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Werder Bremen im Dauertief: Nach Özil und Wiese kam nix mehr!

Seit 2012 ist Werder Bremen auf der Suche nach sich selbst. Nach dem Riesen-Aderlass an Leistungsträgern vor 8 Jahren steht der Nordklub nun in der Bundesliga auf dem Abstiegs-Relegationsplatz und kämpft nach der 4. Heimniederlage in Serie gegen 1899 Hoffenheim (0:3) ums sportliche Überleben.

Werder Bremen - 1899 Hoffenheim 0:3

Werder Bremen – A long way down!

Erinnern Sie sich noch an den 5. Mai 2012? Da hat die Bundesliga zum letzten Mal ein anderes Team als Bayern München mit der Meisterschale in den Händen gesehen – Borussia Dortmund feiert nach dem 4:0 gegen den SC Freiburg die Titelverteidigung.

234 Kilometer nördlich von Dortmund verabschiedet sich Werder Bremen im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (2:3) von 14 (!) verdienten Stammspielern – und damit im Prinzip von sich selbst.

Unter anderem verlassen die deutschen Nationalspieler Tim Borowski, Marko Marin und Tim Wiese, Sturm-Legende Claudio Pizarro, Naldo, Sandro Wagner und Markus Rosenberg den norddeutschen Traditionsklub. Spieler, die Werder über Jahre getragen haben und die für die letzten großen Erfolge der Hanseaten mit dem DFB-Pokalsieg und dem UEFA-Cup-Finale 2009 sowie dem Erreichen der Champions League 2010 stehen. Das war vor 8 Jahren. Seitdem in der Bundesliga nie mehr besser als Rang 8 abgeschlossen.

Mittlerweile haben sich mit dem VfB Stuttgart und dem Hamburger SV 2 Ex-Meister aus der Bundesliga verabschiedet, die zwischendurch immer mal wieder im Verdacht standen, dem FC Bayern den Titel streitig  zu machen.

Werder Bremen kann am Saisonende den gleichen Weg nehmen wie der Nord-Rivale vom HSV 2018 und der ,,HSV des Südens” vom VfB im letzten Sommer – Absturz in die Zweitklassigkeit. Platz 16 und nur 17 Punkte sind eine miserable Ausbeute.

Um es vereinfacht zu sagen: Nach Özil und Wiese ist bei Werder Bremen nicht mehr viel los gewesen. Den Aderlass von 2012 hat der Verein nie wirklich verkraftet. 2013 trennt man sich vom letzten Meistercoach Thomas Schaaf, dem einzigen Bremer Trainer, dem seit der goldenen Ära unter ,,König Otto” Rehhagel (81 / 1981 – 1995) mit Werder Titel gewonnen hat.

Dass inzwischen 3-stellige Millionenbeträge für Transfers gezahlt werden, kommt für Werder Bremen im Prinzip zu spät. Die Rekord-Abgänge Diego (2009, Juventus Turin), Mesut Özil (2010 für 18 Mio. Euro zu Real Madrid) und Miroslav Klose (2007 zum FC Bayern, 15 Mio. Euro Ablöse) sind – mit Ausnahme von Thomas Delaney, für den Borussia Dortmund 2018 rund 20 Mio. Euro zahlt – sind lange vorher und vor allem unter Wert weg gegangen.Ein Spieler, der Werder viel Geld in die Kassen spülen könnte, um im Transfer-Winter noch Verstärkung zu holen, ist nicht in Sicht. Die Folge: Werder Bremen taumelt immer tiefer in den Bundesliga-Abstiegskampf.

Und das mit Horror-Zahlen! Das 0:3 (0:0) am Sonntagnachmittag gegen 1899 Hoffenheim ist die 5. Niederlage aus den letzten 6 Bundesliga-Spielen. Das 1:0 bei Fortuna Düsseldorf zum Rückrundenstart kann die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt (37) nicht vergolden. Die letzten 4 Heimspiele gegen Schalke 04 (1:2), SC Paderborn (0:1), Mainz 05 (0:5) und ,,Hoffe” (0:3) hat Bremen allesamt verloren.

Mit 44 Gegentoren stellt Werder zusammen mit Mainz 05 die Schießbude der Bundesliga. Zum Vergleich: In der bislang einzigen Abstiegssaison 1979/80 sind es nach 19 Spielen ,,nur” 43 Gegentreffer… Im Weserstadion machen die Fans vor dem Spiel gegen Hoffenheim ihrem Unmut um die Verkauf der Namensrechte (,,Wohninvest Weserstadion”) Luft. Wohl dem, der solche Probleme hat! Sorgen um die Heimstärke ihres Teams, das nur ein Heimspiel gewonnen hat (3. Spieltag / 3:2 gegen den FC Augsburg), wären angebrachter! Warum? Werder Bremen ist trotz stets voller Hütte das schwächste Heimteam der Liga!

Dazu kommt Schönrednerei, wie von Winter-Leihgabe Kevin Vogt (1899 Hoffenheim). ,,Das ist maximal ärgerlich. Wir müssen die Niederlage schnell aufarbeiten, und dann geht es weiter. Ich bin weiter positiv gestimmt”, so der Innenverteidiger bei Sky, ,,wir haben letzte Woche gewonnen, waren diesmal lange Zeit besser und haben uns viele Chancen erarbeitet. Uns hat einfach etwas das Spielglück gefehlt. Es war heute auch viel Gutes von uns dabei.“ Nicht ganz: 2 Gegentore, u. a. das Eigentor von Davy Klaassen zum 0:1, sehen Werder Bremen im ,,Pannen-Olli-Reck”-Modus.


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