittels der Nazis, der zwar verblasst, aber noch immer nicht verschwunden ist.

Im selben Jahr gründet sich innerhalb des Volkswagenwerkes eine Betriebssportgemeinschaft, die bis 1944 höherklassig in der Gauliga Osthannover spielt.

Die offizielle Gründung des Vfl Wolfsburg folgt am 12. September 1945, gänzlich unglamourös, in einer Baracke in der Reislinger Straße. Die erste herbe Niederlage folgt im Dezember: Fast die gesamte erste Mannschaft trennt sich vom VfL, um in Eigenregie den 1. FC Wolfsburg zu gründen.
Coach Josef Meyer stellt ein neues Team zusammen, das schon im ersten Jahr seiner Existenz den Sieg in der 1. Kreisklasse-Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga schafft. Von 1951 bis 1954 folgen viele Titel in der Amateuroberliga Niedersachsen-Ost bis sich der junge Verein im letzten Aufstiegsspiel gegen den Heider SV mit 2:1 durchsetzt und somit den Aufstieg in die Oberliga Nord perfekt macht.

1974 steigt Wolfsburg als Gründungsmitglied in die 2. Bundesliga ein und im Premierenjahr direkt wieder ab. Es folgen weitere Auf- und Abstiege, bis die Wölfe 1977 für 15 Jahre kompett aus dem Profifußball verschwinden. 1992 kehren sie unter Uwe Erkenbrecher in die 2. Bundesliga zurück und erreichen 1995 das Pokalfinale, in dem sie Mönchengladbach unterliegen. Seit 1997 sind die Wölfe ohne Unterbrechung Teil der 1. Bundesliga.

Was nur wenige wissen (5 Wolfsburg Katastrophen und 5 Triumphe)

Für die Wolfsburg-Hater

  1. Kein „echtes“ Niedersachsen-Derby : Eintracht Braunschweig-Fans und Anhänger von Hannover 96 sehen nur in sich gegenseitig ernstzunehmenden Derby-Gegner. Die Abneigung der Roten geht soweit, dass sie vor dem DFB-Pokalspiel 2018 den Hashtag #keinderby ins Leben riefen, um die Ablehnung gegenüber ihres niedersächischen Nachbarn auszudrücken.
  2. Dunkle Vergangenheit : Nationalsozialismus, Unterdrückung und Kriegsvorbereitung. Mit 20.000 Zwangsarbeitern begann 1938 die Wolfsburger Geschichte, dessen Grundstein Adolf Hitler persönlich legte. Mit ihren backsteinernen Schornsteinen wirkt die Autostadt auch heute noch wie eine protzige Machtdemonstration zu Propagandazwecken. Das industrielle Image wird der Verein einfach nicht los und feuert mit Ignoranz bspw. gegenüber der 50+1-Regelung das gegnerische Feuer an.
  3. Für immer Werksverein : Den Titel in der Hand und VW im Rücken. Ohne den Autobauer wären die Erfolge des Vereins nicht möglich gewesen – und das wissen auch die Gegner. Auf die Aussagen von VfL-Manager Klaus Allofs, der den Bayern im Saisonendspurt 2015 Wettbewerbsverzerrung vorwarf, reagierte Karl-Heinz Rummenigge not amused:
    „Ich würde dem VfL Wolfsburg dringend empfehlen, in Sachen Wettbewerbsverzerrung keine Aussagen mehr zu machen. Jeder in Deutschland weiß, wie sich Wolfsburg die Spieler Gustavo, De Bruyne und Schürrle leisten konnte.“
  4. Grammatikalische Schwierigkeiten : 2016, bei der Bundesliga-Partie gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) blamierten sich die Wölfe mit einem Schmähplakat gegen den Niedersachsen-Rivalen Eintracht Braunschweig. „BLAU GELBE SCHWEINE SEHT ES EIN. WIR WERDEN AUF EWIG HINTER UNS BLEIBEN“, leuchtete in grünen Lettern aus der Nordkurve des Wolfsburger Stadions und lässt am Deutschunterricht in niedersächischen Schulen zweifeln. Braunschweig konterte beim nächsten Heimspiel gegen den MSV Duisburg mit einem „VEREIN FÜR LEGASTHENIKER, IHR BLEIBT EWIG HINTER EUCH!!!“-Banner, dessen Steilvorlage Wolfsburg selbst gegeben hat.
  5. Stimmungsflaute : Wolfsburg-Fans gelten gemeinhin als sanft und nicht besonders fanatisch. Nicht nur der „Wölficlub“ auf der Südtribüne ist bekannt für seine familienfreundliche und kindgerechte Atmosphäre. Man schaut etwas Fußball und geht wieder nach Hause – nett und unaufgeregt. Die Stimmung im Volkswagen Stadion kommt für gewöhnlich aus dem Gästeblock. Einzige Ausnahmen: Beim Niedersachenbattle 2016 mit Hannover 96 schießen Wolfsburg-Chaoten Pyrotechnik auf die 96-Bank. Bei einer ähnlichen Aktion gegen Mainz 05 findet der Mainzer Stadionsprecher Andreas Bockius im September 2019 die richtigen Worte: „Ihr habt doch schon genug mit Diesel-Problemen zu kämpfen, da müsst ihr doch nicht auch noch Feinstaub in unsere Stadt bringen. Das nächste Mal müsst ihr mit dem Fahrrad kommen.“

 

Für Wolfsburg-Fans

  1. Mitgründer der 2. Bundesliga: Zur Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland wird die neue 2. Bundesliga eingeführt. Die Gründungsvereine werden durch ein komplexes Punkteverfahren auserwählt, das nicht nur die sportlichen Leistungen der letzten fünf Jahre berücksichtigt, sondern auch die strukturellen Voraussetzungen. Der VfL erfüllt alle Kriterien und wird Teil des neuen Unterhauses.
  2. Zweite Reihe schlägt Meister : Zur Pokalsensation kam es am 25. August 2001 in Wolfsburg, als die Amateure des VfL (Oberliga) in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals den Bundesliga-Tabellenführer und späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund mit 1:0 besiegen. Torschütze und gefeierter Held ist Ingo Vandreike.
  3. Doppelsieg im Pokal : 2015 gewinnt sowohl die Männer- als auch die Frauenmannschaft des VfL den DFB-Pokal im jeweiligen Wettbewerb. Eine Premiere in der Liga und bis heute unwiederholt.
  4. Nie mehr 2. Liga : Seit ihrem erstmaligen Aufstieg 1997 gehören die Wölfe ohne Unterbrechung der Bundesliga an. Gemeinsam mit dem FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen, der TSG 1899 Hoffenheim, dem FC Augsburg sowie RB Leipzig gehört Wolfsburg somit zu den einzigen sechs Mannschaften, die noch nie einen Abstieg aus der 1. Bundesliga hinnehmen mussten.
  5. Toleranz auf dem Platz : Beim 2:1-Sieg der Wölfe gegen den FC Schalke 04 im August 2018 führt Josuha Guilavogui die Mannschaft mit einer Regenbogen-Kapitänsbinde am Arm aufs Spielfeld. Wolfsburg bricht mit dem Tabuthema Homosexualität im Fußball und heißt im Verein und Stadion Menschen aller Herkünfte, Sexualitäten und Religionen willkommen – Vorbilder auf ganzer Linie.

Der VfL darf sich in seiner mehr als 70-jährigen Vereinsgeschichte über viele Persönlichkeiten freuen.

  1. Roy „Chancentod“ Präger – „Das Urgestein“ : Insgesamt stand Präger, der den Spitznamen „Chancentod“ aus seiner Zeit bei Fortuna Köln durch zahlreiche, vergebene Torchancen mitbrachte, bei 90 Bundesliga-Partien für den VfL Wolfsburg auf dem Rasen und stieg 1997 mit ihm in die Bundesliga auf. Nach vier Jahren im Wölfe-Trikot wechselte er zum Hamburger SV. Präger wurde 1998 zu Niedersachens Fußballer des Jahres gewählt und blieb dem VfL Wolfsburg zunächst als Teamkoordinator und anschließend im Marketing treu. Seit Juli 2011 ist er als Jugendleiter in der Wolfsburger Fußballschule tätig und streift sich bei Benefizspielen regelmäßig noch selbst das Trikot über. 
  2.  Siegfried „Siggi“ Reich – „Der Gefährliche“ : Als Mittelfeldstürmer und zweifacher Torschützenkönig (1987, 1993) verbrachte er sechs Spielzeiten beim VfL Wolfsburg und erzielte insgesamt 89 Tore. Aus seiner Treffsicherheit resultierte 1992 der Aufstieg in die 2. Bundesliga wofür ihm die Wölfe bis heute dankbar sind. Reich gehörte bis zu seinem Karriereende 1996 zu den torgefährlichsten Stürmern der Liga und kickt auch heute noch regelmäßig in einer Hobbymannschaft.
  3. Alexandra Popp – „Die Unschlagbare“ : UEFA Cup, 6-facher DFB-Pokal-Sieg, Champions-League, 5-facher Deutsche Meistertitel, Olympisches Gold. Was für die männliche Kollegen ein Traum bleibt, ist für Alexandra Popp längst Realität. Sie gehört zu den erfolgreichsten Fußballerinnen der Welt, hoch dekoriert und hoch talentiert. Die Fußballerin der Jahre 2014 und 2016 ist Kapitänin der Nationalmannschaft und für Wolfsburgs unersetzlich.
  4. Willi Reimann – „Der Aufsteiger“ : Reimann trainierte den VfL Wolfsburg vom 23. Oktober 1995 bis zum 17. März 1998 und führte die Wölfe durch 26 Bundesligaspiele. Nach einem 5:4 gegen eine aufstiegswillige Truppe aus Mainz am letzten Spieltag schaffte der VfL unter dem Aufstiegscoach den Sprung nach oben – und blieb dort bis heute.
  5. Marcel Schäfer – „Der Liebling“ : Der ehemalige Kapitän und Fanliebling lief von 2007 bis 2017 insgesamt 256 Mal für die Grün-Weißen auf. Er erlebte Triumphe und Niederlagen, Meistertitel und Abstiegsängste und bleibt den Wölfen auch nach der aktiven Karriere treu. Das Wolfsburger-Urgestein ist mittlerweile Sportdirektor des VfL und nach wie vor eines der beliebtesten Vereinsmitglieder.

Schicksalsschläge

  1. Krzysztof Nowak – Mit hervorragenden Leistungen überzeugt der Pole und ist sogar schon beim FC Bayern im Gespräch, bevor der Fußball zur Nebensache wird. Der an Amyotrophische Lateralsklerose – kurz ALS – erkrankte Spielmacher bestreitet seiner 83. und letzte VfL-Partie am 10. Februar 2001. Der Verein unterstützt ihn und seine Familie auf dem schwierigen Weg und ruft gemeinsam mit der Deutschen Bank die Krzysztof Nowak-Stiftung ins Leben. Am 26. Mai 2005 stirbt Krzysztof Nowak im Alter von 29 Jahren.
  2. Junior Malanda – Am 10. Januar 2015 stirbt der erst 20-jährige Belgier bei einem Autounfall auf der auf dem Weg zum Flug ins Wintertrainingslager in Südafrika. In der selben Saison erreichte der VfL Wolfsburg das Finale des DFB-Pokals, trat dort beim 3:1-Sieg gegen Borussia Dortmund mit Trikots mit Mandalas Nummer 19 auf der Brust auf und schrieb mit dem ersten Pokalsieg überhaupt Vereinsgeschichte.

PNG – Persona non Grata – Auf diese Spieler haben sie in Wolfsburg keinen Bock

  1. Felix Magath: 2007 kam „der Quälix“ als Trainer, Manager und Geschäftsführer nach Wolfsburg. Er drehte das Personalkarussel und führte die Mannschaft über das Pokal-Halbfinale 2007 und 2008, mit Souverinät zum überraschenden Deutschen Meistertitel 2009. Innerhalb von zwei Jahren tauschte Magath das Spielerpersonal fast komplett aus. Für rund 55 Millionen Euro verpflichtete er insgesamt mehr als 30 neue Spieler, unter anderem Brasilianer Grafite und Bosnier Edin Džeko. Nach einem Wechsel zum FC Schalke kehrte Magath 2011 nach Wolfsburg zurück, doch er konnte nicht an die Glanzleistungen seiner ersten Amtszeit anschließen. Nach angeblichen Beschwerden von Profi-Spielern wie u.a. Marcel Schäfer, wird Magath im Oktober 2012 wieder entlassen. Auch wenn die Spieler ihre Unschuld beteuern bleibt ein fader Beigeschmack. Die Gunst der Fans hatte der ehemals umjubelte Meistermacher nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte auf jeden Fall verloren.
  2. Diego: Der Mittelfeldspieler kommt 2010 für 15 Millionen Euro aus Turin nach Wolfsburg. Er steht 77 mal in Grün-Weiß auf dem Platz und erzielt 19 Tore. Am letzten Spieltag der Saison 2010/11 verlässt Diego ohne ein Wort das Mannschaftshotel der zu diesem Zeitpunkt einen Punkt vom Abstiegsplatz entfernten Wolfsburger, nachdem er dort bei der Mannschaftssitzung erfuhr, nicht in der Startaufstellung zu sein. Es folgen Abmahnung und Geldstrafe, doch der Vertrauensschaden bei Trainer Felix Magath ist irreparabel. Die Ego-Nummer kostet den talentierten Brasilianer seine Karriere, da er von Magath nicht mehr berücksichtigt wird und kein anderer Verein Interesse anmeldet.
Zweite Hochphase mit Kevin de Bruyne.
Zweite Hochphase mit Kevin de Bruyne. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

GRÖßTE ERFOLGE, GRÖßTE PEINLICHKEITEN

ALS zerstörte das Leben von Pjotr Nowak.
ALS zerstörte das Leben von Pjotr Nowak. (Photo by Sandra Behne/Bongarts/Getty Images)

Der größte Erfolg in der männlichen VfL-Geschichte ist die Deutsche Meisterschaft 2009. In der Winterpause noch auf Platz 9 kämpft sich die Mannschaft von Trainer Felix Magath in der Rückrunde mit zehn Siegen in Folge zum langersehnten Titel.

Der Sieg läutet direkt die nächste Premiere ein: Die Champions League Teilnahme. Im September 2009 spielt der VfL Wolfsburg zum ersten Mal in der europäischen Königsklasse und infiziert die ganze Region mit dem internationalen Virus.

Rekordhaft auch der Sieg gegen den FC Augsburg am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2018/19. Mit 8:1 schießen die Wölfe den FCA aus der heimischen Arena und bescheren den Schwaben damit die höchste Bundesliga-Niederlage in ihrer Geschichte.
Die eigene, größte Niederlage musste Wolfsburg gegen den FC Bayern München enstecken.
0:6 verlor Wolfsburg sowohl daheim (2016/17) als auch Auswärts (2018/19).

Auf internationaler Ebene stehen die Wölfe zwei Mal im Viertelfinale der Europa League und einmal in der Champions League.
Größter Erfolg und größte Pleite liegen bei der überrraschenden UEFA Pokalqualifikation 2009 nah beieinander. Zunächst ringt der VfL dem dominanten AC Mailand ein starkes 3:3 ab und zieht als Gruppensieger ins Sechzehntelfinale ein. Dort werden die Wölfe allerdings von Paris Saint-Germaine mit einem 1:5 eiskalt überannt.

Schmerzhaft: Die 0:4 Heim-Niederlage gegen den Erzrivalen Hannover 96 in 2012. Wolfsburg revanchiert sich aber am 1. März 2016 mit einem 4:0 in Hannover. Touché.

Für die Damen des VfL Wolfsburg ist die Spielzeit 2012/2013 die bisher erfolgreichste. Als Zweite der Vorsaison zogen die Wölfinnen erstmalig in die Champions League ein und schrieben damit Geschichte.  Im letzten Heimspiel gegen Bad Neuenahr wird die Mannschaft von Ralf Kellermann zunächst souverän Deutscher Meister und holt damit den ersten Titel der VfL-Frauen-Geschichte nach Wolfsburg. Im Anschluss, nur zwölf Tage später, sammeln die Wölfinnen den DFB-Pokal sowie den Champions League Titel gegen die Übermacht von Olympique Lyon ein.

OMG

Wolfsburg und der VW Käfer.
Wolfsburg und der VW Käfer. (Photo by Keystone Features/Getty Images)

Ein Traditionsverein ist der VFl Wolfsburg nicht. Eher das Gegenteil. Und das merkt man:

  1. Wolfsburg ist der unbeliebteste Verein der Bundesliga! Mit 21.500 Fans (Statista, Stand September 2019) ist Wolfsburg bei der reinen Mitgliederanzahl der Vereine der 1. Fußball-Bundesliga auf Rang 12. Nur Freiburg, Augsburg Hoffeneim, Paderborn und Leipzig liegen dahinter. Doch es kommt noch härter für die Wölfe: Laut einer BILD-Umfrage im Januar 2019 ist kein Klub in Deutschland so unbeliebt wie der VfL. Nur 0,4 % der Befragten nannten den Verein des damaligen Trainers Bruno Labbadia als ihren Favoriten. Knapp davor stehen Hoffenheim mit 0,5% und Leverkusen mit 0,8%. Autsch!
  2. Zinnlos sinnlos! Für viele Wolfsburg-Fans gibt es nur ein wahres Logo und zwar das, mit dem gezinnten W. Das Problem ist, dass dieses Logo mit der Ausgliederung der Fußballabteilung 2001 abgeschafft und durch das deutlich rundere und marketingtauglichere, neue Logo ersetzt wurde. Empörung und Widerstand folgten auf Fanseite, bis hin zum Nähen des alten Logos auf neue Trikots vor Heimspielen. Bei einer Umfrage des VfL stimmten 89% für die Wiedereinführung des alten Logos, doch die Vereinsführung stellt sich taub.
  3. De Bruyne schwört unfreiwllig ewige Treue! Im August 2015 fällt der heiß umworbene Belgier Kevin De Bruyne einem Scherz zum Opfer. Im Rahmen eine Veranstaltung lässt Moderator Alexander Bommes von der ARD den Belgier einen (nicht ganz ernst gemeinten) deutschen Satz nachsprechen. Die fatalen Worte lauten: „Ich, Kevin De Bruyne, werde auf jeden Fall diese Saison beim VfL Wolfsburg spielen.“ und lösen einen Sturm der Entrüstung bei De Bruynes Management und den VfL-Bossen aus. Das Ende vom Lied : Der Belgier wechselt unbeschadet für die Bundesliga-Rekordsumme von 75 Millionen Euro zu Manchester City. Die Lehre daraus: Bei Provisionen versteht der Fußball keinen Spaß.
  4. Die Stadt Wolfsburg trägt den Decknamen Adolf Hitlers! Diese provokante These stellte ein Forscherehepaar auf und löste eine hitzige Debatte um die Namensgebung der Stadt aus. Da der Reichskanzler im Krieg den Decknamen „Wolf“ verwendete und aktiv am Aufbau des VW-Werks beteiligt war, sind viele Verschwörungstheoretiker von der Wahrheit dieser These überzeugt. Wissenschaftler führen die Namenswahl aber eher auf das in der Nähe befindliche Schloss „Wolfsburg“ zurück.
  5. Stefan Effenberg war zu dick für den VfL! So plötzlich wie er kam, war er auch wieder weg. Stefan Effenberg verließ den VfL Wolfsburg nach nur 19 Einsätzen in einer dubiosen Nacht-und-Nebel-Aktion, nachdem ihm Trainer Jürger Röter keine Privilegien gewährte. Stattdessen kritisierte er „Effes“ Gewicht und Leistung – zu viel für den charakterstarken Hamburger. Der packt beleidigt die Koffer und verschwindet.
  6. Fans vs. Vereinsführung! Nach nur zwei Wochen im Job wird Bruno Labbadia im März 2018 mit „Wir steigen ab, wir kommen nie wieder, wir haben Bruno Labbadia“ von der Nordkurve begrüßt. Der Schmähsong für den neuen VfL-Trainer wird beim Match gegen Bayer Leverkusen von zahlreichen Fans vorgetragen und sorgt landesweit für Diskussionen. Die Wölfe stehen am Ende in keinem guten Licht da und präsentieren ein weiteres Mal die Diskrepanzen zwischen Fans und Vereinsführung.

„Wolfsburg, das ist doch gar keine richtige Stadt.“ 96-Mittelfeldspieler Sergio Pinto vor dem Heimspiel gegen den VfL 2011.

MEHR LIGALIVE - DIE GEHEIMNISSE DER BUNDESLIGA-VEREINE

Fun Facts

Wolfsburg und der VW Käfer.
Wolfsburg und der VW Käfer. (Photo by Keystone Features/Getty Images)

Julian Draxler ist mit 37 Millionen Euro bisher der teuerste Neuzugang des VfL Wolfsburg. Mit 45 Millionen Euro, die Wolfsburg von Paris Saint-Germain für ihn erhielt, machten die Wölfe immerhin Gewinn. Teuerster Export: De Bruyne zu ManCity mit Bundesliga-Rekordsumme von 75 Millionen Euro.

Bernward Elberskirch, Kreisjugendpfleger 1945, fielen auf der Suche nach Spielkleidung zehn Fußballtrikots in die Hände. Sie waren grün. Die Hosen wurden von den Frauen der Spieler aus privat gespendeten Bettlaken genäht und die Traditionsfarben waren geboren. Als 1955 die Stadtflagge von Wolfsburg eingeführt wurde, wählte man ebenfalls die Farben Grün und Weiß, was sie zu den offiziellen Wolfsburger Stadtfarben machte.

Da die Volkswagen AG den Verein mehr als 20 Jahre lang förderte, greift eine Sonderregelung, die die bekannte 50+1-Regel außer Kraft setzt. Seit 2002 gehören 90 Prozent der Anteile an der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH dem Autohersteller, seit 2007 ist die GmbH sogar eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG.

Der brasilianische Fußballstar Pele kommt im Sommer 1961 nach Wolfsburg, um mit seinem Heimatclub FC Santos gegen den VfL zu spielen. Volkswagen leitet das Freundschaftsspiel in die Wege und lädt neben Pepe auch andere Weltklassespieler wie Tite und Coutinho ein. Die Wölfe präsentieren sich gut und trotzen den Superstars mit 3:6. Günter Rüge und Gerhard Schrader treffen ins Netz, Pele steuert zwei Treffer bei.Das Maskottchen der Wolfsburger heißt Wölfi und löste bei einem kleinen VfL-Fan akute Schnappatmung aus. Nach einem Ohnmachtsanfall erholte sich der achtjährige Fan aber wieder und kam schnell auf die Beine.

Wolfsburg ist am ersten Elfmeterschießen in der Historie des DFB-Pokals beteiligt. Gegen den FC Schalke 04 erkämpfen sich die Wölfe zwei Unentschieden. Es greift die neue Elfer-Regel, und VfL-Keeper Dieter Grünsch pariert zwei Treffer souverän. Da aber nur Dieter Thun für die Wölfe verwandelt, steht es am Ende 4:2 für Schalke 04 und Wolfsburg geht trotz Niederlage in die Geschichte ein.

Die offizielle Hymne der Wölfe lautet „Grün-Weiß VfL“, bekannter ist aber eine andere: Der in Fallersleben (heute Wolfsburg) geborene August Heinrich Hoffmann alias Hoffmann von Fallersleben schrieb 1841 Das Lied der Deutschen, welches wir heute als die deutsche Nationalhymne in und auswendig kennen.

TEAM-STATS, INFOGRAFIKEN, EXTERNE QUELLEN

TEAM-STATISTIKEN

Infos umfassen: Alter der Spieler, Einsätze, Gespielte Minuten, Gegentore, Zu Null gespielt, Einwechselungen, Auswechselungen, Gelbe Karten, Rote Karten, Ampelkarten. 

 

EXTERNE QUELLEN

Das erste große Finale ging 1995 gegen Bor. M'gladbach verloren.
Das erste große Finale ging 1995 gegen Bor. M'gladbach verloren. (Photo by Bongarts/Getty Images)

Folgende externe Quellen wurden im Rahmen der Erstellung des Vereinsprofils verwendet:

tagesspiegel.de, Wikipedia VfL Wolfsburg, Wikipedia VFL Wolfsburg Verein, dein-niedersachen.de, vfl-wolfsburg.de, mannschaftsbus.de, fr.de, spiegel.de, welt.de

AKTUELLES (INKL. SPIELE, STATS ZU TORSCHÜTZEN, FORMÜBERSICHT, HANDICAP, ÜBER/UNTER)

Die Stützen des Meister-Teams: Grafite und Dzeko.
Die Stützen des Meister-Teams: Grafite und Dzeko. (Photo by Thorsten Wagner/Bongarts/Getty Images)*** Local Caption *** Ashkan Dejagah;Edin Dzekon;Grafite