Zweite Liga: So teuer wird der HSV-Aufstieg


Am 19. Mai 2019 soll der Albtraum nach 51 Wochen Zweitklassigkeit zu Ende gehen. Dann will der Hamburger SV zu Hause gegen den MSV Duisburg in die Bundesliga zurückkehren und erstmals seit dem Champions-League-Einzug von 2000 wieder eine echte Party im Volksparkstadion geben. Sportlich sollte das klar gehen – aber finanziell wird es für die Hamburger Verantwortlichen ein Kraftakt.

Der Hamburger SV hat mit einem Marktwert von 55,9 Millionen Euro das zweitteuerste Team der 2. Bundesliga hinter dem 1. FC Köln.

In der Tabelle liegen die Hamburger nach 18 Spieltagen allerdings vorn, mit einem Punkt Vorsprung. Bei 6 Zählern Differenz auf Rang 4 und den 1. FC Union Berlin können die HSV-Verantwortlichen schon fast das Erstliga-Comeback planen. Das dürfte vor allem ein Rechenspiel werden.

Der im Mai 2018 nach 55 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit erstmals abgestiegene „Dino“ hat Verbindlichkeiten von mehr als 85 Millionen Euro – und bei einem Aufstieg muss man eine echte Schüttung machen. Das berichtet SPORT BILD (aktuelle Ausgabe).

Lewis Holtby und der Hamburger SV führen die Tabelle der 2. Liga als Herbst- und Wintermeister an.

Hamburger SV: Mit halbiertem Mannschaftsetat zurück in Liga 1?

Gehaltsobergrenzen beim HSV?
Klare Worte zu Jann-Fiete Arp: HSV-Sportchef Ralf Becker. (Foto: (Mueller/Bongarts/Getty Images)

Der Bundesliga-Aufstieg wird den klammen HSV rund 3 Millionen Euro kosten, so berichtet das Magazin am vergangenen Mittwoch.

Geld, das eigentlich gar nicht da ist und das man aufgrund stark leistungsbezogener Verträge auszahlen muss.

Es ehrt Führungsspieler wie Aaron Hunt (32), Lewis Holtby (28) oder Pierre-Michel Lasogga (27), dass sie zu teilweise kolportierten verringerten Bezügen beim Hamburger SV geblieben sind. Das ist nur durch stark leistungsbezogene Arbeitspapiere möglich geworden. Eine echte Herkulesaufgabe für HSV-Sportchef Ralf Becker (48).

Mit einem von 27 Millionen auf weniger als 13 Mio. eingedampften Mannschaftetat den Wiederaufstieg anpeilen – es gibt leichtere Anforderungen für einen Zweitliga-Manager. Ohne die Bundesliga-Erfahrung dieser und auch anderer HSV-Spieler wäre Platz 1 aber nicht im Bereich des Möglichen gewesen…

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Lasogga

HSV-Star Holtby kickt angeblich nur noch für ein Drittel des Erstliga-Gehaltes

Lewis Holtby erlebte mit dem HSV im Jahr 2018 Höhen und Tiefen...
Lewis Holtby erlebte mit dem HSV im Jahr 2018 Höhen und Tiefen...(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Belgier Orel Mangala (20), vom VfB Stuttgart geliehen, kommt laut SPORT BILD nur auf ein vergleichsweise schmales Grundgehalt von 400.000 Euro. Absolviert der Mittelfeldakteur nun den Großteil der Saisonspiele – Mangala machte bislang 17 von 18 Liga-Spielen – kassiert er im Aufstiegsfall gut die Hälfte seines bisherigen Salärs. Kein schlechtes Geschäft.

Bei Lewis Holtby und Aaron Hunt ist es ähnlich. Beide verlängern trotz des Abstiegs im Sommer ihre Verträge und spielen nun – so berichtet SPORT BILD – zu stark reduzierten Bezügen. Von einer Million – statt zu Bundesliga-Zeiten 3,5 Mio. – bei Holtby ist die Rede. Das ist weniger als ein Drittel des Bundesliga-Gehalts für den Ex-England-Profi. Holtby kassiert beim Aufstieg jedoch eine Bonuszahlung von 250.000 Euro – und liegt damit klar über der Prämie, die Coach Hannes Wolf bei der Bundesliga-Rückkehr winkt. Dann würde der Westfale, der 2017 den VfB Stuttgart in die erste Liga zurückgebracht hat, kolportierte 120.000 Euro kassieren.

Bis zum Rückrundenstart haben die Hanseaten noch ein bisschen Zeit. Sie treffen erst am 30. Januar 2019 auf die Kurpfälzer vom SV Sandhausen. Mit einem Auftaktsieg ins neue Jahr wird das Unternehmen „Wiederaufstieg“ konkreter – aber auch der zusätzliche Zahltag für die HSV-Profis rückt für Becker und Co. näher…

Ligalive Live-Ticker - Nationale und internationale Spiele mit Autorefresh, ohne lästiges Aktualisieren

Ligalive Infografik - Player Profile - Lewis Holtby, Bundesliga 2018/19