Bundesliga-Aufstiegskampf: HSV hat den Hunt, St. Pauli den „Fußballgott“


BILD Hamburg präsentiert am Montag „Die Pyramide“. Mit dieser sehr anschaulichen Grafik will man die Machtverhältnisse bei Zweitliga-Tabellenführer Hamburger SV abbilden. Ganz oben steht einer, den alle dort erwarten: Ex-Nationalspieler Aaron Hunt (32). Beim Stadtrivalen FC St. Pauli setzt man im Aufstiegsrennen dagegen auf den „Fußballgott“ – Frankfurt-Legende und Rückkehrer Alexander Meier (36).

Die beiden Teams aus der im Mai 2018 komplett in die fußballerische Zweitklassigkeit gestürzten, zweitgrößten deutschen Stadt steigen am Dienstag beim SV Darmstadt 98 bzw. am Mittwoch gegen die Kurpfälzer vom SV Sandhausen wieder ins Geschehen ein.

Ob am 19. Spieltag auch der prominenteste Pauli-Winterneuzugang Alexander Meier (36) in Darmstadt 98 zum Einsatz kommt, lässt Trainer Markus Kauczinski nicht so wirklich durchblicken. „Er hat noch nicht die Power für 90 Minuten“, sagt der Pauli-Coach am Montag in BILD, „aber er hat einen Ruf und er ist eine Erscheinung. Er kann anfangen und nach 60 Minuten rausgehen oder er kommt rein. Wir haben alle Möglichkeiten.“

BILD Hamburg spekuliert am Montag, dass Meier vielleicht für den in den Testspielen schwachen Griechen Dimitrios Diamantakos (25) sogar in die Startelf rückt.

Alexander Meier (m.) verabschiedete sich mit einem Tor gegen seinen Ex-Klub HSV für Eintracht Frankfurt am 5. Mai 2018 von den Zuschauern in der Commerzbank Arena. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Alex Meier: Der „Ibrahimovic für Arme“ bringt St. Pauli riesige Routine

Wer steigt auf? Der HSV oder der FC St. Pauli?
Wer steigt auf? Der HSV oder der FC St. Pauli?(Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Alexander Meier hat für den FC St. Pauli schon 2001/2002 in der ersten und ein Jahr darauf in der 2. Bundesliga gespielt.

Nach einem missglückten Wechsel zum Hamburger SV mit nur 4 Erstliga-Einsätzen und einer Degradierung in die 2. Mannschaft in die Regionalliga wechselt der 1,96 m große Sturm-Hüne 2004 zu Eintracht Frankfurt.

Am Main macht der stille Norddeutsche sein großes Fußballerglück. Meier wird in Frankfurt Torschützenkönig der ersten (2015) und der 2. Bundesliga (2012). Das gelingt außer ihm u. a BVB-Legende Lothar Emmerich, Weltmeister Rudi Völler, HSV-Idol Horst Hrubesch und Hertha-Macher Michael Preetz. Die Frankfurter Fans rufen bei Meier-Toren – 119-mal netzt er in 336 Liga-Spielen ein – immer den Zusatz „Fußballgott“ und stilisieren den schlaksigen Stürmer zur absoluten Kultfigur. Ausländische Medien taufen den Mann mit dem Samurai-Zopf den „Ibrahimovic für Arme“. Nach dem Pokalsieg 2018 verlässt Meier Frankfurt und heuert nach kurzer Vereinslosigkeit beim FC St. Pauli an.

Mit seiner Erfahrung und seinem Torinstinkt kann Meier dabei helfen, dass Pauli bei 3 Zählern vor Union Berlin Rang 3 hält und in die Relegation – auch die spielte Meier 2016 mit Frankfurt – schafft. Einen vergleichbaren Führungsspieler hat Kauczinski nicht in seinem Kader.

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Lasogga

Ligalive Infografik -Player Profile, Aaron Hunt, Hamburger SV, 2. Bundesliga-Saison 2018/2019

Aaron Hunt – Der unumstrittene HSV-Anführer

Aaron Hunt, hier beim packenden 2:2 gegen Union Berlin, reißt beim Hamburger SV Team und Fans mit. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

An der Spitze der HSV-Hierarchie steht Kapitän Aaron Hunt. Der 32-jährige Mittelfeldspieler hat mit 6 Tor-Beteiligungen (4 Treffer) in 16 Zweitliga-Spielen entscheidenden Anteil an Platz eins – bei 6 Zählern Vorsprung auf Rang 4.

„Der Routinier analysiert klar, nüchtern, benennt Probleme“, schreibt BILD über ihn. Das tut Hunt u. a. nach dem 0:5-Debakel gegen Jahn Regensburg.

Mit seiner Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2020 und nach dem Abstieg aus der Bundesliga hat Hunt ein Zeichen gesetzt. Andere Führungsspieler wie Lewis Holtby (28) und Pierre-Michel Lasogga (27) ziehen nach. Hunt löst im Juli 2018 Gotoku Sakai (27) als neuen HSV-Kapitän ab – und steht damit auch in der „Machtpyramide“ über dem Japaner.

Hunt, so berichtet der Norddeutsche Rundfunk am Dienstag, wird am Mittwoch gegen den Sandhausen den HSV nach überstandener Oberschenkelverletzung auf dem Weg in Richtung Wiederaufstieg anführen können. Gut so!

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